Pressemitteilung zur „documenta 15“ in Kassel

13.06.2022

Die WerteInitiative e.V. fordert eine antisemitismusfreie Kunstschau und sieht die zuständige Politik in der Verantwortung dies zu gewährleisten.

Berlin, 13.06.2022 – WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V. – Die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst „documenta 15“ in Kassel wird zurecht wegen prominenter Akteure kritisiert, welche als BDS -UnterstützerInnen öffentlich geworden sind. Die Boycott, Divestment and Sanctions – Kampagne setzt sich für einen Totalboykott Israels ein. Die BDS-UnterstützerInnen sitzen im Kuratorium der Ausstellung oder treten auf der documenta 15 als KünstlerInnen auf. Der Bundestag hat 2019 fraktionsübergreifend und mit weit überwiegender Mehrheit die BDS-Kampagne für antisemitisch erklärt. Die jüdischen Gemeinden Deutschlands, die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern, Fachleute sowie fast alle thematisch damit befassten zivilgesellschaftlichen Organisationen wie die WerteInitiative stimmen dem zu.

Trotz Protesten diverser jüdischer Organisationen und VertreterInnen jüdischen Lebens sitzen diese zweifelhaften Personen weiter in ihren Positionen.

Die documenta ließ verlauten, sie „unterstütze Antisemitismus in keiner Weise“. Da Recherchen allerdings das Gegenteil nahegelegt haben, wäre die documenta gut beraten gewesen, demonstrativ zu handeln und AntisemitInnen Entscheidungsbefugnisse zu entziehen – so wie es hoffentlich ebenfalls bei rechtsextremem Aktivismus der Fall gewesen wäre. Stattdessen wurden zunächst Nebelkerzen gezündet und von der Aufgabe der documenta schwadroniert, „der Kunst Räume zu eröffnen, in denen unabhängige und konträre Diskurse stattfinden dürfen“. Die Diskussion sollte sich eher um den Missbrauch von Kunstfreiheit drehen.

Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative: „Die Gesellschafter – die Stadt Kassel und das Land Hessen sind und bleiben für die Besetzung der Gremien und letztendlich auch für den Inhalt der Ausstellung verantwortlich. Außerdem ist die Staatsministerin für Kultur und Medien in der Pflicht als Geldgeberin, für eine Ausstellung zu sorgen, bei der Wegbereitern antisemitischer Positionen keine Legitimation verschafft wird.“