Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Profs against Antisemitism. Wie ist die Situation an der Freien Universität? Was sich verändert hat, was getan werden muss.

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Seit dem Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober hat der Antisemitismus besonders an den Universitäten stark zugenommen. Jüdische und israelsolidarische Personen werden bedroht und angegriffen. Seit ein paar Monaten kommt es immer wieder zu Protesten, Besetzungen und antisemitischen Schmierereien an den Universitäten. Auch Boykottaufrufe und tatsächliche Ausschlüssen israelischer Wissenschaftler, etwa von Konferenzen oder Publikationen, sind nicht selten. Zahlreiche deutsche Wissenschaftler haben sich daher in einem gemeinsamen Appell ohne Wenn und Aber mit ihren jüdischen Studierenden und mit israelischen Kollegen solidarisiert. Darüber sowie über die möglichen Handlungsperspektiven sprachen wir mit Prof. Dr. Stefan Liebig von der Freien Universität Berlin, der den offenen Brief „Profs against Antisemitism“ initiiert hat.

Moderation: Anna Staroselski, Sprecherin WerteInitiative e. V.

Aktivitäten

10 Jahre WerteInitiative: Jubiläums-Shabbat-Dinner und Tacheles-Preisverleihung

Wir feiern 10 Jahre WerteInitiative

Gerade in herausfordernden Zeiten war es uns ein Anliegen, anlässlich des Jubiläums unseres Vereins ein Zeichen für die Stärkung unserer freiheitlichen Demokratie als Fundament eines lebenswerten gesellschaftlichen Miteinanders zu setzen. Deshalb haben wir im Rahmen eines traditionellen Shabbat-Dinners am 28.06.2024 in Anwesenheit von Bundes- und Landespolitikerinnen und -politikern, Mitgliedern, Freunden und Netzwerkpartnern der WerteInitiative auf die letzten 10 Jahre gemeinsamen Einsatzes für die Sicherung einer jüdischen Zukunft zurückgeblickt.

Nach begrüßenden Worten unseres Vorstandsvorsitzenden Elio Adler haben die liberale Rabbinerin Jasmin Andriani und der orthodoxe Rabbiner Yehuda Teichtal die Segenssprüche über die Shabbatkerzen, Wein und Brot gesprochen.

Wir sind dankbar für die wertschätzenden und unterstützenden Grußworte von

Jörn Thießen, in Vertretung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat,

Daniel Botmann für den Zentralrat der Juden in Deutschland,

Ruppert Stüwe, MdB für die SPD-Bundestagsfraktion,

Dr. Ottilie Klein, MdB für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion,

Max Lucks, MdB für die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grüne

und Staatssekretär Benjamin Strasser, MdB für die FDP-Bundestagsfraktion.

Verleihung des Tacheles-Preises

Anlässlich unseres zehnjährigen Bestehens haben wir das Engagement der jungen jüdischen Generation gewürdigt mit einem Preis ausgezeichnet. Dafür haben wir erstmals den Tacheles-Preis für Verdienste um das jüdische Leben in Deutschland verliehen.

Die ersten Preisträgerinnen und Preisträger sind die Mitglieder des Vorstands der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD): Hanna Veiler, Deborah Kogan, Jacob Horowitz, Lisa Michajlova und Noam Petri sowie die kooptierten Mitglieder Esther Rubins und Alexandra Krioukov.

Der Preis wurde von unserem Vorstand und mit einer Laudatio von Ronya Othmann überreicht. Die Verleihung wurde musikalisch von Mitgliedern des Schülerchors des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn begleitet. Wir danken Danielle, Sophia, Anna und Camille für die schönen Gesangseinlagen und Chorleiter Niklas Mihr für die Begleitung am Klavier

Gerade seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 haben sich die Mitglieder des Vorstands als laute, gut informierte und analytische Stimmen für jüdisches Leben in Deutschland hervorgetan. Sie haben mit ihrer unermüdlichen Arbeit einen großen Beitrag zur Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland und darüber hinaus geleistet.

Wir danken den Vorständen der JSUD von Herzen für ihre bedeutenden Beiträge und hoffen, dass sie auch weiterhin eine Quelle der Inspiration und des Mutes für unsere Gemeinschaft bleiben.

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WI-Talk: Vorstellung: Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

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Seit dem Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober hat auch der Judenhass in Deutschland stark zugenommen. Besonders stark nimmt man inzwischen antisemitische Proteste an den Universitäten wahr.

In dieser Ausgabe des WI-Talks geht es darum, wie die Stimmung an einer jüdischen Hochschule aussieht – genau genommen der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Dabei werden unter anderem die Fragen geklärt, wie die Stimmung an der Hochschule seit dem 7. Oktober wahrgenommen wird, ob es auch dort Vorfälle von Antisemitismus und wie die Hochschule damit umgeht. Darüber sprechen wir mit dem Rektor der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg Prof. Dr. Werner Arnold und Cornelia D’Ambrosio, Vorsitzende der Studierendenvertretung der Hochschule und stellvertretende Vorsitzende des Bundes Jüdischer Studierender Baden.

Moderation: Anna Staroselski, Sprecherin WerteInitiative e. V.

Aktivitäten WI-Talk

WI-Talk: Vorstellung: EDA – Magazin. Jung-jüdisch-sexy! Das neue Magazin der JSUD.

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Jung, jüdisch, sexy: unter diesem Motto erscheint ein neues Magazin, das von jungen, jüdischen Künstlern, Autoren und kreativen Menschen geschaffen wird. Herausgegeben wird das Magazin von der Jüdischen Studierendenunion Deutschland. Gerade erst wurde der Release der ersten Ausgabe gefeiert. Über die Themen und Hintergründe der bunten Zeitschrift sprechen wir mit einer der Herausgeberinnen, Alexandra Krioukov.

Moderation: Anna Staroselski, Sprecherin WerteInitiative e. V. www.werteinitiative.de

Aktivitäten

Geraldine Rauch muss als TU Präsidentin zurücktreten

Wir sind höchst irritiert über die Vorgänge um TU-Präsidentin Rauch.

Mit Schrecken haben wir verfolgt, was in den vergangenen Wochen auf deutschen Universitätscampus möglich war. Besetzungen durch vermeintlich pro-palästinensische Studierende, aber auch externe Personen wurden vielfach geduldet. Dabei konnten antisemitische Botschaften teils ungehindert skandiert oder gezeigt werden. Sachbeschädigungen konnten nicht immer unterbunden werden.

Auch die Technische Universität zu Berlin (TU) bekleckerte sich hier nicht mit Ruhm.

Zunächst wurde ohne Rücksprache mit jüdischen Studierenden oder Lehrenden der hochumstrittene Antisemitismusforscher Prof. Uffa Jensen als Antisemitismusbeauftragter der TU eingesetzt. Dieser fiel insbesondere damit auf, israelbezogenen Antisemitismus, der seit dem 7. Oktober als nachweislich häufigste Erscheinungsform von Antisemitismus auftritt, als solchen nicht per se anzuerkennen und die von der Hochschulrektorenkonferenz adaptierte Arbeitsdefinition von Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance nicht verwenden zu wollen. Diese Positionierung und die ablehnende Haltung gegenüber dem Forscher seitens der Mehrheit der jüdischen Studierenden disqualifiziert Prof. Uffa Jensen für das Amt des Antisemitismusbeauftragten. Nichtsdestotrotz stellte sich die TU-Präsidentin Geraldine Rauch hinter ihre Wahl und fiel selbst noch dadurch auf, dass sie eindeutig antisemitische Tweets über ihr X-Profil geliket hatte. Nach Bekanntwerden dieser Vorgänge stellte Rauch ihr X-Profil zunächst auf privat und löschte es in der Folge. Dies geschah vermutlich im Wissen darum, dass weiteres inkriminierendes Material und Likes in ihrem Profil sichtbar werden würden. Die von Prof. Rauch verfasste Entschuldigung halten wir, wie auch der Zentralrat der Juden für wenig glaubhaft. Die Mitglieder des Akademischen Senats stimmten mehrheitlich für den Rücktritt von Präsidentin Rauch. Der Tatsache, dass Rauch trotz des für sie ernüchternden Ergebnisses die nicht erreichte Zwei-Drittel-Mehrheit zum Anlass nimmt, im Amt zu bleiben, können wir nur mit größtem Unverständnis begegnen.

Der Bundeskanzler hat Geraldine Rauch konsequenterweise aus seinem Beraterkreis, der die Bundesregierung in Fragen von Schlüsseltechnologien, Digitalisierung, KI und weiteren Zukunftsthemen berät, nach den jüngst erhobenen schweren Vorwürfen gegen sie ausgeschlossen.

Geraldine Rauch muss nun auch als TU Präsidentin zurücktreten! Denn solange sie im Amt bleibt, können jüdische Studierende der TU nicht mehr sicher sein, dass ihr Schutz gewährleistet wird, sie diskriminierungsfrei studieren können und ihre Probleme durch diese Universitätsleitung ernstgenommen werden.

Aktivitäten

Miniclip-Kampagne: Mazal Tov, Grundgesetz!

Seit 75 Jahren bildet das Grundgesetz die Basis für das Zusammenleben in Deutschland. Als jüdisch-deutscher Verein zeigen wir euch in unserer Reihe, wie untrennbar jüdische Werte mit dem Grundgesetz verbunden sind.

Wir sagen Mazal tov, Grundgesetz!

1. Einleitung

2. Allgemeinheit der Menschenrecht (Art. 1 GG)

Aktivitäten Meinungen

Haftantrag gegen israelische Regierungsmitglieder

Der Antrag auf Ausstellung eines Haftbefehls gegen Benjamin Netanjahu und Yoav Gallant ist, um es mit den Worten Joe Bidens zu sagen, empörend. Das Herauspicken Israels und das Anlegen doppelter Standards durch Organisationen der Vereinten Nationen ist hinlänglich bekannt. Offenbar reiht sich nun auch der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in diese antiisraelische Front ein.

Die implizierte Gleichsetzung der Regierungsvertreter eines sich selbst verteidigenden, demokratischen Staates Israel und der Führungsriege der Terrororganisation Hamas offenbart bereits das tendenziöse Koordinatensystem, welches dem Antrag auf Klageerhebung zu Grunde liegt. Dazu ist keinesfalls geklärt, ob der IStGH überhaupt in diesem Fall zuständig ist. Das Vorgehen des Chefanklägers des IStGH deutet auf eine politische Motivation hin, denn der IStGH ist eigentlich als letzte Instanz vorgesehen, wenn nationale Gerichtsbarkeiten versagen. Israels robustes und unabhängiges Rechtssystem, von vielen hunderttausenden Israelis im letzten Jahr vehement gegen eine Justizreform verteidigt, gibt keinen Anlass zu einer derartigen Vermutung.

Während im Falle von Russlands Krieg gegen die Ukraine mehr als ein Jahr zwischen Beginn der Ermittlungen und der Anklage gegen Wladimir Putin verstrichen ist und es hier um Einzelaspekte der Kriegsführung, nicht den Krieg an sich ging, will man gegenüber den israelischen Regierungsvertretern den weitaus schwerwiegenderen Vorwurf von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ erheben – und das offenbar, so schnell es geht. Dies geschieht, während sich Israel nach dem beispiellosen Massaker der Hamas vom 7.10.2023 nach wie vor verteidigen muss und versucht, die bis dato festgehaltenen Geiseln wieder nach Hause zu bringen.

Nicht zuletzt bemüht sich Israel darum, zivile Opfer so gering wie möglich zu halten­ – das bleibt in der Anklageschrift völlig außen vor. Das Beratergremium, das zum Antrag auf einen Haftbefehl geraten hat, war in dieser Hinsicht völlig einseitig besetzt. So gab es keine Militärexperten, die das israelische Vorgehen im Gazastreifen in ein professionelleres Licht gerückt hätten. Die Verteidigungsmaßnahmen dort sind zwar kompliziert umzusetzen, aber grundsätzlich gerechtfertigt.

Was bleibt ist ein Antrag, der legitime Vertreter eines demokratischen Staates, der sich selbst verteidigt, behandelt, wie die Führung eines Verbrecherregimes. Ähnlich wie im Fall der Anschuldigungen vor dem Internationalen Gerichtshof sind die unverhältnismäßigen Vorwürfe dazu geeignet, den Antisemitismus weltweit und in Deutschland weiter anzustacheln. Die Erfahrung zeigt, dass Juden regelmäßig für angebliche Verfehlungen Israels verantwortlich gemacht werden. Egal, wie das Verfahren nach Prüfung des Antrags weitergeht, für Antisemiten und Israelfeinde dürfte es ein weiterer Beleg sein, dass Israel ein Verbrecherstaat sei – der angerichtete Schaden ist unabsehbar. Deutsche Regierungsvertreter, die sich offiziell zum Kampf gegen Antisemitismus bekennen, dürfen, vor allem auch im Interesse der Sicherheit von Jüdinnen und Juden hierzulande, einer solchen Vorverurteilung keinen Vorschub leisten!

Aktivitäten

Pressemeldung: Jüdischer Verein WerteInitiative e.V. warnt mit Positionspapier vor Revision der weltweit anerkannten Erkennungsgrundlage für Antisemitismus

14.05.2024 Pressemeldung

Die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus ist ein wichtiges Fundament im Kampf gegen Judenhass mit hoher Sensibilität für alle seine Ausdrucksformen. Das macht sie unerlässlich für die Entwicklung konkreter Strategien zur Sicherung jüdischen Lebens in Deutschland.

Unser Vorstand erklärt:

Ohne klare Benennung lässt sich Antisemitismus nicht bekämpfen. Ein Abweichen vom bisherigen Bekenntnis des Bundestags und der Bundesregierung zur IHRA-Arbeitsdefinition würde ein Signal der Verharmlosung von erlebtem Antisemitismus an die jüdische Gemeinschaft in Deutschland senden. In Zeiten von hohem Handlungsdruck würde dies die dringend gebotene Eindämmung von Antisemitismus durch darauf aufbauende konkrete Maßnahmen behindern

Spätestens seit dem brutalen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 07. Oktober 2023 sowie dem darauffolgenden enormen Anstieg antisemitischer Übergriffe und Straftaten bundesweit, kann israelbezogener Antisemitismus nicht mehr geleugnet werden. Entsprechend häufig wird in dieser gesellschaftlichen Bedrohungslage für jüdisches Leben über Möglichkeiten zur Bekämpfung von Antisemitismus gesprochen. Dazu gehört auch die wichtige Frage nach der begrifflichen Eingrenzung: Was ist antisemitisch und was nicht?  Mit der Arbeitsdefinition von Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) existiert hierfür eine wissenschaftlich fundierte und verlässliche Orientierung zur Erkennung von Antisemitismus, wie zur sachlichen Differenzierung von legitimen Auseinandersetzungen mit israelischem Regierungshandeln, die auch durch die Bundesregierung mittels des Koalitionsvertrages der Ampel-Regierung und der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben (NASAS) offiziell als handlungsleitend anerkannt wird. Dagegen richtet sich die sogenannte „Jerusalemer Erklärung“ (JDA) als expliziter politischer Gegenentwurf und verharmlost damit praktisch den folgenschweren Antisemitismus israelfeindlicher Argumentationsmuster.

Unser angefügtes Positionspapier beinhaltet eine Darstellung der Spezifik und der Vorzüge der IHRA-Antisemitismusdefinition in der theoretischen und praktischen Anwendung und entkräftet den politisch interessierten und tendenziösen Versuch ihrer Delegitimierung durch die JDA.

Unser Positionspapier Antisemitismus definieren finden Sie hier zum Download.

 

Ansprechpartnerin für Rückfragen: Anna Staroselski / Sprecherin des Vereins kontakt@werteinitiative.de  / Tel: 030 / 234 580 20


Über den Verein WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V.: die WerteInitiative hat sich als eine zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland seit 2014 etabliert. Wir sind angetreten, um die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland zu sichern. Daher setzen wir uns für die Stärkung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aus jüdischer Perspektive ein. Dies tun wir, indem wir den wertebasierten politischen, gesellschaftlichen und medialen Diskurs, das bürgerschaftlich-jüdische Engagement in Deutschland und das deutsch-israelische Verhältnis fördern. Für weitere Informationen bitten wir, unsere Webseite zu besuchen: https://werteinitiative.de/.

Aktivitäten

Pressemitteilung: Der UNRWA-Terrorunterstützung muss ein Ende gesetzt werden!

25.04.2024 Pressemitteilung

Der Vorstand der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V. erklärt:

Das Auswärtige Amt nimmt die Zusammenarbeit mit UNRWA wieder auf. Es ist unstrittig, dass die Menschen in Gaza auf humanitäre Hilfe angewiesen sind und vor Ort Wasser, Nahrung und Medikamente erhalten müssen. Dass die humanitäre Hilfe jedoch weiterhin über die skandalträchtige UNRWA erfolgen soll, macht uns fassungslos. Deutschland muss sich international dafür einsetzen, umgehend alternative Hilfsstrukturen v.a. in Gaza zu etablieren. So sollten etwa die arabischen Nachbarstaaten in die Pflicht genommen werden, sich deutlich stärker finanziell und humanitär in Gaza zu engagieren. Dass die Zusammenarbeit nach den Erkenntnissen über offensichtliche Terrorverstrickungen der UNRWA anscheinend bedingungslos erfolgen soll, ist jedoch ein Fehler.

Mehrere Mitarbeiter der UNRWA waren an dem Massaker und den Gräueltaten des 07.10.2023 beteiligt – sie entführten oder ermordeten Israelis – oder bejubelten den Terror. Es gibt Hinweise darauf, dass etwa 2.000 UNRWA-Mitarbeiter Mitglieder der Terrororganisationen Hamas oder Islamischer Dschihad sind.

Der Bericht der Leiterin der UNRWA-Untersuchungskommission und Lazzarini-Vertrauten Catherine Colonna liefert nun für die Bundesregierung den Freifahrtschein, die  Zusammenarbeit mit UNRWA wiederaufzunehmen. Dabei lässt der Bericht beispielsweise die massiven Probleme der antisemitischen Inhalte in UNWRA-Schulbüchern oder die Aufstachelung zu Terrorakten durch UNRWA-Lehrkräfte aus. Bereits zuvor fiel Colonna mit verharmlosenden Statements bezüglich der judenfeindlichen Lehrbuchinhalte der UNRWA-Bücher auf. Laut Colonna soll UNRWA nun nichts von der Nutzung des Terrortunnelsystems unterhalb des UNRWA-Hauptquartiers in Gaza gewusst haben.

Es gilt zu prüfen, wie die Untersuchungskommission zu einem solchen Ergebnis gelangen konnte beziehungsweise wie neutral und faktentreu dieses tatsächlich entstanden ist.

Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass auch die indirekte Finanzierung und Unterstützung von Terrorstrukturen fortan ausgeschlossen werden kann. Die UNRWA steht insbesondere nach den Erkenntnissen über die gravierenden Terrorverstrickungen in der Bringschuld und muss vorab nachvollziehbar und glaubhaft erklären, wie die Terrorunterstützung, Gewaltverherrlichung und antisemitische Hetze innerhalb ihrer Strukturen künftig ausgeschlossen werden kann. Da reicht es nicht aus, dass Deutschland mehr Mitsprache erhalten soll. Deutschland ist der größte UNRWA-Finanzierer Europas und ist entsprechend auch in der Position, deutliche  Anforderungen an die Vergabe von Mitteln bzw. deren Verwendung zu stellen. Die Strukturen von UNRWA müssen kurz- bis mittelfristig durchbrochen und die Arbeit humanitärer Hilfsorganisationen in der Region neu ausgerichtet werden. Dazu gehört auch die perspektivische Auflösung der UNWRA, die bspw. durch das UNHCR ersetzt werden kann.

 

Ansprechpartner für Rückfragen: Anna Staroselski / Sprecherin des Vereins kontakt@werteinitiative.de  / Tel: 030 / 234 580 20


Über den Verein WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V.: die WerteInitiative hat sich als eine zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland seit 2014 etabliert. Wir sind angetreten, um die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland zu sichern. Daher setzen wir uns für die Stärkung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aus jüdischer Perspektive ein. Dies tun wir, indem wir den wertebasierten politischen, gesellschaftlichen und medialen Diskurs, das bürgerschaftlich-jüdische Engagement in Deutschland und das deutsch-israelische Verhältnis fördern. Für weitere Informationen bitten wir, unsere Webseite zu besuchen: https://werteinitiative.de/.

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Leadership Programm – jüdisch-politisches Engagement in Deutschland

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