Israelbezogener Antisemitismus

Ein Demonstrant auf einer Demonstration in Berlin 2014 hält ein Plakat, auf dem "Boycott Israel, Kindermörder IsraHell!, Israel ISreal Terrorism" steht.
Foto: Adam Berry

Israelbezogener Antisemitismus: Der „Jude unter den Staaten“

Israelbezogener Antisemitismus übersetzt alte Judenfeindschaft in (geo-)politische Sprache. Er macht Israel zum Symbol moralischer Verderbtheit und kollektiver Schuld – und zeigt, dass der Antisemitismus nicht vergangen ist, sondern Form und Adresse wechseln kann.

Auf einen Blick

Vom Juden zum Staat als Feindbild: Spätestens seit der Gründung Israels 1948 richtet sich ein Teil des Antisemitismus nicht mehr nur gegen Jüdinnen und Juden, sondern gegen den jüdischen Staat. Israel übernimmt die alte Rolle des „Anderen“ – moralisch, politisch und existenziell abgewertet als „Jude unter den Staaten“.

Grenze zwischen Kritik und Antisemitismus: Kritik an israelischer Politik ist fraglos legitim. Sie wird jedoch antisemitisch, wenn sie Israels Existenzrecht bestreitet, den Staat dämonisiert oder mit Doppelstandards misst, die für kein anderes Land gelten. Typische Motive sind die Gleichsetzung Israels mit den Nazis oder die Vorstellung einer „zionistischen Weltverschwörung“.

Historische Wurzeln: Bereits vor 1948 verbanden Nationalisten und Nationalsozialisten Judenhass mit Antizionismus. Unter Stalin verbreitete die Sowjetunion den Mythos des „zionistischen Imperialismus“ und verknüpfte Antizionismus mit rassistischen Stereotypen. Diese Rhetorik prägte später arabische Nationalismen und Teile der Linken weltweit.

Religiöse und ideologische Verschmelzungen: In islamistischen und arabischen Kontexten verbindet sich der politische Antizionismus teilweise mit religiöser Feindschaft. Die Hamas-Charta (1988) zitiert die Protokolle der Weisen von Zion und beschreibt Israel als dämonische Entität. Ähnliche Narrative finden sich in iranischen Medien und Schulbüchern – Israel gilt dort als Wurzel allen Übels oder als „Kindermörderstaat“.

Das Motiv der „Künstlichkeit“: Israel wird oft als „unnatürlicher“ oder „künstlich geschaffener“ Staat beschrieben, im Gegensatz zu angeblich „organisch gewachsenen“ Nationen. Damit wird die alte Vorstellung der „Heimatlosigkeit der Juden“ auf die Ebene der Staatlichkeit übertragen – Israels Existenz erscheint als Anomalie, während völkische Staatsvorstellungen indirekt affirmiert werden.

Politische Vielfalt, gleiches Muster: Rechte Israelfeinde sehen in Israel ein Symbol globaler jüdischer Macht oder „Weltverschwörung“, linke deuten Israel als Kolonialmacht und Stellvertreter eines „bösen“ Westens und Islamisten erklären den Kampf gegen Israel religiös – als Auftrag gegen „Zionisten“ und „Ungläubige“. Trotz unterschiedlicher Ideologien greifen alle auf dieselben antisemitischen Strukturen zurück.

Israelbezogener Antisemitismus: Der „Jude unter den Staaten“

Mit der Gründung des Staates Israel 1948 verlagerte sich ein Teil des weltweiten Antisemitismus auf eine neue Bühne: die der internationalen Politik.
Wo früher der Jude als Einzelperson oder Minderheit im Zentrum der Feindbilder stand, wurde nun der jüdische Staat zur Projektionsfläche. Israel gilt seither in antisemitischen Narrativen als das, was der Jude in vormodernen Gesellschaften war: das moralisch, politisch oder existenziell Andere, der Störfaktor in einer vermeintlich „gerechten“ Weltordnung.

Diese Form des Antisemitismus tritt häufig in politischer Sprache auf: als vermeintliche „Israelkritik“. Doch während sachliche Kritik an israelischer Politik selbstverständlich legitim ist, beginnt der israelbezogene Antisemitismus dort, wo Doppelstandards, Dämonisierung oder Delegitimierung greifen.
Er zeigt sich in der pauschalen Gleichsetzung Israels mit dem Nationalsozialismus („Israel ist wie die Nazis“), in der Leugnung des Existenzrechts des jüdischen Staates oder in der Vorstellung, Israel sei eine geheime globale Macht, die Medien, Politik oder Finanzsysteme steuere.

Ausgabe der Schrift "Der staatsfeindliche Zionismus" von Alfred Rosenberg aus dem Jahr 1938
Ausgabe der Schrift “Der staatsfeindliche Zionismus” von Alfred Rosenberg aus dem Jahr 1938

Bereits vor der Staatsgründung Israels verbanden nationalistische und antisemitische Bewegungen in Europa ihren Judenhass mit einem frühen Antizionismus. In der nationalsozialistischen Propaganda wurde der Zionismus als angebliches Mittel „jüdischer Weltmachtpolitik“ dargestellt: Juden galten als „Heimatlose“, deren Versuch, einen eigenen Staat zu gründen, nur ein weiterer Schritt zu „Weltherrschaft“ und „Rassenvermischung“ sei. Die NS-Führung verknüpfte damit alte antisemitische Verschwörungsmythen mit einer Feindschaft gegen die Idee jüdischer Selbstbestimmung – ein Muster, das später in neuen politischen Kontexten fortlebte.

Nach 1945 übernahm die Sowjetunion zunächst einen offiziell antizionistischen, aber nicht antisemitischen Diskurs. Zionismus galt als bürgerlich-nationalistische Ideologie, die im Widerspruch zum Internationalismus des Sozialismus stand. Doch ab den späten 1940er-Jahren, insbesondere unter Josef Stalin, wandelte sich dieser Antizionismus zunehmend zu rassistisch und ethnisch aufgeladenem Antisemitismus.
Im Zuge der Kampagne gegen „Wurzellose Kosmopoliten“ (ab 1948) und der „Ärzteverschwörung“ (1953) wurden jüdische Intellektuelle und Kommunisten als illoyale „zionistische Agenten“ verfolgt. Der sowjetische Staat übernahm dabei klassische, auch rassistische, antisemitische Stereotype – Doppelspiel, Geheimloyalität, Machtgier – und verband sie mit modernem Antizionismus.

In den 1950er- und 1960er-Jahren verbreitete die Sowjetunion diese Erzählungen international weiter: Zionismus wurde als „rassistisch“ und „imperialistisch“ diffamiert, Israel als Werkzeug westlicher Kolonialpolitik dargestellt. Diese Lesart prägte und prägt noch heute den arabischen Nationalismus ebenso wie Teile der globalen Linken. Der jüdische Staat erschien nun als kollektiver Sündenbock, als Feind der Menschheit – das gleiche Muster, das in früheren Jahrhunderten auf jüdische Individuen angewandt wurde.

In arabischen und islamistischen Kontexten verschmolzen religiöse Feindbilder mit politischen Projektionen. Die Hamas-Charta (1988) verbindet klassische antisemitische Mythen – etwa die Protokolle der Weisen von Zion – mit antiisraelischer Kriegsrhetorik. Israel wird darin nicht als Nationalstaat, sondern als „dämonische Entität“ beschrieben, die Muslime und Christen unterdrücke. Ähnliche Narrative finden sich in iranischen Staatsmedien, in arabischen Schulbüchern und in Teilen des globalen Internets, wo Israel als Wurzel allen Übels, als „zionistisches Komplott“ oder „Kindermörderstaat“ dargestellt wird.

BERLIN, GERMANY - MAY 29: (EDITOR'S NOTE: Image contains profanity.) Graffiti covers a wall following an occupation by pro-Palestine activists in a building at Humboldt University on May 29, 2024 in Berlin, Germany. Several dozen activists occupied the university's Institute for Social Sciences on May 23. While university authorities initially tolerated the occupation, police eventually intervened and evicted the students, detaining many. (Photo by ddp - Pool/Getty Images)
Antisemitische und terrorverherrlichende Parolen nach der “pro-palästinensischen” Besetzung der Humboldt Universität in Berlin im Mai 2024
Bild: ddp-Pool/Getty Images

Auch in westlichen Gesellschaften hat sich israelbezogener Antisemitismus als moderne Tarnform des alten Hasses etabliert. In Demonstrationen, politischen Kampagnen oder sozialen Medien werden antisemitische Stereotype häufig über Israel transportiert.
Kritik an israelischer Politik wird dann antisemitisch, wenn sie auf die Existenz des jüdischen Staates selbst zielt, wenn sie Israel als „Ausgeburt des Bösen“ markiert oder wenn Jüdinnen und Juden weltweit kollektiv für Israels Handlungen verantwortlich gemacht werden.

Ein besonders wirkmächtiges Motiv ist dabei die Zuschreibung von „Unnatürlichkeit“ oder „Künstlichkeit“: Israel gilt in antisemitischen und antizionistischen Diskursen als „künstlich geschaffen“, „kolonial importiert“ oder „auf Sand gebaut“ – im Gegensatz zu angeblich „organisch gewachsenen“, „natürlichen“ Nationen.
Diese Rhetorik knüpft an völkische und nationalistische Vorstellungen von Authentizität an: Während andere Völker als „verwurzelt“ gelten, erscheint der jüdische Staat als „unecht“, „konstruiert“, „nicht lebensfähig“. Damit wird die Existenz Israels nicht nur politisch, sondern ontologisch infrage gestellt – als Anomalie im „natürlichen“ Gefüge der Nationen. Der alte Vorwurf der „Heimatlosigkeit der Juden“ wird so auf die Ebene der Staatlichkeit übertragen.

Die Forschung spricht hier von einem Verschiebungsmechanismus: Antisemitismus äußert sich nicht mehr offen gegen „die Juden“, sondern gegen den Staat, der als „Jude unter den Staaten“ wahrgenommen wird. Israel wird dämonisiert, isoliert und moralisch delegitimiert – und so zu einem Symbol, an dem sich antisemitische Weltbilder modernisieren.

Israelbezogener Antisemitismus tritt in unterschiedlichen politischen Milieus auf:

  • Im rechten Spektrum als Ausdruck nationalistischer, verschwörungsideologischer oder islamfeindlicher Weltbilder („die Juden kontrollieren den Nahen Osten“).
  • Im linken Spektrum als Teil antikolonialer oder antiimperialistischer Rhetorik, in der Israel als Stellvertreter des Westens und Symbol der Unterdrückung gedeutet wird.
  • In islamistischen Diskursen als religiös aufgeladene Feindschaft gegen den „Westen“, „Zionisten“ oder „Ungläubige“.

Die Herausforderung besteht für viele Menschen darin, berechtigte Kritik an israelischer Politik von antisemitischer Dämonisierung zu unterscheiden. Die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus (International Holocaust Remembrance Alliance, 2016) bietet hier einen internationalen Referenzrahmen: Sie betont, dass Israelkritik dann antisemitisch ist, wenn sie den Staat jüdischer Selbstbestimmung als illegitim betrachtet oder doppelte Maßstäbe anlegt, die für kein anderes Land gelten.

Israelbezogener Antisemitismus ist damit kein Randphänomen, sondern ein globaler Resonanzraum, in dem alte Feindbilder in neue politische Sprache übersetzt werden. Er verbindet den Hass auf Juden mit Misstrauen gegen den Westen, gegen Aufklärung, Demokratie und Menschenrechte – und macht den jüdischen Staat erneut zum Prüfstein der Zivilisation.

Sprache, Motive und Begriffe des israelbezogenen Antisemitismus

Antizionismus
Antizionismus bezeichnet die Ablehnung des Zionismus – also der Idee, dass das jüdische Volk ein Recht auf nationale Selbstbestimmung in einem eigenen Staat, Israel, hat. Diese Haltung kann unterschiedliche Motive haben:

  • Politisch-ideologische, etwa in sozialistischen oder antiimperialistischen Bewegungen, die den Zionismus als Imperialismus oder Kolonialismus deuten;
  • Religiöse, etwa in ultraorthodoxen Strömungen, die die Gründung eines jüdischen Staates vor der messianischen Erlösung als theologisch unzulässig betrachten;
  • Antisemitische, wenn Antizionismus nicht auf politische oder religiöse Argumente zielt, sondern auf die Verneinung jüdischer Selbstbestimmung an sich.

Der Übergang zum antisemitischen Antizionismus erfolgt dort, wo Israel nicht nur politisch kritisiert, sondern als illegitim, künstlich oder moralisch minderwertig dargestellt wird. Dann wird der jüdische Staat zum kollektiven Ersatzobjekt des traditionellen Antisemitismus – und der Antizionismus zur modernen Form seiner Artikulation.

Dämonisierung, Delegitimierung, Doppelstandards
Diese drei Mechanismen gelten als Kernformen des israelbezogenen Antisemitismus:

  • Dämonisierung: Israel wird als Inbegriff des Bösen dargestellt, als „Kindermörderstaat“, „Apartheidregime“ oder „neue Nazis“.
  • Delegitimierung: Israels Existenz wird moralisch oder rechtlich infrage gestellt – der jüdische Staat soll nicht anders, sondern gar nicht existieren dürfen.
  • Doppelstandards: Israel wird für Handlungen verurteilt, die bei anderen Staaten toleriert oder ignoriert werden – ein Maßstab, der nur für den „jüdischen Staat“ gilt.
    Diese Muster verschieben Kritik in den Bereich antisemitischer Symbolik.

 „Unnatürlichkeit“ und „Künstlichkeit“
Ein zentrales Motiv antisemitischer Wahrnehmung Israels ist die Zuschreibung von Künstlichkeit: Der jüdische Staat gilt als „unnatürlich geschaffen“, „auf fremdem Boden errichtet“ oder „nicht organisch gewachsen“. In dieser Logik erscheinen andere Nationen als „authentisch“ und „verwurzelt“, während Israel als „synthetisches Projekt“ dämonisiert wird. Damit wird das klassische antisemitische Bild des „heimatlosen Juden“ auf die Ebene der Staatlichkeit übertragen – Israel als der „unnatürliche Körper“ unter den Nationen.

Sowjetischer Antizionismus
Der frühe sowjetische Antizionismus war zunächst ideologisch, nicht ethnisch motiviert: Er richtete sich gegen den Zionismus als bürgerlich-nationalistische Bewegung, nicht gegen Jüdinnen und Juden als Gruppe. Dieser Diskurs wandelte sich unter Stalin jedoch zu einer staatlich geförderten Form des Antisemitismus. In Kampagnen wie der gegen die „wurzellosen Kosmopoliten“ wurde Zionismus mit „jüdischer Illoyalität“ und „Weltverschwörung“ gleichgesetzt. Damit exportierte die Sowjetunion ein rhetorisches Muster, das politische Feindbilder mit traditionellen antisemitischen Stereotypen verband – Israel als Symbol globaler jüdischer Macht.

Hamas-Charta (1988)
Das Gründungsdokument der Hamas ist ein Paradebeispiel für die Verschmelzung religiöser, politischer und antisemitischer Motive: Es beschreibt den Kampf gegen Israel als göttlichen Auftrag, bezieht sich ausdrücklich auf die Protokolle der Weisen von Zion und spricht Juden kollektive Schuld und moralische Verderbtheit zu. Der Text überträgt klassische antisemitische Mythen in ein modernes, islamistisch-nationalistisches Weltbild – mit weltweiter Wirkung bis heute.

BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions)
Seit 2005 ruft BDS weltweit zum wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykott Israels auf. Obwohl viele Unterstützer/innen dies als gewaltfreie Protestform verstehen, nutzen antisemitische Akteure die Kampagne, um Israels Legitimität grundsätzlich zu bestreiten.
In Deutschland und mehreren EU-Staaten wird BDS daher als antisemitisch bewertet, da sie auf die Delegitimierung jüdischer Selbstbestimmung zielt.

IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus
Die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) legte 2016 eine international anerkannte Definition vor, die auch israelbezogene Formen einbezieht. Demnach ist Antisemitismus nicht nur Hass gegen Juden als Individuen, sondern auch gegen den Staat Israel, wenn dieser als jüdisches Kollektiv dämonisiert oder zur Projektionsfläche historischer Vorurteile gemacht wird. Die Definition dient weltweit Regierungen, Bildungseinrichtungen und NGOs als Orientierung für Aufklärung und Prävention.

Fazit
Israelbezogener Antisemitismus transformiert alte Vorurteile in neue politische Formen. Er überträgt die religiösen und nationalistischen Feindbilder des 19. und 20. Jahrhunderts auf die Gegenwart – von der Figur des „heimatlosen Juden“ zum „unnatürlichen Staat“. Die Auseinandersetzung damit erfordert Sensibilität: nicht jede Kritik an israelischer Politik ist antisemitisch, doch wo die Existenz Israels selbst bestritten oder moralisch entwertet wird, kehrt der alte Hass in neuem Gewand zurück.

Aktuelle Beispiele

Morddrohungen wegen israelsolidarischer Veranstaltungen: Unbekannte verbreiten im Oktober 2025 Flugblätter mit Morddrohungen gegen die Betreiber der linken Kneipe „Bajszel“ mit dem Spruch „Make Zionists afraid“ und roten Dreiecken, wie die Hamas sie für Feindmarkierungen benutzt. Der Staatsschutz ermittelt; das Lokal ist wegen seiner israelsolidarischen Haltung wiederholt Ziel von Angriffen, u.a. einem Brandanschlag.
Interview mit einem der Betreiber in der Jungle World: https://jungle.world/blog/von-tunis-nach-teheran/2025/10/bajszel-wir-lassen-uns-nicht-kleinkriegen-und-machen-weiter

Europawahlkampf der Partei „Die Rechte“ 2021: die rechtsextreme Kleinpartei Die Rechte übernahm mit dem Plakatslogan „Zionismus stoppen – Israel ist unser Unglück!“ die klassische antisemitische Parole „Die Juden sind unser Unglück“ und richtet sie unmittelbar gegen den jüdischen Staat. Es handelt sich um israelbezogenen Antisemitismus, weil Israel dämonisiert und delegitimiert wird und ein antisemitischer Code verwendet wird, der Juden bzw. den jüdischen Staat als kollektives Übel markiert.
Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Celle zum Thema: https://generalstaatsanwaltschaft-celle.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/wahlplakat-der-partei-die-rechte-generalstaatsanwaltschaft-celle-weist-beschwerde-gegen-die-einstellung-des-verfahrens-zuruck-196499.html

Antisemitische Gewalt durch Palästinaaktivisten: Ein jüdischer Student der Freie Universität Berlin (FU Berlin) wurde im Februar 2024 in Berlin-Mitte von seinem Kommilitonen Mustafa A. schwer verletzt: er erlitt Gesichtfrakturen, Augen- und Hirnverletzungen, nachdem der Angreifer antisemitische Äußerungen gemacht hatte („Judenhurensohn“) und das Opfer zuvor bei pro-palästinensischen Aktionen bedrängt worden war.
Statement der Freien Universität zum Angriff: https://www.fu-berlin.de/en/presse/informationen/fup/2024/fup_24_025-statement-gewaltsamer-angriff/index.html

Video

Dieses Video zeigt, wie sich traditionelle antisemitische Feindbilder in der heutigen Kommunikation über Israel fortsetzen und erläutert, was mit der Rede von Israel als „Jude unter den Staaten“ gemeint ist. Es macht sichtbar, wie moderne Ausdrucksformen israelbezogenen Antisemitismus – etwa Dämonisierung, Doppelstandards und Delegitimierung – alte Vorurteile in neue politische Sprache übersetzen.

Quellen und weiterführende Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen und Literatur zum Thema.

Dokumentationen, Projekte und Broschüren

Amadeu Antonio Stiftung (2022): Faltblatt: Was ist israelbezogener Antisemitismus? https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2022/09/israelbezogener-antisemitismus-faltblatt.pdf

Antisemitismus.wtf: Israel als neue Nazis oder Apartheid: https://antisemitismus.wtf/israel-als-neue-nazis/

Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Hg.) (2024): Antisemitismus bei BDS. Akteure – Aktionsformen – Wirkungen. Download: https://report-antisemitism.de/documents/2024-03-14_Antisemitismus-bei-BDS.pdf

VAD – Verein für Aufklärung und Demokratie e.V. und Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (Hg.) (2024): „Free Palestine from German guilt“? Israelbezogener Antisemitismus in Bayern nach dem 7. Oktober. Download: https://report-antisemitism.de/documents/Israelbezogener-Antisemitismus_in_Bayern_nach_dem_7_Oktober.pdf

Zum Weiterlesen

Becker, Ulrike (2013): Israelbezogener Antisemitismus. Erscheinungsformen und Gegenstrategien. Berlin: Amadeu Antonio Stiftung.

Bernstein, Julia (2021): Israelbezogener Antisemitismus. Erkennen – Handeln, Vorbeugen. Weinheim: Beltz Juventa.

Decker, Oliver u.a. (2024): Vereint im Ressentiment. Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen. Leipziger Autoritarismus Studie 2024. Reihe böll.paper. Download: https://www.boell.de/de/2024/11/13/vereint-im-ressentiment-autoritaere-dynamiken-und-rechtsextreme-einstellungen

Duarte, Perez u.a. (2024): Der arabisch-israelische Konflikt in der rechten Publizistik. antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.V., magazine Nr. 13. Download: https://report-antisemitism.de/documents/2024-11-05_apabiz_magazine13_final.pdf

Kessler, Oren (2025): Palästina 1936. Der Große Aufstand und die Wurzeln des Nahostkonflikts. München: Hanser Verlag.

Markl, Florian/Grigat, Stephan (2003): Österreichische Normalität. Postfaschismus, Postnazismus und der Aufstieg der freiheitlichen Partei Österreichs unter Jörg Haider. In: Stephan Grigat (Hg.): Transformation des Postnazismus. Der deutsch-österreichische Weg zum demokratischen Faschismus. Online: https://www.cafecritique.priv.at/pdf/oenorm.pdf

Morris, Benny (2008): 1948. A History of the First Arab–Israeli War. New Haven/London: Yale University Press.

Grigat, Stephan (2012): Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert. Freiburg: Ça Ira.

Grigat, Stephan (2014): Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung. Hamburg: Konkret Verlag.

Grigat, Stephan (2025): Vom Antijudaismus zum Hass auf Israel: Interventionen zur Kritik des Antisemitismus. Opladen: Verlag Barbara Budrich.

Poliakov, Léon (2018): Vom Antizionismus zum Antisemitismus. Original von 1992. Freiburg: Ça Ira.

Poliakov, Léon (2025): Von Moskau nach Beirut. Essay über die Desinformation. Original von 1983. Freiburg: Ça Ira.

Rensmann, Lars (2021): Israelbezogener Antisemitismus. Formen, Geschichte, empirische Befunde. Bundeszentrale für politische Bildung. Online: https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/was-heisst-antisemitismus/326790/israelbezogener-antisemitismus/

Stögner, Karin/Grigat, Stephan (2015): Projektiver Antizionismus. Antisemitismus gegen Israel vor und nach dem 7. Oktober. Baden-Baden: Nomos 2025. Open Access als PDF

Tarach, Tilman (2010): Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die “Protokolle der Weisen von Zion” und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt. Berlin/Freiburg: Edition Telok.