Aktivitäten Meinungen

Stellungnahme: Befremden über die Moderation einer israelfeindlichen Veranstaltung durch den Antisemitismusbeauftragten des Saarlandes

Stellungnahme 14.07.2025

Das Bild, das sich hinsichtlich der Veranstaltung „Israel – Völkermord und Apartheidsystem gegen die Palästinenser*innen“ vom 09. Juli 2025 an der Universität des Saarlandes abzeichnet, wirkt aus unserer Sicht zutiefst befremdlich. Die Umstände erscheinen derart absurd, dass wir uns derzeit noch mit der vollständigen Klärung der Faktenlage befassen. Bereits jetzt jedoch ist für uns völlig unverständlich, wie der Antisemitismusbeauftragte des Saarlandes, Prof. Dr. Roland Rixecker, in der Rolle des Moderators einer Veranstaltung auftreten konnte, deren Konzeption und Rahmen antisemitische Narrative nicht hinterfragen, sondern vielmehr zu befördern scheinen.

Durch seine Funktion als Moderator – und nicht lediglich bspw. als diskussionsbereiter Gast – verlieh Prof. Rixecker der Veranstaltung faktisch eine Art institutionelle Legitimation. Dies ist umso beunruhigender, als er nach eigenen Angaben der Auffassung sei, man wisse nicht so genau, was unter Antisemitismus überhaupt zu verstehen sei.

Wir gehen gerade Ungereimtheiten in Bezug zu seiner Kommunikation mit der jüdischen Gemeinschaft im Vorfeld der Veranstaltung nach. Die Situation hat das Potential, das Vertrauen der jüdischen Gemeinschaft in seine Amtsführung in einem Ausmaß zu erschüttern, dass ein Verbleib in seiner Funktion als Antisemitismusbeauftragter untragbar werden könnte.

Zusätzlich irritiert die Tatsache, dass Prof. Rixecker in Personalunion Präsident des saarländischen Verfassungsgerichtshofs ist – ein Amt, das ein Höchstmaß an Integrität und Vertrauen erfordert.

Es wäre ein fatales Signal, wenn ein bestellter Antisemitismusbeauftragter nicht nur nicht vor Antisemitismus schützt, sondern diesem durch sein aktives Handeln noch zusätzlich Vorschub leistet.

Aktivitäten

Offener Brief: Keine Bühne für Antisemitismus – Auftritte von Xavier Naidoo jetzt absagen!

Nachfolgendes Schreiben haben wir an den Veranstalter Live Nation und an die Lanxess Arena Köln gesendet.

09.07.2025

Mit absolutem Unverständnis registrieren wir, dass Live Nation und die Lanxess Arena bereit sind, Xavier Naidoo am 16. und 17. Dezember 2025 eine Bühne zu geben. Naidoo verbreitet seit Jahren antisemitische Verschwörungspropaganda. Diese Entscheidung verharmlost Judenhass und stellt einen Schlag ins Gesicht derer dar, die sich in Deutschland tagtäglich gegen Antisemitismus engagieren.

Xavier Naidoo hat wiederholt gezeigt, dass er keine rote Linie kennt:

  • Er bezeichnete den Holocaust als „gelungene historische Fiktion“ und erklärte, Zyklon B eigne sich nicht zum Vergasen von Menschen.
  • In seinem Song „Raus aus dem Reichstag“ greift er mit dem Code „Baron Tot­schild“ das antisemitische Rothschild-Klischee auf.
  • Er entwertete Jüdinnen und Juden als „sogenannte Juden“, sprach vom „Zentralrat der Lügen“ und diffamierte jüdisches Leben pauschal als von „Hochverrat, Bestechung und Erpressung“ geprägt.
  • Er verbreitete die Ritualmordlegende und pries die Protokolle der Weisen von Zion als „wichtigstes Dokument der Menschheitsgeschichte“.

Es gibt zahllose weitere Fundstellen seines Hasses gegen uns.

Dass dieselbe Veranstaltungslocation – die Lanxess Arena – trotz breiter Proteste bereits am 9. Mai 2023 der BDS-Ikone Roger Waters die Bühne überließ, verschärft unsere Fassungslosigkeit. Waters’ Auftritt in Köln fand statt, obwohl er wegen antisemitischer Symbolik und BDS-Agitation international in der Kritik stand.

Wer zwei Jahre später denselben Fehler mit Xavier Naidoo wiederholt, signalisiert Gleichgültigkeit gegenüber antisemitischer Hetze und bietet gefährlichen Narrativen eine glitzernde Projektionsfläche.

Unsere Forderungen sind daher:

  1. Die Lanxess Arena muss die Hallen für den 16./17. Dezember 2025 für Naidoo sperren.
  2. Live Nation hat die Konzerte umgehend abzusagen und jede Promotion einzustellen.
  3. Ticketplattformen, Sponsoren und Medien sind aufgefordert, Naidoo keine Reichweite mehr zu verschaffen.

Es geht nicht um „Cancel-Culture“, sondern um den Schutz der offenen Gesellschaft. Wer Holocaust-Leugnung und antisemitische Mythen verbreitet, darf in Deutschland keine Show-Bühne erhalten – schon gar nicht unter dem Dach derjenigen, die erst kürzlich Roger Waters hofiert haben.

Keine Bühne für Antisemitismus – Auftritte von Xavier Naidoo jetzt absagen!

Elio Adler
-Vorstandsvorsitzender-


*Korrektur: in der ersten Version unseres Offenen Briefs vom 09.07.2025 haben wir formuliert, dass die Lanxess-Arena und Live Nation ein Roger Waters-Konzert im Jahr 2023 veranstaltet hätten. Hinsichtlich Live Nation ist uns leider ein Fehler unterlaufen, die Information stimmte nicht. Es waren die Lanxess Arena und FKP Scorpio. Wir bitten, dieses Versehen zu entschuldigen. An unserer Einschätzung zu den aktuellen Konzertankündigungen von Xavier Naidoo und unseren Forderungen ändert dies allerdings nichts.

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Vergesst die Geiseln nicht. Ein Gespräch mit dem Vater von Itay Chen

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Am 7. Oktober ermordete die Hamas 1.200 Menschen auf unvorstellbar brutale Weise, darunter Dutzende deutsche Staatsbürger. 251 Menschen wurden nach Gaza verschleppt. An diesem Tag wurde das Leben unzähliger Menschen auf den Kopf gestellt, auch das Leben der Familien der Geiseln, die Angehörige verloren haben, ohne zu wissen, was genau passiert ist. Ruby Chen ist einer von ihnen. Sein Sohn Itay Chen, ein 19-jähriger mit deutscher und israelischer Staatsbürgerschaft und IDF-Soldat, der am 7. Oktober auf dem Armeestützpunkt Nahal Oz sein Land verteidigte, wurde nach Gaza entführt.

Itay ist einer der sieben verbleibenden deutschen Staatsbürger, die seit 633 Tagen in Gaza gefangen gehalten werden. Im März 2024 teilte das Militär der Familie mit, dass Itay den Angriff vom 7. Oktober nicht überlebt hat, was von der Hamas bis heute nicht bestätigt wurde. Bis zum heutigen Tag hat die Familie keine Hinweise auf seinen Verbleib.

Ruby Chen wurde zu einer der lautesten Stimmen zugunsten eines Geiselabkommens und kämpft weiter. Wir danken Ruby für seinen mutigen Einsatz in dieser schweren Zeit und stehen mit ganzem Herzen an der Seite aller Angehörigen und Geiseln.

BRING THEM HOME NOW.

Moderation: Nelly Eliasberg, Sprecherin der WerteInitiative e.V.

Aktivitäten

Treffen mit Marcel Emmerich, MdB

Zu Besuch bei Marcel Emmerich, dem neuen innenpolitischen Sprecher der Grünen im Bundestag.

Wir kannten uns bereits aus vorherigen Terminen – diesmal fand der Austausch aber erstmals in seiner neuen Funktion statt. Neben aktuellen Themen und um die Situation jüdischen Lebens in Deutschland stand insbesondere das Grüne Sicherheitsverständnis “Sicherheit für alle” im Mittelpunkt.

Unser zentrales Anliegen dabei: In der jüdischen Community besteht ein hohes Bedürfnis nach einem leistungsfähigen und präsenten Sicherheitsapparat. Bedenken hinsichtlich Datenschutz oder Persönlichkeitsrechten – etwa bei Videoüberwachung – treten dabei oft in den Hintergrund.
Für Herrn Emmerich war dies ein sehr nachvollziehbarer Punkt.

Einigkeit bestand darin, dass bürgerliche Freiheitsrechte und Sicherheitsinteressen nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen – denn auch Sicherheit ist ein bürgerliches Grundrecht.

Wir freuen uns auf den weiteren Austausch.

Aktivitäten Meinungen

Stellungnahme: Gemeinsam für einen stabilen Nahen Osten und eine sichere Bundesrepublik

Stellungnahme 19.06.2025

Das islamistische Regime im Iran stellt seit Jahren einen Destabilisierungsfaktor im Nahen Osten und eine existenzielle Bedrohung für Israel dar. Es greift Israel seit dem 07.10.23 indirekt über seine regionalen Proxys in Gaza, Libanon, Syrien, Irak und im Jemen an. Nun geht Israel zu Recht gegen die Quelle des Übels – das iranische Mullah-Regime – mit seinen Nuklearanlagen und seiner Terror-Infrastruktur vor. Wir begrüßen den Schulterschluss der Bundesrepublik mit Israel gegen den nuklear bewaffneten Terrorismus. Auch im Sinne der hiesigen inneren Sicherheit.

Indem Israel konsequent gegen die bevorstehende atomare Bedrohung durch das islamistische Regime im Iran vorgeht, verteidigt der jüdische Staat unsere gemeinsamen demokratischen Werte und trägt wesentlich zu Stabilität und Sicherheit der Region wie der internationalen Gemeinschaft bei. Das stärkt auch die innere Sicherheit der Bundesrepublik, insbesondere die Sicherheit jüdischer Bürgerinnen und Bürger sowie iranischer Oppositioneller.

Das islamo-faschistische Regime steht gegen demokratische Werte

Vor diesem Hintergrund begrüßen wir ausdrücklich die klare Haltung des Bundeskanzlers Friedrich Merz, die Islamische Republik dürfe keine Nuklearwaffen entwickeln oder besitzen. Auch die klare Betonung des Selbstverteidigungsrechts Israels ist ein starkes Signal an die Welt und die jüdische Gemeinschaft. Ein demokratiefeindliches und antisemitisches Regime, das seit Jahrzehnten mit seiner „Achse des Widerstands“ auf bzw. die Vernichtung des jüdischen Staates hinarbeitet und den Westen zum Feindbild hat, darf nicht zur Atommacht aufsteigen. Das Mullah-Regime steht gegen alles, was unsere gemeinsamen freiheitlichen-demokratischen Werte ausmacht, u.a. Meinungs- und Religionsfreiheit, sexuelle Vielfalt, Gleichstellung, Menschenwürde.

Einflussnahme des islamischen Regimes in Deutschland beenden

Die Einflussnahme der Islamischen Republik Iran in Europa und der Bundesrepublik muss konsequent und langfristig beendet werden. Mit staatsterroristischen Mitteln geht das Regime gegen iranische Oppositionelle im In- und Ausland vor, die Hinrichtungsrate gehört zu den höchsten der Welt. Mehrere Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft sowie deutsch-iranische Doppelstaatler befinden sich noch immer – unter konstruierten Vorwürfen – in iranischen Gefängnissen. Auch in Deutschland hat das Mullah-Regime jüdische und israelische Ziele immer wieder ins Visier genommen. Es bedroht durch Aktivitäten der von ihm finanzierten und gelenkten Terrororganisationen Hamas und Hisbollah sowie bezahlter Proxys unmittelbar die Sicherheit von Einrichtungen und Einzelpersonen auf deutschem Boden.

Deutsche Außenpolitik entscheidend für jüdisches Leben in Deutschland

Die Aktualität einer von uns 2021 durchgeführten Befragung unter Jüdinnen und Juden in Deutschland zeigt sich heute besonders frappierend. 97 % der Befragten gaben an, die Außenpolitik Deutschlands gegenüber der Islamischen Republik Iran sei ihnen wichtig oder sehr wichtig. 78 % der Befragten äußerten gleichzeitig, dass das Handeln der Deutschen Außenpolitik gegenüber dem Regime „zu schwach“ sei. Dies gepaart mit der Hoffnung auf härtere Sanktionen gegen das islamistische Regime sowie seine Vorfeldorganisationen, um deren antisemitische Agitation und die Bedrohung für unsere Demokratie einzudämmen.

Keine Äquidistanz zu Terrorregimen

Bisherige jahrelange diplomatische Bemühungen, die Islamische Republik Iran von ihrem Streben nach der Atombombe, ihrem Vernichtungswillen gegenüber Israel und der westlichen Lebensweise sowie ihrem aggressiv-expansionistischen Agieren durch terroristische Stellvertreterarmeen abzubringen, zeigten keine Wirkung. Der Präventivschlag Israels ist daher begrüßens- und unterstützenswert – auch im Sinne der demokratischen Kräfte im Iran. Zu terroristischen Regimen darf es keine Äquidistanz geben – sondern ein klares Bekenntnis zu Freiheit und Demokratie.

Konsequenzen in der Innenpolitik: Demokratische Wehrhaftigkeit gegen das islamistische Regime stärken

Die Gefährdungslage durch die Islamische Republik Iran ist in Deutschland längst präsent. Jetzt braucht es konkrete innenpolitische Maßnahmen zur demokratischen Selbstbehauptung. Dazu zählen:

  1. ein umfassendes Betätigungsverbot der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) in Deutschland nach dem Vorbild des Hisbollah-Verbots,
  2. die offizielle deutsche Unterstützung für eine EU-weite Terrorlistung des IRGC,
  3. die Ausweitung der Beobachtung IRGC-naher Netzwerke durch das Bundesamt für Verfassungsschutz, insbesondere im Umfeld von Moscheen, Vereinen und regimeloyalen Akteuren sowie
  4. gezielte Sanktionen und das Einfrieren von Vermögenswerten regimenaher Personen und Organisationen auf Basis bestehender deutscher und europäischer Rechtsgrundlagen.

All das dient der inneren Sicherheit – insbesondere dem Schutz jüdischen Lebens und iranischer Oppositioneller in Deutschland.

Aktivitäten

Pressemitteilung: Amnesty International Deutschland hat eine rote Linie überschritten

13.06.2025 Pressemitteilung

Bei einer Kundgebung von Amnesty International Deutschland in Berlin am 5. Juni 2025 ist ein bekannter PFLP-naher Aktivist im Rahmen der Veranstaltung aufgetreten. Der jüdische Verein WerteInitiative e.V. sieht dies als völlig inakzeptabel an. „Wir sehen hier einen triftigen Grund, die Gemeinnützigkeit von Amnesty International Deutschland infrage zu stellen“, sagt Nelly Eliasberg, Sprecherin der WerteInitiative. „Terrorlegitimation hat in einer Menschenrechtsorganisation, die den Anspruch haben sollte, politisch neutral zu sein, nichts zu suchen.“

Bei einer Protestaktion anlässlich des Berlin-Besuchs des israelischen Außenministers Gideon Sa’ar mit dem Titel „Rote Linie Völkerrecht“, an der verschiedene NGOs zusammen mit Amnesty International Deutschland teilnahmen, trat der als PFLP-nah bekannte Aktivist Ibrahim I. auf. Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) steht seit 2002 auf der Terrorliste der Europäischen Union. Der besagte Aktivist trat dort zudem gemeinsam mit Katja Müller-Fahlbusch, Referentin für den Nahen Osten bei Amnesty, die wiederholt mit israelfeindlichen Äußerungen aufgefallen war, auf.

Antisemitische und gewaltverherrlichende Symbolik
Auf der Kundgebung wurden darüberhinaus rot bemalte Hände gezeigt – eine bekannte Referenz an den Lynchmord von Ramallah (2000), bei dem zwei israelische Reservisten von einem palästinensischen Mob gelyncht und ihre Leichen öffentlich geschändet wurden. Zudem kam es zu von israelfeindlichen Demonstrationen bekannten „Intifada“-Rufen, die im Kontext unmissverständlich als Aufruf zur Gewalt gegen Jüdinnen und Juden zu verstehen sind.
„Wenn eine Organisation wie Amnesty International Deutschland einer Figur mit Nähe zur PFLP eine Bühne bietet und dadurch Terrorverherrlichung duldet, überschreitet sie nicht nur moralische, sondern auch rechtliche Grenzen“, so Eliasberg. „Amnesty International Deutschland hat damit eine rote Linie überschritten. Ein Verein, der auf seinen Veranstaltungen terrorlegitimierende und antisemitische Symboliken zulässt, darf nicht weiterhin steuerlich begünstigt werden. Diese Duldung von und Nähe zu extremistischen und antisemitischen Kräften ist unseres Rechtstaats unwürdig. Wir fordern daher die Überprüfung der Gemeinnützigkeit von Amnesty International Deutschland.“

Rechtslage: Keine Gemeinnützigkeit bei Terrornähe
Laut § 52 Abgabenordnung (AO) sind Organisationen nur dann gemeinnützig, wenn sie der Allgemeinheit „in selbstloser Weise“ dienen und nicht gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoßen. Die Duldung von Aufrufen zur Gewalt und der Auftritt eines PFLP-nahen Aktivisten stehen im klaren Widerspruch dazu. „Mit der Einladung von PFLP-nahen Aktivisten und der Duldung von Terrorverherrlichung hat Amnesty International  Deutschland den Bereich der Meinungsfreiheit und des Einsatzes für universelle Menschenrechte verlassen und bewegt sich im Umfeld von antisemitischen und demokratiefeindlichen Strukturen. Wir dürfen nicht zulassen, dass einst angesehene Organisationen wie Amnesty von antisemitischem Aktivismus gekapert werden und damit zur Normalisierung von Israel- und Judenhass beitragen.“

Hintergrundinformationen u.a. zur PFLP HIER

Aktivitäten Veranstaltungen

Ausschreibung: A COMMON CAUSE 2025

12.-14. Oktober 2025 in Berlin

Die WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e. V. veranstaltet dieses Jahr zum zweiten Mal ein Leadership Seminar in die Bundeshauptstadt für bereits politisch Engagierte sowie Journalistinnen und Journalisten, die sich nachhaltig für Demokratiebildung interessieren und dabei einen Fokus auf jüdisches Leben und jüdische Themen legen möchten. Das mehrtägige Programm führt mitten ins politische Berlin. Die Teilnehmenden erhalten dabei im Rahmen persönlicher Treffen und Gesprächen im Bundestag, bei der Bundesregierung und jüdischen Organisationen sowie gesellschaftsrelevanten Akteuren einen direkten Einblick in das breite Spektrum von Themen rund um das jüdische Leben. Ziel ist es, die Teilnehmenden durch informative Gesprächsformate und wechselseitigen Dialog in ihrem eigenen politischen Engagement oder journalistischem Hintergrundwissen und Wirken zu stärken und ein tieferes Verständnis jüdisch-deutscher Querschnittsthemen und Strukturen zu fördern.

Bewerbungsschluss: 12.09.2025

Warum teilnehmen?

Lernen Sie die politischen und gesellschaftlichen Strukturen rund um das jüdische Leben in Deutschland kennen. Blicken Sie auf die größeren Zusammenhänge, denn was jüdische Bürgerinnen und Bürger beschäftigt, sind keine exklusiven Minderheitenthemen.

mehr:

Aus Erfahrung im Umgang mit antidemokratischen Kräften wissen wir, wie sich die Ablehnung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung – der Basis unseres friedlichen Zusammenlebens – meist auch in der Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrückt. Jüdisch-deutsche Themen sind damit ein Grundpfeiler einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Die Teilnehmenden des Leadership Seminars bekommen Input aus erster Hand und werden feststellen: Es ist nur ein kurzer Schritt zu den gesamtgesellschaftlich-demokratisch wesentlichen Grundfragen. Diverse Gesprächsrunden werden Gelegenheit bieten, ein Netzwerk für Austausch und Information der Teilnehmenden untereinander, mit uns und anderen Gesprächspartnern zu bilden. Die Auseinandersetzung mit den geteilten Erfahrungen im Sinne eines gelebten demokratischen Pluralismus ist dabei ein Leitmotiv.

Wer?

Das politische Leadership Seminar richtet sich speziell an politisch engagierte Personen sowie auch Personen aus dem journalistischen Bereich.

mehr:

1. In Deutschland lebende und bereits politisch engagierte Personen über 18 Jahre. Wir möchten damit Interessierten außerhalb des jüdischen Umfelds die Gelegenheit geben, sich für die Relevanz jüdischer Themen zu sensibilisieren und ihnen in einem vielseitigen und intensiven Programm persönliche Begegnungsmöglichkeiten mit dem aktuellen politischen Engagement von und für Juden bieten. Willkommen sind ausdrücklich auch Personen, die noch am Anfang ihrer politischen Laufbahn stehen. Sie sollten aber mindestens für eine Funktion/Amt/Aufgabe innerhalb politischer Strukturen gewählt worden sein und erste einschlägige Erfahrungen in der Politik gesammelt haben.

2. Darüber hinaus laden wir auch Personen aus dem journalistischen Bereich mit abgeschlossenem Volontariat und ersten Publikationsnachweisen zur Teilnahme ein.

Wie?

Senden Sie und Ihren Lebenslauf und ein aussagekräftiges Motivationsschreiben (max. 2 Seiten) sowie relevante Nachweise Ihrer politischen oder journalistischen Tätigkeit an: kontakt@werteinitiative.de

mehr:

Stellen Sie im Schreiben bitte auch Ihren Bezug zu den obigen Inhalten (unter „Wer?“) dar. Da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist, bitten wir um eine zeitnahe Anmeldung. Der Einsendeschluss der Bewerbung ist der 12.09.2025. Rückfragen beantworten wir gerne jederzeit per o.g. E-Mail. Sowohl die Bestätigung der Teilnahme als auch die Absagen werden bis zum 26.09.2025 versandt. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Was?

Geplant ist ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles 3-Tages-Programm.

mehr:

Durch eine Mischung aus Gesprächsrunden mit wichtigen Organisationen, Besuchen bei Bundestagsfraktionen und Diskussionsrunden wird eine spannende, inhaltlich bereichernde und interaktive Erfahrung geboten. Für das leibliche Wohl ist durch vielfältige Verpflegung gesorgt. Ferner wird es ausreichend Zeit für Austausch und Networking untereinander geben. Die Übernachtungen erfolgen in einem zentral gelegenen Hotel. Die Kosten für die Anreise, Übernachtungen, Mahlzeiten, den Transport zu den Veranstaltungsorten sowie die Veranstaltungen selbst werden vom Veranstalter übernommen. Es gelten Erstattungsgrenzen gemäß Bundesreisekostengesetz.

12.-14.10.2025 in Berlin
Hier zum Seminar anmelden

Vorläufige Programmpunkte

  • Begrüßung, Impulsgespräch und Kennenlernen
  • Vorstellung der Arbeit der WerteInitiative e. V.
  • Besuch des Zentralrats der Juden in Deutschland (ZDJ)
  • Besuch des American Jewish Committee Berlin (AJC Germany)
  • Treffen mit Vertretung der israelischen Botschaft
  • Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI): Gespräch mit Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus
  • Besuch des Deutschen Bundestages: Gespräche mit den für jüdische Themen zuständigen Mitgliedern verschiedener Fraktionen (SPD, CDU/CSU, Grüne)
  • Besuch in Synagoge mit Rabbinergespräch und anschließendes Abendessen
  • Treffen mit VertreterInnen des Bundesministeriums der Justiz (BMJ)
  • Reflexions- und Vernetzungsrunden

Wir bedanken uns
für die Unterstützung von:

Aktivitäten

Pressemitteilung: Irritierende Rhetorik bezüglich deutscher Haltung zu Israel

28.05.2025 Pressemitteilung

In den letzten Tagen beobachten wir in der Debatte um den Krieg zwischen Israel und der Hamas eine Verschiebung der Tonlage in Teilen der Bundespolitik. Diese nehmen wir mit Besorgnis und Irritation zur Kenntnis. Insbesondere die Formulierung des CDU-Außenministers Johann Wadephul vom 27.05.2025 bzgl. einer angeblichen „Zwangssolidarität“ stößt bei uns auf sehr großes Unverständnis. Eine derartige Rhetorik insinuiert, Deutschland werde „gezwungen“ an der Seite Israels zu stehen und habe dies bisher nicht aus freien Stücken getan. Es stellt sich daher die Frage, wie Begrifflichkeiten wie „Zwangssolidarität“, die die Debatte weiter verunsachlichen, hilfreich sein sollen.

Zudem war von einer vermeintlichen „Instrumentalisierung“ des Kampfs gegen Antisemitismus die Rede. In einer Zeit, in der uns Judenhass weltweit und auch in Deutschland in selten gesehenem Ausmaß entgegenschlägt, raunt diese Formulierung zwar vielsagend, bleibt aber eine Erklärung schuldig, wie eine angebliche „Instrumentalisierung“ überhaupt konkret stattfinden könnte. Das schürt Ressentiments, ohne Klarheit durch konkrete Informationen und Fakten zu schaffen.

Auch die innerhalb der Debatte, durch den ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich, am selben Tag formulierte Aussage, es gäbe eine „Selbstgefangenschaft“ aufgrund „der historischen Last des Nationalsozialismus“ erinnert an Rhetorik, die man normalerweise außerhalb des demokratischen Spektrums verortet hätte. Dort ist die Debatte um „Schuldkult“ und ähnliche Phantastereien, aufgrund derer man seine Meinung zu Israel zurückhalten müsse, üblicherweise beheimatet.

Aber die Wortwahl ist nicht nur unverantwortlich, weil sie in die Hände der Antisemiten spielt – die Aussagen sind auch inhaltlich falsch. Dass man israelische Regierungspolitik oder konkrete Militäreinsätze nicht kritisieren dürfe, ist ein Mythos. Israel wird tagein, tagaus weltweit – auch in Deutschland – kritisiert. Selbst nach der IHRA-Definition für Antisemitismus, der fälschlich vorgeworfen wird, Kritik an Israels Politik zu unterbinden, ist dies legitim. Ein grundsätzliches Kritikverbot gegenüber Israel existiert schlicht nicht und wird auch von niemandem gefordert.

Wir, als jüdische Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, wünschen uns von der Spitzenpolitik das Maß an Besonnenheit, was eine derart komplexe Situation erfordert und keine Druckentlastung durch die Verwendung aufgestauter Buzzwords.

Aktivitäten Meinungen

Pressemitteilung: Deborah Feldmans Angriffe auf Philipp Peyman Engel sind haltlos und gefährlich

21.05.2025 Pressemitteilung

Mit großer Sorge beobachtet der jüdische Verein WerteInitiative die aktuellen Angriffe der Autorin Deborah Feldman auf Philipp Peyman Engel, den Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen. In einem Beitrag der Zeitschrift “Weltbühne” sowie in mehreren Äußerungen auf Social Media stellt Frau Feldman wiederholt und ohne Grundlage die jüdische Identität von Herrn Engel infrage.

Diese Behauptungen sind nicht nur falsch, sondern diffamierend. Die jüdische Herkunft von Philipp Peyman Engel und seiner Mutter ist eindeutig dokumentiert und Frau Feldman war darüber vor ihrer Veröffentlichung nachweislich informiert. Dennoch verbreitet sie weiterhin unbelegte Zweifel – offenbar in dem Bestreben, eine der profiliertesten jüdischen Stimmen in Deutschland zu delegitimieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass Frau Feldman mit persönlichen Angriffen gegen Menschen vorgeht und deren jüdische Identität in Frage stellt, die eine andere Haltung vertreten als sie. Auch mit dieser aktuellen Kampagne überschreitet sie eine Grenze: Sie bedient sich der gefährlichen Praxis, jüdische Identität öffentlich zu bestreiten – und füttert dabei Misstrauen, trägt zur innerjüdischen Spaltung und somit zur Schwächung der mehrheitlichen, jüdischen Standpunkte in Deutschland bei. Dass sich die “Weltbühne” dazu entschlossen hat, dieser Autorin Raum zu geben, war eine bewusste Entscheidung, die wir auf das Schärfste verurteilen.

Philipp Peyman Engel steht für eine klare, liberale und verankerte Stimme innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. In seinen Haltungen erkennen sich fast alle jüdischen Bürgerinnen und Bürger Deutschlands wieder. Der Zentralrat der Juden in Deutschland als Herausgeber der Jüdischen Allgemeinen hat seine uneingeschränkte Unterstützung für Herrn Engel deutlich gemacht – ein starkes und leider notwendiges Signal.

Die WerteInitiative ruft alle Akteure des öffentlichen Lebens dazu auf, sich klar gegen diese Art von Diffamierung zu positionieren. Wer behauptet, im Namen von Toleranz und Vielfalt zu sprechen, darf nicht gleichzeitig Andersdenkende zum Ziel persönlicher Herabwürdigung machen. Jüdische Identität ist kein politischer Spielball

Aktivitäten Meinungen

Pressemitteilung: Pressemitteilung Jüdischer Verein verurteilt Beschluss der Partei Die Linke

10.05.2025 Pressemeldung

Berlin, 10. Mai 2025 – Mit großer Bestürzung nimmt die WerteInitiative zur Kenntnis, dass die Partei Die Linke auf ihrem Bundesparteitag die sogenannte Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA) offiziell adoptiert und sich damit bewusst gegen die international breit anerkannte IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus gestellt hat. Dies ist ein folgenschweres politisches Signal – nicht nur an die jüdische Gemeinschaft in Deutschland, sondern auch an all jene, die sich verlässlich gegen Antisemitismus engagieren.

„Die Entscheidung der Linken ist ein fatales politisches Bekenntnis gegen die weltweit bewährte Definition von Antisemitismus, wie sie unter anderem von der EU, der Bundesregierung, dem Bundestag, zahlreichen Bundesländern, der Kultusministerkonferenz und über 1.000 Institutionen weltweit anerkannt wird“, erklärt Elio Adler, Vorsitzender des Vereins. „Mit großer Bestürzung nimmt die WerteInitiative zur Kenntnis, dass die Partei Die Linke auf ihrem Bundesparteitag an diesem Wochenende die sogenannte Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA) offiziell adoptiert und sich damit bewusst gegen die international breit anerkannte IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus gestellt hat.

Dies ist ein folgenschweres politisches Signal – nicht nur an die jüdische Gemeinschaft in Deutschland, sondern auch an all jene, die sich verlässlich gegen Antisemitismus engagieren.“

„Mit der Annahme der JDA öffnet die Partei israelfeindlicher Agitation unter dem Deckmantel der Kritik die Tür – und entzieht sich damit der Verantwortung, jüdisches Leben und jüdische Perspektiven wirksam zu schützen.“

Die Jerusalem Declaration gilt unter jüdischen Gemeinden, Verbänden und Antisemitismusforschenden weltweit als ungeeignet und verharmlosend, weil sie zentrale Formen israelbezogenen Antisemitismus vernebelt oder relativiert, die in der Realität jüdischer Menschen eine erhebliche Bedrohung darstellen.

„Wer jeden Antisemitismus effektiv bekämpfen will, muss ihn erst klar benennen können. Die Linke wählt stattdessen den Weg der politischen Instrumentalisierung und tritt den Konsens der jüdischen Zivilgesellschaft mit Füßen“, so Adler weiter. „Wir ziehen daraus die notwendigen Konsequenzen.“

Für unseren Verein ist unter diesen Umständen keinerlei Kooperation mit der Partei Die Linke möglich.

Wir rufen zugleich alle jüdischen und nichtjüdischen Partner auf, diese Entwicklung kritisch zu prüfen und ihrerseits die Zusammenarbeit mit politischen Kräften zu überdenken, die nicht jeden Antisemitismus klar und solidarisch benennen und bekämpfen.

Jüdisches Leben in Deutschland braucht Sicherheit, Respekt und politische Klarheit – keine doppelten Standards, keine ideologischen Relativierungen.