Aktivitäten

Wie stehen wir zur AfD?

Edit Juni 2018: Auf Grund der mittlerweile regelmäßigen hetzerischen und gesellschafts-spaltenden Äußerungen von AfD-Vertetern, haben wir die Parteizugehörigkeiten aus der Liste gestrichen, um ihrer Agenda in keiner Weise Vorschub zu leisten!

Im Rahmen einer Parteienbefragung zur Bundestagswahl haben wir auf einer offenen Liste Unterstützungsunterschriften angenommen; dabei waren auch vereinzelte AfDler (<1%), die wir aus Gründen der Offenheit und Demokratie auf der Liste belassen haben.

Wir haben keinerlei Illusionen bzgl. der politischen Agenda dieser Partei und sehen sie – wie auch schon mehrfach in der Presse erklärt  –  nicht als geeigneten Partner zur Erlangung unserer Ziele an.

Daher erklären wir ausdrücklich, uns von der AfD zu distanzieren.

Dr. Elio Adler
Gründer der WerteInitiative

Aktivitäten

Ein ICE namens “Anne Frank”

Gut gemeint war die Absicht der Deutschen Bahn, ihre Kunden Vorschläge zur Namensgebung ihrer die neusten ICE-Generation einreichen zu lassen. Über 19.000 Vorschläge gab es, aus denen eine Jury u.a. “Anne Frank” als einen geeigneten Namen kürte.

Hintergrund: https://www.welt.de/wirtschaft/article170178980/Anne-Frank-Museum-kann-Aufregung-um-Zug-Benennung-verstehen.html

Die Vorstellung, dass ein so benannter Zug durch deutsche Bahnhöfe rollt, war für einige irritierend und die WerteInitiative wurde gebeten, sich zu engagieren. “Soll ein deutscher Zug Anne Frank etwa auch nach Polen fahren?” lautete die auf den Punkt gebrachte Sorge.

In einem sehr angenehmen und konstruktiven Gespräch zwischen der Kommunikationsleitung der Deutschen Bahn und der WerteInitiative wurde dann schnell klar, dass es gerade die Absicht der Deutschen Bahn war, ihrer historischen Verantwortung als “Transportunternehmen in die Vernichtung” gerecht zu werden. Als Ergebnis wurde dies in  einer Presseerklärung dargelegt in der die Bahn über die Hintergründe und Absichten der Namensgebung informierte und ankündigte nun zu prüfen, wie sie weiter verfahren werde. In diese interne Diskussion, wird u.a. die WerteInitiative eingebunden und wir beraten hier gerne!

Die Presseerklärung:

“Stellungnahme der Deutschen Bahn zur Kritik an der Namensauswahl „Anne Frank“ für ICE-4-Zug

Angesichts aktueller Vorwürfe, einen ICE 4 mit dem Namen „Anne Frank“ zu benennen sei pietätlos, erklärt die Deutsche Bahn:

(Berlin, 30. Oktober 2017) Es ist in keiner Weise beabsichtigt, das Andenken Anne Franks zu beschädigen. Vielmehr hat die DB im Bewusstsein um ihre historische Verantwortung entschieden, die Erinnerung an Anne Frank wachzuhalten. Sollte die DB dabei Gefühle verletzt haben, dann tut es ihr sehr leid. Alle Jurymitglieder waren sich einig, Anne Frank als außergewöhnliche Persönlichkeit zu ehren. Die Vorschläge für die ICE-4-Namen kamen von DB-Kunden und engagierten Bürgern. Dabei war der Name Anne Frank unter den Top-Vorschlägen der insgesamt rund 19.400 Einreichungen. Selbstverständlich wird die DB die aktuell in der Öffentlichkeit geäußerten Bedenken ernst nehmen und in ihre folgenden internen Diskussionen aufgreifen. Jüdische Organisationen haben ihr dabei ihre beratende Begleitung zugesagt.

Die DB setzt sich seit ihrer Gründung kritisch mit der Geschichte ihrer Vorläuferorganisationen auseinander. Dafür stehen z.B. die Aufarbeitung der Beschäftigung von Zwangsarbeitern und das öffentlich zugänglichen Mahnmal “Gleis 17” am S-Bahnhof Berlin-Grunewald, an dem regelmäßig Gedenk- und Erinnerungsveranstaltungen stattfinden. Im DB Museum in Nürnberg ist der Rolle der Reichsbahn im Nationalsozialismus eine eigene Dauerausstellung gewidmet.” 

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Kommentar in “WELT” zum Bundestagswahlkampf

… Werte sind der Wegweiser zur Lösung von Problemen. Diese Werte sind für uns Juden und die nicht jüdische Mehrheitsgesellschaft gleich. Die aktuelle Bedrohung dieser Werte sollte jeden freiheitsliebenden Demokraten aufschreien lassen. Aber was sehen wir im Wahlkampf? Nebelkerzen. Die Parteien tun so, als wäre die Verharmlosung hochbrisanter Herausforderungen ein Zeichen von politischem Weitblick. In Wahrheit ist diese Verharmlosung die Scheu, dem Wähler Herausforderungen ehrlich zu kommunizieren. ….

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article168627060/Besonders-Juden-spueren-die-Folgen-der-Radikalisierung.html

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Die Schlagseite des Markus Lanz

Der Beitrag “Markus Lanz im Heiligen Land”, war einseitiger und unvollständiger Beitrag. Wir haben Herrn Lanz un die Redaktion angeschrieben:

30.09.2017

Sehr geehrter Herr Lanz,

ich habe Ihren Bericht über Ihren Besuch im Heiligen Land gesehen. Technisch, dramaturgisch sehr gut gemacht, jedoch hinsichtlich der Aussage mit massiver Schräglage. Auch wenn diese dem Wunsch geschuldet sein mag, eine leicht rührselige, vorweihnachtliche Stimmung zu erzeugen, war das ein wahrheitsfeindlicher Griff in die Requisitenkiste.

Das Muster im Bericht war wiederholt das Gleiche: Die Bilder und O-Töne zeigten die “Negativ-Message” und aus dem Off kam eine etwas relativierende Aussage (z.B. dass die Toten, von denen die Bilder plakatiert sind, durchaus auch Selbstmordattentäter waren).

Es war Pater Nikodemus, der die enorme Solidarität, welche das Kloster von Tabgha seitens der jüdischen Gemeinden erfuhr, kurz anreißen musste. Die Prozesse gegen die Attentäter & die Finanzierung des Wiederaufbaus sowie massive Verurteilung der Tat durch die gesamte Regierung Israels wurden nicht erwähnt.

Der Staat Israel und bis auf irrelevante Ausnahmen die gesamte Gesellschaft stellen sich eindeutig gegen deratigen Terror! Die Palästinensische Autonomiebehörde dagegen, fördert und feiert ihn. Das hätte in Ihren Bericht zum Gesamtbild gehört!

Ferner musste Nikodemus die Aussage des angsterstarrten Dhimmi-Geistlichen der Griechisch-Orthodoxen Kirche in Gaza grade biegen, dass Gaza der Ort der Welt sei, in dem Christen und Moslems am besten zusammen leben würden. Durchsichtiger Unfug. Die Zahl der Christen dort nimmt ab, während sie in Israel (als einziges Land im Nahen Osten) etwa gleich bleibt.

Gerne lade ich Sie ein, mit mir ein paar Tage durch Israel und die Westbank zu fahren. Und gerne können wir da auch einen gefühlsreichen Bericht drehen, der neben der Vielzahl an zweifelsfrei vorhandenen Problemen, aber auch die jeden Tag spürbare, positive Energie des Heiligen Landes überträgt. Wo man Menschheits-, Religions- und Kulturgeschichte mit einer gefüllten Pita im wahrsten Sinne des Wortes “begreifen und aufnehmen” kann.

Mit guten Wünschen für das Neue Jahr,

Dr. Elio Adler

Gründer der WerteInitiative. jüdisch-deutsche Positionen

26.02.2018

Sehr geehrter Herr Dr. Adler,

ich muss mich herzlich bei Ihnen dafür entschuldigen, dass Sie offensichtlich auf Ihr erstes Schreiben keine Antwort von uns erhalten haben. Das darf nicht sein und ist nur zu erklären (wenn auch nicht zu entschuldigen) mit der großen Menge an Zuschauerpost, die hier nach den Feiertagen angefallen war: da scheint leider das eine oder andere Schreiben verschütt’ gegangen zu sein.

Vielen Dank nun für Ihren zweiten Anlauf mit Mail vom 25.02.18, auf die ich als zuständiger Redakteur gerne antworten darf.

Sie setzen sich detailliert und fundiert mit den Punkten auseinander, die Ihnen ein nicht ausgewogenes Bild der Situation im Heiligen Land zu vermitteln scheinen. Alles, was Sie sagen, ist sachlich, historisch und menschlich korrekt – und zeigt einmal mehr, wie vielschichtig und komplex die Problematiken in der Region liegen.

Hatten wir uns im vorangegangenen Jahr noch ausdrücklich darum bemüht, in unserer Doku immer auch die jeweils andere Seite zu Wort kommen zu lassen, so mag in diesem Jahr insbesondere bei dem Thema “Ökologische Katastrophe” die jeweils alternative Sicht der Dinge etwas zu kurz gekommen sein. Die von Ihnen kritisierte “palästinensische Sichtweise” mag sich auch an manchen Stellen schlicht aufgrund der Drehorte und der dortigen Atmosphäre und Gegebenheiten eingeschlichen haben.

Ausgewogenheit in der Darstellung war sicher unser aller Ziel (und Pater Nikodemus eigentlich ein sachkundiger Garant dafür) – Ihre fundierte Kritik macht deutlich, dass uns das offenbar nicht in allen Punkten gelungen ist.

Ich danke Ihnen, dass Sie uns da noch weiter sensibilisiert haben – und vielleicht bietet sich ja die Gelegenheit zur gemeinsam genossenen “gefüllten Pita”, falls wir eine weitere Folge unserer “Markus Lanz im Heiligen Land”-Dokus drehen sollten.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Schneider