Presseerklärung zum Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz

Wir müssen vermeiden, dass aus zuwandernden Fachkräften wieder Gastarbeiter werden und eine gereifte Willkommenskultur schaffen.

19.08.2018

„Wir müssen vermeiden, dass aus zuwandernden Fachkräften wieder Gastarbeiter werden“, sagt Elio Adler, der Vorsitzende der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V.. „Wir haben nun die Chance, die Bedingungen zu definieren, wie Zuwanderung zu uns funktioniert. Das sollten wir nutzen, um ein echtes Integrationsangebot zu bieten. Eine Willkommenskultur, die die Lehren aus vergangenen Erfahrungen gezogen hat.“ 

Ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz bietet für die hiesige Gesellschaft und auch für Zuwandernde positive Chancen. Neben den offensichtlichen, arbeitsmarktbezogenen Themen, ist ein weiterer Bereich von Bedeutung: Aus Sicht der Zuwandernden ist es wichtig, vorab zu wissen, was für eine Art des Zusammenlebens sie in Deutschland erwartet. Das klare Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung (FDGO) soll dabei nicht implizit unterstellt, sondern die Inhalte von Anfang an explizit kommuniziert und deren Einhaltung verlangt werden. Es gilt, die prägenden Werte unseres Grundgesetzes zu vermitteln, insbesondere die Prinzipien der Meinungsfreiheit sowie deren Grenzen, der Gleichberechtigung von Mann und Frau inklusive gleicher Teilhabe an Bildung und am gesellschaftlichen, nicht von religiösen Vorgaben geprägten Leben in Deutschland. Dass LGBTQ, Christen, Juden, Muslime und andere Minderheiten hierzulande frei von Diskriminierung und Angriffen leben können. Von Anfang an bekannt gemacht müssen auch unsere wesentlichen Sitten und Bräuche im alltäglichen Umgang miteinander sein. Neben ausreichenden Sprachkenntnissen und verpflichtenden Integrationskursen sollte die Genehmigung der Zuwanderung vom Bestehen einer Prüfung der genannten Lerninhalte abhängen.

 Vom Erstkontakt bis zur Einreise, vom Integrationskurs bis zum erlebten Miteinander in der Öffentlichkeit: Je konsistenter die FDGO als Wertesystem erkennbar ist, desto besser wird Integration funktionieren. Das beinhaltet natürlich auch die Pflicht der hiesigen Mehrheitsgesellschaft, sich Zuwandernden gegenüber so offen und willkommen heißend zu verhalten, wie wir dies auch von Zuwanderern erwarten. So werden diese Fachkräfte eben nicht „Gastarbeiter“, sondern vollständig integrierte neue Bürger Deutschlands und haben nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch am gesellschaftlichen Miteinander einen positiven Anteil.

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