Beim Antisemitismus-Beauftragten des Landes Berlin

Die Hauptstadt Berlin ist wie ein Brennglass. Gesellschaftliche Probleme treten hier besonders deutlich hervor und mit ihnen der Judenhass.

19.09.2019

Eine unbürokratische Maßnahme: Im aktuellen Haushalt des Landes Berlin gibt es keinen Posten dafür; dennoch hat der Senat vor einigen Monaten einen Antisemitismusbeauftragten eingesetzt. Herr Lorenz Korgel koordiniert dabei ressortübergreifend die Maßnahmen des Landes gegen Judenhass.
Im Gespräch mit unserem Mitglied Susanne Stephan und Elio Adler hat er von seinem Wunsch berichtet,  aus der jüdischen Community Input für seine Arbeit zu bekommen. Wir haben ihm unseren Ansatz „konsistente Politik“ umrissen, welcher fordert, dass sich der Bezug zu freiheitlich-demokratischen Werten erkennbar durch alle politischen Bereiche zieht: Von der Förderpolitik bis zur Kulturpolitik, von der Außenpolitik bis zum Terminkalender des Bürgermeisters hat in diesem Zusammenhang alles eine Bedeutung.

Judenhassern nur ein „nie wieder“ entgegenzusetzen reicht nicht. Es braucht einen starken gesellschaftlichen Konsens „wofür“ eine Gesellschaft steht. Dann ist der Kampf gegen den Antisemitismus automatisch ein positiver Nebeneffekt.

Herr Korgel hat das Amt des Antisemitismusbeauftragten nur kommissarisch inne. Derzeit laufen die Haushaltsverhandlungen, in denen sich die Berliner Fraktionen auf eine neue Stelle einigen müssen. Wir wünschen uns, dass diese neue Stelle nicht nur handlungsfähig und kompetenzreich gestaltet wird, sondern auch hinsichtlich ihrer personellen Ausstattung breit aufgestellt wird. Ein/e Beauftragte/r braucht MitarbeiterInnen, um seine/ihre Aufgaben erfüllen zu können.

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