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Pressemitteilung: WerteInitiative verleiht Tacheles-Preis 2026 an die Redaktion der Jüdischen Allgemeinen

Pressemitteilung - 20.05.2026

Die WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V. hat am Dienstagabend, 19.05.2026, in Berlin den Tacheles-Preis für Verdienste um das jüdische Leben in Deutschland 2026 an die Redaktion der Jüdischen Allgemeinen verliehen.

Rund 50 Gäste aus Politik, Medien, Zivilgesellschaft und jüdischer Gemeinschaft kamen zur feierlichen Preisverleihung zusammen. Im Rahmen eines Dinners würdigte die WerteInitiative die herausragende journalistische Arbeit der Jüdischen Allgemeinen und ihre Bedeutung als jüdische Stimme in der deutschen Öffentlichkeit.

Nach der Begrüßung durch Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative, und Kai Uwe Peter, Verbandsgeschäftsführer der Sparkasse, sprachen Dr. Lothar Müller, Abteilungsleiter im Bundesministerium des Innern, sowie Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Grußworte.

„Wir zeichnen die Jüdische Allgemeine aus, weil sie hervorragenden Journalismus macht. Weil sie relevante Debatten schnell, präzise, faktenbasiert und verantwortungsvoll begleitet. Und weil sie unter ihrem Chefredakteur Philipp Peymann Engel eine beeindruckende Entwicklung genommen hat“, sagte Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative e.V.

Foto: Yehuda Swed/WerteInitiative

V.l.n.r.: Daniel Kohn, Lydia Bergida, Elio Adler (alle drei Vorstand WerteInitiative), Philipp Peyman Engel (Chefredakteur Jüdische Allgemeine) Bettina Piper, Tobias Kühn und Marco Limberg (Redaktionsmitglieder Jüdische Allgemeine), Helge Fuhst

Die Laudatio hielt der Journalist Helge Fuhst. Er würdigte die Redaktion der Jüdischen Allgemeinen als unverzichtbare publizistische Instanz jüdischen Lebens in Deutschland: eine Redaktion, die informiert, einordnet, widerspricht und jüdische Perspektiven in einer herausfordernden gesellschaftlichen Lage sichtbar macht.

Den Preis nahm Philipp Peyman Engel, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, im Namen der Redaktion entgegen. „Schreiben, was ist. Sagen, was ist. Das ist unser Auftrag als Journalisten. Auch und insbesondere, wenn es unbequeme Wahrheiten sind“, sagte der Chefredakteur in seiner Dankesrede. „Es freut uns ungemein, dass dies von der WerteInitiative gesehen, wahrgenommen und nun auch mit diesem Preis wertgeschätzt wird. Wir begreifen diesen Preis deshalb auch als Ermutigung, mit voller Kraft und mit starker Stimme weiterzumachen.“

Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, betonte die herausragende Rolle der Jüdischen Allgemeinen im deutschen Diskurs: „Die Jüdische Allgemeine spricht unbequeme Wahrheiten aus jüdischer Perspektive an, gerade dort, wo andere laut schweigen. Sie lässt sich nicht unterkriegen. Sie füllt die Leerstelle, die allzu oft in der gesellschaftlichen Debatte klafft.“

 

Über den Tacheles-Preis

Mit dem Tacheles-Preis zeichnet die WerteInitiative alle zwei Jahre Einzelpersonen oder Organisationen aus, die sich in besonderer Weise für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die vorherigen Preisträger waren die Vorstandsmitglieder der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD), die unter schwierigsten Bedingungen für die Interessen junger Juden in Deutschland einstanden.

Die diesjährige Auszeichnung würdigt die kontinuierliche Arbeit der Jüdischen Allgemeinen als journalistisch fundierte, meinungsstarke und sichtbare Stimme jüdischen Lebens in Deutschland. Seit dem 7. Oktober 2023 steht die jüdische Gemeinschaft weltweit und auch in Deutschland unter massivem Druck. Antisemitismus tritt offener, aggressiver und selbstbewusster auf. In dieser Lage kommt jüdischem Journalismus, der Erfahrungen sichtbar macht, Entwicklungen einordnet und Antisemitismus klar benennt, besondere Bedeutung zu.

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WI-Talk: Vom Islamisten zum Brückenbauer. Ein Aussteiger erklärt blinde Flecken des Westens

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Islamismus tritt im Westen selten mit offenem Machtanspruch auf. Häufig wirkt er über Narrative, Milieus, Organisationen und digitale Öffentlichkeiten – und nutzt dabei genau jene Freiheiten aus, die demokratische Gesellschaften ausmachen. Gleichzeitig beobachten wir eine Normalisierung von Judenhass und Israelhass, die sich mit islamistischen Weltbildern verbindet und in unterschiedlichen Milieus anschlussfähig wird. Das führt zu falschen Begriffen, falschen Abgrenzungen – und zu einer Unterschätzung einer Ideologie, die auf Unfreiheit, Einschüchterung und Feindbilder angewiesen ist.

Was genau unterscheidet Islam von Islamismus – und woran erkennt man den politischen Anspruch, bevor er offen zutage tritt? Welche Missverständnisse, Tabus und Verklärungen prägen westliche Debatten über den Islam und über “kulturelle Sensibilität”? Warum sind Juden und Israel so zentrale Feindbilder islamistischer Bewegungen – und wie wird dieser Antisemitismus sprachlich getarnt, moralisch aufgeladen oder politisch legitimiert? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Politik, Medien, Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft in Deutschland?

Diese und weitere Fragen besprechen wir mit Luai Ahmed. Ahmed wurde 1993 in Sana’a, der Hauptstadt des Jemen, geboren, ist Journalist, Kolumnist und Content Creator, der heute in Schweden lebt. Aufgewachsen mit Judenhass und dem Glauben an die Vernichtung Israels hat er sich in einem langjährigen Prozess davon gelöst. Heute nutzt er seine Reichweite, um islamistischen Extremismus, Antisemitismus und Hassideologien zu bekämpfen. Er ist Teil der Online-Bewegung „Builders of the Middle East“, in der arabische und jüdische Teammitglieder gemeinsam Inhalte produzieren, um Online-Extremismus entgegenzutreten und ein „drittes Narrativ“ sichtbar zu machen: Geschichten von Menschlichkeit, Koexistenz und einem Ausstieg aus Feindbildern.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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WI-Talk: Gemeinsame Werte – gemeinsame Bedrohungen. Was Juden und Kurden in Deutschland verbindet

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Minderheiten in Deutschland haben manchmal mehr gemeinsam als es den Anschein haben mag – das trifft in jedem Fall auf die kurdische und die jüdische Community zu. Sie sind nicht nur durch Werte verbunden, sondern auch durch gemeinsame Bedrohungen wie etwa den politischen Islam.

Den Vorsitzenden der Kurdischen Gemeinde Deutschland haben wir in dieser Folge im WI-Talk zu Gast: Ali Ertan Toprak ist eine bekannte Stimme gegen den politischen Islam, Mitglied im Beraterkreis der Bundesregierung und ein „natürlicher Verbündeter“ seiner jüdischen Freunde, wie er selbst sagt.

 

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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WI-Talk: Politischer Islam in Deutschland. Wie Islamisten Demokratie und jüdisches Leben bedrohen

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In dieser Folge sprechen wir mit dem Investigativjournalisten und Buchautor Sascha Adamek über den politischen Islam, islamistische Strukturen in Deutschland und die Frage, warum die Gefahr für Demokratie und offene Gesellschaft noch immer unterschätzt wird.

Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Debatte um den Begriff „Islamophobie“: Was beschreibt er tatsächlich – und wo wird er politisch genutzt, um Kritik an islamistischen Ideologien und Akteuren moralisch unter Verdacht zu stellen? Von dort aus geht es um die Muslimbruderschaft, ihre langfristigen Strategien der Einflussnahme und die Frage, wie weit Teile dieser Entwicklung in Deutschland bereits sichtbar geworden sind.

Außerdem geht es um die Verbindung zwischen politischem Islam und Antisemitismus, um die Folgen dieser Blindstelle für Juden in Deutschland und um die Frage, was ein demokratischer Staat tun muss, um sich zu wehren, ohne seine liberalen Prinzipien aufzugeben.

 

Von Sascha Adamek ist kürzlich erschienen: “Unterwanderung. Der Politische Islam weiter auf dem Vormarsch.”

https://www.sascha-adamek.de/buecher/unterwanderung/

 

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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Ausschreibung: Young Leadership Seminar – “Politisches Berlin” 2026

für eine jüdisch-deutsche Zukunft

8.-10. November 2026

Du willst Politik nicht nur beobachten, sondern verstehen, mitgestalten und Dich wirksam einbringen? Dann ist das Young Leadership Seminar „Politisches Berlin“ genau das Richtige für Dich.

Seit 2021 lädt die WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen (WI) junge Erwachsene nach Berlin ein, die sich aus einer jüdisch-deutschen Perspektive für Demokratie, politische Bildung und gesellschaftliches Engagement interessieren. Auch in diesem Jahr bekommst Du mit unserem Leadership-Nachwuchsseminar wieder die Chance, Politik dort zu erleben, wo sie gemacht wird: mitten in Berlin.

Dich erwarten direkte Begegnungen mit Bundestagsabgeordneten verschiedener Fraktionen, Workshops zu politischem Engagement und Kommunikation sowie spannende Einblicke in politische Prozesse, Strategien und Entscheidungswege. So wird aus dem abstrakten Bild von „der Politik“ greifbare Realität. Du erfährst aus erster Hand, wie politische Arbeit wirklich funktioniert, welche Fähigkeiten Du dafür brauchst und wie Du Deinen eigenen Weg in Politik oder Aktivismus finden kannst.

Unser Ziel ist klar: Wir wollen Dich ermutigen, Dich nachhaltig politisch zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit anderen ein starkes Netzwerk für Austausch, Zusammenarbeit und jüdisch-deutsche Zukunftsgestaltung aufzubauen.

Bewerbungsschluss: 1.10.2026

In Kooperation mit:

Warum solltest Du teilnehmen?

Juden und Jüdinnen in Deutschland sind in der Politik noch immer deutlich unterrepräsentiert. Gemeinsam mit der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) setzt sich dieses Leadership Seminar deshalb für mehr politische Teilhabe ein – von Juden und Jüdinnen und von Menschen, die sich jüdisch-deutschen Themen verbunden fühlen.

Du bekommst die Möglichkeit, Bundespolitiker und politische Akteure kennenzulernen, nach ihren persönlichen politischen Wegen zu fragen und besser zu verstehen, wie Politik in Deutschland tatsächlich funktioniert. Wie findet man sich in diesem System zurecht? Und wie kann Dein eigener Weg aussehen?

Gleichzeitig zeigt Dir das Seminar, wie eng jüdisch-deutsche Themen mit den Grundpfeilern einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft verbunden sind. Auch für die teilnehmenden PolitikerInnen ist der direkte Austausch wertvoll: Sie erfahren unmittelbar, was Jüdinnen und Juden in Deutschland und solidarische Stimmen bewegt.

Wer kann sich bewerben?

Das Seminar richtet sich an junge, in Deutschland lebende, politisch interessierte Personen ab 18 Jahren. Voraussetzung für Deine Teilnahme ist, dass du einen klaren Bezug zu jüdischer Partizipation, jüdischem Engagement oder zur nachhaltigen Beschäftigung mit jüdisch-deutschen Themen mitbringst.

Wie bewirbst Du Dich?

Schicke uns Deinen Lebenslauf und ein aussagekräftiges Motivationsschreiben von maximal 2 Seiten an:

politisches.forum@werteinitiative.de

Bitte beschreibe darin auch Deinen Bezug zu den oben genannten Inhalten. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, lohnt sich eine frühzeitige Bewerbung. Einsendeschluss ist der 01.10.2026.

Wenn Du Fragen hast, kannst Du Dich jederzeit per E-Mail an uns wenden. Zu- und Absagen verschicken wir spätestens bis zum 15.10.2026.

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung!

Kosten

Die Teilnahme am Seminar ist kostenlos. Unterkunft und Verpflegung sind inklusive. Deine Fahrtkosten werden gemäß dem Bundesreisekostengesetz erstattet.

Was erwartet Dich?

Freu Dich auf ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles 3-Tages-Programm, das Dir politische Praxis, persönliche Begegnungen und wertvolle Impulse für Dein eigenes Engagement bietet. Dich erwartet eine Mischung aus Gesprächsrunden mit Politik-Profis, Besuchen bei Bundestagsfraktionen und Botschaften, Diskussionsrunden, praxisnahen Workshops sowie Austausch und Networking mit den anderen Teilnehmenden.

Alle weiteren Informationen erhältst Du mit Deiner Teilnahmebestätigung

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Offener Brief: Keine “Neutralität” gegenüber Judenhass!

01.04.2026

Nachfolgendes Schreiben haben wir heute an die Geschäftsführer der Astor Film Lounge MyZeil in Frankfurt am Main, Hans-Joachim und Tom-Laurence Flebbe, gesendet.

Sehr geehrte Herren Flebbe,

mit großem Unverständnis nehmen wir die Entscheidung Ihres Theaterleiters zur Kenntnis, die Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt im Rahmen der Jüdischen Filmtage 2026 abzusagen.

Die wirtschaftliche Begründung erscheint uns hierbei als ein vorgeschobenes Argument, da unseres Wissens die Jüdische Gemeinde Frankfurt bereit gewesen wäre, einen Mindestumsatz zu garantieren. Ihr Theaterleiter begründet den Rückzug der Astor Film Lounge ferner mit der bestehenden Sicherheitslage und mit dem Hinweis, in Deutschland müsse es „noch erlaubt sein, sich als Kino neutral zu verhalten“. Genau diese Begründung macht den Vorgang so gravierend. Hier geht es um die Distanzierung von jüdischem Leben unter dem Eindruck von Bedrohung und antisemitischem Druck. Wenn sich die Astor Film Lounge in einer solchen Lage auf „Neutralität“ beruft, steht sie nicht außerhalb des Problems, sondern wird Teil davon.

Die Entscheidung der Astor Film Lounge Frankfurt zeigt, wie Antisemitismus auch wirkt: nicht nur durch offene Gewalt, Bedrohungen und als dauerhaftes Gefahrenpotenzial gegenüber Juden, jüdischen Einrichtungen und Veranstaltungen, sondern auch durch die Anpassung derer, die diesem Druck nachgeben. Wenn eine Kooperation mit einer jüdischen Gemeinde als zu heikel gilt, wenn Polizeischutz nicht als notwendige Schutzmaßnahme für jüdisches Leben verstanden wird, sondern als Störfaktor und Anlass, sich zurückzuziehen, dann ist das nichts anderes als eine Kapitulation vor genau den Kräften, die Juden aus dem öffentlichen Raum drängen wollen. Sich auf „Neutralität“ zu berufen, ist in diesem Kontext eine Verharmlosung der bitteren und gefährlichen Realität.

Zivilcourage würde etwas anderes bedeuten: an der Zusammenarbeit festzuhalten, sich sichtbar an die Seite jüdischer Partner zu stellen, klarzumachen, dass Drohungen und antisemitische Feindseligkeit nicht darüber entscheiden dürfen, wer in dieser Gesellschaft willkommen ist und wer nicht, wer mit wem kooperiert und mit wem nicht. Antisemitismus ist keine legitime Meinung und darf es niemals werden. Antisemitismus ist immer auch ein Angriff auf die Demokratie. Denn wo Juden nicht mehr sicher sind, wo gesellschaftliche Gruppen als solche bedroht und aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden, ist die Freiheit insgesamt gefährdet.

Wir fordern Sie deshalb auf, Ihre Haltung zu überdenken.
Wir fordern Sie auf, öffentlich klarzustellen, dass es keine Neutralität gegenüber Antisemitismus geben kann. Wir fordern Sie auf, Verantwortung zu übernehmen und deutlich zu machen, dass jüdisches Leben, jüdische Veranstaltungen und jüdische Partner in Ihrem Haus nicht unter Vorbehalt stehen und nicht abgewiesen werden, wenn es unbequem wird. Wir erwarten von kulturellen Einrichtungen in diesem Land, dass sie sich nicht ausgerechnet dann zurückziehen, wenn Haltung gefragt ist.

Jüdisches Leben gehört in die Mitte dieser Gesellschaft. Sichtbar, selbstverständlich und ohne jede Einschränkung durch Angst und Bedrohung. Wer sich aufgrund von Druck von jüdischen Partnern und Freunden distanziert, belohnt Antisemitismus und lässt die Bedrohten im Stich.

Mit freundlichen Grüßen

Elio Adler

-Vorstandsvorsitzender-

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WI-Talk: Antisemitismus in der Linken: Warum ich ausgetreten bin. Ein Bericht

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Er zieht die Reißleine und verlässt die Partei Die Linke. Im WI-Talk spricht Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter des Landes Brandenburg, über die vordergründigen — und über die tieferliegenden Gründe für diesen Schritt. Er beschreibt ein strukturelles Problem der Partei mit Antisemitismus: die Weigerung, bestimmte Formen von Judenhass klar zu benennen, die Relativierung jüdischer Perspektiven und einen politischen Umgang mit Zionismus, der jüdische Selbstbestimmung infrage stellt. Wir sprechen darüber, was Büttners Bruch mit der Partei über den Zustand der Linken sagt und ob sie überhaupt noch ein politischer Ort für Demokraten ist. Ein Gespräch über Antisemitismus, politische Verdrängung und das politische Wegdefinieren von realem Judenhass.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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Stellungnahme: Buchenwald ist kein Laufsteg für antisemitische Agitation!

Stellungnahme 16.03.2026

Die WerteInitiative unterstützt die vom Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender veröffentlichte Stellungnahme gegen die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“.

Buchenwald ist ein Ort des Gedenkens an die Opfer der Shoah.

Buchenwald ist kein Ort für Täter-Opfer-Umkehr und Holocaust-Relativierung, keine Bühne für israelfeindliche Agitation und kein Schauplatz für Aktivismus, der jüdische Perspektiven verdrängt. Wer an einem Ort, an dem Jüdinnen und Juden ermordet wurden, das Gedenken mit einer gegenwartsbezogenen politischen Inszenierung überlagern will, greift die Würde des Erinnerns und die Grundlagen unserer Erinnerungskultur an.

Für uns ist klar: Antisemitismus muss auch dann benannt werden, wenn er sich als vermeintliche Israelkritik, als Symbolpolitik oder als Erinnerungskonkurrenz tarnt.

Wir stehen an der Seite der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und aller, die ein würdiges Gedenken verteidigen.

Zur vollständigen Stellungnahme:

https://n-j-h.de/stellungnahme-zur-kampagne-kufiyas-in-buchenwald/

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WI-Talk: Ende des Mullah-Regimes? Zur aktuellen Situation im Iran

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In dieser Folge schauen wir auf den Iran – und zwar nicht nur auf einzelne Schlagzeilen, sondern auf die Dynamik dahinter: Protestzyklen und Regime-Stabilität, Opposition im Land und in der Diaspora und die Rolle der Revolutionsgarden, der IRGC. Wir ordnen ein, was diese Proteste von denen von 2022 und früheren unterscheidet, welche Auswirkungen der Tod von Ayatollah Ali Khamenei hat und sprechen auch über die Rolle von Kronprinz Reza Pahlavi. Außerdem geht es darum, wie antisemitische Regimepropaganda wirkt und was jetzt politisch passieren muss.

Unser Gast ist Fathiyeh Naghibzadeh. Sie stammt aus dem Iran, lebt seit 1985 im Exil in Deutschland, ist Mitgründerin des Mideast Freedom Forum Berlin und arbeitet und berät seit vielen Jahren zu Politik, Struktur und Ideologie der Islamischen Republik Iran, zur Situation der Frauen sowie zu Antisemitismus.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

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WI-Talk: Iran im Herzen. Ein Journalist zwischen persönlicher Betroffenheit und politischer Analyse

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Das iranische Regime steht seit Jahren für Repression, Hinrichtungen und die systematische Unterdrückung von Frauen, Oppositionellen und Minderheiten. Doch erst mit den jüngsten Protesten mit zehntausenden Toten und Inhaftierten scheint sich in der deutschen Politik und Öffentlichkeit etwas zu tun. Und das sehen wir nicht zuletzt auf den Straßen: Es wird laut und sichtbar demonstriert, doch einheitlich sind die Forderungen und politischen Kräfte keineswegs. Mit dem Demonstrationsgeschehen und mit der Situation im Iran kennt sich Iman Sefati bestens aus: Er ist Journalist, berichtet regelmäßig über die israelfeindliche Protestbewegung und schaut nun auch sehr genau bei den Iran-Demos hin.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.