Aktivitäten

8. Radikalismus

Jeglicher Spaltung der Gesellschaft ist entgegen zu wirken. Die Verbreitung von Hass auf Andersdenkende und Minderheiten, sowie die Verachtung Einiger für die gesellschaftliche Form unserer freiheitlich-demokratische Form des Zusammenlebens, finden wir unerträglich.

Wir fordern, dass sich die bewährten, demokratischen Parteien und unsere Regierung dieser Probleme annehmen.

Wir erleben eine zunehmende Vielfalt in unserem Land. Umso wichtiger ist es, dass die Grundwerte unserer freiheitlichen Demokratie Grundlage für unser tägliches Miteinander sind und bleiben. Menschen- und Freiheitsrechte sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Wenn es gelingt, den Zusammenhalt der Menschen in unserem Land zu stärken, leisten wir zudem einen entscheidenden Beitrag für mehr Sicherheit. Hier sind auch die Muslime in Deutschland gefragt. Muslimische Verbände sind aufgefordert, sich an Sicherheitspartnerschaften zu beteiligen, um Radikalisierungen vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken.

Wir sind besorgt, wie leicht sich besonders im Internet Sprache enthemmt, Hass verbreitet und zu Gewalt aufgerufen wird. CDU und CSU setzen sich für eine neue Kultur der Verantwortlichkeit im Internet und einen besseren Schutz vor Hass-Angriffen, Beleidigungen und Bedrohungen in sozialen Netzwerken ein.

Uns alle eint der Wunsch nach einer gerechten Gesellschaft, die zusammenhält. Es ist der Wunsch nach einem Land, in dem wir füreinander da sind und uns gegenseitig mit Respekt begegnen. Mehr Gerechtigkeit und Respekt stärken unsere Demokratie. Dazu gehört, dass in unserem Land der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder stärker wird und der anständige Umgang untereinander nicht durch die politische Radikalisierung verloren geht. Wir wollen, dass die Menschen in Deutschland sicher leben können. Wir wollen jeglicher Radikalisierung entgegenwirken. Angriffe auf unsere freie Gesellschaft drohen auch von Nationalisten: Rechtsextremistische Übergriffe und Anschläge haben in den letzten Jahren bedrohlich zugenommen. Wir setzen uns dafür ein, dass Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund in Zukunft besser erfasst und statistisch ausgewertet werden. Zu einer umfassenden Strategie gegen gewaltbereite Rechtsextremisten gehört Deradikalisierung. Darum werden wir mit einem Gesetz zur Demokratieförderung und Extremismusprävention die Strukturen der Präventionsarbeit langfristig sichern.

Hass und Gewalt sind demokratie- und menschenfeindlich. Umso mehr sind Initiativen verlässlich auch von Staats wegen zu unterstützen, die sich für Demokratie und Toleranz, gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagieren.

Das beginnt allerdings damit, dass die jeweiligen Regierungen die einschlägigen Probleme erkennen, aufgreifen und angehen. Leider ist das häufig nicht der Fall.

Wir haben in unserem Sondervotum zum Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses der 17. Wahlperiode des Deutschen Bundestages eine ganze Reihe von Maßnahmen benannt, die aus unserer Sicht ergriffen werden sollten, wie die Einrichtung einer unabhängigen Beobachtungsstelle oder einer Bundesstiftung zur dauerhaften Förderung der genannten zivilgesellschaftlichen Initiativen.

Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, antimuslimischer Rassismus, Trans- und Homophobie, Sexismus sowie die Abwertung von Obdachlosen, Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung muss entschieden entgegengetreten werden, egal von vom sie ausgeht., Es ist Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass sich alle Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Identität oder Religion – frei und sicher bewegen können.

 

Wie wollen Prävention und Partizipation ausbauen. Wir müssen alles unternehmen, damit junge Menschen erst gar nicht in menschenverachtende Gewalt und Gewalt verherrlichende Ideologien abgleiten, seien sie rechtsextremistisch oder islamistisch. Wir wollen Präventionsprogramme gegen Rechtsextremismus, als auch gewaltbereiten Islamismus und Salafismus massiv ausbauen und zivilgesellschaftliche Ansätze stärken. Auch Moscheegemeinden und Imame sind in der Verantwortung, ihren Beitrag zur Prävention und zur Verhinderung der Radikalisierung von Jugendlichen zu leisten.

Ohne einen gewissen selbstverständlichen Grundkonsens kann eine staatlich verfasste Gesellschaft nicht bestehen. Diese Erkenntnisse hat bereits Tocqueville in seinem Buch „Über die Demokratie in Amerika“ vor bald 200 Jahren entwickelt. Für die AfD bietet der Nationalstaat das geeignete äußere Gefäß zum Erhalt dieses Grundkonsenses gerade in einer globalisierten Welt. Nur der republikanisch organisierte Nationalstaat kann heutzutage Regelungshoheit und Geltunganspruch, durchsetzen und seinen Bürgern zugleich die notwendige Nähe, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die demokratische Mitwirkungsmöglichkeit garantieren. Aus diesem Grunde registriert die AfD die diversen Auflösungserscheinungen der Nationalstaaten mit Besorgnis. Supranationalismus und Multikulturalismus stellen ernste Gefahren für Gewaltenteilung, demokratische Partizipation der Bürger und den Rechtsstaat dar.

Der kommunitäre Multikulturalismus (nicht Pluralismus!) und der Ethnopluralismus der „Neuen Rechten“ erweisen sich bei genauer Analyse als Brüder im Geiste. Während ersterer auf kulturelle und folglich rechtliche Besonderheiten innerhalb der Gesellschaft pocht, will der Ethnopluralismus „die Geltung der Menschenrechte auf einen geographisch begrenzten Kulturraum […] beschränken“. (Egon Flaig) Beide Wege lehnt die AfD ab, weil sie dem universellen Anspruch der Aufklärung entgegenstehen.

Der freiwillige Import von radikalen islamistischen (islamofaschitischen) Judenhassern durch die jetzige Bundesregierung ist aus Sicht der AfD am Gefährlichsten für die jüdische Minderheit in Deutschland. Die etablierten Parteien sind für diese extreme und radikale Politik sowie für deren Folgen verantwortlich. Das Vertrauen in die etablierten Parteien, wie es sich in aktuellen Umfragewerten widerzuspiegeln scheint, erstaunt die AfD. Denn diese etablierten Parteien haben sich, was den Radikalismus anbetrifft, nicht nur nicht bewährt, sondern sie müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, den Radikalismus geradezu gefördert zu haben.

Radikalismus und Extremismus sind selbstverständlich beide abzulehnen. Aktuell mehr Beachtung sollte nach Auffassung der AfD der „Extremismus der Mitte“ finden. Eine Bundeskanzlerin, die, wie dargelegt, den Radikalismus fördert, sich über Recht und Gesetz stellt (Beispiel: Grenzöffnung) erweist sich durch diese Tat als Erfüllungsgehilfin linksextremistischer Blütenträume („No border, no nation!“). Sie exekutiert in ihrem Handeln den bei Hegel und besonders auch bei Carl Schmitt niedergelegten Herrschaftsgedanken, der aber einer Republik unangemessen ist. (C. Schmitt: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“) Bereits bei der sogenannten „Eurorettung“ war Ähnliches zu beobachten, auch wenn es damals in den Begriff „alternativlos“ verpackt wurde. Aber schon diese Form der Alternativlosigkeit ist bereits eine Art von Ausnahmezustand gewesen und ist es noch immer.

Die AfD lehnt diese Form der Herrschaft ab, weil der Souverän ständig und dauerhaft das Staatsvolk ist. Auch aus diesem Grunde möchte die AfD Abstimmungen, wie sie in der Schweiz selbstverständliche Praxis sind und wie sie das Grundgesetz eigentlich vorsieht, auch in Deutschland etabliert sehen.

Als Partei der Freiheit sind wir entschiedene Gegner von Extremismus jeder Art. Bei innerer Liberalität und Toleranz kann es für niemanden Rabatt geben. Die Werte unseres Grundgesetzes sind nicht verhandelbar. Toleranz gegenüber der Intoleranz darf es nicht geben. Die Strafverfolgung und Gefahrenabwehr müssen daher effizient sein. Dazu zählt auch, dass Polizei und Staatsanwaltschaft strafbewehrte Postings in sozialen Netzwerken konsequenter verfolgen. Hierzu müssen diese Behörden finanziell und personell angemessen ausgestattet werden. Präventionsprogramme müssen zielgerichtet sein und intensiviert werden, wenn es nötig ist.

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7. Antisemitismus

Richtigerweise ist der Kampf gegen den klassischen Antisemitismus (z.B. wirtschaftliche, politische und journalistische Verschwörungstheorien) politischer Konsens. Von doppelten Standards geprägte „Israel-Kritik“, „Anti-Zionismus“ und die „BDS-Bewegung“ sind jedoch derselbe Hass in anderem Gewand. Dem darf kein Raum gegeben werden. Wir fordern daher Prävention durch Aufklärung und Ächtung antisemitischer Vorkommnisse und Äußerungen.

CDU und CSU wenden sich national und international gegen jede Form von Antisemitismus. Der Schutz von Juden als auch jüdischer Einrichtungen ist uns ein wichtiges Anliegen. Zudem setzen wir uns dafür ein, Antisemitismus durch Bildung und Aufklärung, durch Deradikalisierungskonzepte und notfalls auch durch harte Strafen entgegenzutreten.

Deutschland ist auf Grund seiner Geschichte besonders dazu aufgerufen, die Erinnerung an die Folgen von Diktatur und Gewaltherrschaft wachzuhalten. Das gilt insbesondere für die NS-Diktatur mit ihren Menschheitsverbrechen, vor allem dem Holocaust. Um den jungen Menschen den Zugang zu den Gedenkstätten zu erleichtern, werden wir diese bei der Weiterentwicklung ihrer Vermittlungskonzepte unterstützen. Auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte müssen für diesen Teil der deutschen Geschichte stärker als bislang sensibilisiert werden. Dabei setzen wir uns auch für eine Stärkung der Zeitzeugenarbeit ein.

 

Wir erleben eine zunehmende Vielfalt in unserem Land. Umso wichtiger ist es, dass die Grundwerte unserer freiheitlichen Demokratie Grundlage für unser tägliches Miteinander sind und bleiben. Menschen- und Freiheitsrechte sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Wenn es gelingt, den Zusammenhalt der Menschen in unserem Land zu stärken, leisten wir zudem einen entscheidenden Beitrag für mehr Sicherheit. Hier sind auch die Muslime in Deutschland gefragt. Muslimische Verbände sind aufgefordert, sich an Sicherheitspartnerschaften zu beteiligen, um Radikalisierungen vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken.

Wir sind besorgt, wie leicht sich besonders im Internet Sprache enthemmt, Hass verbreitet und zu Gewalt aufgerufen wird. CDU und CSU setzen sich für eine neue Kultur der Verantwortlichkeit im Internet und einen besseren Schutz vor Hass-Angriffen, Beleidigungen und Bedrohungen in sozialen Netzwerken ein.

Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten kämpfen seit über 150 Jahren für eine inklusive, pluralistische und tolerante Gesellschaft in Deutschland, in Europa und weltweit. Das heißt für uns auch ganz klar, Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung dürfen keinen Platz in der Weltgesellschaft haben. Konkret bedeutet das für uns eine konsequente Strafverfolgung von Antisemitismus und jedweder Form von Menschenfeindlichkeit und -verachtung.

Gleichzeitig müssen wir den Anfängen wehren: Deswegen setzen wir insbesondere auf eine umfassende Präventions- und Bildungsarbeit auf allen Ebenen. Wir haben daher durchgesetzt, dass in den vergangenen Jahren die Mittel im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ mehr als verdreifacht wurden. Diesen Weg der Vorbeugung werden wir fortführen. Dazu gehört auch, dass wir die Empfehlungen des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus aufgreifen und in der Präventions- und Bildungsarbeit umsetzen werden.

Antisemitismus muss bekämpft werden, egal in welchem Gewand er auftritt, klassisch oder vermeintlich modern. Auch darin stimme ich mit dem aktuellen Antisemitismus-Bericht der unabhängigen Expertenkommission und deren Empfehlungen überein.

Wir lehnen einen Boykott Israels als Instrument deutscher und europäischer Politik ab. Antisemitische und rassistische Äußerungen jeder Art verurteilen wir auf das schärfste. Auf antiisraelischen Demonstrationen kommt es immer wieder zu aggressiver Stimmung und Äußerungen, die sich nicht nur gegen israelische Regierungspolitik, sondern auch gegen das Existenzrecht Israels und gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger richteten. Kritik an konkreter Politik der Konfliktparteien darf nicht als Vorwand für antisemitische Äußerungen und einer grundsätzlichen Infragestellung der Sicherheit Israels missbraucht werden.

 

Es gilt immer und überall jeder Form des Judenhasses und des Antisemitismus schon im Entstehen in aller Konsequenz entschlossen entgegenzutreten. Antisemitismus muss entschlossen und parteiübergreifend bekämpft werden – nicht nur im Interesse der Jüdinnen und Juden in Deutschland und weltweit, sondern im Interesse unserer demokratischen politischen Kultur.

Aus den Erkenntnissen wie sie unter Punkt 3 bereits dargelegt wurden folgt für die AfD die Ächtung jeglichen Antisemitismus’, in welches Gewand er sich auch immer kleiden mag. Der Begriff „Antisemtismus“ ist allerdings unscharf, weil er dem Judenhass sprachlich einen rein rassistischen Mantel umhängt. Für gedankliche und argumentative Klarheit in der Diskussion wäre tatsächlich der Begriff „Judenhass“ dem Begriff „Antisemitismus“ vorzuziehen. Das Bewusstein, dass und wie Antisemitismus respektive Judenhass der Menschenwürde widerspricht muss selbstverständlicher gesellschaftlicher Konsens sein. Wo diese Einsichten nicht bestehen müssen zunächst Aufklärung und wo nötig auch ernste Sanktionen greifen.

In unserer Republik haben gruppenbezogene Menschenanfeindungen wie Antisemitismus keinen Platz. Leider ist es bisher durch Pädagogik und Aufklärung noch nicht wie erhofft gelungen, den Antisemitismus zum Verschwinden zu bringen. Daher wollen wir das bestehende staatliche und gesellschaftliche Engagement erhalten und wenn möglich ausbauen.

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6. Vermeidung von „Kollateralschäden“

Im Zuge der Imprägnierung gegen den politischen Islam und der Auflösung von Parallelgesellschaften, gilt es, die Gleichheit vor dem Recht konsequent durchzusetzen. Es darf keine rechtsfreien Zonen geben. Dies darf jedoch nicht zu unangemessener Gleichmacherei führen.

a) Beschneidung & Schächten
Die jüdische Beschneidung und das koschere Schächten sind konstituierende Bestandteile der jüdischen Religion. Ihre Bedingungen und Umstände sind jetzt bereits hinreichend geregelt.

b) Doppelte Staatsbürgerschaft
Auch wenn viel dafür spricht, dass ein Mensch nur eine Staatsbürgerschaft haben kann, gibt es Gründe, warum auch zwei möglich sein sollten. Hier braucht es Augenmaß. Historisch haben Juden Verbindungen zu mehreren Ländern. Dieses Augenmaß ist daher z.B. bei deutsch-israelischen Staatsbürgern ratsam. Auch rechtlich-technische Gründe müssen im Rahmen individueller Prüfungen berücksichtigt werden.

a) CDU und CSU achten religiöse Traditionen und Riten, die im Einklang mit dem Grundgesetz stehen. Dies gilt auch für die Beschneidung von minderjährigen Jungen sowie für das Schächten.

Die geltende gesetzliche Regelung ermöglicht die Knabenbeschneidung weiterhin, da sie zentraler Bestandteil der jüdischen – und muslimischen – Religion ist. Die Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung wurden mit der gesetzlichen Regelung in Einklang gebracht.

b) CDU und CSU beabsichtigen nicht, Initiativen zur Verschärfung der Gesetzeslage beim Schächten zu ergreifen. Gemäß § 4a Abs. 1 TierschG ist das betäubungslose Schlachten eines warmblütigen Tieres in Deutschland grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme kann gemäß § 4a Abs. 2 Nr. 2 TierSchG von der zuständigen Behörde erteilt werden, insoweit es erforderlich ist, um den Bedürfnissen von Angehörigen bestimmter Religions-gemeinschaften zu entsprechen.b) CDU und CSU lehnen eine generelle doppelte Staatsangehörigkeit ab. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass bei Einbürgerungen Doppel- bzw. Mehrstaatigkeit grundsätzlich vermieden werden. Wer eingebürgert werden will, bringt mit der Aufgabe seiner bisherigen Staatsangehörigkeit zum Ausdruck, sich ohne Vorbehalte zu Deutschland zu bekennen. Dadurch können mögliche Loyalitätskonflikte von vornherein vermieden werden. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen sachlich eng umgrenzt bleiben.

Für uns ist klar, dass in Deutschland jüdisches und muslimisches Leben möglich sein muss. Wo dies mit anderen Gesetzen in Spannung steht, muss abgewogen werden.

Wir stimmen der aktuellen Rechtslage zu, die Schächten in Ausnahmefällen genehmigt. Schächten war in Deutschland schon einmal verboten – 1933 durch ein Gesetz der Nazis. Wir lehnen Rassismus jeder Art ab. Auch solchen, der sich hinter Tierschutz versteckt.

Religiöse Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben muss weiterhin möglich sein.

Ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht ist eine wesentliche Voraussetzung für Integration. Wir setzen uns weiterhin für die Akzeptanz von Mehrstaatigkeit für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern sowie bei Einbürgerungen ein. Für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern haben wir die Optionspflicht abgeschafft. Wir stehen weiterhin zu dem Prinzip der Mehrstaatigkeit. Durch bilaterale Abkommen mit anderen Staaten wollen wir die wechselseitige Akzeptanz stärken und prüfen, inwiefern der Vorschlag des Sachverständigenrates Deutscher Stiftungen für Integration und Migration für ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht umsetzbar ist.

Antwort Linke

6a)

Wir geben offen zu, dass diese Punkte in der AfD stark diskutiert werden und dass wir die Situation als komplex empfinden. Die Details sind hinsichtlich des Schächtens in unseren Programmen dargelegt. Sonderrechte sind einer wirklichen Republik aus guten Gründen unangemessen. Besondere Beachtung ist sowohl dem Kindes- als auch dem Tierwohl zu schenken.

6 b)

Die AfD führt dazu in ihrem Grundsatzprogramm (Kapitel 9.7) aus: „Die AfD lehnt den „Doppelpass“, also den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit bei gleichzeitigem Fortbestand oder Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit, grundsätzlich ab, was wohlbegründete Sonderfälle aber nicht ausschließt.“ Ein Ausnahmefall kann vorliegen, wenn ein Kind Eltern unterschiedlicher Staatsangehörigkeit hat. Gerade die Israelische Staatsbürgerschaft kann jeder jüdische Deutsche auf Grund der israelischen Einwanderungsgesetze erlangen bzw. zurückerlangen, sollte er Deutschland verlassen wollen. Hier braucht er sie nicht.

a) Für uns Freie Demokraten ist die Religionsausübung ein hohes Gut. Wir halten daher an den Regelungen und Bedingungen zur rituellen Beschneidung von Jungen nach den Regeln ärztlicher Kunst und zum Schächten als Ausnahmetatbestand im Tierschutzgesetz fest.

b) Wir Freie Demokraten wollen, dass die doppelte Staatsangehörigkeit grundsätzlich möglich ist.

Deshalb soll die deutsche Staatsbürgerschaft nicht mehr bei Annahme einer weiteren Staatsbürgerschaft eines anderen Staates aberkannt werden, sondern nur auf Antrag des Betroffenen. Einwanderer müssen zu deutschen Staatsbürgern werden können, ohne ihre Wurzeln und etwa Eigentum in ihrem Herkunftsland aufgeben zu müssen. Wir wollen, dass die doppelte Staatsbürgerschaft wie bisher auch durch Geburt in Deutschland erworben werden kann, allerdings bis maximal durch die Enkel der Ersteingebürgerten. Dies schafft auch Kohärenz zur Regelung bei Auswanderern. Deutsche, welche aus rechtlichen Gründen ihre zweite Staatsbürgerschaft nicht ablegen können, müssen ihre deutsche Staatsbürgerschaft behalten können.

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5. Umgang mit dem politischen Islam

Der zunehmende Einfluss islamischer Verbände und Vereine, die der Religion eine politische Dimension geben wollen oder deren Werte mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sind, erfüllt nicht nur die jüdischen Deutschen mit Sorge.

Hier soll der Staat strenge Kriterien an Zusammenarbeit und Förderung anlegen. Organisationen, Verbände und Moscheen, die nicht ohne Wenn und Aber hinter Demokratie und Menschenrechten stehen, sollen verboten, geschlossen und ggf. strafrechtlich verfolgt werden. Staatsverträge dürfen nur nach strengen Maßgaben geschlossen werden. Finanzielle und weisungsgebende Einflussnahme ausländischer Regierungen auf deutsche Organisationen und Personengruppen ist strikt zu unterbinden.

Die CDU steht für eine gleichberechtige Religionsfreiheit und –ausübung nach dem Grundgesetz. Viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte bringen unterschiedliche Religionen, manchmal aber auch keinen Glauben mit. Wir begrüßen die religiöse Vielfalt in Deutschland, die durch die Einwanderung in unser Land entstanden ist. Dies gilt für Religionen mit einer langen und kurzen Tradition in unserem Land. Neben dem Christentum und den angehörenden orthodoxen und orientalischen Kirchen, dem Judentum, dem Islam, dem Hinduismus oder auch dem Buddhismus gibt es in Deutschland zahlreiche Glaubensrichtungen und religiöse Gruppierungen.

Als SPD wollen wir eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Hasspredigern und Islamistinnen und Islamisten durchsetzen. Ein Großteil fundamentaler Islamisten in Deutschland radikalisiert sich hier, in unserem Land. Wir werden extremistische islamistische Moscheen schließen und ihre Finanzierung unterbinden.

Mit den vielen nicht-radikalen Moscheegemeinden und islamischen Verbänden werden wir zusammenarbeiten. Wir stärken die gute Beratungs- und Präventionsstruktur vor Ort und sorgen frühzeitig dafür, dass sich junge Menschen in unserem Land nicht radikalisieren. Hasspropaganda im Netz werden wir durch alternative Botschaften entgegentreten und, soweit möglich, strafrechtlich ahnden.

Muslime und der Islam sind Teil unseres Landes. Wir unterstützen die organisatorische Entwicklung von muslimischen Gemeinden und Organisationen, wenn sie sich in Deutschland nach deutschem Recht gründen und wenn sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung achten. Erfüllen sie die Voraussetzungen, dann stehen ihnen auch die Möglichkeiten unseres bewährten Religionsverfassungsrechts offen.

Das Bild der Muslime in Deutschland wird vor allem von Kräften geprägt, die nicht für sich beanspruchen können, „die Muslime“ zu repräsentieren. Das gilt sowohl für salafistische Prediger und ihre Anhänger als auch für einzelne der größeren Moscheeverbände. Leider wurde über Jahrzehnte hinweg nicht die Notwendigkeit gesehen, die mit der Zuwanderung steigende Zahl von Musliminnen und Muslimen überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und mit ihnen den Weg in ein kooperatives Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaft zu gehen. Um ein Beispiel zu nennen: Eine deutlich früher etablierte Ausbildung von Religionslehrern und Imamen hätte ihre Entsendung aus anderen Staaten entbehrlich gemacht. Dieses Versäumnis muss nun mühevoll korrigiert werden. Dabei sieht es DIE LINKE nicht als hilfreich an, alle Musliminnen und Muslimen pauschal unter den Verdacht des religiösen Extremismus oder gar Terrorismus zu stellen. Dass der Staat allerdings einschreiten muss, wo unter dem Deckmantel der Religion zu Gewalt und Gesetzesbruch aufgerufen wird, versteht sich von selbst.

Eine vielfältige, offene Gesellschaft baut auf die Grundrechte des Grundgesetzes. Sie halten unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt zusammen und sichern das friedliche Zusammenleben. Dazu gehört, dass Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, Kultur und Weltanschauung selbstbestimmt leben und sich gegenseitig respektieren. Das gilt sowohl für diejenigen, die neu dazukommen, als auch für diejenigen, die schon lange hier leben. Denn zu Pluralität und Demokratie gehört, dass sie sich Kritik und dem öffentlichen Diskurs stellen, eigene Ansichten nicht verabsolutieren und insofern nicht fundamentalistisch agieren. Egal wie wichtig es dem Einzelnen ist und um welches religiöse Bekenntnis es geht: Kein heiliges Buch steht über dem Grundgesetz. Religiösem Extremismus und Fanatismus stellen wir uns entschieden entgegen.

 

Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie verbietet es, religiöse Überzeugungen und Äußerungen nur deshalb zu verbieten, weil sie demokratischen Grundauffassungen nicht entsprechen. Gewaltbereite Formen des Islamismus müssen selbstverständlich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. Mit Ideologien die unserem Verständnis eines respektvollen Zusammenlebens aller Menschen widersprechen, suchen wir die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung für unsere Werte der Freiheit und Selbstbestimmung. Darüber hinaus finden wir, dass alle anderen in Deutschland lebenden Musliminnen und Muslime, die einer nicht-extremistischen Auslegung „des“ Islams anhängen, wertvolle Partnerinnen und Partner bei der Bekämpfung des (gewaltbereiten) Islamismus sein können.

Die AfD ist wohl die einzige Partei, die sich in aller Klarheit gegen den politischen Islam in Deutschland ausgesprochen hat. Das Wort der Kanzlerin und des Bundesfinanzministers wonach „der Islam“ zu Deutschland gehöre lehnen wir ab: Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Anders als andere Religionen, darunter das Judentum und das Christentum, hat der Islam noch keine innere Aufklärung erlebt. Im Gegenteil, wer den Islam historisch kritisch ausleucht läuft Gefahr, einer Fatwa ausgesetzt zu werden. Wie Umfragen belegen, stellt ein erheblicher Teil der in Europa lebenden Muslime ihre religiös begründeten Gesetze über die staatliche Rechtsordnung. Insbesondere die Ungleichbehandlung der Frau aber auch die der „Ungläubigen“, die Gesetze der Scharia, einzelne Suren, Teile des „Dschihads“ sowie die Umma als weltweite Gemeinschaft zur Durchsetzung dieses Islam können und dürfen in einem demokratischen Rechtsstaat keine Wirkmächtigkeit erlangen. Wir verweisen für Details auf das Grundsatzprogramm (Kapitel 7.6) und das Bundestagswahlprogramm (Kapitel 6) der AfD.

Zentral ist für uns Freie Demokraten bei jeder Religionsausübung die Orientierung am Grundgesetz.

Wo das Grundgesetz als objektive Werteordnung unserer Gesellschaft missachtet und Gesetze verletzt werden, endet die Toleranz. Verständnis für religiösen oder ideologischen Fundamentalismus darf es nicht geben. In diesem Zusammenhang lehnen wir auch die Einflussnahme aus dem Ausland durch die Finanzierung religiöser Vereine und Einrichtungen ab, wie zum Beispiel durch die Türkei und Saudi-Arabien in Bezug auf bestimmte Moscheegemeinden.

Wir fordern wirksame Maßnahmen gegen den radikalen Salafismus. Dabei setzen wir auch auf die Kooperation mit all jenen Musliminnen und Muslimen und entsprechenden Verbänden, die Intoleranz, Gewalt und religiösen Extremismus bekämpfen wollen. Unser Ziel ist ein flächendeckendes Vorgehen, das Repression und Prävention vereint.

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4. Israel

Viele Juden sehen in Israel ihre spirituelle Heimat. Die besondere Verbindung zwischen Deutschland und dem demokratischen, jüdischen Staat, Israel, basiert auf der Geschichte; heute ist sie jedoch wesentlich durch die Wertegemeinschaft beider Demokratien sowie durch die in beiden Ländern ähnlichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragestellungen geprägt.

Von Deutschland erwarten wir im Friedensprozess eine solidarische Unterstützung Israels und Verständnis dafür, dass die Erfüllung des palästinensischen Wunsches nach Selbstbestimmung nicht zu weiteren Bedrohungen von Israels Sicherheit führen darf. Neben den radikal-islamischen Gruppen ist der Iran die größte Bedrohung Israels und der freien Welt; ihm ist durch Härte statt durch Appeasement zu begegnen.

Wir bekennen uns zur besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel als jüdischem, demokratischen Staat. Das Existenzrecht und die Sicherheit Israels sind für uns nicht verhandelbar. Deutschland und Europa haben ein hohes Interesse an Frieden und Stabilität im Nahen Osten. Wir treten deswegen für eine Zwei-Staaten-Lösung ein: mit Israel in dauerhaft sicheren Grenzen und einem lebensfähigen palästinensischen Staat. Wir tragen dazu bei, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen. Dazu gehört es auch, notwendige Kritik zu üben. Wir wollen den Austausch deutscher und israelischer Jugendlicher intensivieren.

Angesichts der besonderen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels ebenso wie angesichts der zunehmenden Instabilität in der Region, muss Deutschland zusammen mit seinen europäischen Partnern weiterhin mit aller Kraft Initiativen zur Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses unterstützen. Der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern ist in schweres Fahrwasser geraten. Die Kräfte auf beiden Seiten, die ein Interesse an einem Aussöhnungsprozess haben, drohen ins Hintertreffen zu geraten. Auch in der aktuell äußerst angespannten Situation erwarten wir von den beteiligen Parteien, dass sie alles tun, um die gegenwärtige Lage zu deeskalieren. Wir sind fest davon überzeugt, dass eine umfassende Friedenslösung im Nahen Osten nur auf der Grundlage der Vereinbarungen von Oslo erreicht werden kann. Wie wir auch in unserem Grundsatzprogramm festgeschrieben haben, setzen wir auf die Schaffung zweier souveräner und lebensfähiger Staaten im Rahmen einer Verhandlungslösung. Einseitige Schritte – egal von welcher Seite –, die einer endgültigen Friedenslösung entgegenstehen, müssen beendet werden.
DIE LINKE sieht Deutschland in einer besonderen Verantwortung gegenüber Israel. Nach unserer Überzeugung kann die Sicherheit Israels langfristig nur über eine Friedenslösung mit der palästinensischen Seite erreicht werden. Ziel einer solchen Lösung ist ein lebensfähiger palästinensischer Staat in völkerrechtlich verbindlichen Grenzen. Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass wesentliche Akteure auf beiden Seiten aus innenpolitischen Gründen kein Interesse an einer solchen Zwei-Staaten-Lösung erkennen lassen. Einige Staaten der Region wirken nicht an einer Friedenslösung mit, sondern tragen aus machttaktischem Kalkül zur weiteren Eskalation bei. Der einzige Ausweg besteht für uns darin, auf allen Seiten die friedensorientierten Kräfte zu stärken.

Die besondere historische, kulturelle, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Verbindung zwischen Deutschland und Israel ist ein Eckpfeiler deutscher Außenpolitik. Wir bekennen uns zu der besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber dem Staat Israel, seinem Existenzrecht und seinem Recht, in Sicherheit und in gesicherten Grenzen zu leben. Wir wollen den vielfältigen deutsch-israelischen Austausch pflegen und vertiefen. Zugleich setzen wir uns ein für das Recht der Palästinenserinnen und Palästinenser in Selbstbestimmung, Frieden und Sicherheit frei von Besatzung unter Wahrung ihrer Menschenrechte in ihrem eigenen Staat zu leben. Wir sind davon überzeugt, dass ein dauerhafter Fortbestand Israels als demokratischer Staat nur durch die Schaffung eines souveränen, lebensfähigen und demokratischen Staates Palästina auf der Grundlage der Grenzen von 1967 zu gewährleisten ist. Wir lehnen jegliche Strategien auf beiden Seiten ab, die Völkerrecht brechen oder auf Gewalt und Konfrontation setzen. Die fortgesetzte Schaffung von Fakten, die der Erreichung einer stabilen Zwei-Staaten-Regelung entgegenstehen, wird von uns kritisiert.

Hinsichtlich einer Lösung des israelisch-arabischen Konflikts meint die AfD heute, dass nur die Beteiligten vor Ort bilateral und ohne Vorbedingungen eine für sie tragfähige Lösung finden und dann ggf. mit Hilfe von Außen umsetzen können. Als Außenstehende möchten wir uns nicht anmaßen, Lösungsmodelle besser einschätzen zu können als die Beteiligten, die letztlich alleine die Konsequenzen tragen müssen. Als Vorbedingung für jegliche friedliche Lösung ist es allerdings zwingend notwendig, dass unverzüglich und bedingungslos Terror und Gewalt abgeschworen wird, um perspektivisch in der Region in Frieden, Sicherheit und gemeinsam erarbeitetem Wohlstand zu leben. Dazu ist demokratische, rechtsstaatliche gesellschaftliche Weiterentwicklung notwendig mit dem Ziel, dass in der Region von allen die Menschenrechte und insbesondere auch die Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit geachtet werden. Die Korruption muss überall geächtet werden. Das sind Vorbedingungen dafür, dass Juden und Araber in friedlicher Koexistenz miteinander leben können, ähnlich wie bereits fast 2 Mio. muslimische Araber mit umfangreichen bürgerlichen und uneingeschränkten religiösen Rechten im Staate Israel leben. Solange allerdings die Mehrheit der palästinensischen Araber weiterhin die Existenz Israels ablehnt, ist ein Ziel dieser Art in weiter Ferne, denn solange der antisemitische Hass auf die Juden und Israel in der palästinensischen Gesellschaft andauert, ist das praktisch kaum denkbar.

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine unverminderte Fortsetzung des deutschen Engagements beim Friedensprozess im Nahen Osten ein. Dabei bleibt die Grundlage unserer Politik und Staatsräson das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels. Wir treten dabei für ein ausverhandeltes Zwei-Staaten Modell mit festen Grenzen ein, bei dem Israel und ein unabhängiger palästinensischer Staat nebeneinander in Sicherheit und Frieden leben können. Dabei wollen wir ausdrücklich die guten Erfahrungen beim europäischen Friedens- und Einigungsprozess mit einbringen.
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3. Jüdische Religion

Das Judentum ist seit über 1500 Jahren auch in Deutschland ansässig. Es ist Teil der deutschen Kultur und sein Fortbestand und Gedeihen wird vom Staat nach Kräften im Rahmen seiner Leitkultur unterstützt. Die jüdischen Deutschen verstehen sich als loyale Bürger Deutschlands und haben hier ihre Heimat. Qua Selbstdefinition hat das Judentum keine Ausbreitungstendenz und strebt keine Veränderung des gesellschaftlichen Miteinanders an.

Die jüdischen Gemeinden bereichern Deutschland. Sie sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Es ist Grund zur Freude, dass viele Juden in Deutschland wieder ihre Heimat sehen. Wir werden die jüdischen Gemeinden und die jüdische Wohlfahrtspflege bei der Betreuung von Zuwanderern weiter unterstützen. Eine zentrale Aufgabe bleibt, auch künftig an das unermessliche Leid zu erinnern, das den Juden unter den Nationalsozialisten zugefügt wurde.

Die jüdische Religion, Juden und Jüdinnen sowie die jüdische Kultur waren und sind Teil Deutschlands. Die SPD ist ein verlässlicher Partner der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Die jüdischen Gemeinden haben in den letzten Jahrzehnten große Integrationsleistungen vollbracht. Das drückt sich aus in jüdischen Kindergärten, Schulen, Jugendzentren und Seniorenheimen. Auch die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland erbringt wichtige Sozialleistungen. Dieses Engagement würdigen wir mit dankbarer Anerkennung und wollen es auch weiterhin staatlich fördern.

Als SPD fühlen wir uns dem jüdischen Erbe auch in unserer eigenen Partei besonders verpflichtet. Die Sozialdemokratie in Deutschland ist stolz auf ihre jüdischen Gründungsväter und -Mütter. Darüber hinaus gibt es einen bundesweit arbeitenden Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, der wichtige Impulse in die Partei und darüber hinaus gibt.

Wir sind froh, dass es nach und trotz der Shoah weiter jüdisches Leben in Deutschland gab und gibt. Vor dem historischen Hintergrund nicht nur der Shoah, sondern auch jahrhundertelanger Diskriminierung und Ächtung von Jüdinnen und Juden, ist es uns ein besonderes Anliegen, jüdisches Leben zu fördern und zu schützen.

Wir sind dankbar für das vielfältige jüdische Leben und die erneute Verwurzelung jüdischer Kultur in Deutschland. Ein starkes und vielfältiges Judentum bereichert das Zusammenleben und festigt den Zusammenhalt in Deutschland und Europa. Es darf keine Diskriminierung geben. So wollen wir die Diskriminierung jüdischer Kontingentflüchtlinge gegenüber Spätaussiedlern im Rentenrecht aufgrund ihrer Religion beenden.

Papst Benedikt nannte aus christlich-katholischer Sicht die Juden „unsere älteren Brüder“. Dem Judentum entstammt die Idee des Menschen als „Abbild Gottes“ woraus sich letztlich Art. 1 GG, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist, ableitet. Neben dem Christentum, den antiken griechischen Denkern, Humanismus und Aufklärung ist somit das Judentum eine Säule der modernen westlichen Welt mit ihren universalen Werten. Dass sich jüdisches Leben nach den abscheulichen Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland wieder lebendig entwickeln konnte, ist eine der großen Errungenschaften der Nachkriegszeit. Für die AfD ist dies Anlass zur Freude wie zur Dankbarkeit zugleich aber auch Verpflichtung, diesen Zustand lebendig und jederzeit angstfrei zu erhalten.

Wir Freie Demokraten sind sehr glücklich, dass jüdisches Leben in Deutschland stattfindet. Wir bedauern zutiefst, dass es aber leider immer noch Anfeindungen und Vorurteilen ausgesetzt ist. Synagogen und andere Einrichtungen jüdischen Lebens unter Polizeischutz sind dafür traurige Zeugen.

Wir Freie Demokraten setzen uns dafür ein, dass jüdisches Leben wie selbstverständlich respektiert wird.

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2. Der Staat als neutraler Rechtsstaat

Der Staat hat die Aufgabe, diese freiheitlich-demokratische Leitkultur zu schützen. Dazu gehört auch, seinen Bürgern äußere, innere und soziale Sicherheit zu gewährleisten. Bei der Gratwanderung zwischen Sicherheit und dem Erhalt persönlicher Freiheitsrechte ist unser Vertrauen in den Rechtsstaat groß. Der Rechtsstaat soll wehrhaft sein. Diejenigen, die seine Leitkultur nicht akzeptieren sollen sanktioniert oder – wenn möglich – des Landes verwiesen werden.

Die Kraft des Rechtsstaats hängt u.a. von drei Komponenten ab:
1. dem Besitz von Sanktionsmitteln, 2. von der Bekanntheit dieser Mittel bei den Adressaten und 3. vom glaubwürdigen Einsatz, dieser Mittel.

Der Staat soll die Trennung zu religiösen Institutionen bewahren. Es soll für keine Religion gesonderte Gebetsräume in öffentlichen Gebäuden geben und abgesehen vom Religionsunterricht sollen keine Ausnahmen von Lehrplaninhalten öffentlicher Schulen gemacht werden.

Zu Recht erwarten die Menschen in Deutschland einen starken Staat, der sich schützend vor sie stellt, damit sie auch in Zukunft sicher und frei leben können. Genau hierfür arbeiten CDU und CSU. Deutschland ist ein tolerantes und weltoffenes Land. Doch Toleranz und Weltoffenheit sollte niemand als Schwäche missverstehen. Unsere Demokratie ist wehrhaft, unser Rechtsstaat ist stark. Extremisten und Terroristen zu bekämpfen und unsere Freiheit und offene Gesellschaft zu verteidigen, sind zwei Seiten derselben Medaille. CDU und CSU treten jeder Form von Extremismus, jeder Form von Gewalt und Terror entschieden entgegen – unabhängig davon, ob es sich um Linksextremisten, Rechtsextremisten oder gewaltbereite Islamisten handelt. Wir sind auf keinem Auge blind.

Der Staat ist in Deutschland religiös neutral. Allerdings gibt es in Deutschland eine positive Kooperationsbeziehung zwischen dem Staat und Religionsgemeinschaften und religiösen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Bei Gebetsräumen in öffentlichen Institutionen ist es entscheidend, dass diese für Angehörige aller religiösen Bekenntnisse offen sind.

Die Lehrpläne der Schulen müssen in jedem Fall verfassungskonform sein: das gilt sowohl für den Religionsunterricht als auch für den Ersatzunterricht (Religionskunde, Ethik, Philosophie etc.).

Unser Land ist heute demokratischer, offener, moderner, und freier als jemals zuvor. Unser kulturelles Leben ist einzigartig. Ebenso wie unsere Zivilgesellschaft mit ihren vielen unterschiedlichen Vereinen, Verbänden und Initiativen, den Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Religionsgemeinschaften, in denen sich Millionen Menschen ehrenamtlich engagieren. Auf diese vielfältige Kultur sind wir stolz.

Sicherheit ist ein zentrales Bedürfnis der Menschen. Es ist die Aufgabe des Staates für diese Sicherheit zu sorgen. Es gilt, die soziale Sicherheit zu gewährleisten. Unser Sozialstaat ist eine Errungenschaft. Er sorgt für sozialen Ausgleich, stärkt unsere Wirtschaft und gibt den Menschen die Sicherheit, die sie brauchen, um über ihr Leben selbst zu bestimmen. Bürgerinnen und Bürger sollen darauf vertrauen können, nach jahrzehntelanger Arbeit im Alter ein auskömmliches Einkommen zu beziehen und bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit bestmöglich versorgt zu sein. Und beim Verlust des Arbeitsplatzes erwarten sie eine gute Absicherung. Ein Sozialstaat, der die Bürgerinnen und Bürger unterstützt, erhöht die Sicherheit und fördert gesellschaftlichen Fortschritt und Wandel. Wir werden den Sozialstaat noch besser machen, damit sich in Zukunft alle auf ihn verlassen können.

Wir brauchen einen starken und handlungsfähigen Rechtsstaat, in dem Gefahren erkannt, Verbrechen bekämpft sowie Straftäterinnen und Straftäter verfolgt werden. Nur Reiche können sich einen schwachen Staat leisten und sich private Sicherheitsdienste kaufen. Körperverletzungen, Vandalismus, Diebstähle und vor allem Wohnungseinbrüche beeinträchtigen die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Menschen. Wir wollen, dass sich unsere Behörden konsequent der sogenannten Alltagskriminalität annehmen – durch mehr Prävention und effektive Strafverfolgung. Ausländerinnen und Ausländer, die schwere Straftaten begehen, sollen nach Verbüßung ihrer Strafe unverzüglich abgeschoben werden. Die Möglichkeit zur Abschiebung straffälliger Ausländerinnen und Ausländer haben wir bereits erleichtert.

Deutschland hat ein bewährtes Religionsverfassungsrecht, das neuen Religionsgemeinschaften offensteht, wenn sie die Kriterien dafür erfüllen.

Der demokratische Rechtsstaat gilt für alle Bürgerinnen und Bürger. Er hat auch für deren Sicherheit zu sorgen sowie Verstöße gegen Recht und Ordnung ohne Ansehen der Person konsequent zu ahnden.

Die Trennung von Staat und Kirche bzw. Religionen ist hierzulande grundlegend. Das muss auch so bleiben, sowohl im Alltag als auch an staatlichen Schulen. Deshalb plädiert DIE LINKE auch für ein für alle Schülerinnen und Schüler verbindliches Unterrichtsfach Ethik statt Religionsunterricht, sodass die Schülerinnen und Schüler mit allen großen Glaubensrichtungen und deren Bräuchen vertraut werden.

Wir wollen einen starken Rechtsstaat, der vor Kriminalität und Terror schützt und den Bürgerrechten verpflichtet ist. Religiöse und politische Fanatiker fordern unseren Rechtsstaat heraus. Wir stellen uns ihnen entschlossen, effektiv und rechtsstaatlich entgegen, mit zielgerichteter Gefahrenabwehr statt mit pauschalen Verdächtigungen und Massenüberwachung. Dabei ist für uns klar: Freiheit ist ohne Sicherheit nicht zu haben – und das gilt auch umgekehrt. Bei allem staatlichen Handeln ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren.

 

Das deutsche Recht sieht eine „wohlwollende Neutralität“ gegenüber Religionsgemeinschaften vor. Religionsgemeinschaften dürfen also mit dem Staat kooperieren (v.a. hinsichtlich bekenntnisorientiertem Religionsunterricht; Theologie an staatlichen Hochschulen; Seelsorge in Bundeswehr, Krankenhäusern und Gefängnissen). Dazu stehen wir, denn wir betrachten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften als wichtige Kräfte der Zivilgesellschaft.

 

Wir finden: Deutschland ist ein vielfältiges Land, zu dem all jene gehören, die darin leben, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Religionszugehörigkeit. Wir wollen, dass alle Religionsgemeinschaften im Rahmen unserer Rechtsordnung und der Wertordnung des Grundgesetzes die gleichen Rechte wahrnehmen können. Für uns ist aber klar: Das Gewaltmonopol liegt beim Staat, so dass religiöses Strafrecht bei uns unter keinen Umständen und von niemanden angewendet werden darf.

Wie bereits unter der ersten Frage dargelegt, fehlt es heute vielfach schon am Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Leitkultur. So kennt etwa die machtvolle Politik der „Recognition“ (Anerkennung) eine „invertierte Diskriminierung“, die von sogenannten Minderheiten beansprucht werden darf. Das bedeutet in der Praxis Privilegien was wiederum in der Konsequenz zu politischer Ungleichheit führt. Sonderrechte und erst recht parallele Rechtsräume legen die Axt an den Rechtsstaat, denn: „Auf der Gleichheit der Rechte beruht jedoch der Bürgerstaat und die Idee der Republik…“ (Egon Flaig). Die AfD weist unermüdlich auch auf diese Gefahr für die Republik hin.

Der Rechtsstaat ist bereits in einer Krise was sich ganz besonders in der rechtswidrigen Grenzöffnung durch die Bundeskanzlerin manifestiert. Wer widerrechtlich staatliche Grenzen für alle und in einer theoretisch unlimitierten Weise öffnet, der vergeht sich wiederum am Kernbestand jeder Staatlichkeit. Weder innere noch äußere Sicherheit und schon gar nicht sozialer Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt können so gewährleistet werden. Man kann bekanntlich entweder einen Sozialstaat oder offene Grenzen haben, jedoch nicht beides zugleich. Bereits darum ist die Grenzöffnung durch die Kanzlerin widerrechtlich, denn das Grundgesetz kennt das Sozialstaatsgebot. Dass die Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit auch bewusst um die Wahrheit betrogen wurde, ist erst verspätet durch ein Buch („Die Getrtiebenen“) bekannt geworden.

Das Grundgesetz kennt den Begriff Religionsfreiheit nicht, sondern nennt lediglich Glaubens-, Bekenntnis- und Gewissensfreiheit. Alle drei genannten Freiheiten sind privater Natur, die demnach keine Ansprüche oder Rechte gegenüber anderen Personen begründen können. Schon gar nicht kann in einer Republik göttliches Recht Grundlage eines allgemeinen Gesetzes sein. Die Trennung von Erster und Zweiter Welt (Diesseits und Jenseits), von weltlicher und religiöser Macht sind grundlegend für jede wirkliche Republik.

Der Rechtsstaat hat die Pflicht, die Freiheit und die innere Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten und Sicherheitsrisiken zu minimieren. Was der inneren Sicherheit tatsächlich dient und im Rahmen unserer Verfassung bleibt, muss auch getan werden. Dieser Rahmen ist aber auch gleichzeitig die Grenze für Art und Weise seines Tätigwerdens und die angewandten Mittel. Zentrales Wesen des Rechtsstaates ist dabei seine Neutralität. Auch hinsichtlich der Religionsgemeinschaften hat der Staat seine Pflicht zur Neutralität zu beachten und die verfassungsgemäße freie Religionsausübung zu gewährleisten.

Das bedeutet auch, dass solange christlicher Religionsunterricht erteilt wird, auch anderen nach dem Grundgesetz anerkannten Religionsgemeinschaften Religionsunterricht möglich sein muss. Wir Freie Demokraten setzen uns über die Gewährleistung von Religionsfreiheit und der Gleichbehandlung von Religionen hinaus für eine größtmögliche Trennung von Kirche und Staat ein.

Aktivitäten

1. Freiheitlich-Demokratische Leitkultur

Die Werte, welche das Grundgesetz, die Traditionen und Üblichkeiten entscheidend geprägt haben, sind christlich-jüdisch und haben zu einer freiheitlich-demokratischen Leitkultur geführt. Jeder, der hier lebt und diese Leitkultur akzeptiert, ist Teil der Gesellschaft. Die Gesellschaft ermöglicht dem Einzelnen das freie Ausleben seiner persönlichen Bedürfnisse und die Verfolgung seiner Ziele, solange sich diese nicht gegen Andere, die Gesellschaft und Gesetze stellen.

Wir wünschen uns Deutschland als Teil einer vitalen Europäischen Union.

Deutschland ist eine europäische Kulturnation, geprägt vor allem durch die christlich-jüdische Tradition und die Aufklärung. Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland ist die Werteordnung des Grundgesetzes. Auf diesem bewährten Fundament hat sich unsere Nation in einem demokratischen, freiheitlichen, sozialen und föderalen Rechtsstaat vereint. Hieran halten CDU und CSU fest. Je vielfältiger und pluraler eine Gesellschaft ist, desto mehr bedarf sie eines einigenden Bandes – unserer Leitkultur. Sie verbindet diejenigen miteinander, die in ein- und demselben Land leben und eine Schicksalsgemeinschaft sind. Wir arbeiten darauf hin, dass unsere Leitkultur als Grundlage unseres Zusammenlebens in Deutschland von allen hier lebenden Menschen anerkannt wird – unabhängig von Herkunft, Religion oder Bekenntnis. Zur Leitkultur gehören Prinzipien und Überzeugungen, die für uns unveräußerlich und unverzichtbar sind, zum Beispiel die Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen und die daraus folgenden Grund- und Menschenrechte, die Bejahung des freiheitlich demokratischen Rechtsstaats und das Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft, die Eigenverantwortung jedes Einzelnen fordert und Solidarität für unschuldig in Not geratene sicherstellt.

CDU und CSU verstehen sich als die Europaparteien Deutschlands. Es waren CDU und CSU, die die Westbindung der Bundesrepublik Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt haben. Diesem Erbe fühlen wir uns weiter verpflichtet.

Die SPD setzt sich für den Erhalt unserer offenen und freien Gesellschaft ein. Die ersten 20 Artikel unseres Grundgesetzes sind für uns die Basis unseres gemeinsamen Zusammenlebens.

Wir kämpfen für eine Gesellschaft, die jedem Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Identität und Religion respektvoll begegnet. Wir kämpfen für die Freiheit, dafür, dass alle ihre Meinung sagen und veröffentlichen können. Wir kämpfen auch für eine freie Presse und eine unabhängige Justiz. Wenn wir uns umschauen in Europa und der Welt, sehen wir diese Werte in Gefahr. Die SPD setzt sich für die Werte ein, damals wie heute.

Wir stehen wie keine andere Partei für die europäische Idee. Diese Idee eines geeinten Europas ist für mehr als 500 Millionen Menschen das Versprechen auf ein Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. Uns geht es um ein wirtschaftlich dynamisches, demokratischeres und sozialeres Europa, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt, Verständigung schafft und Zusammenhalt stiftet.

Die Bundesrepublik Deutschland ist bunt. Zu ihr gehören unter anderem auch die drei abrahamitischen Religionen: das Christentum, das Judentum und der Islam. Damit das vielfältige Leben möglichst konfliktfrei gelingt, bedarf es zweier anerkannter Normen: Das Grundgesetz, begonnen mit Artikel 1, und Deutsch als Gesellschaftssprache. Mehr allgemeine Regeln oder gar ein Katalog einer so genannten Leitkultur bedarf es nicht, sie grenzen nur aus.

DIE LINKE hat ein grundsätzlich positives Verhältnis zur europäischen Integration als Lehre aus einer Reihe europäischer und zweier Weltkriege, die ihren Ausgang wesentlich in Europa genommen haben.

DIE LINKE plädiert ausdrücklich für eine vitale Europäische Union. Nur, schönreden allein hilft nicht, besser machen ist angesagt. Die EU braucht nicht noch mehr Militär und Geheimdienste, wie aktuell gefordert wird. Eine neue Europäische Union verlangt mehr Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie, im Dienste der Entwicklung und des Friedens – weltweit.

Wir wollen das vereinte Europa stärken. Das einigende Band sind die zentralen Grundwerte der deutschen und europäischen Verfassungstradition: Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, die Gleichheit aller Menschen und der Geschlechter sowie ein selbstbestimmtes Leben für alle. Wer die Freiheit anderer einschränkt, verstößt gegen unsere Werte. Wir wenden uns allerdings gegen „Leitkultur“-Debatten, die ausgrenzen und spalten. Unsere Gesellschaft ist freiheitlich und pluralistisch, gerade darin liegt ihr zivilisatorisch-kultureller Fortschritt.

Eine „freiheitlich-demokratische Leitkultur“ wird von der AfD uneingeschränkt unterstützt. Allerdings sieht die AfD diese Leitkultur durch einen wesentlich falsch verstandenen und geistig nicht durchdrungenen Multikulturalismus akut gefährdet. So steht der Multikulturalismus, wenn er nicht lediglich als oberflächliche Folklore verstanden werden soll, im Gegensatz zu universalistischen Werten, wie sie vor allem aus der Moralphilosophie Kants erwachsen und die ihren Niederschlag in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gefunden haben. Denn kommunitäre Multikulturlisten forden nach kultureller Zugehörigkeit zu sortieren und dementsprechend auch eine rechtliche Separierung vorzunehmen. Letztlich führt dies zu Sonderrechten, was wiederum den von Huntington prognostizierten „clash of civilizations“ konsequent heraufbeschwört.

Bei der „freiheitlich-demokratische Leitkultur“ kann es sich freilich nur um eine freiheitlich-demokratische und deutsche Leitkultur handeln. Das ist selbstverständlich. Zu dieser Kultur gehören definitiv die deutsche Sprache und alles was mit dieser Sprache zusammenhängt (Literatur, Theater, Philosophie, einfachste bis zur kompliziertesten individuellen Sprach-Kommunikation, Medien). Dazu gehört aber auch unsere erfolgreiche technisch-wissenschaftliche Kultur, die für die Zukunft immer wichtiger wird. Nicht zuetzt gehört zur deutschen Leitkultur auch eine starke Lernkultur, die in unseren Schulen immer mehr verloren geht.

Bereits der Begriff „Leitkultur“ führt bei vielen Intellektuellen, Politikern und weiteren Vertretern der Gesellschaft zu reflexhaften Abwehrreaktionen, so dass eine wirklich offene und freie Debatte zu diesem, aber auch zu vielen anderen Themen nicht erfolgen kann. Darin erblickt die AfD eine Bedrohung des Kernbestands unserer Republik. Denn wo keine Debatte stattfindet, kann die Öffentlichkeit nicht als republikanisches Forum dienen und folglich keine Wahrheitsfindung mehr stattfinden. Dies geht einher mit einem Verlust an Wirklichkeit im öffentlichen und politischen Raum, was nach Hannah Arendt die “größte Gefahr in der Moderne” ist, denn – so Arendt weiter – “Wenn der Widerstand durch Wirklichkeit fehlt, dann wird prinzipiell alles möglich.”

Neben den bereits genannten Wurzeln unserer Werte sind die wohlverstandene Aufklärung und der Humanismus noch hinzuzufügen. Bei der Aufklärung müssen aus Sicht der AfD zumindest zwei Namen genannt werden. Zum einen Kant wegen seiner grundlegenden Arbeiten, seiner Moralphilosophie und seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“. Zum anderen Rousseau, weil er auf den Wert kleiner Einheiten hinwies, wie sie zum Bestand echter demokratischer Republiken und einem Recht, das diesen Namen verdient, notwendige Voraussetzung sind.

Die AfD sieht in der zentralisitsch organisierten Europäischen Union, die sich ja verpflichtet, eine „immer engere Union“ zu werden, eine Bedrohung eines politisch wie wirtschaftlich starken und vielfältigen Europa. Als Paradebeispiel verfehlter Politik dient der Euro, der als politisches Projekt in Dauerrettung mittels der EZB so tut, als gäbe es bereits einen Staat EU. Die Währungshoheit sieht die AfD allerdings als einen Kernbestand echter Staatlichkeit. Folglich verstößt die Handlungsgweise der EZB nach Auffassung der AfD fortgesetzt gegen Recht und Gesetz, vor allem gegen den Maastricht Vertrag. Auch daher will die AfD die EU grundlegend reformieren und fordert in ihrem Grundsatzprogramm ein „Europa der Vaterländer“. Sie sieht sich dabei in der Tradition von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle.

Wir Freie Demokraten sind überzeugt, dass das Grundgesetz das Leitbild für unsere Gesellschaft enthält.

Das Grundgesetz ist die freiheitlichste Verfassung, die Deutschland je hatte. Es ist daher keine kalte Regelsammlung, sondern eine objektive Wertordnung. Es ist die Grundlage unseres Zusammenlebens.

Es garantiert die Gewissens- und Glaubensfreiheit sowie die Gleichbehandlung der unterschiedlichen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften; das Grundgesetz ist nicht getauft. Die Ordnung des Grundgesetzes ist daher offen für alle, die seine Werte teilen – unabhängig von Religion und Weltanschauung. Im Rahmen dieser Ordnung muss es jedem Menschen aber auch freigestellt sein, so zu leben, wie er es für richtig hält; auch wenn dies den Traditionen der Mehrheitsgesellschaft widersprechen mag. Denn wir lehnen es prinzipiell ab, wenn eine Mehrheit versucht, dem einzelnen Individuum ihre Kultur aufzuzwingen, sondern respektieren jeden Menschen so, wie er ist. Deshalb fordern wir Freie Demokraten aber auch von jedem, der hier lebt oder leben möchte, Respekt vor den Grundrechten, dem Rechtsstaat und seinen Gesetzen. Bei innerer Liberalität und Toleranz kann es für niemanden Rabatt geben. Die Werte unseres Grundgesetzes sind nicht verhandelbar. Ebenso wie die gemeinsamen Werte, die sich die Europäische Union gegeben hat. Für uns Freie Demokraten liegt die Zukunft Deutschlands klar in Europa.

Aktivitäten

Die Antworten der Parteien 2017

Wir haben die Parteien CDU, CSU, SPD,  Grüne, FDP, Linke und AfD am 2.5.2017 angeschrieben und um Stellungnahme bis zum 6.6.2017 zu unseren Punkten gebeten. Das angestrebte Veröffentlichungsdatum ist der 12.6.2017.

Die Antworten der AfD haben wir erst am 23.6.2017 erhalten, nachdem die Stellungnahmen der anderen Parteien bereits veröffentlicht waren.

Die Reihenfolge entspricht 1. den Sitzen im Bundestag, 2. den Sitzen in den Landtagen mit Stand 13.5.2017.