Die Schlagseite des Markus Lanz

Wie ein Pater und ein ZDF-Moderator das Wasser den Berg hinauf fließen lassen

31.08.2017

Der Beitrag „Markus Lanz im Heiligen Land“, war einseitiger und unvollständiger Beitrag. Wir haben Herrn Lanz un die Redaktion angeschrieben:

30.09.2017

Sehr geehrter Herr Lanz,

ich habe Ihren Bericht über Ihren Besuch im Heiligen Land gesehen. Technisch, dramaturgisch sehr gut gemacht, jedoch hinsichtlich der Aussage mit massiver Schräglage. Auch wenn diese dem Wunsch geschuldet sein mag, eine leicht rührselige, vorweihnachtliche Stimmung zu erzeugen, war das ein wahrheitsfeindlicher Griff in die Requisitenkiste.

Das Muster im Bericht war wiederholt das Gleiche: Die Bilder und O-Töne zeigten die „Negativ-Message“ und aus dem Off kam eine etwas relativierende Aussage (z.B. dass die Toten, von denen die Bilder plakatiert sind, durchaus auch Selbstmordattentäter waren).

Es war Pater Nikodemus, der die enorme Solidarität, welche das Kloster von Tabgha seitens der jüdischen Gemeinden erfuhr, kurz anreißen musste. Die Prozesse gegen die Attentäter & die Finanzierung des Wiederaufbaus sowie massive Verurteilung der Tat durch die gesamte Regierung Israels wurden nicht erwähnt.

Der Staat Israel und bis auf irrelevante Ausnahmen die gesamte Gesellschaft stellen sich eindeutig gegen deratigen Terror! Die Palästinensische Autonomiebehörde dagegen, fördert und feiert ihn. Das hätte in Ihren Bericht zum Gesamtbild gehört!

Ferner musste Nikodemus die Aussage des angsterstarrten Dhimmi-Geistlichen der Griechisch-Orthodoxen Kirche in Gaza grade biegen, dass Gaza der Ort der Welt sei, in dem Christen und Moslems am besten zusammen leben würden. Durchsichtiger Unfug. Die Zahl der Christen dort nimmt ab, während sie in Israel (als einziges Land im Nahen Osten) etwa gleich bleibt.

Gerne lade ich Sie ein, mit mir ein paar Tage durch Israel und die Westbank zu fahren. Und gerne können wir da auch einen gefühlsreichen Bericht drehen, der neben der Vielzahl an zweifelsfrei vorhandenen Problemen, aber auch die jeden Tag spürbare, positive Energie des Heiligen Landes überträgt. Wo man Menschheits-, Religions- und Kulturgeschichte mit einer gefüllten Pita im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen und aufnehmen“ kann.

Mit guten Wünschen für das Neue Jahr,

Dr. Elio Adler

Gründer der WerteInitiative. jüdisch-deutsche Positionen

26.02.2018

Sehr geehrter Herr Dr. Adler,

ich muss mich herzlich bei Ihnen dafür entschuldigen, dass Sie offensichtlich auf Ihr erstes Schreiben keine Antwort von uns erhalten haben. Das darf nicht sein und ist nur zu erklären (wenn auch nicht zu entschuldigen) mit der großen Menge an Zuschauerpost, die hier nach den Feiertagen angefallen war: da scheint leider das eine oder andere Schreiben verschütt‘ gegangen zu sein.

Vielen Dank nun für Ihren zweiten Anlauf mit Mail vom 25.02.18, auf die ich als zuständiger Redakteur gerne antworten darf.

Sie setzen sich detailliert und fundiert mit den Punkten auseinander, die Ihnen ein nicht ausgewogenes Bild der Situation im Heiligen Land zu vermitteln scheinen. Alles, was Sie sagen, ist sachlich, historisch und menschlich korrekt – und zeigt einmal mehr, wie vielschichtig und komplex die Problematiken in der Region liegen.

Hatten wir uns im vorangegangenen Jahr noch ausdrücklich darum bemüht, in unserer Doku immer auch die jeweils andere Seite zu Wort kommen zu lassen, so mag in diesem Jahr insbesondere bei dem Thema „Ökologische Katastrophe“ die jeweils alternative Sicht der Dinge etwas zu kurz gekommen sein. Die von Ihnen kritisierte „palästinensische Sichtweise“ mag sich auch an manchen Stellen schlicht aufgrund der Drehorte und der dortigen Atmosphäre und Gegebenheiten eingeschlichen haben.

Ausgewogenheit in der Darstellung war sicher unser aller Ziel (und Pater Nikodemus eigentlich ein sachkundiger Garant dafür) – Ihre fundierte Kritik macht deutlich, dass uns das offenbar nicht in allen Punkten gelungen ist.

Ich danke Ihnen, dass Sie uns da noch weiter sensibilisiert haben – und vielleicht bietet sich ja die Gelegenheit zur gemeinsam genossenen „gefüllten Pita“, falls wir eine weitere Folge unserer „Markus Lanz im Heiligen Land“-Dokus drehen sollten.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Schneider

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