Deutschlandradio berichtet falsch über die Diskussion auf der Ruhrtriennale

Über BDS gibt es nichts zu diskutieren. BDS gehört verboten.

20.08.2018

Wenn die persönliche Meinung einer Journalistin bzgl. BDS einen gesamten Bericht prägt und dazu führt, dass unsere Demonstration in Bochum gegen BDS lächerlich gemacht wird und dessen Befürworter Milde ernten, ist das für uns ein Grund, den Intendanten des Deutschlandradio anzuschreiben.

Sehr geehrter Herr Raue,

unser Verein beteiligte sich am 18. August 2018 an der Demonstration auf der Ruhrtriennale, welche sich gegen Frau Carp richtete. Meine Ansprache als Vorsitzender finden Sie hier: https://youtu.be/dySl6onKGwI

Ferner waren zwei Vorstandsmitglieder unseres Vereins später auch in der  Turbinenhalle und wohnten der Diskussion bei, über die Ihre Mitarbeiterin Frau Dorothea Marcus unter dem Titel „Buh-Rufe und ein paar Demonstranten“ berichtete:

https://www.deutschlandfunk.de/ruhrtriennale-diskussion-ueber-boykott-strategien-buh-rufe.691.de.html?dram:article_id=425844.

Die Diskrepanz zwischen der Realität und dem Bericht ist derart auffällig, dass wir dies nicht unkommentiert lassen wollen.

Im Deutschlandfunk berichtete sie:

„Malca Goldstein-Wolf, eine jüdische Aktivistin aus Köln, hatte zu einer Demo aufgerufen, aber eine richtige Demo war das nicht. Es standen einige Grüpplein von Leuten mit Israelfähnchen, die dann auch eifrig ins Publikum strömten. Und dann standen da noch andere Aktivisten, die gegen diese Demo der jüdischen Aktivisten waren. Malca Goldstein-Wolf und Gefolge forderten den Kopf von Stefanie Carp. Die anderen waren dagegen. Und man sah die ungefähr achtzig Unterstützer strömten in die Runde, in den mit fünfhundert Leuten besetzten Saal und haben sich sehr stark diskreditiert durch kindergartenartige Hate-Speech-Einwürfe, die einfach unfassbar peinlich waren.“

Die Anmeldung der Demonstration erfolgte durch Frau Goldstein-Wolf. Unser Verein hat sich am Demonstrationsaufruf beteiligt. Vor Ort waren lt. Polizeiangaben ca. 250 Demonstrationsteilnehmer und nicht – wie von Frau Marcus behauptet – Achtzig.

Wir forderten nicht den Kopf von Stefanie Carp, sondern ihren Rücktritt. Das sprachlich gewählte Bild sollte offensichtlich unsere Demonstration, auf welcher geredet und sogar gesungen wurde, als hasserfüllt-aggressiv diskreditieren.

Während der Podiumsdiskussion gab es Menschen im Publikum, die ab und an tatsächlich, recht lautstark und vehement, Zwischenrufe tätigten. Dazu sei angemerkt, dass der Moderator der Veranstaltung, Norbert Lammert, diese Zwischenrufe ausdrücklich zuließ, da sie nicht das Ziel hätten, die Veranstaltung zu stören und daher ausgehalten werden könnten.

Dorothea Marcus unterließ es in ihrer Berichterstattung, die Gründe für die Zwischenrufe zu erwähnen. Auf dem Podium war unter anderem behauptet worden, der Staat Israel sei wesentlicher Grund dafür, dass es heute Judenhass gäbe und der Davidstern sei nach dem Hakenkreuz das neue Symbol der Empathielosen.

Auf der Bühne wurde der BDS-Haltung viel Raum gegeben, welche tendenziell beinhaltet, dass Juden  selber am Judenhass Schuld hätten und  die neuen Nazis seien und darum gelte, dass man nicht bei Juden kaufen solle. Dass bei so viel Hass auf der Bühne einige Menschen im Publikum protestierten, darf nicht verwundern. Erstaunen muss viel mehr, dass die Veranstaltung bei so viel Hass auf der Bühne noch so gesittet ablief, vor allem weil zu den zwei auf der Bühne vertretenden BDS-Unterstützenden dann auch noch ein dritter, Udi Aloni, hinzugeholt wurde. Er war es, der ein paar Tage vorher in Berlin eine Diskussion gesprengt hatte und den Berliner Kultursenator Klaus Lederer bei dem Berliner Festival Pop-Kultur mit wüsten Beleidigungen angeschrien hatte. Auch in Bochum beleidigte er Teile des Publikums und erklärte, ganz Israel sei der Rassenlehre verfallen und alle Juden dort Rassisten. Deutsche hätten ihm gar nichts zu sagen. Er musste körperlich daran gehindert werden, in der Turbinenhalle auf einen Besucher loszugehen.

Dorothea Marcus erwähnte keine einzige dieser Entgleisungen. Stattdessen verunglimpfte sie die Menschen im Publikum, die diese Ungeheuerlichkeiten mit Zwischenrufen kommentierten. Sie ließ als O-Ton eine Befürworterin der BDS-Kampagne zu Wort kommen, die erklären durfte, die BDS-Kampagne sei ganz wunderbar. Sie stellte die Unterstützerin mit diesen Worten vor: „Und die erzählte so ein bisschen, warum BDS einst entstanden ist, im Jahr 2000 gegründet gegen das Südafrikanische Apartheidsregime und damals durchaus erfolgreich gewesen, und für sie (…) ist eben BDS nach wie vor ein legitimes Instrument.“

Das ist keine Desinformation mehr, sondern schlichtweg falsch. BDS gründete sich am 9. Juli 2005 und rief von Anfang an ausschließlich zum Boykott von Israel auf. Die Apartheid in Südafrika wiederum endete im Jahr 1994. Es gab sie im Jahr 2000 somit gar nicht mehr und die BDS-Kampagne hatte damit nichts zu tun.

Sowohl die Bundesregierung, der Bundestag, Landes- und Stadtparlamente sowie eine Vielzahl an Antisemitismus-Experten sind sich darin einig, dass BDS einen antisemitischen Hintergrund hat. So zu tun, als werde da im Rahmen der Meinungsvielfalt über irgendeine politische Frage diskutiert, ist nur mit dem Wunsch erklärbar, den Zuhörern eine Meinung nahebringen zu wollen. Auch nur mit bestimmten Teilen der Äußerungen innerhalb BDS zu sympathisieren und diese als berechtigte Israelkritik in Rahmen der Meinungsfreiheit zu definieren, aber die übrigen, anerkanntermaßen antisemitischen Bestrebungen der BDS Kampagne gegen „Zivilisten“ wissentlich oder uninformiert außer Betracht zu lassen, ist nicht legitim.

Dorothea Marcus verbreitet im Deutschlandfunk Desinformation und Unwahrheiten.

Wir kritisieren scharf, dass Ihre Mitarbeiterin, Frau Dorothea Marcus, offensichtlich ihre private Gesinnung in unredlicher Weise ihre Berichterstattung dominieren ließ. Auch wenn sie sich an sich verbal wehrenden Menschen stört – wir werden nicht verstummen. Wir bitten aus gegebenem Anlass um Ihre Stellungnahme.

Wir weisen darauf hin, dass wir Ihre Antwort – wenn Sie es uns nicht anders auferlegen -öffentlich kommunizieren werden. Persönliche Kontaktdaten und Unterschriften würden dabei unkenntlich gemacht.

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