Echo-Award 2018: Diese Preisverleihung schadet dem Ansehen Deutschlands im In- und Ausland

Wenn Herr Drücke sich vor dem Offensichtlichen drückt und lieber analysieren will

15.04.2018

Presseerklärung

Am Donnerstag wurde in Israel der alljährliche Jom Ha’shoa begangen – der Tag, an dem den sechs Mio. ermordeten Juden während der Nazidiktatur gedacht wird.

Zeitgleich wurde in Berlin der Echo Award 2018 des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. (BVMI) an die Rapper Kollegah und Farid Bang verliehen. Sie rappen auf ihrem aktuellen Album, dass ihre eigenen Körper definierter als die von Auschwitz-Insassen seien oder „Mache wieder mal ’nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“.

Auf diese abstoßende Weise wird von den Rappern heute Geld auf dem Rücken der Opfer von Auschwitz, zugunsten der eigenen Skandalisierung, verdient. Für den Verkaufserfolg wurden sie prämiert.

Wir danken vor allem den Sängern Peter Maffay sowie Campino von den Toten Hosen für ihre Courage, sowohl vor als auch während der Veranstaltung, ihre Stimme gegen Antisemitismus erhoben zu haben!

Erst heute wandte sich der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Dr. Florian Drücke, wohl aufgrund des großen öffentlichen und medialen Drucks, mittels einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit. Hierin erklärt er, dass beim Echo nun eine umfassende Analyse sowie die Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen stattfinden wird.

Was wir auch lesen ist, dass der BVMI Sorgen um den Ruf des Preises hat:
„Im Zuge der aktuellen Debatte mussten wir erkennen, dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das den Preis in ein falsches Licht rückt.“, so Drücke.

Elio Adler, der Vorsitzende der WerteInitiative: „Wir erkennen hier weder eine Entschuldigung, dass dieses scheußliche Schauspiel stattfinden durfte, noch eine Entschuldigung zugunsten der Opfer der Shoah. Arbeitet der BVMI hier nach denselben Mechanismen wie die Rapper Kollegah und Farid Bang? Nach dem Motto: Ein paar kleinere Feuer löschen, im Grunde aber keine eigenen gravierenden Fehler erkennen? Herr Dr. Drücke, Ihre Erklärung reicht nicht aus!“ Diese Ehrung hat nicht nur dem Preis geschadet, sondern auch Deutschlands Ansehen im In- und Ausland.

Der BVMI könnte nun Courage zeigen, indem er den Rappern den Preis wieder aberkennt, nicht nur für die o.g. Textpassagen, sondern für das auch sonst antisemitische Verhaltungen von Herrn Felix Blume (alias Kollegah), der in seinen Videos unter anderem den Teufel mit einem Davidsstern oder hässliche antisemitische Karikaturen, ähnlich denen aus der Nazizeit, veröffentlich. Leute, wie Felix Blume, tragen eine Mitschuld daran, wenn jüdische Schüler auf Schulhöfen gejagt und angegriffen werden. Der BVMI sollte für die Zukunft transparent dafür Sorge tragen, dass es nicht noch ein Mal zu einer solch schändlichen Ehrung kommt.

Die WerteInitiative hatte die Verleihung bereits im Vorfeld, zusammen mit dem Rapper Ben Salomo kritisiert: https://werteinitiative.de/gemeinsame-erklaerung-mit-jued-rapper-ben-salomo/

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