Diskussionspapier Islamismus

12.11.2020

Spätestens mit dem Anschlag auf den Breitscheidplatz ist islamistischer Terrorismus im Bewusstsein der Deutschen angekommen. Auch in Deutschland haben sich Personen in Moscheen, online, im sozialen Umfeld oder anderorts radikalisiert und später Anschläge verübt. Durch Europa zieht sich im 21. Jahrhundert eine blutige Spur des islamistischen Terrorismus. Oftmals sind die Anschläge antisemitisch konnotiert. Opfer sind jedoch nicht nur Jüdinnen und Juden. Ziele waren ebenso z.B. feiernde Personen, oder MitarbeiterInnen einer liberalen Satirezeitschrift. Die Anschläge zielen auf den westlichen Lebensstil und versuchen die Gesellschaft dort zu treffen, wo sie am verwundbarsten ist: In ihrer Freiheit.
In der Ablehnung dschihadistischen Terrors ist sich die Gesellschaft größtenteils einig, wobei in Teilen darin Uneinigkeit besteht, wie mit ihm umgegangen werden soll. Als konkretes Beispiel sei die Frage genannt, ob die aktuellen Befugnisse der Sicherheitsbehörden ausreichen, um sich ihm entgegen zu stellen.
Eine weitaus größere Unklarheit besteht in folgender Frage: Radikale IslamistInnen agieren nicht immer gewaltsam. Gruppierungen des politischen Islams werden in Deutschland immer einflussreicher und sind teilweise gern gesehene Gesprächspartner in der Politik, oder im interreligiösen Dialog. Dabei werden einige (Teil-)Organisationen vom Verfassungsschutz beobachtet. Wer sind diese Akteure und wie agieren diese Gruppierungen? Wie können wir als Gesellschaft einen Umgang mit der freiheitsgefährdenden Agenda dieser Gruppierungen finden?

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