Antisemitismus bekämpfen – nicht nur zum 9. November

Die WerteInitiative zum 9. November

08.11.2018

Kaum eine Woche ohne Meldung: Juden werden im Internet beleidigt, sogar auf der Straße angegriffen, können sich in der Öffentlichkeit nicht durch religiöse Symbole als Juden zu erkennen geben, werden in Schulen gemobbt, antisemitische Vorfälle werden verharmlost und Antisemiten und Geschichtsrevisionisten sitzen in Parlamenten.

Umso wichtiger ist es, immer wieder an die präzedenzlose Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung von Millionen europäischer Juden durch Deutsche zu erinnern. Bei den Novemberpogromen vor 80 Jahren brach sich tiefsitzender und Jahrhunderte alter Antisemitismus bahn. Auch wenn er seine Form teilweise gewandelt hat, der Inhalt bleibt gleich: Antisemitismus war nie weg.

Der Sinn von Erinnerung ist, neben der Würdigung der Opfer, eine Brücke in die Gegenwart und eine Konsequenz für die Zukunft zu bauen. Es gilt, ihn auch heute in seinen verschiedenen Codierungen zu erkennen, zu benennen und zu bekämpfen. Antisemitismus zeigt sich heute immer offener, oft auch in neuem Gewand, wie zum Beispiel, wenn er sich gegen den Staat Israel richtet. Aus „Kauft nicht bei Juden“ wird „Kauft nicht bei Zionisten“.

Das vor allem zum 9. November häufig geäußerte Bekenntnis, Antisemitismus bekämpfen zu wollen, scheitert leider regelmäßig in der Anwendung. Es ist Zeit für die Demokraten, unsere Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu verteidigen und aktiv gemeinsam gegen Antisemitismus vorzugehen. Nicht nur am 9. November.

9. November

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