Aktivitäten WI-Talk

Blitz-WI-Talk: Severin Kistner: Wie geht man mit Hakenkreuzen auf dem eigenen Wahlplakat um?

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Ein Wahlplakat wird mit Hakenkreuzen beschmiert – und plötzlich geht es nicht mehr nur um Kommunalpolitik, sondern um die Frage, wie belastbar unsere demokratische Kultur wirklich ist. In dieser Folge des WI-Talk sprechen wir mit Severin Kistner, Bürgermeisterkandidat in Starnberg über jüdische Sichtbarkeit in der Politik und darüber, was solche Vorfälle mit politischer Teilhabe machen – nicht nur bei Betroffenen, sondern in der ganzen Stadtgesellschaft.

Wir reden darüber, warum NS-Symbolik keine „Schmiererei“ ist, welche Grenzen eine Demokratie klar ziehen muss und was passieren muss, damit jüdisches Leben und jüdische Kandidaten nicht zur Zielscheibe werden – sondern selbstverständlich dazugehören.

Zum Merkur-Artikel: https://www.merkur.de/lokales/starnberg/starnberg-ort29487/plakat-von-severin-kistner-mit-hakenkreuzen-beschmiert-94151371.html

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Aktivitäten Meinungen

Pressemitteilung: Stellungnahme zur Eskalation der Gewalt im Iran

Pressemitteilung - 12.01.2026

Der jüdische Verein WerteInitiative e.V. erneuert seine Forderung nach einem deutlich schärferen Vorgehen gegen das iranische Mullah-Regime und die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) mit maximaler Dringlichkeit. Die Lage im Iran hat sich dramatisch zugespitzt. Das Regime geht mit äußerster Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vor. Berichten zufolge wurden bis zu 2.000 Menschen getötet, Strom und Internet werden abgeschaltet, um Proteste zu unterdrücken und Verbrechen zu verschleiern.

Diese Eskalation macht unmissverständlich klar: Das iranische Regime ist nicht reformfähig und wird von der iranischen Freiheitsbewegung unter höchsten Risiken und unter Einsatz ihres Lebens bekämpft. Es ist ein Unterdrückungsapparat, der seine eigene Bevölkerung terrorisiert und jede Form von Freiheit bekämpft.
Deutschland muss jetzt an der Seite der Menschen im Iran stehen! Unsere Forderungen sind durch die aktuelle Entwicklung dringlicher denn je. Wer weiterhin auf Zurückhaltung, Dialogformeln oder politische Schonung setzt, stärkt ein Regime, das Gewalt systematisch einsetzt.

Die Eskalation im Iran ist nicht nur ein außenpolitisches Thema – sie ist eine sicherheits- und innenpolitische Angelegenheit für Deutschland.

Das Mullah-Regime verfolgt Oppositionelle bis nach Europa, bedroht Exil-Iraner, greift jüdische und israelische Einrichtungen an und unterhält Netzwerke, die auch auf deutschem Boden aktiv sind. Die wiederholte Einflussnahme des iranischen Regimes in Deutschland stellt eine reale Gefahr für die innere Sicherheit dar. Juden, Israelis und regimekritische Iraner gehören hierzulande zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Zugleich ist das Regime ein zentraler Akteur des internationalen Terrorismus. Über Hamas, Hisbollah und weitere Proxys exportiert es Gewalt in die gesamte Region, destabilisiert den Nahen Osten und bedroht offen die Existenz Israels. Diese aggressive Außenpolitik ist untrennbar mit der brutalen Unterdrückung im Inneren verbunden.
Ein Regime, das Terror exportiert, agiert auch innerhalb unserer Gesellschaft gegen Freiheit, Sicherheit und demokratische Ordnung.

Wir appellieren daher erneut mit Nachdruck an die Bundesregierung:

  • Nutzen Sie alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten, um das iranische Mullah-Regime in die Schranken zu weisen.
  • Beenden Sie jede politische Normalisierung eines Regimes, das systematisch Menschenrechte verletzt.
  • Setzen Sie sich konsequent für ein umfassendes Betätigungsverbot der Islamischen Revolutionsgarde in Deutschland und für ihre EU-weite Terrorlistung ein.
  • Weiten Sie die Beobachtung IRGC-naher Netzwerke durch das Bundesamt für Verfassungsschutz, insbesondere im Umfeld von Moscheen, Vereinen und regimeloyalen Akteuren aus
  • Sanktionieren Sie gezielt regimenahe Personen und Organisationen auf Basis bestehender deutscher und europäischer Rechtsgrundlagen und frieren sie deren Vermögenswerte ein
  • Stärken Sie den Schutz iranischer Oppositioneller, jüdischer Einzelpersonen und Einrichtungen und israelischer Ziele in Deutschland.
  • Unterstützen Sie die iranische Freiheitsbewegung sichtbar, politisch und diplomatisch.

Deutschland erhebt den Anspruch, eine wehrhafte Demokratie zu sein. Dieser Anspruch muss sich jetzt bewähren. Wer Demokratie und Menschenrechte ernst nimmt, darf gegenüber einem islamistischen Terrorregime nicht neutral bleiben.

Die WerteInitiative e.V. steht solidarisch an der Seite der Menschen im Iran, die unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit, Würde und Selbstbestimmung gewaltfrei kämpfen. Deutschland darf nicht tatenlos zusehen, sondern muss im Sinne einer wertegeleiteten Politik und im Sinne der eigenen inneren Sicherheit und internationalen Glaubwürdigkeit handeln und Islamismus und Terrorismus entschieden die Stirn bieten.

Aktivitäten

Offener Brief: Kein Platz für Extremismus und Antisemitismusverharmlosung an der Uni Jena

Update (14.01.2025)

Universität Jena zieht Konsequenzen – ein wichtiges Signal gegen Extremismus

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat den geplanten Vortrag von Wieland Hoban, dem Vorsitzenden des als gesichert extremistische Bestrebung eingestuften Vereins „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“, abgesagt. Eine weitere Veranstaltung, ein Vortrag von Michael Lüders, der problematische Narrative zum Nahostkonflikt verbreitet, wird nun in einem veränderten Rahmen stattfinden. Die Jüdische Allgemeine berichtete. Zuvor hat es massive Kritik an den geplanten Veranstaltungen, auch von unserer Seite, gegeben. Die Entscheidung der Uni Jena begrüßen wir ausdrücklich. Ihr Handeln ist Ausdruck institutioneller Selbstkorrektur und demokratischer Wachsamkeit und zeigt, dass eine klare Haltung möglich ist und Wirkung entfaltet.

Mit der Ausladung von Wieland Hoban setzt die Universität Jena ein wichtiges Zeichen: Extremistische Ideologien dürfen nicht relativiert oder durch akademische Bühnen legitimiert werden. Diese Klarheit ist gerade angesichts des stark gestiegenen Antisemitismus in Deutschland von zentraler Bedeutung.

Als jüdisch-deutscher Verein haben wir uns im Vorfeld mit folgendem offenen Brief an die Universitätsleitung gewandt. Diesen finden Sie unten.

12.01.2026

Nachfolgendes Schreiben haben wir heute an den Präsidenten der Friedrich-Schiller Universität Jena, Prof. Dr. Andreas Marx, gesendet.

Sehr geehrter Herr Präsident Prof. Dr. Marx,
sehr geehrte Damen und Herren,

als jüdisch-deutscher Verein WerteInitiative e.V. wenden wir uns mit großer Sorge an Sie angesichts der Einladung von Michael Lüders (14. Januar 2026) und Wieland Hoban (28. Januar 2026) zu Vorträgen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frieden denken zu Zeiten des Krieges“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Universitäten tragen eine besondere Verantwortung für Wissenschaftlichkeit, demokratische Werte und den Schutz vor Antisemitismus. Diese Verantwortung gilt insbesondere dort, wo die Universität und ihre Mitglieder in die Öffentlichkeit und den öffentlichen Diskurs hineinwirken.

Wieland Hoban und extremistische Bezüge

Wieland Hoban ist Vorstandsmitglied des Vereins Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft diesen Verein als gesichert extremistische Bestrebung im Bereich des auslandsbezogenen Extremismus ein. Das Bundesamt dokumentiert, dass der Verein zentrale Narrative der BDS-Bewegung übernimmt, den Staat Israel delegitimiert und Teil eines Netzwerks ist, in dem auch extremistische Akteure agieren. Diese Aktivitäten richten sich nach Einschätzung des Verfassungsschutzes gegen grundlegende Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.[i]

Der Verein Jüdische Stimme normalisiert unter Berufung auf eine vermeintlich „jüdische Perspektive“ antisemitische Argumentationsmuster, relativiert den Terror antisemitischer Organisationen und trägt gezielt zur Delegitimierung Israels bei.[ii]

Die Einladung eines Vorstandsmitglieds einer vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Organisation bedeutet eine institutionelle Aufwertung entsprechender Positionen. Dies ist aus unserer Sicht mit dem Auftrag einer staatlichen Hochschule nicht vereinbar. Wir fordern daher ausdrücklich die Absage des Vortrags von Wieland Hoban.

Michael Lüders und problematische Narrative

Auch die Einladung von Michael Lüders sehen wir kritisch. In zahlreichen Veröffentlichungen und Medienauftritten verbreitet Lüders seit Jahren einseitige Darstellungen des Nahostkonflikts, die Israel systematisch als Hauptverursacher von Gewalt darstellen und dabei historische und politische Zusammenhänge verzerren. Immer wieder fällt auf, dass er selektiv mit Quellen umgeht, Desinformation reproduziert und wiederholt Narrative nutzt, die Antisemitismus befeuern.[iii] Lüders verwendet Begriffe und Deutungsmuster, die zur Delegitimierung des jüdischen Staates beitragen und antisemitische Topoi bedienen.[iv][v]

Kritik an israelischer Politik ist legitim, überschreitet jedoch eine Grenze, wenn sie in systematische Delegitimierung, Dämonisierung und doppelte Standards umschlägt. Michael Lüders ist in dieser Hinsicht ein Grenzgänger, der immer wieder antisemitisch konnotierte Bilder bei seinem Publikum evoziert.

Verantwortung der Universität

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena steht als öffentlich finanzierte Institution für Aufklärung, wissenschaftliche Redlichkeit und demokratische Werte. Die Einladung von Referenten, deren Positionen nachweislich extremistische oder antisemitische Narrative normalisieren, steht dazu in einem klaren Widerspruch. Akademische Freiheit entbindet nicht von der Verantwortung, Antisemitismus und Verfassungsfeindlichkeit klar zu benennen und ihnen keinen institutionellen Raum zu geben.

Wir appellieren daher eindringlich an Sie, die Einladung von Wieland Hoban zurückzunehmen und die Einladung von Michael Lüders kritisch zu überprüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Elio Adler

-Vorsitzender-

 

[i] Bundesamt für Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2024, Kapitel „Auslandsbezogener Extremismus“ (https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/verfassungsschutzberichte/2025-06-10-verfassungsschutzbericht-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=4)

[ii] International Institute for the Study of Antisemitism and Policy (IIBSA): Die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“, März 2024. (https://iibsa.org/wp-content/uploads/2024/03/Juedische_Stimme_fur_gerechten_Frieden.pdf)

[iii] Adopt a Revolution: Die Methode Lüders. (https://adoptrevolution.org/die-methode-lueders/)

[iv] Jüdische Allgemeine: Lüders’ Märchen. (https://www.juedische-allgemeine.de/politik/lueders%CA%BC-maerchen/)

[v] Mena-Watch: Ein mehr als zweifelhafter Experte: Michael Lüders. (https://www.mena-watch.com/ein-mehr-als-zweifelhafter-experte-michael-lueders/)

Aktivitäten Meinungen

Pressemitteilung: Kriegsverbrechen an den Kurden in Syrien. Deutschland muss jetzt handeln!

Pressemitteilung - 11.01.2026

Kriegsverbrechen an Kurden und anderen Minderheiten in Syrien: Die Bundesregierung muss jetzt handeln

Wir verurteilen die laufenden Massaker an der kurdischen Zivilbevölkerung in Syrien aufs Schärfste. Die Angriffe der syrischen Regierungstruppen und anderer jihadistischer Terrorgruppen auf kurdische Wohnviertel in Aleppo und anderen Orten sind gezielte Kriegsverbrechen. Sie treffen Zivilisten und richten sich gezielt gegen Kurden, Jesiden, Christen, Aleviten und Drusen.

Wir fordern die Bundesregierung mit äußerster Dringlichkeit auf:

  • Beenden Sie umgehend jede politische, diplomatische und wirtschaftliche Unterstützung der Julani-/Al-Sharaa-Regierung in Damaskus.
  • Machen Sie den Schutz der Zivilbevölkerung zur Bedingung für die Zusage und Auszahlung jeglicher künftigen finanziellen Hilfen.
  • Erkennen Sie die Demokratische Selbstverwaltung in Nordostsyrien an und unterstützen Sie sie politisch und wirtschaftlich.
  • Üben Sie im Rahmen der NATO maximalen Druck auf die Türkei aus, damit sie ihre militärischen Angriffe einstellt und sich aus Syrien zurückzieht
  • Benennen Sie diese Angriffe öffentlich als das, was sie sind: Kriegsverbrechen!
  • Stellen Sie den Schutz von Kurden, Jesiden, Christen, Aleviten und Drusen in den Mittelpunkt deutscher Syrienpolitik.

Seit Tagen erreichen uns gesicherte Berichte über Bombardierungen, Massaker, Entführungen und erneute Vertreibungen. Allein in den kurdischen Vierteln Sheikh Maqsoud und Ashrafiye in Aleppo lebten bis vor wenigen Tagen rund 500.000 Menschen, überwiegend Familien, die bereits 2018 aus Afrin vertrieben wurden.

Das syrische Militär hat diese Viertel bewusst zu militärischen Zielen erklärt, obwohl sich dort ausschließlich Zivilisten aufhielten. Zielkoordinaten ziviler Einrichtungen, darunter eine Kirche, wurden an türkische Kampfflugzeuge weitergegeben.

Deutschland darf dazu nicht schweigen. Wegsehen und politische Rücksichtnahme kosten Menschenleben und lassen Islamisten unbehelligt morden. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und sich an die Seite der Minderheiten in Syrien stellen, die erneut Opfer islamistischer Gewalt werden.

Wir stehen solidarisch an der Seite der kurdischen Bevölkerung und aller verfolgten Minderheiten in Syrien und fordern: Deutschland und die demokratische internationale Gemeinschaft müssen ihrer Verantwortung und ihrem Anspruch als Demokratien gerecht werden und handeln!

360° Aktivitäten Veranstaltungen

Diskussionsreihe 360°: Wertebasierte Demokratie in Deutschland – vom Kopf ins Herz

Der Schutz von Demokratie und Freiheit betrifft uns alle. Gerade am 9. November stellt sich die Frage, wie man Lehren der Geschichte in die Gegenwart übertragen kann.

Wie können die humanistischen Werte des Grundgesetzes die Gesellschaft zusammenhalten? Wie stiften sie eine gemeinsame emotionale Basis und ein Gefühl der Zugehörigkeit für alle Bürgerinnen und Bürger?

Der trockene Begriff des „Verfassungspatriotismus“ muss mit Inhalt und Emotionen gefüllt werden. Statt die Nation über Abstammung und Herkunft zu definieren, stellt eine aufgeklärte Sichtweise das Zusammenleben auf die Basis gemeinsamer Werte. Grundlage für diese Werte sind die universellen Prinzipien des Grundgesetzes: Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit.

Darüber diskutierten wir am 9. November 2025 im Rahmen der ersten Berlin Freedom Week mit unseren Podiumsgästen:

Georg Maier, Innenminister des Freistaats Thüringen
Sven H. Korndörffer, Vorsitzender der Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e. V.
Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative. jüdisch-deutsche Positionen e.V.
Düzen Tekkal, Autorin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin

Moderation: Alina Stiegler (Journalistin)

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Erfolge, Grenzen und das politische Umfeld der Antisemitismusbekämpfung.

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Ein Antisemitismusbeauftragter schmeißt hin. Stefan Hensel war bis vor Kurzem Antisemitismusbeauftragter der Stadt Hamburg. Er legt sein Amt nieder – wir sprechen über die Gründe, persönliche Angriffe und die Belastungen, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Im WI-Talk zieht Hensel Bilanz: Was konnte er bewegen? Wo stieß er an Grenzen? Außerdem geht es um die Möglichkeiten eines Antisemitismusbeauftragten und die Frage nach „sichtbarem jüdischen Leben“. Hensel spricht nicht nur darüber, was die Arbeit der Antisemitismusbekämpfung besonders schwer, aber auch hoffnungsvoll macht, wo es positive Beispiele gibt und wo politische Unterstützung fehlt. Er gibt auch sehr persönliche Einblicke, was es heißt als Jude Antisemitismus zu bekämpfen. Ein klares und offen geführtes Gespräch über Lebensrealität, Verantwortung und Herausforderungen.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Aktivitäten

Rückblick: Vertiefungsseminar “Jüdisch-politisches Engagement in Deutschland” 2025

Die WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen (WI) veranstaltet seit 2021 eine jährliche Bildungsreise in die Bundeshauptstadt für junge Erwachsene, die sich nachhaltig für politische Demokratiebildung aus jüdisch-deutscher Perspektive interessieren und engagieren. Auf dieser Basis konnte mit Unterstützung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) ein neues, nachhaltiges Leadership-Nachwuchsprogramm entwickelt werden, das in dieser Form nun schon zum zweiten Mal stattfand.

In Kooperation mit:

Aufbauend auf dem Einführungsseminar 2024 bot das diesjährige Vertiefungsseminar einen direkten Einblick in Politik und Medien in der Bundeshauptstadt. Im Rahmen des letzten Seminars erhielten die Möglichkeit, das abstrakte Bild der „PolitikerInnen“ und deren Arbeit mit konkretem Inhalt zu füllen. In diesem Jahr konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Akteuren der Zivilgesellschaft, VertreterInnen der Jungparteien sowie jüdischen und israelischen Vertretern aus erster Hand Input über wichtige Fertigkeiten, Erkenntnisse und Erfahrungen für die eigene politische Arbeit erhalten. Außerdem wurden Medienhäuser und eine Podiumsdiskussion der WerteInitiative im Rahmen der Berlin Freedom Week besucht. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es spezielle Workshops zum erfolgreichen politischen Engagement und Aktivismus, auch auf Social Media.

Das Vertiefungsseminar baute auf die 2025 erfolgten Coaching- und Mentoring-Angebote für die Teilnehmenden und schließlich auf den Inhalten des Einführungsseminares auf. Das Ziel war es, die Teilnehmenden zu einem nachhaltigen, politischen Engagement in demokratischen Parteien zu motivieren sowie untereinander ein Netzwerk für Austausch und potenzielle Zusammenarbeit zu bilden.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, unserem Kooperationspartner und bei unserem Förderer!

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung
und Zukunft (EVZ) gefördert.

Aktivitäten Meinungen

Pressemitteilung: Diskussion um Berliner Fördermittel gegen Antisemitismus

Pressemitteilung - 04.11.2025

Delegitimierung des politischen Engagements lenkt vom eigentlichen Problem ab
Aktuell wird eine Diskussion rund um Fördermittel für Projekte gegen Antisemitismus vom Zaun gebrochen. Dabei wird in Kauf genommen, dass das eigentliche Problem aus dem Blick verloren wird: In Deutschland erlebt der Judenhass eine historische Eskalation. Der Berliner Senat hat Verantwortung übernommen und entschlossen Mittel bereitgestellt, um die Zivilgesellschaft im Kampf gegen Antisemitismus und Extremismus zu stärken – ein notwendiger und moralisch richtiger Schritt in einer Zeit, in der jüdisches Leben und mit ihm unsere Demokratie erneut unter Druck stehen. Wenn es brennt, braucht es Pragmatismus – und es brennt!

Der Vorsitzende der WerteInitiative, Elio Adler, dazu: „Der Eindruck liegt nahe, dass hier eine Kampagne gefahren wird. Offensichtlich soll hier Vorwahlkampf gemacht werden und parteipolitische Profilierung auf dem Rücken derjenigen ausgetragen werden, die sich jeder Form des Antisemitismus entgegenstellen.“

Antisemitismus eskaliert – die Realität ist bedrückend
Seit dem 7. Oktober 2023 erleben wir in Deutschland einen erschütternden Anstieg antisemitischer Hetze, Gewalt und Verharmlosung. Juden werden auf offener Straße bedroht, Schulen und Synagogen müssen unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stehen, und in vielen gesellschaftlichen Milieus wird der Terror der Hamas relativiert oder gar verteidigt.
Die Realität ist klar: Antisemitismus ist längst nicht mehr ein Randphänomen, sondern dringt tief in die gesellschaftliche Mitte vor, ist politisch gar anschlussfähig geworden. Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist so hoch wie seit Ende der Shoah nicht mehr.

Kein politischer Luxus, sondern moralisches Gebot
Die Entscheidung, pragmatisch Förderungen auszureichen, war kein (partei-)politischer Luxus, sondern ein moralisches Gebot.
Wenn der gesellschaftliche Frieden bedroht ist, darf die Verwaltung nicht zum Hemmschuh werden.

Appell an Vernunft und Verantwortung
Adler weiter: „Die WerteInitiative appelliert eindringlich an Politik, Medien und Öffentlichkeit, den Blick nicht zu verlieren auf das, worum es wirklich geht: um den Schutz jüdischen Lebens inmitten unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft.“
Die pragmatische Förderung von Projekten gegen Antisemitismus war und ist notwendig, legitim und moralisch geboten. Sie verdient Unterstützung – keine politische Skandalisierung.

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Israel im deutschen Medienspiegel. Über verzerrte Wahrnehmungen, Missverständnisse und gefährliche Narrative.

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Verzerrte Wahrnehmung, Täter-Opfer-Umkehr, einseitiger Fokus auf den Krieg zwischen Israel und der Hamas: In dieser Folge sprechen wir mit Ben Segenreich über Missverständnisse in Bezug auf Israel, über die Art, wie Medien und Politik über Israel berichten, über antizionistische Narrative, die längst salonfähig geworden sind – und darüber, welche immer gleichen Mechanismen am Werk sind. Ben Segenreich – langjähriger Israel-Korrespondent, Nahost-Experte, Autor und Kommentator – zeichnet das Bild Israels in der europäischen öffentlichen Wahrnehmung nach und berichtet zudem darüber, welche Resonanz das in der israelischen Gesellschaft erfährt. Außerdem geht es um die Frage, ob und was sich im öffentlichen Diskurs verändert, jetzt, da die letzten noch lebenden Geiseln nach Israel zurückgekehrt sind. Ben Segenreich wurde in Wien geboren und lebt seit 1983 in Israel.

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Judenhass an deutschen Schulen. Buchvorstellung: “Sechs Millionen, wer bietet mehr?”

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Ben Salomo ist Rapper, Gründer des „Rap am Mittwoch“ und Autor und hat dem Antisemitismus und Israelhass schon lange vor dem 7. Oktober den Kampf angesagt. Sein Einsatzgebiet: Schulen. Und natürlich hat sich auch für ihn seit dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 einiges verändert. In seinem neuen Buch „Sechs Millionen, wer bietet mehr? Judenhass an deutschen Schulen“ berichtet er über seine Erfahrungen aus fünf Jahren antisemitismuskritischer Arbeit an deutschen Schulen, über Judenhass im Rap und auf dem Schulhof und über die Veränderungen seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023. „Sechs Millionen, wer bietet mehr? Judenhass an deutschen Schulen“ ist in Ko-Autorenschaft mit Christoph Lemmer entstanden und im Jüdischen Verlag bei Suhrkamp erschienen.

Link zum Buch: https://www.suhrkamp.de/buch/sechs-millionen-wer-bietet-mehr

Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

Foto: © Daniel Shaked/Suhrkamp Verlag