Presseerklärung zum Vorschlag des ZDM „10 Imame und 10 Rabbiner in Schulen“

Juden standen und stehen schon seit Jahrzehnten für interreligiösen Dialog bereit – daran scheiterte es noch nie

28.03.2018

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, schlägt vor, zehn Imame zusammen mit zehn Rabbinern in die Schulen zu schicken.

Grundsätzlich eine schöne Idee. Aber hängt die klare Positionierung der muslimischen Verbände von jüdischer Mitwirkung ab?

Es handelt sich hier nicht um einen bilateralen Konflikt, zu dessen Lösung sich zwei Seiten aufeinander zubewegen müssen. Es gibt keine Übergriffe jüdischer Kinder auf muslimische Mitschüler, es gibt keine jüdischen Demonstrationen in Berlin, auf denen islamische Symbole verbrannt werden, es gibt keine muslimischen Toten, die in Frankreich oder Belgien wegen ihres Glaubens von Juden, unter Berufung auf die jüdische Religion, getötet wurden.

Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative/jüdisch-deutsche Positionen dazu: „Wir brauchen keine Symbolpolitik, sondern erwarten, dass die muslimischen Verbände den für sie möglicherweise schmerzhaften Weg des Kehraus von Antijudaismus, Antizionismus und Antisemitismus gehen. Wenn dies nachhaltig und glaubhaft passiert, werden Juden bestimmt auch für viele Formen des gemeinsamen Wirkens offen sein.“

Juden standen und stehen schon seit Jahrzehnten für interreligiösen Dialog bereit (z.B. meet2respect) – daran scheiterte es noch nie. Aber in diesem Fall liegt der Ball eindeutig bei den muslimischen Verbänden.

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