Islamischer Antisemitismus

Islamischer Antisemitismus: Eine fatale Synthese
Der islamische Antisemitismus ist eine politisch erzeugte Ideologie, die europäische Feindbilder in islamische Symbolsprache übersetzt. Seine Attraktivität liegt in hoher Emotionalisierungskraft und im Fehlen einer historischen Aufarbeitung, durch die er sich bis heute modernisieren und global verankern konnte.
Auf einen Blick
Keine theologische Konstante, sondern ideologische Synthese: Der islamische Antisemitismus ist kein ursprünglicher Bestandteil des Islam, sondern das Ergebnis einer Verschmelzung traditioneller islamischer Judenbilder mit europäischem, besonders nationalsozialistischem Antisemitismus. Er entstand durch politische Einflussnahme und Propaganda, nicht aus islamischer Theologie.
Traditionelles islamisches Judenbild: In der Frühzeit des Islam galten Juden als unterlegen, nicht als übermächtig. Als „Dhimmis“ – Schutzbefohlene – durften sie unter islamischer Herrschaft leben, waren aber sozial und rechtlich benachteiligt. Das Bild war paternalistisch statt paranoid: Juden wurden geringgeschätzt, nicht gefürchtet.
Der ideologische Bruch: Im 20. Jahrhundert wandelte sich dieses Bild grundlegend. Mit Kolonialismus, der Gründung Israels und der NS-Propaganda wurde der Jude zum dämonischen, übermächtigen Feind. Nationalsozialistische Sender wie Radio Zeesen und Propagandisten wie Amin al-Husseini übertrugen antisemitische Mythen gezielt in den Nahen Osten. Koranische Begriffe wurden mit NS-Rhetorik verknüpft: aus dem „Ungläubigen“ wurde der „Weltverschwörer“.
„Islamisierte Fortsetzung“ des europäischen Antisemitismus: Matthias Küntzel beschreibt diesen Prozess als Übernahme und Umdeutung europäischer Feindbilder. Islamistische Bewegungen wie die Muslimbruderschaft oder später die Hamas verbanden religiöse Sprache mit NS-Ideologie – Juden wurden zu Feinden Gottes, Israel zum Symbol des Bösen.
Nachkriegszeit und fehlende Shoah-Aufarbeitung: Nach 1945 stabilisierte sich dieses Denken, da in den arabischen Ländern eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Shoah meist ausblieb. Die Vernichtung der Juden wurde in Medien, Schulbüchern, Predigten und politischen Reden nicht als Menschheitsverbrechen anerkannt, sondern gefeiert oder aber als „zionistische Lüge“ oder „Vorwand für Kolonialismus“ dargestellt. Antisemitismus wurde so zum religiös aufgeladenen Deutungssystem politischer Ohnmacht.
Islamischer Antisemitismus: eine fatale Synthese
Der Begriff islamischer Antisemitismus beschreibt keinen ursprünglichen oder unveränderlichen Bestandteil des Islam, sondern das Ergebnis einer historischen und ideologischen Verschmelzung: einer Synthese zwischen traditionell islamischen antijüdischen Bildern und dem modernen europäischen Antisemitismus, insbesondere in seiner nationalsozialistischen Ausprägung. Dieses Denken entstand nicht aus theologischer Logik, sondern aus politischer Zweckbindung – als Folge der gezielten Übertragung europäischer Feindbilder in den arabisch-islamischen Raum.
Das traditionelle islamische Judenbild: Unterlegenheit statt Allmacht
In der islamischen Frühzeit galten Juden nicht als übermächtige Verschwörer, sondern als kleine, besiegte und demütige Minderheit. Der Koran beschreibt sie teils als „jene, die den Bund brachen“ oder „den Propheten widersprachen“, doch nicht als übernatürliche Feinde.
In der islamischen Gesellschaftsordnung waren Juden – wie Christen – „Dhimmis“, also Schutzbefohlene, die unter islamischer Herrschaft leben durften, aber rechtlich und sozial untergeordnet waren. Diese Hierarchie beruhte nicht auf Rassenideologie, sondern auf religiöser Ordnungsvorstellung: Die jüdische Existenz wurde geduldet, aber entwertet.
Das traditionelle islamische Judenbild war daher paternalistisch, nicht paranoid: Es sah Juden als gering, nicht als mächtig; als feige, nicht als gefährlich.
Der ideologische Bruch: Der Import des europäischen Antisemitismus
Im 20. Jahrhundert veränderte sich dieses Muster grundlegend. Mit dem Kolonialismus, den Krisen der Moderne und der Gründung Israels begann eine neue Phase, in der Juden nicht länger als „unterlegen“, sondern als übermächtig, verschwörerisch und weltbeherrschend dargestellt wurden – ein direktes Erbe des europäischen Antisemitismus. Diese Islamisierung des modernen antisemitischen Mythos ist eine fatale Synthese.
Zentral war dabei die nationalsozialistische Propaganda im Nahen Osten. Zwischen 1939 und 1945 investierte das Dritte Reich erhebliche Mittel, um über den arabischen Raum antisemitische Feindbilder zu verbreiten. Das deutsche Außenministerium betrieb arabischsprachige Radiosender (vor allem Radio Zeesen) und verbreitete Millionen Flugblätter, Schriften und Übersetzungen nationalsozialistischer Hetze.
Redner wie der Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, der enge Kontakte zu Hitler und Himmler unterhielt, präsentierten den Kampf gegen die Juden als gemeinsame religiöse Mission von Islam und Nationalsozialismus. In seinen Radiobotschaften an die arabische Welt verband er Koranverse mit NS-Terminologie: Juden als „Feinde Gottes“, „Verderber der Welt“, „Hintermänner des Krieges“.
So entstand eine ideologische Übersetzung: Der religiöse Vorwurf, Juden hätten Gottes Botschaft verraten, verschmolz mit dem rassistischen Mythos der „jüdischen Weltverschwörung“. Der zuvor paternalistische Blick auf Juden als Schwache und Schutzbefohlene wurde ersetzt durch die Vorstellung eines dämonischen, übermächtigen Gegners, der Islam, Moral und Menschheit bedrohe. Diese Umkehr – vom „verachteten Unterlegenen“ zum „kosmischen Feind“ – ist das eigentliche Kennzeichen des modernen islamischen Antisemitismus.

Bild: Majid Saeedi/Getty Images
Küntzel interpretiert diesen Prozess als eine „islamisierte Fortsetzung des europäischen Antisemitismus“: Ein transkulturelles Erbe, das nicht aus dem Islam selbst erwuchs, sondern von außen hineingetragen und innenpolitisch funktionalisiert wurde. Der Islamismus übernahm nicht nur die Feindbilder des Dritten Reichs, sondern auch dessen pathologische Logik – die Vorstellung einer weltumspannenden jüdischen Macht, die den Untergang der „wahren Gläubigen“ plane.
Damit wurde der Antisemitismus im islamistischen Denken zu einer theologisch überhöhten Welterklärung: Ein Deutungsrahmen, der politische Ohnmacht und gesellschaftliche Krisen externalisiert und moralisch auflädt. Er macht Juden zu Feinden Gottes, Israel zum Symbol des Bösen – und den Kampf gegen beide zum heiligen Auftrag.
Die Folgen der Synthese
Nach 1945 überlebte dieser ideologische Transfer die Niederlage des NS-Regimes.
Organisationen wie die Muslimbruderschaft übernahmen antisemitische Argumentationsmuster fast wörtlich aus NS-Quellen und verbanden sie mit religiöser Rhetorik. Später fanden sie Eingang in die Charta der Hamas (1988), in die Propaganda des iranischen Regimes und in zahlreiche Schulbücher und Predigten.
Antisemitismus wurde so zu einem festen Bestandteil islamistischer Weltbilder – religiös begründet, politisch wirksam, emotional aufgeladen.
Das Ausbleiben einer Aufarbeitung der Shoah: Ein entscheidender Unterschied zur europäischen Entwicklung liegt im Fehlen einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Shoah in den arabischen Ländern.
Während sich in Deutschland, wenn auch zögerlich, eine Kultur der Erinnerung, Schuldreflexion und pädagogischen Aufarbeitung etablierte, blieb in weiten Teilen der arabischen Welt die Erinnerung an den Holocaust weitgehend ausgeblendet oder politisch instrumentalisiert.

Bild: National Photo Collection of Israel/Zoltan Kluge
In vielen Staaten wurde die Shoah nach 1945 weder als Menschheitsverbrechen erkannt noch als moralischer Bezugspunkt angenommen.
Stattdessen verschmolz die Auseinandersetzung mit der eigenen Kolonialgeschichte und dem arabisch-israelischen Konflikt zu einer Gegenerinnerung, in der die Juden nicht Opfer, sondern Aggressoren waren. In Schulbüchern, Medien und politischer Rhetorik wurde der Holocaust häufig relativiert, geleugnet oder umgedeutet, etwa als „zionistische Erfindung“ oder „Vorwand zur Errichtung Israels“. So blieb der Antisemitismus geschichts- und schuldlos: ein überliefertes Feindbild ohne moralische Erschütterung, das sich unter neuen ideologischen Vorzeichen fortsetzen konnte.
Dieses Ausbleiben einer historischen Selbstprüfung führte dazu, dass sich der Antisemitismus in Teilen der arabischen Welt stabilisierte und modernisierte, während er in Europa zunehmend öffentlich geächtet wurde. Das soll nicht bedeuten, dass sich in Deutschland oder Österreich ab 1945 eine aufgeklärte Abkehr vom und Kritik des Antisemitismus aus bewusster Reflexion vollzog. Vielmehr wurde offener Antisemitismus in mühsamer politischer und wissenschaftlicher Arbeit von Überlebenden, Opferverbänden und Angehörigen der Opfergeneration tabuisiert und eine Auseinandersetzung mit Verbrechen und Ideologie der Shoah, auch unter Druck der Alliierten, forciert. Sie kämpften gegen institutionelle Trägheit, gesellschaftliche Gleichgültigkeit, Alt- und Neonazis und eine weit verbreitete Selbstentlastung.
Die verbreitete Erzählung einer erfolgreichen „Vergangenheitsbewältigung“ verschleiert, dass Verdrängung, Abwehr und Schweigen über Jahrzehnte dominierten.
Erst die Prozesse von Frankfurt, die Schüler- und Protestbewegungen der 1960er-Jahre, jüdische Initiativen und internationale Impulse erzwangen eine breitere öffentliche Beschäftigung mit der Shoah. Diese mühsam errungene Erinnerungskultur war – und ist – kein Zeichen deutscher moralischer „Wiedergutwerdung“, sondern das vorläufige Ergebnis ständiger Auseinandersetzung, Konflikte und beharrlichen Engagements einzelner.
Der Gegensatz zur arabischen Welt liegt daher nicht in einer moralischen Überlegenheit Deutschlands, sondern im historischen Umstand, dass hier – unter Druck und gegen Widerstände – wenigstens eine kritische Selbstbefragung erkämpft wurde, während sie dort weitgehend ausblieb.
Historische Linien und Konzepte des islamischen Antisemitismus
Dhimmis
Im klassischen islamischen Recht bezeichnete Dhimmi (wörtlich: „Schutzbefohlener“) Angehörige nichtmuslimischer Buchreligionen, vor allem Juden und Christen. Sie durften ihren Glauben ausüben, waren aber rechtlich benachteiligt und sozial untergeordnet. Juden galten damit als geduldete, aber minderwertige Gemeinschaft – theologisch irrtümlich, gesellschaftlich schwach. Diese Sicht prägte über Jahrhunderte das Bild vom „unterlegenen Juden“, der der islamischen Ordnung untergeordnet blieb – ohne die Vorstellung dämonischer Macht, wie sie der europäische Antisemitismus kannte.
Radio Zeesen
Von 1939 bis 1945 sendete das nationalsozialistische Auslandsradio Radio Zeesen täglich auf Arabisch, Persisch und weiteren Sprachen in den Nahen Osten.
Es verbreitete gezielt antisemitische NS-Propaganda und verband sie mit religiösen Argumenten aus Koran und Hadith. So sollten Muslime im Kampf gegen den „gemeinsamen Feind – die Juden“ mobilisiert werden. Die Sendungen, die den Juden als „Verderber“ und „Hintermann der Alliierten“ darstellten, trugen entscheidend dazu bei, europäische Judenfeindschaft in islamische Denkmuster zu übersetzen.
Amin al-Husseini (Großmufti von Jerusalem)
Amin al-Husseini war eine zentrale Figur der ideologischen Vermittlung zwischen NS-Deutschland und der arabischen Welt. Er traf Hitler 1941 in Berlin, unterstützte die Achsenmächte und propagierte die Vernichtung der Juden als religiöse Pflicht.
In seinen Rundfunkansprachen verband er nationalsozialistische Rhetorik („jüdische Weltverschwörung“) mit islamischer Begrifflichkeit, etwa dem „Kampf im Namen Allahs“. Al-Husseini wurde finanziell massiv vom NS-Staat gefördert und als politischer Führer gegen Konkurrenten aufgebaut und gilt als Schlüsselfigur der frühen Islamisierung des europäischen Antisemitismus.
Islamisierte NS-Propaganda
Die nationalsozialistische Propaganda übersetzte klassische antisemitische Motive in islamische Symbolsprache. Sie bezog sich auf Koranstellen, die Juden als „Ungläubige“ oder „Bündnisbrecher“ darstellen, und verband sie mit NS-Vorstellungen von „Rasse“, „Verschwörung“ und „Weltmacht“. Dadurch entstand eine theologisch codierte Variante des europäischen Antisemitismus, die nach 1945 in islamistischen Bewegungen weiterlebte.
Fehlende Shoah-Aufarbeitung
In der arabischen Welt fand nach 1945 keine systematische Auseinandersetzung mit der Shoah statt. Der Holocaust wurde meist ignoriert, relativiert oder als „zionistische Lüge“ dargestellt.
So konnte sich Antisemitismus ohne moralische Erschütterung oder historische Verantwortung fortsetzen – als kulturelles Erbe, politisch aufgeladen durch den Nahostkonflikt.
Im Unterschied dazu wurde die Aufarbeitung in Deutschland zwar institutionalisiert, blieb aber kein Akt kollektiver Läuterung, sondern das Ergebnis mühsamer Kämpfe Einzelner gegen Verdrängung und Abwehr.
Küntzels Analyse des islamischen Antisemitismus
Matthias Küntzel beschreibt den islamischen Antisemitismus als Ergebnis eines ideologischen Transfers: Europäische, vor allem nationalsozialistische Feindbilder wurden im 20. Jahrhundert in den Nahen Osten exportiert und mit vorhandenen religiösen Vorurteilen verknüpft.
So wandelte sich das traditionelle Bild des „unterlegenen Juden“ in das des übermächtigen, verschwörerischen Feindes. Dieser Antisemitismus stammt nicht originär aus der islamischen Theologie, sondern ist das Produkt politischer Propaganda und nachkolonialer Krisendeutung.
Fazit
Der islamische Antisemitismus ist kein religiöses Erbe, sondern ein Ideologiemodell, das sich in der kolonialen und nachkolonialen Krise der islamischen Welt etablierte. Er verbindet alte religiöse Feindbilder mit modernen politischen Mythen und macht so den Antisemitismus zu einem grenzüberschreitenden Narrativ – einer Sprache der Macht, des Zorns und der Selbstentlastung.
Aktuelle Beispiele
Vereitelter Anschlagsplan auf die Synagoge in Hagen (NRW, 2021)
Im September 2021 vereitelte die Polizei einen mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf die Synagoge in Hagen an Jom Kippur; Hinweise auf eine „islamistisch motivierte Bedrohungslage“ kamen aus ausländischen Sicherheitskreisen, ein 16-Jähriger mit Kontakten in den jihadistischen Online-Bereich wurde festgenommen. Die Ermittler gingen von einer Tatmotivation aus, in der sich religiös aufgeladener Judenhass mit der Vorstellung eines „legitimen Angriffs“ auf eine jüdische Gemeinde verband.
https://www.evangelisch.de/inhalte/190739/16-09-2021/hagener-synagoge-moeglicherweise-islamistischer-hintergrund
Islamistische Kundgebung vor dem Roten Rathaus in Berlin (19. Juli 2025)
Rund 300-400 Anhänger einer islamistischen syrischen Miliz versammelten sich am 19. Juli 2025 vor dem Roten Rathaus in Berlin und skandierten u. a. Parolen gegen Juden, Israel, Drusen, Alawiten und Christen – begleitet von Aufforderungen zu Mord und sexueller Gewalt. Ermittlungen des Landeskriminalamt Berlin wurden eingeleitet, da Videos mehrfach israelfeindliche, antisemitische und gewaltverherrlichende Äußerungen zeigen.
https://democ.de/artikel/islamisten-gewalt-gegen-drusen-berlin/
Muslim Interaktiv ist ein deutsches Propagandanetzwerk mit enger ideologischer Nähe zu Hizb ut-Tahrir, das ein weltweites Kalifat und die Abschaffung demokratischer Ordnungen propagiert. In ihren Kampagnen verbreitet die Gruppe regelmäßig islamistische Botschaften, die Juden und Israel als religiöse Feinde darstellen und zum Kampf gegen sie aufrufen. Wegen dieser antisemitischen und antidemokratischen Agitation wurde Muslim Interaktiv im November 2025 von der Bundesregierung verboten.
https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2025/2025-11-05-verbot.html
Video
Dieses Video zeigt, wie sich religiöse antijüdische Vorstellungen im islamischen Raum im 20. Jahrhundert mit dem europäischen, insbesondere nationalsozialistischen Antisemitismus verbanden. Es erklärt, warum dieser islamische Antisemitismus keine elementare religiöse Lehre ist, sondern eine historisch gewachsene, politisch aufgeladene Konstruktion – und warum seine Aufarbeitung heute eine enorm wichtige gesellschaftliche Aufgabe – für alle religiösen wie nichtreligiösen Menschen – ist.
Quellen und weiterführende Informationen
Hier finden Sie Projekte, Filme und weiterführende Literatur zum Thema.
Projekte und Organisationen im Themenfeld
DialoguePerspectives / Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES)
DialoguePerspectives fördert jüdisch-muslimische Verständigung und diskutiert in Workshops, Seminaren und Publikationen wie den DP-Journals auch antijüdische Traditionen im Islam offen und kritisch. Ihre Programme („Antijudaismus im Islam – Theologie, Geschichte, Gegenwart“) gelten europaweit als Modellprojekte.
https://www.dialogueperspectives.org/de/
Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB)
Das MFFB veröffentlicht Studien und Dossiers zu islamistischem Antisemitismus, darunter Analysen zu Hamas, Hisbollah und dem iranischen Regime sowie Berichte wie „Islamistischer Antisemitismus in Deutschland“. Es bietet eines der wichtigsten deutschsprachigen Recherchearchive zu antisemitischen Ideologien in Nahost und in migrantischen Communities.
https://www.mideastfreedomforum.org/
MEMRI – Middle East Media Research Institute
MEMRI stellt über seine Projekte („Antisemitism Documentation Project“, „Jihad & Terrorism Threat Monitor“) übersetzte Primärquellen aus arabischen und persischen Medien bereit, die wiederkehrende antisemitische Narrative in islamistischen Predigten, TV-Sendungen und politischen Reden dokumentieren. Damit liefert es unverzichtbares Material für Forschung, Bildung und Monitoring.
https://www.memri.org/
UNESCO & Yad Vashem – Holocaust Education in arabischen Ländern
Die UNESCO-Yad-Vashem-Kooperation entwickelt Leitlinien und Programme zur Holocaust Education in MENA-Ländern und publiziert Berichte wie „Addressing Holocaust Denial in the MENA Region“, die Fortschritte und Blockaden aufzeigen. Sie stärkt lokale Bildungsinitiativen und beleuchtet den Zusammenhang zwischen Erinnerungskultur, politischer Instrumentalisierung und antisemitischen Diskursen.
https://www.unesco.org/en/teaching-holocaust-genocide https://www.yadvashem.org/de/education/partners.html
Dokumentationen
Balci, Güner (2014) (Film): „Shariah Police – Die Salafisten von Wuppertal“ (RBB) – Doku über Islamismus und u.a. antisemitische Verschwörungsnarrative.
Balci, Güner (2015) (Film): „Kampf im Klassenzimmer“ (ZDFinfo) – Doku über islamistische und antisemitische Einstellungen unter Jugendlichen.
Zum Weiterlesen
Bauer, Yehuda (2018): Der islamische Antisemitismus. Eine aktuelle Bedrohung. Münster: agenda Verlag.
Becker, Ulrike (2018): „Islamischer Antisemitismus unterscheidet sich von anderen Formen des Antisemitismus. Er speist sich aus spezifischen Quellen und zeigt spezifische Äußerungsformen.“ In: Wissen schafft Demokratie, Band 8. Jena: Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ Jena).
Becker, Ulrike (2019): Nazis am Nil. Die deutsche Einflussnahme auf den Nahen Osten und Nordafrika im 20. Jahrhundert. Berlin: Hentrich & Hentrich.
Bozay, Kemal / Şen, Faruk (2005): Islamismus in Deutschland. Eine kritische Bestandsaufnahme. Essen: Zentrum für Türkeistudien.
Bozay, Kemal / Eser Davolio, Fürian (2010): „Türkischer Ultranationalismus und antisemitische Weltbilder.“ In: Migration und Zugehörigkeit in Europa, hrsg. v. E. Pichler. Wien: Braumüller, S. 145–164.
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Çiçek, Hüseyin (i.Vorb./seit 2024): Projekt Echokammern der Niedertracht. Analyse antisemitischer Propagandanetzwerke im türkisch-muslimischen Diskurs nach dem 7. Oktober 2023. Wien.
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Zick, Andreas / Küpper, Beate / Hövermann, Andreas (2011): Die Abwertung der Anderen. Eine europäische Studie zu Vorurteilen und sozialer Diskriminierung. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.
Verschwörungsideologie
Allmacht und ständige Bedrohung
Christlicher Antijudaismus
Uralte Bilder, lebendige Tradition
Nationalistische Konstruktionen
Ausschluss des „Anderen“
Islamischer Antisemitismus
Eine fatale Synthese
Post-Shoah
Antisemitische Geschichtsverarbeitung
Israelbezogener Antisemitismus
Der „Jude unter den Staaten“
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