Verschwörungsideologie

Ein Teilnehmer der "World Wide Rallye For Freedom" 2021 trägt eine Guy Fawkes-Maske und hält ein Schild mit der Aufschrift "Wake up humanity it's a plandemic" und einem Instagram-Handle.
Foto: Hollie Adams

Verschwörungsideologie: Allmacht und ständige Bedrohung

Antisemitische Verschwörungsmythen sind keine Randerscheinung, sondern ein Kernbestand moderner Radikalisierung. Sie verbinden alte Feindbilder mit neuen Kommunikationsformen – und wirken dadurch umso gefährlicher und anschlussfähiger.

Auf einen Blick

Verflechtung von Antisemitismus und Verschwörungsglaube: Antisemitismus und Verschwörungsideologien sind seit Jahrhunderten eng verbunden. Fast jede große Verschwörungserzählung bedient sich des Bildes einer „geheimen jüdischen Macht“, die im Hintergrund lenkt und kontrolliert.

Grundprinzip von Verschwörungsideologien: Sie erklären komplexe Krisen und Entwicklungen als gezielte Machenschaften einer kleinen Elite. Zufälle, soziale Dynamiken oder Mehrdeutigkeiten werden ausgeblendet – alles erscheint planvoll gesteuert. Belege spielen keine Rolle, Gegenargumente gelten als Teil der Verschwörung.

Antisemitische Muster: Jüdische Menschen werden als mächtig, ominös und manipulativ dargestellt. Typisch ist die Gleichzeitigkeit von Allmacht und Bedrohung – „die Juden“ erscheinen als übermächtig und zugleich als Gefahr. Zentral ist dabei der Mythos der „jüdischen Weltverschwörung“, wie in den Protokollen der Weisen von Zion.

Moderne Erscheinungsformen: In sozialen Medien und populistischen Milieus kursieren Verschwörungserzählungen über eine „globale Elite“, die Medien, Finanzsysteme oder Politik kontrolliere. Oft werden antisemitische Chiffren oder Symbole genutzt, um solche Behauptungen zu tarnen.

Wirkung und Gefahr: Diese Erzählungen schaffen ein geschlossenes Weltbild, das Angst, Misstrauen und Abwehr schürt – und komplexe Probleme scheinbar einfach erklärt. Sie entlasten, indem sie Schuld externalisieren – und legitimieren zugleich Abwertung, Hass und Gewalt. Immer wieder sind antisemitische Verschwörungsideologien Ausgangspunkt realer Anschläge und Gewalttaten.

Verschwörungsideologie: Allmacht und ständige Bedrohung

Antisemitismus und Verschwörungsideologie sind seit Jahrhunderten eng miteinander verflochten: Kaum eine Verschwörungserzählung kommt ohne das Bild einer im Verborgenen agierenden, allmächtigen jüdischen Macht aus.

Verschwörungsideologien zeichnen sich dadurch aus, dass sie gesellschaftliche Ereignisse und Krisen nicht als Ergebnis komplexer Prozesse, sondern als Ergebnis geheimer Machenschaften einer verschworenen Elite deuten. Dabei gilt: Eine kleine, mächtige Gruppe plane und manipuliere „hinter den Kulissen“, während breite Bevölkerungsschichten nichtsahnend die Konsequenzen tragen. Solche Erzählungen sind oft einfach zu verstehen, emotional aufgeladen und zugleich schwer widerlegbar – denn Gegenbelege werden gerne als Teil der Verschwörung abgetan.

Im Kontext des Antisemitismus kommt hinzu: Viele dieser Verschwörungsmythen greifen auf historische Projektionen zurück, die jüdische Menschen schon lange mit übermäßiger Macht, heimlicher Einflussnahme und subversivem Verhalten verknüpfen. Ein zentraler Mythos ist die „jüdische Weltverschwörung“, wie sie im Pamphlet Die Protokolle der Weisen von Zion propagiert wurde.

BERLIN, GERMANY - AUGUST 28: Querdenker Q buttons lie in a bin for sale next to copies of the right-wing magazine Compact at a gathering of coronavirus skeptics on the eve of a planned protest march on August 28, 2020 in Berlin, Germany. Tens of thousands of protesters from a wide range of backgrounds, from people who doubt the danger of the coronavirus pandemic to conspiracy theorists to right-wing extremists, are expected to participate in tomorrow's protests and march. The march is being organized by Querdenker 711, a Stuttgart-based group that sees the pandemic as a conspiracy. Many Querdenker followers also sympathize with the QAnon movement. (Photo by Sean Gallup/Getty Images)
Verschwörungsideologisches Magazin “Compact” und “QAnon”-Buttons auf einer Demonstration von “Querdenker 711” 2020 in Berlin.
Foto: Sean Gallup/Getty Images

In sozialen Medien wird häufig behauptet, eine geheime Elite kontrolliere Medien, Finanzwesen oder politische Prozesse – teils in direkter Verbindung mit antisemitischer Symbolik oder Chiffren. Diese Narrative dienen nicht nur der Erklärung von Machtverhältnissen, sondern erzeugen ein ständiges Gefühl der Bedrohung. Antisemitische Verschwörungsideologien inszenieren „die Juden“ oder „das Jüdische“ zugleich als übermächtige Täter und als unsichtbare, allgegenwärtige Gefahr, die das „Volk“, die „wahre Nation“ oder die „reine Ordnung“ bedrohe.

Gerade diese Doppelstruktur aus Allmacht und Bedrohung macht antisemitische Verschwörungserzählungen so wirkmächtig: Sie liefern ein geschlossenes Weltbild, in dem jedes politische, gesellschaftliche oder persönliche Scheitern auf eine verborgene jüdische Einflussnahme zurückgeführt werden kann. So entsteht ein paranoides Deutungssystem, das ständige Angst, Misstrauen und Abwehrhaltungen produziert – und gleichzeitig Entlastung bietet, weil es komplexe Probleme sche

inbar einfach erklärt. Diese emotional aufgeladene Konstruktion von Bedrohung legitimiert in der Folge Abwertung, Ausgrenzung und Gewalt.

Zudem ist zu beobachten, dass Verschwörungsideologien nicht nur randständige Phänomene bleiben: Sie mobilisieren Realangst, verbinden sich mit anderen extremistischen Ideologien und sind vielfach Ausgangspunkt für antisemitisch motivierte Gewalttaten. Beispiele wie Tatorte oder Anschläge belegen den engen Zusammenhang zwischen antisemitischem Verschwörungsdenken und konkreter Gewalt.

Die „Protokolle der Weisen von Zion“

Die Protokolle der Weisen von Zion sind eine der folgenreichsten Fälschungen des 20. Jahrhunderts. Das Dokument wurde um 1903 im zaristischen Russland von der Geheimpolizei (Ochrana) erstellt und behauptet, geheime Sitzungen jüdischer „Weltverschwörer“ zu protokollieren. Die Handlung, in der sich Rabbiner auf einem jüdischen Friedhof treffen, um ihre Weltherrschaftspläne zu diskutieren, vermittelt den Lesern den Eindruck, vom geheimen Geschehen aus erster Hand zu erfahren, also zu den Aufgeklärten zu gehören, Bescheid zu wissen. Tatsächlich handelt es sich um ein Plagiat aus französischen und deutschen politischen Satiren, das gezielt antisemitisch umgeschrieben wurde.

 

circa 1935: The title pages of 'The Protocols of the Elders of Zion', a Nazi antisemitic text. (Photo by Hulton Archive/Getty Images)
Antisemitische verschwörungsideologische Schriften von Dietrich Eckart. Bild: Hulton Archive

Trotz frühzeitiger Entlarvung als Fälschung (u. a. durch die Times 1921) verbreiteten sich die Protokolle in zahllosen Übersetzungen weltweit. Sie wurden zum ideologischen Fundament moderner antisemitischer Bewegungen, dienten Nationalsozialisten als „Beleg“ jüdischer Machtbestrebungen und finden bis heute in islamistischen, rechtsextremen und verschwörungsideologischen Milieus Verwendung.

Auch im digitalen Zeitalter kursieren sie in Blogs, Telegram-Kanälen oder YouTube-Videos — oft in modernisierter Sprache, aber mit demselben Narrativ: „Die Juden“ steckten hinter Globalisierung, Finanzwesen, Medien oder Pandemien. Damit wirken die Protokolle bis heute als kultureller Code, der klassische antisemitische Stereotype an zeitgenössische Themen anschließt.

Nach- und Weiterwirken der „Protokolle der Weisen von Zion“

1919–1927 – USA (Henry Ford)
Der Industrielle Henry Ford veröffentlichte im Blatt The Dearborn Independent regelmäßig Auszüge und Kommentare zu den „Protokollen“.
Seine Publikationen erreichten eine Auflage von über 500.000 Exemplaren und verbreiteten die Fälschung weit in die amerikanische Öffentlichkeit.

1925–1945 – Nationalsozialistische Propaganda
Im NS-Staat erschienen die „Protokolle“ als „Volksausgabe“ im Parteiverlag Franz Eher Nachf. und wurden in Schulen und Auslandspropaganda genutzt – bis nach Japan und Südamerika exportiert. Hitler glaubte oder tat so, als glaube er an die „Protokolle“ – unabhängig von ihrer Echtheit. In Mein Kampf (1925/26) schreibt er über die Protokolle: „Am besten beweist die Echtheit dieser Protokolle die Tatsache, dass das, was in ihnen steht, sich erfüllt hat und täglich erfüllt.“ Für ihn zählte nicht die historische Faktizität, sondern die ideologische „Wahrheit“, die sie angeblich ausdrückten.

1930er–1960er – Verbreitung im arabischen Raum
Bereits 1938 wurden arabische Übersetzungen der „Protokolle“ auf einer von der Muslimbruderschaft organisierten Konferenz in Kairo verbreitet. Nach der Gründung Israels verbreiteten sich die „Protokolle“ in arabischen Ländern massenhaft.
Ein ägyptisches Schulbuch stellte sie bspw. als echte Beschlüsse des Zionistenkongresses von Basel dar. Auch Sayyid Qutb und die Muslimbruderschaft übernahmen und islamisierten antisemitische Elemente der Schrift.

1988 – Hamas-Charta
Die Hamas bezieht sich in ihrer Gründungscharta ausdrücklich auf die „Protokolle“, die dort als „Plan der Zionisten“ bezeichnet werden. Sie dienten zur religiösen Legitimation des politischen Antisemitismus.

1990er – Russland und Osteuropa
Nationale Bewegungen wie Pamjat griffen die „Protokolle“ erneut auf.
Sie zirkulierten auch in antizionistischen Gruppen des Nahen Ostens und prägten post-sowjetische Verschwörungserzählungen.

2000er – Islamistische und staatliche Medienproduktionen
Die syrische TV-Serie „Asch Schatat“ (2003) zeigt eine globale jüdische Verschwörung nach dem Muster der „Protokolle“.
Im Iran produzierte das Staatsfernsehen (IRIB) Reihen wie „The Secret of Armageddon“ (2008) und „Al Sameri wa Al Saher“, die Juden Kontrolle über Medien und Politik zuschreiben.
In arabischen Schulbüchern werden die „Protokolle“ teils noch heute als „authentische Dokumente“ dargestellt.

2010er bis heute – Globale und digitale Zirkulation
US-amerikanische neonazistische Gruppen wie die National Alliance, Stormfront, The Daily Stormer, Aryan Nations oder Ku Klux Klan-Ableger verbreiten bis heute Auszüge oder Neuauflagen der Protokolle online. Im Umfeld der „Nation of Islam“ werden die „Protokolle“ als „Spiegelder Wahrheit“ bezeichnet und Juden bspw. in der Schrift The Secret Relationship Between Blacks and Jews als Drahtzieher des Sklavenhandels oder der Finanzwelt gezeichnet.
In Griechenland wurden sie 2012 von einem Abgeordneten der Partei Goldene Morgenröte im Parlament zitiert. In Südamerika und Asien, u.a. Malaysia werden sie etwa an Flughäfen offen verkauft.
Die „Protokolle“ kursieren außerdem in Verschwörungsmedien, Telegram-Kanälen und Online-Foren wie 8chan/8kun-Foren, Telegram, Gab oder Bitchute weltweit.

Aktuelle Beispiele

Antisemitische Verschwörungsideologie passt sich laufend an aktuelle Ereignisse an – ihre Muster und Bilder bleiben jedoch erstaunlich konstant. Die folgenden vier Phänomenbereiche zeigen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – typische Narrative, die derzeit in sozialen Medien und öffentlichen Debatten kursieren und immer wieder alte antisemitische Verschwörungsmythen neu verpacken. Weitere Beispiele und mögliche Gegenrede stellen wir auf OY VEY zur Verfügung.

1) „Elitensteuerung & Finanzmacht“ (Soros/Rothschild, „Great Reset“, WEF)

Typische Bilder und Codes: Marionettenfäden, Oktopus, Dollarzeichen mit Davidstern, Schlagworte wie „Globalisten“, „Finanzelite“, „Neue Weltordnung“, „WEF/Great Reset“.
Kernnarrativ: Eine kleine (jüdische) Elite ziehe im Geheimen die Fäden von Politik, Medien, Wirtschaft; Soros/Rothschild dienen als Chiffren. Das WEF/„Great Reset“ wird als Tarnname für Enteignung und Totalherrschaft umgedeutet.
Aktuelle Quellen/Beispiele:

2) „Kindesentführung & Blutmythos“ (QAnon/Adrenochrom)

Typische Bilder/Codes: Hashtag #SaveTheChildren, rote Schuhe, Kinderhände, „Pizzagate“-Motive, Tropfen/Blut-Ikonografie.
Kernnarrativ: Eine „Elite“ missbrauche und ermorde Kinder, um „Adrenochrom“ zu gewinnen – modernisierte Form der mittelalterlichen Ritualmordlegende.
Aktuelle Quellen/Beispiele:

3) Antiisraelische „False-Flag-/Medienlüge“-Erzählungen nach dem 7. Oktober 2023

Typische Bilder/Codes: Israel-Flagge mit blutigen Händen, „Mossad hat’s selbst getan“, „Crisis actors“, zusammengeschnittene Kriegsbilder.
Kernnarrativ: Israel bzw. „die Juden“ hätten Anschläge selbst verübt oder inszeniert, Medien vertuschten „die Wahrheit“.
Aktuelle Quellen/Beispiele:

4) „Bevölkerungsaustausch/Migration“ (Kalergi-/„Umvolkungs“-Mythos, Soros steuert Migration)

Typische Bilder/Codes: „Großer Austausch“, „you/jews will not replace us“-Slogans, „Flut“-Metaphern, Soros als Drahtzieher hinter Migration.
Kernnarrativ: Jüdische Akteure planten, europäische Bevölkerungen durch eine Steuerung von Migration „zu ersetzen“.
Aktuelle Quellen/Beispiele:

Video

In diesem Video zeigen wir, wie alte antisemitische Verschwörungsmythen bis heute weiterwirken – von klassischen Erzählungen über „geheime Mächte“ bis zu ihren modernen Formen im Netz und in der Politik. Es macht deutlich, wie solche Mythen Hass schüren, Schuld verschieben und unsere demokratische Gesellschaft bedrohen.

Quellen und weiterführende Informationen

OY VEY! Plattform gegen Verschwörungsmythen

Das Projekt OY VEY! der WerteInitiative bietet eine digitale Plattform zur Stärkung einer solidarischen Gegenöffentlichkeit und richtet sich insbesondere gegen antisemitische Verschwörungserzählungen – sie stellt verständlich aufbereitete Informationen und Materialien wie SharePics, Videos und Textbausteine zur Verfügung, damit Nutzer:innen online wirkungsvoll widersprechen können. Die Seite bietet außerdem eine Sammlung an Ansprechstellen und Projekten im Themenfeld Verschwörungsglaube und Antisemitismus.

Aktuelle Erhebungen zum Thema

Bertelsmann-Religionsmonitor 2025
Verschwörungsglaube ist  in Deutschland insgesamt leicht zurückgegangen, aber immer noch ist ein Fünftel bis zu fast einem Drittel der Bevölkerung ansprechbar für Verschwörungsnarrative.
Quelle: Below/El-Menouar/Michalowski (2025): Verschwörungsglaube als Gefahr für Demokratie und Zusammenhalt. Religionsmonitor 2025. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. https://www.bertelsmann-stiftung.de/doi/10.11586/2024170

Leipziger Autoritarismus-Studie 2024
Die Studie beschreibt Antisemitismus als „Brückenideologie“, die unterschiedliche Milieus verbindet, was die Anschlussfähigkeit antisemitischer Verschwörungsdeutungen quer durch das Spektrum unterstreicht.
Quelle: Decker, O., Kiess, J., Heller, A., & Brähler, E. (Hrsg.) (2024): Leipziger Autoritarismus-Studie 2024: Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen. Gießen: Psychosozial-Verlag. PDF: https://www.boell.de/de/2024/11/13/vereint-im-ressentiment-autoritaere-dynamiken-und-rechtsextreme-einstellungen

Befunde zur Verbreitung antisemitischer Einstellungen in Deutschland, Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik (2024)
Neigungen zur Akzeptanz von Verschwörungsnarrativen erweisen sich für alle untersuchten Gruppen als ein stabiler, signifikanter Prädiktor für antisemitischer Einstellungen.
Quelle: Decker/Heinke/Brähler (2024): „Importierter Antisemitismus“? Differenzierende Wahrnehmungen in Deutschland lebender Jüdinnen und Juden zum politisch-islamischen Antisemitismus als Problem und Debatte. Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik, 8, S. 325-356. https://doi.org/10.1007/s41682-024-00167-6

Bertelsmann-Religionsmonitor kompakt 2023
„In der deutschen Gesamtbevölkerung stimmen 21 % der Aussage „Jüdinnen und Juden haben zu viel Einfluss in Deutschland“ zu.
Quelle: Bertelsmann Stiftung (2023). Antisemitismus, Rassismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Ein Blick auf Deutschland in Zeiten der Eskalation in Nahost. Religionsmonitor kompakt. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/0RZ_BS-0302_Religionsmonitor_kompakt_web.pdf

BfV-Lagebild Antisemitismus 2022/23
In den Phänomenbereichen „Reichsbürger/Selbstverwalter“ und der „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ sind antisemitische Verschwörungsideologien verbreitet und fungieren als ideologischer Kitt.
Quelle: Bundesamt für Verfassungsschutz (2024). Lagebild Antisemitismus 2022/23. Berlin: BfV. https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/allgemein/2024-05-lagebild-antisemitismus.pdf

 

Zum Weiterlesen

Amadeu Antonio Stiftung Sachsen (Hg.) (2020): FAQ Verschwörungsideologien. PDF: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2021/01/FAQ_Verschwoerungsideologien.pdf

Amadeu Antonio Stiftung (2015): No World Order. Wie antisemitische Verschwörungsideologien die Welt verklären, Berlin.  Download PDF unter: http://bit.ly/noworldorder

Butter, Michael (2020): Antisemitische Verschwörungstheorien in Geschichte und Gegenwart. https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/321665/antisemitische-verschwoerungstheorien-in-geschichte-und-gegenwart/

Decker, Oliver u.a. (2024): Vereint im Ressentiment. Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen. Leipziger Autoritarismus Studie 2024. Reihe böll.paper. Download: https://www.boell.de/de/2024/11/13/vereint-im-ressentiment-autoritaere-dynamiken-und-rechtsextreme-einstellungen

Evans, Richard J. (2022): Das Dritte Reich und seine Verschwörungstheorien. Wer sie in die Welt gesetzt hat und wem sie nutzen. Bonn: Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 10866.

Kleinen-von Königslöw, Katharina/von Nordheim, Gerret (2021): Verschwörungstheorien in sozialen Netzwerken am Beispiel von QAnon. Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/verschwoerungstheorien-2021/339281/verschwoerungstheorien-in-sozialen-netzwerken-am-beispiel-von-qanon/

Lamberty, Pia (2020): Antisemitismus und Verschwörungserzählungen. https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/318705/antisemitismus-und-verschwoerungserzaehlungen/

 

Quellen zu den Protokollen der Weisen von Zion

Allgemeine Überblickswerke

Cohn, Norman (1967): Warrant for Genocide: The Myth of the Jewish World-Conspiracy and the Protocols of the Elders of Zion. London: Eyre & Spottiswoode.

Encyclopedia of the Holocaust / United States Holocaust Memorial Museum (USHMM):
„Protocols of the Elders of Zion – Key Dates“,
https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/protocols-of-the-elders-of-zion-key-dates

Hagemeister, Michael / Klier, John (Hg.) (2020): The “Protocols of the Elders of Zion” and the Myth of a Jewish World Conspiracy. Oxford University Press.

Nirenberg, David (2013): Anti-Judaism: The Western Tradition. New York: W.W. Norton.

Segel, Binjamin (2017) (Original 1924): Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet. Eine Erledigung. Freiburg: ça ira-Verlag.

Frühe Verbreitung (1919–1945)

Baldwin, Neil. (2001). Henry Ford and the Jews: The Mass Production of Hate. New York: Public Affairs.

Deutsches Historisches Museum (DHM). (o. J.). Protokolle der Weisen von Zion. In: Ausstellung „Antisemitismus in Deutschland“. Berlin: DHM.

Glover, Jonathan. (2000). Humanity: A Moral History of the Twentieth Century. New Haven: Yale University Press.

Hagemeister, Michael. (2011). Die „Protokolle der Weisen von Zion“ vor Gericht: Der Berner Prozess 1933–1937 und die „antisemitische Internationale“. Zürich: Chronos Verlag.

Nach 1945 – Arabische Welt, Islamismus, Kalter Krieg

Bösch, Frank (Hg.) (2021): Zeitgeschichte im Nahen Osten. Göttingen: Wallstein.

Herf, Jeffrey (2009): Nazi Propaganda for the Arab World. Yale University Press.

Küntzel, Matthias (2002): Djihad und Judenhaß. Über den neuen antijüdischen Krieg. Freiburg: ça ira-Verlag.

University of Vienna / Department of Near Eastern Studies: Forschungsprojekt „Antisemitism and Islamism: Sayyid Qutb’s Legacy“, https://orientalistik.univie.ac.at

Post-Sowjetische und globale Rezeption (1990er–heute)

Barkun, Michael (2003): A Culture of Conspiracy: Apocalyptic Visions in Contemporary America. Berkeley: University of California Press.

Golovkin, Sergei (2001): Pamjat and the Nationalist Revival in Russia. East European Quarterly 35(2).

MEMRI (Middle East Media Research Institute): Berichte zu iranischen TV-Produktionen (Al Sameri wa Al Saher, The Secret of Armageddon).

Tel Aviv University: Kantor Center Reports on Contemporary Antisemitism, 2018–2024.

Zukunft braucht Erinnerung: „Die Protokolle der Weisen von Zion – Wirkungsgeschichte“, https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de

Primärquellen und Archive

Egyptian Ministry of Education (1950s–1970s): Schulbucharchive, dokumentiert in der Holocaust Encyclopedia (USHMM).

Franz Eher Nachfolger Verlag (NSDAP-Parteiverlag): Publikationsregister im Bundesarchiv Berlin.

Islamic Republic of Iran Broadcasting (IRIB): Programmkataloge und Übersetzungen durch MEMRI.

Hamas (1988): The Covenant of the Islamic Resistance Movement (Hamas Charter) – engl. Übersetzung durch Yale Law School, Avalon Project.

The Dearborn Independent (1920–1927): Digitalisate in der Henry Ford Collection, Benson Ford Research Center, Michigan.