1700 Jahre: Ein Teil von Deutschland

Im Rahmen des Jubiläums zu „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ führt die WerteInitiative eine Kampagne mit Infographiken durch, um die Sichtbarkeit jüdischen Lebens als integralen Bestandteil deutscher Geschichte sichtbar und erfahrbar zu machen.

Finanziert wird das Projekt durch den Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Vor 90 Jahren, im Frühjahr 1931, begann Hannah Arendt die Arbeit an ihrem Frühwerk „Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik“. Doch vor allem wurde sie für ihr umfassendes Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ bekannt, in dem sie u.a. den Aufstieg und die Herrschaft des NS zu erklären versuchte. Bis heute zählt sie zu den bedeutendsten politischen TheoretikerInnenn des 20. Jh.

Mehr über ihre Biografie: https://www.dhm.de/lemo/biografie/hannah-arendt

Vor 88 Jahren, Anfang des Jahres 1933, begründete Erika Mann das politische Kabarett „Die Pfeffermühle“ in München. Nach nur einer weiteren Aufführung im Februar desselben Jahres ging die Tochter von Katia und Thomas Mann ins schweizerische Exil, um dem Nationalsozialismus zu entkommen. Dort und in den USA trat sie weiterhin auf und war als auch als Schriftstellerin tätig, bis sie die Nachlassverwaltung ihres Vaters Thomas und ihres Bruders Klaus Mann übernahm.

Mehr über ihre Biografie: https://www.dhm.de/lemo/biografie/biografie-erika-mann.html

Franz Kafka ist einer der wohl bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller überhaupt. Werke wie „Die Verwandlung“ oder „Das Urteil“ brachten ihm Lebzeiten eine gewisse Bekanntheit vor allem in Intellektuellen Kreisen ein. Weltberühmt wurde Kafka aber erst durch die posthumen Veröffentlichungen wie „Der Proceß“ durch seinen Freund und Nachlassverwalter Max Brod, die allerdings gegen seinen Willen geschahen.

Mehr über seine Biografie, seinen Mythos und sein Werk: https://www.franzkafka.de/was-sie-schon-immer-ueber-kafka…

Im März 1865 gründete Henriette Goldschmidt einen Frauenbildungsverein in Leipzig und beteiligte sich noch im selben Jahr an der Organisation der ersten Frauenkonferenz Deutschlands. Daraus ging der Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) hervor, in dem Goldschmidt viele Jahre als Vorstandsmitglied tätig war.

Mehr über ihre Biografie: https://www.leipzig.de/…/goldschmidt-henriette…/

Vor 41 Jahren, am 18. März 1980, starb der Psychoanalytiker und Sozialpsychologe Erich Fromm. Ab 1930 betreib er eine eigene psychoanalytische Praxis und war am Frankfurter Institut für Sozialforschung im Kreis von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno tätig. Wie die anderen Mitglieder des Instituts emigrierte Fromm aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA, wo das Institut zunächst die gemeinsamen Studien fortsetzte.

Mehr über seine Biografie und Werke: https://fromm-online.org/

Egon Bahr war enger Weggefährte Willy Brandts und folgte diesem aus der Berliner Landesverwaltung ins Außenministerium und ins Bundeskanzleramt, unter Helmut Schmidt war er bis 1976 Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Er gilt als einer der Architekten der sozialliberalen Ostpolitik unter Bundeskanzler Brandt und prägte das Motto „Wandel durch Annäherung“. Seit 1956 war Bahr Mitglied SPD ein und saß von 1972 bis 1990 für die Partei im Deutschen Bundestag.

Mehr über seine Biografie: https://www.hdg.de/lemo/biografie/egon-bahr.html

Else Lasker-Schüler gilt als eine der herausragenden Vertreterinnen der avantgardistischen Moderne und des lyrischen Expressionismus. 1901 erschien ihr erster Gedichtband Styx, es folgten Prosawerke und das Schauspiel Wupper, das, wie der 1911 veröffentlichte Gedichtband, zu bedeutenden Werken ihres expressionistischen Schaffens zählen. 1933 emigrierte Lasker-Schüler zunächst in die Schweiz, von einer Reise in das britische Mandatsgebiet Palästina konnte sie 1939 aufgrund des Kriegsanfangs nicht zurückkehren und verbrachte die letzten Jahre bis zu ihrem Tod 1945 in Jerusalem.

Mehr über ihre Biografie: https://www.fembio.org/…/biographie/else-lasker-schueler/

Im Jahr 1921, also vor 100 Jahren, wurde Albert Einstein der Nobelpreis für Physik für seine Verdienste um die theoretische Physik verliehen. Seine Relativitätstheorie revolutionierte die Physik und machte ihn weltberühmt. Von einem 1932 beginnenden Forschungsaufenthalt kehrte Einstein nicht mehr in das dann nationalsozialistische Deutschland zurück. Als er nach 1945 das ganze Ausmaß der Vernichtung der europäischen Juden erfährt, beschließt er, nie wieder deutschen Boden zu betreten.

Mehr über seine Biografie: https://www.einsteinjahr.de/albert-einstein-sein-leben/

Maximilian Harden war zunächst Schauspieler, später Publizist und Journalist. Er war an der Gründung der Berliner Freien Bühne beteiligt und beriet Max Reinhardt bei der Leitung des Deutschen Theater Berlins. Als Journalist verfasste Harden teils beißende Kritiken, die zu manch politischem Skandal im Kaiserreich führten. Kurz nach dem Attentat auf seinen Freund Walter Rathenau wurde Harden zum Ziel rechter Attentäter. Daraufhin stellte er am 30. September 1922 die von ihm gegründete Zeitschrift „Die Zukunft“ ein und emigrierte 1923 in die Schweiz.

Mehr über seine Biografie: https://www.deutsche-biographie.de/sfz70007.html

Obwohl er aufgrund des Nationalsozialismus insgesamt nur sechs Jahre zur Schule gehen konnte, wurde Ignatz Bubis im Nachkriegsdeutschland ein erfolgreicher Unternehmer. 1956 zog er nach Frankfurt am Main; dort war er nicht nur als Immobilienunternehmer tätig, sondern auch im Vorstand der jüdischen Gemeinde aktiv. 1969 trat er in die FDP ein, die er viele Jahre im Stadtrat vertreten sollte. Ab 1992 war Bubis der Vorsitzende des Zentralrat der Juden in Deutschland. Seit 2001 wird ihm zu Ehren alle drei Jahre der Ignatz-Bubis-Preis von der Stadt Frankfurt verliehen.

Mehr über seine Biografie: https://www.hdg.de/lemo/biografie/ignatz-bubis.html

Hildegard Hamm-Brücher wurde erstmals 1948 für die FDP in den Münchner Stadtrat gewählt und machte im Laufe der Jahre politische Karriere. Die promovierte Chemikerin saß mehrfach für die FDP im bayrischen Landtag, von 1976 bis 1990 war sie abgeordnete im Bundestag und währenddessen unter Minister Genscher von 1976 bis 1982 Staatministerin im Auswärtigen Amt. Im Mai 2011 wurde erstmals der von Hamm-Brücher gestiftete „Preis gegen das Vergessen – für die Demokratie“ anlässlich ihres 90. Geburtstages verliehen.

Mehr über ihre Biografie: https://www.fembio.org/…/biogr…/hildegard-hamm-bruecher/

Karl Loewenstein war ein sehr profilierter Staatsrechtler, dessen Werke bis heute Einfluss auf sein Fach und die Politikwissenschaft haben. Er habilitierte sich 1932 an der Universität München und wurde nur ein Jahr später von der nationalsozialistischen Regierung aus dem Staatsdienst entfernt. Loewenstein emigrierte in die USA, wo er an der Yale University und dem Amherst College lehrte. Er gilt als einer der wichtigsten Ideengeber des Konzepts der „wehrhaften Demokratie“, die er 1937 in seinem Aufsatz „Militant Democracy and Fundamental Rights“ erstmals beschrieb.

Mehr über seine Biografie: https://loewenstein.wordpress.amherst.edu/biography/