„Die AfD ist für Juden nicht wählbar“

WELT: Jüdische Repräsentanten wollen von der AfD nicht vereinnahmt werden – die Partei sei unwählbar.

07.04.2017

Auch eine Initiative jüdischer Bürger, die jüngst mit einem Positionspapier zur Bundestagswahl 2017 an die Öffentlichkeit getreten ist, fühlt sich zu Unrecht von Petrys Partei vereinnahmt. „Wir taugen nicht als das Feigenblatt der AfD!“ sagte dazu der Gründer der „WerteInitiative“, Elio Adler, am Freitag in einer Erklärung.

Auf der Facebook-Seite der AfD war kürzlich ein Eintrag erschienen, in dem mit direktem Bezug auf das Papier der Zentralrat der Juden kritisiert, zugleich aber behauptet wird: „Wir stehen als AfD an der Seite der jüdischen Gemeinde in Deutschland.“

In dem Positionspapier der WerteInitiative wird unter anderem zu einem entschiedeneren Vorgehen des Rechtsstaats im Sinne einer „freiheitlich-demokratischen Leitkultur“ und zu größerer Wachsamkeit gegenüber dem Antisemitismus gerade auch vonseiten des politischen Islams aufgerufen.

Elio Adler sieht diese Forderungen jedoch in diametralem Gegensatz zu den Intentionen der AfD: „Wir wünschen uns“, heißt es in seiner Erklärung, „Deutschland als Teil einer vitalen Europäischen Union, treten für Beschneidung und Schächten ein, sehen jeden (staatsbürgerschafts- und religionsunabhängig) als Teil der Gesellschaft, der sich der freiheitlich-demokratischen Leitkultur verpflichtet, und machen ein wertebasiertes Integrationsangebot anstelle einer angstbasierten Ausgrenzungspolitik.“

Adler kritisiert auch, dass die AfD bereits mit Stellungnahmen in die Öffentlichkeit drängt, obwohl die WerteInitiative nach Sammlung weiterer Unterstützer-Unterschriften erst Ende April alle großen Parteien um Stellungnahme zu dem Positionspapier bitten wolle.”

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