„Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands“ im Beirat der Berliner Humboldt-Universität?

So wichtig es ist, die Ausbildung muslimischer Geistlicher in Deutschland zu gestalten, so wichtig ist es, mit welchen Partnern man das tut. Nicht mit der IGS!

12.09.2019

In 2 Brandbriefen haben wir uns heute an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Herrn Michael Müller, und die Präsidentin der Humboldt-Universität, Frau Prof. Kunst, gewandt.

Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,

die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre sind ein hohes Gut unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Ein Teil davon sollte die Ausbildung deutscher Imame und Religionslehrer sein, die bei uns unabhängig von ausländischer Einflussnahme ausgebildet werden. Im Beirat des neuen Instituts für Islamische Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin soll die Islamische Gemeinschaft der Schiiten in Deutschland (IGS) vertreten sein.
Ein wichtiges Mitglied der IGS ist das Islamische Zentrum Hamburg (IZH). Laut Hamburger Verfassungsschutz steht das IZH „für eine Werteordnung, die mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar ist. Darüber hinaus enthält die iranische Verfassung nach wie vor den Auftrag, das iranische Modell eines Gottesstaates weltweit zu exportieren. Auch das IZH ist an diesen Auftrag gebunden.“ (1). Unter dem derzeitigen iranischen Regime gehört Hass auf Frauen, Homosexuelle, Andersdenkende und Minderheiten genauso zur Staatsräson wie die angestrebte Vernichtung Israels. Damit steht das iranische Regime den Werten unseres Landes und dem Geist Berlins diametral entgegen.
Auch im „Imam-Mahdi-Zentrum“ in Münster, das Mitglied der IGS ist, wurde ein Treueschwur auf den iranischen Revolutionsführer gehalten und verkündet, dass man „stolz“ sei auf Terrorismus (2). Durch diese Einbindung hat sich die IGS selbst ins Abseits gestellt.

Wir halten daher die Einbindung der IGS in den Wissenschaftsbetrieb für einen fundamentalen Fehler und bitten Sie, bei der Berufung ein klares Bekenntnis zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, eine Abgrenzung zu unseren Werten entgegengesetzten Staaten, und ein Bekenntnis zu Israels Recht auf Sicherheit anzufordern und gegebenenfalls neu zu besetzen.

Erst vor wenigen Tagen hatten Sie erfreulicherweise und notwendigerweise auf die Kritik am Besuch des Teheraner Bürgermeisters reagiert. Damit haben Sie gezeigt, dass Ihnen die Bedeutung von Symboliken bewusst ist. Die IGS im Beirat zu haben, hat neben der darin enthaltenen Symbolik eine darüberhinausgehende Bedeutung: Sie würde prägen, welchen Islam wir in Deutschland haben. Auf welchen Vorstellungen der basieren würde, können Sie oben zitiertem Verfassungsschutzbericht entnehmen oder aber den Nachrichten über die nächste Hinrichtung eines Homosexuellen oder Menschen, die dem Regime sonst missfallen. Wie kann man auf die Idee kommen, so etwas bei uns zu fördern?

Wir weisen höflich darauf hin, dass wir diesen Brief und Ihre Antwort – wenn Sie es uns nicht anders auferlegen – öffentlich kommunizieren werden. Persönliche Kontaktdaten und Unterschriften würden dabei unkenntlich gemacht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Elio Adler (Vorsitzender), Lydia Bergida, Daniel Kohn
– Vorstand der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V. –

Brief an die Präsidentin der Humboldt-Universität, Frau Prof. Kunst

Sehr geehrte Frau Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin Prof. Dr. Kunst,

die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre sind ein hohes Gut unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Ein Teil davon sollte die Ausbildung deutscher Imame und Religionslehrer sein, die bei uns unabhängig von ausländischer Einflussnahme ausgebildet werden.

Im Beirat des neuen Instituts für Islamische Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin soll die Islamische Gemeinschaft der Schiiten in Deutschland (IGS) vertreten sein.

Ein wichtiges Mitglied der IGS ist das Islamische Zentrum Hamburg (IZH). Laut Hamburger Verfassungsschutz steht das IZH „für eine Werteordnung, die mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar ist. Darüber hinaus enthält die iranische Verfassung nach wie vor den Auftrag, das iranische Modell eines Gottesstaates weltweit zu exportieren. Auch das IZH ist an diesen Auftrag gebunden.“ (1). Unter dem derzeitigen iranischen Regime gehört Hass auf Frauen, Homosexuelle, Andersdenkende und Minderheiten genauso zur Staatsräson wie die angestrebte Vernichtung Israels. Damit steht das iranische Regime den Werten unseres Landes und dem Geist Berlins diametral entgegen.
Auch im „Imam-Mahdi-Zentrum“ in Münster, das Mitglied der IGS ist, wurde ein Treueschwur auf den iranischen Revolutionsführer gehalten und verkündet, dass man „stolz“ sei auf Terrorismus. (2) Durch diese Einbindung hat sich die IGS selbst ins Abseits gestellt.

Wir halten daher die Einbindung der IGS in den Wissenschaftsbetrieb für einen fundamentalen Fehler und bitten Sie, bei der Berufung ein klares Bekenntnis zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, eine Abgrenzung zu unseren Werten entgegengesetzten Staaten und ein Bekenntnis zu Israels Recht auf Sicherheit anzufordern und gegebenenfalls neu zu besetzen.

Noch kurz zu uns: Die WerteInitiative hat sich als zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland seit 2014 etabliert. Wir setzen uns für die Stärkung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aus jüdischer Perspektive ein. Dies tun wir, indem wir den wertebasierten politischen, gesellschaftlichen und medialen Diskurs, das bürgerschaftlich-jüdische Engagement in Deutschland und das deutsch-israelische Verhältnis fördern.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Regierende Bürgermeister erfreulicherweise und notwendigerweise auf die Kritik am Besuch des Teheraner Bürgermeisters reagiert. Damit hat er gezeigt, dass ihm die Bedeutung von Symboliken bewusst ist. Die IGS im Beirat zu haben, hat neben der darin enthaltenen Symbolik eine darüberhinausgehende Bedeutung: Sie würde prägen, welchen Islam wir in Deutschland haben. Auf welchen Vorstellungen der basieren würde, können Sie oben zitiertem Verfassungsschutzbericht entnehmen oder aber den Nachrichten über die nächste Hinrichtung eines Homosexuellen oder Menschen, die dem Regime sonst missfallen. Wie kann man auf die Idee kommen, so etwas bei uns zu fördern?

Wir weisen höflich darauf hin, dass wir diesen Brief und Ihre Antwort – wenn Sie es uns nicht anders auferlegen – öffentlich kommunizieren werden. Persönliche Kontaktdaten und Unterschriften würden dabei unkenntlich gemacht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Elio Adler (Vorsitzender), Lydia Bergida, Daniel Kohn
– Vorstand der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V. –

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