Aktivitäten

Offener Brief: Keine “Neutralität” gegenüber Judenhass!

01.04.2026

Nachfolgendes Schreiben haben wir heute an die Geschäftsführer der Astor Film Lounge MyZeil in Frankfurt am Main, Hans-Joachim und Tom-Laurence Flebbe, gesendet.

Sehr geehrte Herren Flebbe,

mit großem Unverständnis nehmen wir die Entscheidung Ihres Theaterleiters zur Kenntnis, die Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt im Rahmen der Jüdischen Filmtage 2026 abzusagen.

Die wirtschaftliche Begründung erscheint uns hierbei als ein vorgeschobenes Argument, da unseres Wissens die Jüdische Gemeinde Frankfurt bereit gewesen wäre, einen Mindestumsatz zu garantieren. Ihr Theaterleiter begründet den Rückzug der Astor Film Lounge ferner mit der bestehenden Sicherheitslage und mit dem Hinweis, in Deutschland müsse es „noch erlaubt sein, sich als Kino neutral zu verhalten“. Genau diese Begründung macht den Vorgang so gravierend. Hier geht es um die Distanzierung von jüdischem Leben unter dem Eindruck von Bedrohung und antisemitischem Druck. Wenn sich die Astor Film Lounge in einer solchen Lage auf „Neutralität“ beruft, steht sie nicht außerhalb des Problems, sondern wird Teil davon.

Die Entscheidung der Astor Film Lounge Frankfurt zeigt, wie Antisemitismus auch wirkt: nicht nur durch offene Gewalt, Bedrohungen und als dauerhaftes Gefahrenpotenzial gegenüber Juden, jüdischen Einrichtungen und Veranstaltungen, sondern auch durch die Anpassung derer, die diesem Druck nachgeben. Wenn eine Kooperation mit einer jüdischen Gemeinde als zu heikel gilt, wenn Polizeischutz nicht als notwendige Schutzmaßnahme für jüdisches Leben verstanden wird, sondern als Störfaktor und Anlass, sich zurückzuziehen, dann ist das nichts anderes als eine Kapitulation vor genau den Kräften, die Juden aus dem öffentlichen Raum drängen wollen. Sich auf „Neutralität“ zu berufen, ist in diesem Kontext eine Verharmlosung der bitteren und gefährlichen Realität.

Zivilcourage würde etwas anderes bedeuten: an der Zusammenarbeit festzuhalten, sich sichtbar an die Seite jüdischer Partner zu stellen, klarzumachen, dass Drohungen und antisemitische Feindseligkeit nicht darüber entscheiden dürfen, wer in dieser Gesellschaft willkommen ist und wer nicht, wer mit wem kooperiert und mit wem nicht. Antisemitismus ist keine legitime Meinung und darf es niemals werden. Antisemitismus ist immer auch ein Angriff auf die Demokratie. Denn wo Juden nicht mehr sicher sind, wo gesellschaftliche Gruppen als solche bedroht und aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden, ist die Freiheit insgesamt gefährdet.

Wir fordern Sie deshalb auf, Ihre Haltung zu überdenken.
Wir fordern Sie auf, öffentlich klarzustellen, dass es keine Neutralität gegenüber Antisemitismus geben kann. Wir fordern Sie auf, Verantwortung zu übernehmen und deutlich zu machen, dass jüdisches Leben, jüdische Veranstaltungen und jüdische Partner in Ihrem Haus nicht unter Vorbehalt stehen und nicht abgewiesen werden, wenn es unbequem wird. Wir erwarten von kulturellen Einrichtungen in diesem Land, dass sie sich nicht ausgerechnet dann zurückziehen, wenn Haltung gefragt ist.

Jüdisches Leben gehört in die Mitte dieser Gesellschaft. Sichtbar, selbstverständlich und ohne jede Einschränkung durch Angst und Bedrohung. Wer sich aufgrund von Druck von jüdischen Partnern und Freunden distanziert, belohnt Antisemitismus und lässt die Bedrohten im Stich.

Mit freundlichen Grüßen

Elio Adler

-Vorstandsvorsitzender-

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Antisemitismus in der Linken: Warum ich ausgetreten bin. Ein Bericht

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Er zieht die Reißleine und verlässt die Partei Die Linke. Im WI-Talk spricht Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter des Landes Brandenburg, über die vordergründigen — und über die tieferliegenden Gründe für diesen Schritt. Er beschreibt ein strukturelles Problem der Partei mit Antisemitismus: die Weigerung, bestimmte Formen von Judenhass klar zu benennen, die Relativierung jüdischer Perspektiven und einen politischen Umgang mit Zionismus, der jüdische Selbstbestimmung infrage stellt. Wir sprechen darüber, was Büttners Bruch mit der Partei über den Zustand der Linken sagt und ob sie überhaupt noch ein politischer Ort für Demokraten ist. Ein Gespräch über Antisemitismus, politische Verdrängung und das politische Wegdefinieren von realem Judenhass.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Aktivitäten

Stellungnahme: Buchenwald ist kein Laufsteg für antisemitische Agitation!

Stellungnahme 16.03.2026

Die WerteInitiative unterstützt die vom Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender veröffentlichte Stellungnahme gegen die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“.

Buchenwald ist ein Ort des Gedenkens an die Opfer der Shoah.

Buchenwald ist kein Ort für Täter-Opfer-Umkehr und Holocaust-Relativierung, keine Bühne für israelfeindliche Agitation und kein Schauplatz für Aktivismus, der jüdische Perspektiven verdrängt. Wer an einem Ort, an dem Jüdinnen und Juden ermordet wurden, das Gedenken mit einer gegenwartsbezogenen politischen Inszenierung überlagern will, greift die Würde des Erinnerns und die Grundlagen unserer Erinnerungskultur an.

Für uns ist klar: Antisemitismus muss auch dann benannt werden, wenn er sich als vermeintliche Israelkritik, als Symbolpolitik oder als Erinnerungskonkurrenz tarnt.

Wir stehen an der Seite der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und aller, die ein würdiges Gedenken verteidigen.

Zur vollständigen Stellungnahme:

https://n-j-h.de/stellungnahme-zur-kampagne-kufiyas-in-buchenwald/

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Ende des Mullah-Regimes? Zur aktuellen Situation im Iran

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In dieser Folge schauen wir auf den Iran – und zwar nicht nur auf einzelne Schlagzeilen, sondern auf die Dynamik dahinter: Protestzyklen und Regime-Stabilität, Opposition im Land und in der Diaspora und die Rolle der Revolutionsgarden, der IRGC. Wir ordnen ein, was diese Proteste von denen von 2022 und früheren unterscheidet, welche Auswirkungen der Tod von Ayatollah Ali Khamenei hat und sprechen auch über die Rolle von Kronprinz Reza Pahlavi. Außerdem geht es darum, wie antisemitische Regimepropaganda wirkt und was jetzt politisch passieren muss.

Unser Gast ist Fathiyeh Naghibzadeh. Sie stammt aus dem Iran, lebt seit 1985 im Exil in Deutschland, ist Mitgründerin des Mideast Freedom Forum Berlin und arbeitet und berät seit vielen Jahren zu Politik, Struktur und Ideologie der Islamischen Republik Iran, zur Situation der Frauen sowie zu Antisemitismus.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Iran im Herzen. Ein Journalist zwischen persönlicher Betroffenheit und politischer Analyse

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Das iranische Regime steht seit Jahren für Repression, Hinrichtungen und die systematische Unterdrückung von Frauen, Oppositionellen und Minderheiten. Doch erst mit den jüngsten Protesten mit zehntausenden Toten und Inhaftierten scheint sich in der deutschen Politik und Öffentlichkeit etwas zu tun. Und das sehen wir nicht zuletzt auf den Straßen: Es wird laut und sichtbar demonstriert, doch einheitlich sind die Forderungen und politischen Kräfte keineswegs. Mit dem Demonstrationsgeschehen und mit der Situation im Iran kennt sich Iman Sefati bestens aus: Er ist Journalist, berichtet regelmäßig über die israelfeindliche Protestbewegung und schaut nun auch sehr genau bei den Iran-Demos hin.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Aktivitäten WI-Talk

Blitz-WI-Talk: Severin Kistner: Wie geht man mit Hakenkreuzen auf dem eigenen Wahlplakat um?

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Ein Wahlplakat wird mit Hakenkreuzen beschmiert – und plötzlich geht es nicht mehr nur um Kommunalpolitik, sondern um die Frage, wie belastbar unsere demokratische Kultur wirklich ist. In dieser Folge des WI-Talk sprechen wir mit Severin Kistner, Bürgermeisterkandidat in Starnberg über jüdische Sichtbarkeit in der Politik und darüber, was solche Vorfälle mit politischer Teilhabe machen – nicht nur bei Betroffenen, sondern in der ganzen Stadtgesellschaft.

Wir reden darüber, warum NS-Symbolik keine „Schmiererei“ ist, welche Grenzen eine Demokratie klar ziehen muss und was passieren muss, damit jüdisches Leben und jüdische Kandidaten nicht zur Zielscheibe werden – sondern selbstverständlich dazugehören.

Zum Merkur-Artikel: https://www.merkur.de/lokales/starnberg/starnberg-ort29487/plakat-von-severin-kistner-mit-hakenkreuzen-beschmiert-94151371.html

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Aktivitäten Meinungen

Pressemitteilung: Stellungnahme zur Eskalation der Gewalt im Iran

Pressemitteilung - 12.01.2026

Der jüdische Verein WerteInitiative e.V. erneuert seine Forderung nach einem deutlich schärferen Vorgehen gegen das iranische Mullah-Regime und die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) mit maximaler Dringlichkeit. Die Lage im Iran hat sich dramatisch zugespitzt. Das Regime geht mit äußerster Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vor. Berichten zufolge wurden bis zu 2.000 Menschen getötet, Strom und Internet werden abgeschaltet, um Proteste zu unterdrücken und Verbrechen zu verschleiern.

Diese Eskalation macht unmissverständlich klar: Das iranische Regime ist nicht reformfähig und wird von der iranischen Freiheitsbewegung unter höchsten Risiken und unter Einsatz ihres Lebens bekämpft. Es ist ein Unterdrückungsapparat, der seine eigene Bevölkerung terrorisiert und jede Form von Freiheit bekämpft.
Deutschland muss jetzt an der Seite der Menschen im Iran stehen! Unsere Forderungen sind durch die aktuelle Entwicklung dringlicher denn je. Wer weiterhin auf Zurückhaltung, Dialogformeln oder politische Schonung setzt, stärkt ein Regime, das Gewalt systematisch einsetzt.

Die Eskalation im Iran ist nicht nur ein außenpolitisches Thema – sie ist eine sicherheits- und innenpolitische Angelegenheit für Deutschland.

Das Mullah-Regime verfolgt Oppositionelle bis nach Europa, bedroht Exil-Iraner, greift jüdische und israelische Einrichtungen an und unterhält Netzwerke, die auch auf deutschem Boden aktiv sind. Die wiederholte Einflussnahme des iranischen Regimes in Deutschland stellt eine reale Gefahr für die innere Sicherheit dar. Juden, Israelis und regimekritische Iraner gehören hierzulande zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Zugleich ist das Regime ein zentraler Akteur des internationalen Terrorismus. Über Hamas, Hisbollah und weitere Proxys exportiert es Gewalt in die gesamte Region, destabilisiert den Nahen Osten und bedroht offen die Existenz Israels. Diese aggressive Außenpolitik ist untrennbar mit der brutalen Unterdrückung im Inneren verbunden.
Ein Regime, das Terror exportiert, agiert auch innerhalb unserer Gesellschaft gegen Freiheit, Sicherheit und demokratische Ordnung.

Wir appellieren daher erneut mit Nachdruck an die Bundesregierung:

  • Nutzen Sie alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten, um das iranische Mullah-Regime in die Schranken zu weisen.
  • Beenden Sie jede politische Normalisierung eines Regimes, das systematisch Menschenrechte verletzt.
  • Setzen Sie sich konsequent für ein umfassendes Betätigungsverbot der Islamischen Revolutionsgarde in Deutschland und für ihre EU-weite Terrorlistung ein.
  • Weiten Sie die Beobachtung IRGC-naher Netzwerke durch das Bundesamt für Verfassungsschutz, insbesondere im Umfeld von Moscheen, Vereinen und regimeloyalen Akteuren aus
  • Sanktionieren Sie gezielt regimenahe Personen und Organisationen auf Basis bestehender deutscher und europäischer Rechtsgrundlagen und frieren sie deren Vermögenswerte ein
  • Stärken Sie den Schutz iranischer Oppositioneller, jüdischer Einzelpersonen und Einrichtungen und israelischer Ziele in Deutschland.
  • Unterstützen Sie die iranische Freiheitsbewegung sichtbar, politisch und diplomatisch.

Deutschland erhebt den Anspruch, eine wehrhafte Demokratie zu sein. Dieser Anspruch muss sich jetzt bewähren. Wer Demokratie und Menschenrechte ernst nimmt, darf gegenüber einem islamistischen Terrorregime nicht neutral bleiben.

Die WerteInitiative e.V. steht solidarisch an der Seite der Menschen im Iran, die unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit, Würde und Selbstbestimmung gewaltfrei kämpfen. Deutschland darf nicht tatenlos zusehen, sondern muss im Sinne einer wertegeleiteten Politik und im Sinne der eigenen inneren Sicherheit und internationalen Glaubwürdigkeit handeln und Islamismus und Terrorismus entschieden die Stirn bieten.

Aktivitäten

Offener Brief: Kein Platz für Extremismus und Antisemitismusverharmlosung an der Uni Jena

Update (14.01.2025)

Universität Jena zieht Konsequenzen – ein wichtiges Signal gegen Extremismus

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat den geplanten Vortrag von Wieland Hoban, dem Vorsitzenden des als gesichert extremistische Bestrebung eingestuften Vereins „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“, abgesagt. Eine weitere Veranstaltung, ein Vortrag von Michael Lüders, der problematische Narrative zum Nahostkonflikt verbreitet, wird nun in einem veränderten Rahmen stattfinden. Die Jüdische Allgemeine berichtete. Zuvor hat es massive Kritik an den geplanten Veranstaltungen, auch von unserer Seite, gegeben. Die Entscheidung der Uni Jena begrüßen wir ausdrücklich. Ihr Handeln ist Ausdruck institutioneller Selbstkorrektur und demokratischer Wachsamkeit und zeigt, dass eine klare Haltung möglich ist und Wirkung entfaltet.

Mit der Ausladung von Wieland Hoban setzt die Universität Jena ein wichtiges Zeichen: Extremistische Ideologien dürfen nicht relativiert oder durch akademische Bühnen legitimiert werden. Diese Klarheit ist gerade angesichts des stark gestiegenen Antisemitismus in Deutschland von zentraler Bedeutung.

Als jüdisch-deutscher Verein haben wir uns im Vorfeld mit folgendem offenen Brief an die Universitätsleitung gewandt. Diesen finden Sie unten.

12.01.2026

Nachfolgendes Schreiben haben wir heute an den Präsidenten der Friedrich-Schiller Universität Jena, Prof. Dr. Andreas Marx, gesendet.

Sehr geehrter Herr Präsident Prof. Dr. Marx,
sehr geehrte Damen und Herren,

als jüdisch-deutscher Verein WerteInitiative e.V. wenden wir uns mit großer Sorge an Sie angesichts der Einladung von Michael Lüders (14. Januar 2026) und Wieland Hoban (28. Januar 2026) zu Vorträgen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frieden denken zu Zeiten des Krieges“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Universitäten tragen eine besondere Verantwortung für Wissenschaftlichkeit, demokratische Werte und den Schutz vor Antisemitismus. Diese Verantwortung gilt insbesondere dort, wo die Universität und ihre Mitglieder in die Öffentlichkeit und den öffentlichen Diskurs hineinwirken.

Wieland Hoban und extremistische Bezüge

Wieland Hoban ist Vorstandsmitglied des Vereins Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft diesen Verein als gesichert extremistische Bestrebung im Bereich des auslandsbezogenen Extremismus ein. Das Bundesamt dokumentiert, dass der Verein zentrale Narrative der BDS-Bewegung übernimmt, den Staat Israel delegitimiert und Teil eines Netzwerks ist, in dem auch extremistische Akteure agieren. Diese Aktivitäten richten sich nach Einschätzung des Verfassungsschutzes gegen grundlegende Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.[i]

Der Verein Jüdische Stimme normalisiert unter Berufung auf eine vermeintlich „jüdische Perspektive“ antisemitische Argumentationsmuster, relativiert den Terror antisemitischer Organisationen und trägt gezielt zur Delegitimierung Israels bei.[ii]

Die Einladung eines Vorstandsmitglieds einer vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Organisation bedeutet eine institutionelle Aufwertung entsprechender Positionen. Dies ist aus unserer Sicht mit dem Auftrag einer staatlichen Hochschule nicht vereinbar. Wir fordern daher ausdrücklich die Absage des Vortrags von Wieland Hoban.

Michael Lüders und problematische Narrative

Auch die Einladung von Michael Lüders sehen wir kritisch. In zahlreichen Veröffentlichungen und Medienauftritten verbreitet Lüders seit Jahren einseitige Darstellungen des Nahostkonflikts, die Israel systematisch als Hauptverursacher von Gewalt darstellen und dabei historische und politische Zusammenhänge verzerren. Immer wieder fällt auf, dass er selektiv mit Quellen umgeht, Desinformation reproduziert und wiederholt Narrative nutzt, die Antisemitismus befeuern.[iii] Lüders verwendet Begriffe und Deutungsmuster, die zur Delegitimierung des jüdischen Staates beitragen und antisemitische Topoi bedienen.[iv][v]

Kritik an israelischer Politik ist legitim, überschreitet jedoch eine Grenze, wenn sie in systematische Delegitimierung, Dämonisierung und doppelte Standards umschlägt. Michael Lüders ist in dieser Hinsicht ein Grenzgänger, der immer wieder antisemitisch konnotierte Bilder bei seinem Publikum evoziert.

Verantwortung der Universität

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena steht als öffentlich finanzierte Institution für Aufklärung, wissenschaftliche Redlichkeit und demokratische Werte. Die Einladung von Referenten, deren Positionen nachweislich extremistische oder antisemitische Narrative normalisieren, steht dazu in einem klaren Widerspruch. Akademische Freiheit entbindet nicht von der Verantwortung, Antisemitismus und Verfassungsfeindlichkeit klar zu benennen und ihnen keinen institutionellen Raum zu geben.

Wir appellieren daher eindringlich an Sie, die Einladung von Wieland Hoban zurückzunehmen und die Einladung von Michael Lüders kritisch zu überprüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Elio Adler

-Vorsitzender-

 

[i] Bundesamt für Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2024, Kapitel „Auslandsbezogener Extremismus“ (https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/verfassungsschutzberichte/2025-06-10-verfassungsschutzbericht-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=4)

[ii] International Institute for the Study of Antisemitism and Policy (IIBSA): Die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“, März 2024. (https://iibsa.org/wp-content/uploads/2024/03/Juedische_Stimme_fur_gerechten_Frieden.pdf)

[iii] Adopt a Revolution: Die Methode Lüders. (https://adoptrevolution.org/die-methode-lueders/)

[iv] Jüdische Allgemeine: Lüders’ Märchen. (https://www.juedische-allgemeine.de/politik/lueders%CA%BC-maerchen/)

[v] Mena-Watch: Ein mehr als zweifelhafter Experte: Michael Lüders. (https://www.mena-watch.com/ein-mehr-als-zweifelhafter-experte-michael-lueders/)

Aktivitäten Meinungen

Pressemitteilung: Kriegsverbrechen an den Kurden in Syrien. Deutschland muss jetzt handeln!

Pressemitteilung - 11.01.2026

Kriegsverbrechen an Kurden und anderen Minderheiten in Syrien: Die Bundesregierung muss jetzt handeln

Wir verurteilen die laufenden Massaker an der kurdischen Zivilbevölkerung in Syrien aufs Schärfste. Die Angriffe der syrischen Regierungstruppen und anderer jihadistischer Terrorgruppen auf kurdische Wohnviertel in Aleppo und anderen Orten sind gezielte Kriegsverbrechen. Sie treffen Zivilisten und richten sich gezielt gegen Kurden, Jesiden, Christen, Aleviten und Drusen.

Wir fordern die Bundesregierung mit äußerster Dringlichkeit auf:

  • Beenden Sie umgehend jede politische, diplomatische und wirtschaftliche Unterstützung der Julani-/Al-Sharaa-Regierung in Damaskus.
  • Machen Sie den Schutz der Zivilbevölkerung zur Bedingung für die Zusage und Auszahlung jeglicher künftigen finanziellen Hilfen.
  • Erkennen Sie die Demokratische Selbstverwaltung in Nordostsyrien an und unterstützen Sie sie politisch und wirtschaftlich.
  • Üben Sie im Rahmen der NATO maximalen Druck auf die Türkei aus, damit sie ihre militärischen Angriffe einstellt und sich aus Syrien zurückzieht
  • Benennen Sie diese Angriffe öffentlich als das, was sie sind: Kriegsverbrechen!
  • Stellen Sie den Schutz von Kurden, Jesiden, Christen, Aleviten und Drusen in den Mittelpunkt deutscher Syrienpolitik.

Seit Tagen erreichen uns gesicherte Berichte über Bombardierungen, Massaker, Entführungen und erneute Vertreibungen. Allein in den kurdischen Vierteln Sheikh Maqsoud und Ashrafiye in Aleppo lebten bis vor wenigen Tagen rund 500.000 Menschen, überwiegend Familien, die bereits 2018 aus Afrin vertrieben wurden.

Das syrische Militär hat diese Viertel bewusst zu militärischen Zielen erklärt, obwohl sich dort ausschließlich Zivilisten aufhielten. Zielkoordinaten ziviler Einrichtungen, darunter eine Kirche, wurden an türkische Kampfflugzeuge weitergegeben.

Deutschland darf dazu nicht schweigen. Wegsehen und politische Rücksichtnahme kosten Menschenleben und lassen Islamisten unbehelligt morden. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und sich an die Seite der Minderheiten in Syrien stellen, die erneut Opfer islamistischer Gewalt werden.

Wir stehen solidarisch an der Seite der kurdischen Bevölkerung und aller verfolgten Minderheiten in Syrien und fordern: Deutschland und die demokratische internationale Gemeinschaft müssen ihrer Verantwortung und ihrem Anspruch als Demokratien gerecht werden und handeln!

360° Aktivitäten Veranstaltungen

Diskussionsreihe 360°: Wertebasierte Demokratie in Deutschland – vom Kopf ins Herz

Der Schutz von Demokratie und Freiheit betrifft uns alle. Gerade am 9. November stellt sich die Frage, wie man Lehren der Geschichte in die Gegenwart übertragen kann.

Wie können die humanistischen Werte des Grundgesetzes die Gesellschaft zusammenhalten? Wie stiften sie eine gemeinsame emotionale Basis und ein Gefühl der Zugehörigkeit für alle Bürgerinnen und Bürger?

Der trockene Begriff des „Verfassungspatriotismus“ muss mit Inhalt und Emotionen gefüllt werden. Statt die Nation über Abstammung und Herkunft zu definieren, stellt eine aufgeklärte Sichtweise das Zusammenleben auf die Basis gemeinsamer Werte. Grundlage für diese Werte sind die universellen Prinzipien des Grundgesetzes: Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit.

Darüber diskutierten wir am 9. November 2025 im Rahmen der ersten Berlin Freedom Week mit unseren Podiumsgästen:

Georg Maier, Innenminister des Freistaats Thüringen
Sven H. Korndörffer, Vorsitzender der Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e. V.
Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative. jüdisch-deutsche Positionen e.V.
Düzen Tekkal, Autorin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin

Moderation: Alina Stiegler (Journalistin)