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Strafanzeige gegen antisemitische Hass-Website / Grenzen des Netz-DG / Reformbedarf

Die WerteInitiative hatte Strafanzeige gegen die Betreiber der Website „www.judas.watch“ gestellt. Auch der Bundesbeauftragte gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, und die Antisemitismusbeauftragte der Staatsanwaltschaft Berlin, Claudia Vanoni, wurden von uns informiert und waren mit dem Fall befasst. Dafür hatten wir unsere ausführlichen Hintergrundrecherchen an die Staatsanwaltschaft übergeben. Das Verfahren wurde eingestellt.

Einstellung des Verfahrens 05.03.2019

Wir bleiben dran und werden daran arbeiten, die hier vorhandenen Schlupflöcher zu schließen!

Anzeige erstattet 18.02.2019

Im Rahmen unserer politischen Arbeit sind wir auf die Website „www.judas.watch“ aufmerksam gemacht worden. Laut Selbstbezeichnung ist der Zweck der Website, “anti-White traitors, agitators and subversives” namentlich zu nennen und eine Art öffentliche Datenbank über diese zu führen. Die aufgelisteten Personen sind nach Tätigkeitsfeld und Land geordnet.

Diese Seite ist zudem explizit antisemitisch, da sie den „jüdischen Einfluss” in der Welt aufzeigen möchte. Dazu nennt sie Juden namentlich und kennzeichnet diese mit einem gelben Stern vor ihrem Namen. Die Website führt Aktivitäten sowie vermeintliche oder tatsächliche Beziehungen der einzelnen Personen und Organisationen untereinander und will somit zeigen, wie viel Einfluss die Juden – auch in Deutschland – hinter den Kulissen angeblich hätten.

Eine solche Seite stellt eine direkte Bedrohung der genannten Personen mit unabsehbaren Folgen für diese dar, vor allem aber für die speziell gekennzeichneten Juden. In ihrer Gesamtheit erfüllt sie den Tatbestand der Volksverhetzung.

Neben den Strafanzeigen von einzelnen jüdisch-deutschen Betroffenen, die auf der Seite genannt werden, geht es uns mit unserer Anzeige als Verein jüdischer Deutscher darum, auch von institutioneller Seite mit einer größeren Reichweite in die jüdische Community hinein dem Anliegen Gewicht zu verleihen. Wir wollen, dass die Seite gesperrt und die Betreiber strafrechtlich verfolgt werden.

Ferner gilt es, nachdem nun viele Monate damit Erfahrungen gesammelt werden konnten, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz zu überarbeiten und zu ergänzen. Es geht uns dabei nicht nur um die von Hass und Hetze betroffenen Einzelpersonen, sondern auch darum, aus jüdischer Perspektive unser Zusammenleben für die Allgemeinheit sicherer zu gestalten und Elementen, die die Spaltung unserer Gesellschaft betreiben, deutlich entgegenzutreten.

Aktivitäten

Treffen mit Oberstaatsanwalt Ralph Knispel

Gerade in der Metropole Berlin ist der Rechtsstaat immer wieder gefordert und leider manchmal überfordert. Dabei sind Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit die Kernaufgaben des Staates. Kommt es hier zu Defiziten, hat das eine weit über den reinen Mangel hinausgehende Bedeutung: Das Vertrauen der Bürger in staatliche Handlungsfähigkeit geht verloren und Extremisten jeglicher Couleur können Land gewinnen.
Herr Oberstaatsanwalt Ralph Knispel, der gleichzeitig Vorsitzender der Vereinigung Berliner Staatsanwälte ist, ist seit Langem als kritischer aber konstruktiver Geist bekannt, der nicht davor zurückschreckt, Probleme offen zu benennen.
Im Treffen mit dem Vorsitzenden der WerteInitiative wurde schnell eine ähnliche Beurteilung der Situation im Strafverfolgungs- und Justizapparat klar. In den nächsten Wochen werden wir weiter abstimmen, ob und wie wir den Austausch zukünftig konstruktivieren können.

Aktivitäten

Pressemeldung: Neues von der SPIEGEL-Recherche “Gezielte Kampagne”

Pressemitteilung: Neues zur SPIEGEL-Recherche im Nachgang zum SPIEGEL-Artikel „Gezielte Kampagne“ vom 13.07.2019

Der SPIEGEL hat weiteres bahnbrechendes recherchiert: Die WerteInitiative hätte vor zwei Jahren dringend um die Einsetzung eines offiziellen Antisemitismusbeauftragten auf Bundesebene gebeten. Dies wird man wohl bald gedruckt im SPIEGEL lesen dürfen. Hier schon mal unsere Antwort: Wir sagen ja, bekennen uns und geben es zu: Wir haben schon 2017 geahnt, dass die Bekämpfung von Antisemitismus in Deutschland brisanter und damit immer wichtiger würde. Kaum ein Tag ohne Angriff auf Jüdinnen und Juden in Deutschland. Vielleicht sollte der SPIEGEL dazu einmal recherchieren. Zu Vorurteilen gegenüber Jüdinnen und Juden gibt es sicherlich auch eine Menge herauszufinden.

Als Anfangsrecherche zu Vorurteilen empfehlen wir dem SPIEGEL das Cover ihres aktuellen Sonderheftes DER SPIEGEL GESCHICHTE 4/19 „Jüdisches Leben in Deutschland“, welches wir der Einfachheit halber in der Anlage beigefügt haben. Es zeigt mit dem Untertitel „Die unbekannte Welt nebenan“ wie Juden heute, in den Augen des SPIEGEL, scheinbar typischerweise aussehen: nämlich ähnlich alt-bekannten Klischees. Anstatt solche zu verfestigen, wäre es insbesondere in heutigen Zeiten angebracht, die ihnen „unbekannte Welt“ mit Bildern von Juden, wie sie heutzutage in Deutschland tatsächlich meist aussehen, zu visualisieren.

Was ist eigentlich passiert?

Der Spiegel hatte am 13.07.2019 unter der Überschrift „Gezielte Kampagne“ u.a. über die WerteInitiative berichtet. Darin wurde versucht, unser politisches Engagement durch andeutende Formulierungen und Vermutungen zu diskreditieren. Tenor: Wir würden versuchen, die deutsche Politik auf unredliche Weise zu beeinflussen. Unser zivilgesellschaftlicher und ehrenamtlicher Einsatz wurde im Text nahezu kriminalisiert. Belege: keine. Der Bericht adressierte dabei antisemitische Bilder und Verschwörungstheorien in den Köpfen geneigter Leser und sollte wohl versuchen, uns mundtot zu machen.

Auf die Veröffentlichung folgte aus dem gesamten politischen Spektrum vielfältige und oftmals sehr deutliche Kritik am SPIEGEL-Beitrag.

Daher sieht sich der SPIEGEL nun sicherlich im Rechtfertigungszwang.

So wurden uns gestern erneut umfangreiche Fragen der SPIEGEL-Redaktion übermittelt, die wiederholt nicht darauf ausgelegt sind, objektive Kenntnisse über unser Engagement zu erlangen. Sie zielen vielmehr darauf ab, eine offenbar vorgefasste (Redaktions-?)Meinung zu bestätigen bzw. diese im Nachhinein zu rechtfertigen. Wir haben uns daher entschieden, die Anfrage des SPIEGEL nicht mehr zu beantworten. Es gibt keine Basis für eine Auskunft, da diese sicher genutzt wird, um weiterhin ein verzerrtes Bild zu zeichnen.

Beispielhaft erscheint dem SPIEGEL besonders hinterfragenswert, dass wir neben unserem Anliegen einen Bundesbeauftragten gegen Antisemitismus einzusetzen, auch ein weiteres Interesse hatten: Der Fernsehsender arte möge die 2017 zunächst abgesetzte Dokumentation über Antisemitismus in Europa zeigen.

Was sonst würde eine politische Organisation jüdischer Deutscher bzgl. dieser beiden Punkte, angesichts des zunehmenden Hasses gegen uns Juden und die zunehmenden Angriffe auf den gesellschaftlichen Frieden, tun?

Wir setzen uns für den Schutz und Erhalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ein, denn sie ist nicht nur die Basis für eine jüdische Zukunft in Deutschland, sondern garantiert auch das friedliche Zusammenleben aller Individuen unserer Gesellschaft. Dies ist der Kern unseres Interesses. Wir sind keine Profis, sondern eine Gruppe engagierter Bürger, die in ihrer Freizeit etwas zum Wohle aller tut.

Daher werden wir uns weiterhin für die Festigung der freiheitlich-demokratischen Gesellschaftskultur unseres Staates stark machen und auch zukünftig den Kontakt mit relevanten politischen und gesellschaftlichen Kräften unseres Landes pflegen und aufrechterhalten. Dazu gehört selbstverständlich auch der inhaltliche Austausch mit Volksvertretern demokratischer Parteien auf Landes- und Bundesebene.

Sehr geehrte Empfängerin, sehr geehrter Empfänger dieser Pressemitteilung,
Sie erhalten derartige Mitteilungen und das Angebot, uns kennenzulernen, vermutlich schon seit Jahren. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und sprechen gerne mit Ihnen über unsere Arbeit.
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Einige unserer kommenden Themen: „Handlungsempfehlungen an die Politik“, 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, Verbot der gesamten Hisbollah, Umgang mit Online-Hatespeech, Video-Kanal bzgl. politischer Themen rund um unsere FDGO und jüdische Themen.
Bitte senden Sie uns etwaige Fragen an kontakt@werteinitiative.de

Der Vorstand der
WerteInitiative e.V.

Aktivitäten

Faktencheck zum SPIEGEL-Artikel vom 13.07.2019

Mit dem Fortgang der Diskussion updaten wir diese Webseite gelegentlich.

Kommentar von Prof. Dr. Thomas Fischer – Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof a.D. an den SPIEGEL:

Der Artikel ist von einem Investigativ-Team von sechs Journalisten verfasst. Da erwartet man, dass außer Adressen, Zimmernummern oder Uhrzeiten etwas mehr Substanz generiert werden könnte – wenn es denn etwas zu erforschen oder gar zu “enthüllen” gäbe. Dies scheint mir allerdings nicht der Fall zu sein. Der Artikel verharrt im vage Denunziativen, ohne überhaupt explizit zu sagen, was eigentlich schlimm oder verwerflich daran wäre, wenn die unklaren Verdächtigungen zuträfen. Zwei Vereine mit ausdrücklich politischer Zielsetzung machen Lobby-Arbeit in Berlin; irgendwelche eingeladenen Gäste treffen sich zu diesem Zweck “in einem Privathaus” (na sowas!); BT-Abgeordnete oder ihre Partei-Organisationen erhalten niedrige, vorschriftsmäßig verbuchte Spenden (ja Wahnsinn!). Und am Ende kommt noch heraus, dass die Vereine vielleicht sogar einen kleinen Erfolg gehabt haben könnten: Unglaublich! Das könnte bei anständigen deutschen Industrieverbänden niemals passieren; abgesehen davon, dass die ja schon niemals nicht Abendessen für “Kontakt-MdB’s und Multiplikatoren veranstalten, überhaupt keine Politiker als Berater beschäftigen und ihre Spenden ausschließlich an Frauenhäuser, palästinensische Krankenhäuser und fahrradfahrende Abgeordnete adressieren!

Neben der Inhaltsleere des Berichts ist es vor allem der Sound rassistischer Stereotype, der irritiert. Den Satz Adornos: “Der Antisemitismus ist das Gerücht über den Juden” hat Sascha Lobo in seiner SPON-Kolumne vom 13.12.2017 zitiert. Ich empfehle, die Kolumne einmal wieder zu lesen.

Thomas Fischer


Lesenswert

Alex Feuerherdt über die Erwiderung des SPIEGEL: Facebook-Posting

“AFFIRMATIVE FÜR DEUTSCHLAND”, Artikel in den Salonkolumnisten

Dr. Alexander Kudascheff, Chefredakteur der Deutschen Welle e.D., Leserbrief an den Spiegel

Prof. Gert Weisskirchen, 1976 – 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags (SPD) und Dr. Clemens Heni ist Politikwissenschaftler: Wissenschaft und Publizistik als Kritik

 


Genau darum ist unsere Arbeit wichtig.

In irreführendem Journalismus suggeriert der SPIEGEL Korruption, Lobbyismus zur Nahostpolitik, unangemessene Einmischung der WerteInitiative in die Bundespolitik und befeuert Verschwörungstheorien.

Artikel wie dieser im SPIEGEL zeigen, wie dringend unsere Vereinsarbeit ist. Als zivilgesellschaftliche, jüdische Stimme in Deutschland setzt sich die WerteInitiative für die Stärkung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aus jüdischer Perspektive ein. Wir tun dies aus einem ureigenen Interesse: Nämlich im Bewusstsein, dass Freiheit, Sicherheit und Demokratie einerseits nicht selbstverständlich sind, und andererseits aber die Voraussetzung für den Bestand jüdischen Lebens in Deutschland darstellen. Wir arbeiten damit im Interesse unserer Gesamtgesellschaft und unseres Landes. Dennoch wird uns in dem Artikel quasi unterstellt, eine aus Israel gesteuerte Agenda zu haben. Wir empfinden dies als diffamierend.

Dabei muss man unsere Haltungen und meine Meinungen als Vorsitzender des Vereins nicht investigativ recherchieren, sondern kann sie seit Jahren öffentlich lesen, sehen und hören: Sie sind kein Lobbyismus für die israelische Regierung bzw. deren Vertreter. Uns und mir diesen Verdacht unterzuschieben ist eine Diffamierung.  Etwa 6 Wochen vor Erscheinen des Artikels wurde ich für meine Arbeit und Haltungen in Bezug auf gesellschaftliche Themen sogar mit dem Titel „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ vom gleichnamigen Bündnis ausgezeichnet. Die Bundesministerien des Inneren und für Justiz haben es gebildet.

Als wir von den Recherchen des SPIEGEL erfuhren, haben wir vollkommen transparent reagiert – schließlich haben wir nichts zu verbergen. Diese Fragen hatte uns (der WerteInitiative und Naffo) der SPIEGEL zur schriftlichen Beantwortung in einer gemeinsamen Mail geschickt. Hier nun die Antworten ausführlich:

 

Netzwerk & Einfluss

Frage:
Naffo und die WerteInitiative haben über die Jahre sehr gute Kontakte zu Bundestagsabgeordneten aller Parteien (außer der AfD) aufgebaut. Wie einflussreich ist dieses Netzwerk Ihrer Einschätzung nach?

Antwort:
Es handelt sich nicht um ein „Netzwerk“. Sowohl NAFFO als auch die WerteInitiative haben Kontakte zu den Fachpolitikern der entsprechenden Bereiche (Außenpolitik / Innenpolitik) und treffen diese zu Gesprächen, übersenden Positionspapiere oder laden sie zu thematisch orientierten Veranstaltungen ein.


Spendendinner 2017

Frage:
Nach unseren Informationen luden Sie Ende Mai 2017 von Ihrer E-Mail-Adresse bei der WerteInitiative zu einem Spendendinner ein, das am Abend des 19. Juni 2017 bei XXXXX in der XXXXXX in Berlin-Dahlem stattfand. Eingeladen waren die folgenden 6 MdBs: Michaela Engelmeier, Thomas Feist, Fritz Felgentreu, Thorsten Frei, Roderich Kiesewetter und Jens Spahn. Entspricht diese Darstellung der Wahrheit? Wenn nein, in welchen Punkten nicht?

Antwort:
Im Juni 2017 hat ein Dinner anlässlich der anstehenden Bundestagswahl im September 2017 stattgefunden. Der Ort war ein Privathaus, der Gastgeber, der auch das Abendessen bezahlt hat, ist eine Privatperson. Es war keine Veranstaltung von einem der beiden Vereine. Da es ein privates Abendessen war, äußern wir uns nicht zur Adresse, Gastgeber und den privaten Teilnehmern.

Frage:
Wie kam es zur Auswahl der MdBs?

Antwort:
Das Anliegen des Abends war es, politikinteressierte jüdische Bürger und Bundespolitiker verschiedener Parteien zusammen zu bringen. Die eingeladenen MdBs hatten in der Vergangenheit ein hohes öffentliches Engagement im Kampf gegen Antisemitismus, Extremismus und weitere den gesellschaftlichen Zusammenhalt betreffende Themen gezeigt und waren daher für die Gäste interessante Gesprächspartner.

Fragen:
Nach unseren Informationen haben Sie einen oder mehrere der eingeladenen MdBs nach Versenden der Einladung gebeten, bestimmte Positionen zu vertreten, Anfragen an bestimme Stellen zu richten, die Werteinitiative gegenüber Dritten zu thematisieren. Entspricht diese Darstellung der Wahrheit? Wenn nein, in welchen Punkten nicht?

Nach unseren Informationen haben Sie einen oder mehrere der eingeladenen MdBs nach Versenden der Einladung gebeten, den Vorgang der nicht gesendeten Antisemitismus-Dokumentation bei ARTE öffentlich zu thematisieren oder diesbezüglich Anfragen an ARTE bzw. den WDR zu richten. Entspricht diese Darstellung der Wahrheit? Wenn nein, in welchen Punkten nicht?

Antworten:
Diese Darstellung ist falsch. Richtig ist, dass wir, unabhängig von dieser Veranstaltung, anlassbezogen Volksvertreter auf Themen und Umstände aufmerksam machen, die wir für relevant halten. Selbstverständlich ist es unser Interesse als WerteInitiative, bei Dritten als Gesprächspartner bekannt zu werden und so unser Anliegen – der Erhalt einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft – zu verbreiten. Zusammenhänge mit der Einladung bestanden nicht. Ebenso haben wir keinerlei Einfluss darauf, was Politiker mit unseren thematischen Hinweisen anfangen.

Online-Ergänzung für diesen Faktencheck:
Ob und wenn ja, welche MdBs rund um den zunächst nicht-gezeigten Arte-Beitrag Äußerungen getätigt haben, ist mir nicht mehr erinnerlich. Es gab sie aber gewiss. Wir sind ja mit MdBs in Kontakt, die die Dimension des Themas “Antisemitismus” erkennen und haben einige von Ihnen auf den Fall hingewiesen. Wer dann aktiv wurde, tat dies aus eigenem Antrieb und nicht auf Bitten von uns. Allein aufgrund eines zeitlichen Zusammenhangs des Dinners zum damalig aktuellen Zeitgeschehen betreffend die ARTE Sendung eine Gefälligkeit der MdBs gegenüber der WerteInitiative zu konstruieren, ist eine unbelegte, suggestive und falsche Verdächtigung. Insbesondere da das Dinner am 19.6.2017 stattfand und wir entsprechenden Tweets bereits Anfang Juni finden.

Frage:
MdB Roderich Kiesewetter hat nach unseren Informationen nicht an dem Spendendinner teilgenommen. Auf die Frage, warum nicht, teilte er dem SPIEGEL mit, dass er seine Teilnahme daran im Vorfeld am 3. Juni abgesagt habe, da ihm seine Unabhängigkeit sehr wichtig sei. Haben Sie diese Absage erhalten?

Antwort:
Ja, wir hatten eine Absage von ihm erhalten.*

Frage:
MdB Kiesewetter sagte außerdem, dass nach seiner Überzeugung sein Engagement für Israel nur dann glaubhaft und nachhaltig sei, wenn er seiner Arbeit unabhängig nachgehen kann. Warum sah Kiesewetter seine Unabhängigkeit in Gefahr, wenn er an dem Spendendinner teilgenommen hätte?

Antwort:
Weder NAFFO noch die WerteInitiative haben den Abgeordneten oder ihren lokalen Parteigliederungen gespendet oder ihnen Spenden versprochen. Es sind seitens beider Vereine keinerlei Absprachen mit den MdBs erfolgt.

Warum Herr Kiesewetter glaubte, seine Unabhängigkeit sei in Gefahr, müssen Sie bitte Herrn Kiesewetter fragen.

Frage:
Nach unseren Informationen erhielt MdB Kiesewetter trotz seiner Absage Spenden von Personen, die beim Spendendinner zugegen waren. Entspricht diese Darstellung der Wahrheit? Wenn nein, in welchen Punkten nicht? Wenn ja, warum wurde Spendern nicht mitgeteilt, dass Herr Kiesewetter keine Spenden erhalten wollte?

Antwort:
Weder die WerteInitiative noch NAFFO haben Herrn Kiesewetter oder seinem Kreisverband Spenden zukommen lassen.

Einige Mitglieder haben mich jedoch über ihre Spendenabsicht informiert. Ob und in welcher Höhe diese auch tatsächlich umgesetzt wurde, ist uns unbekannt. Auch im Fall des Herrn Kiesewetter wurden wenn, dann nicht ihm, sondern seinem Kreisverband Wahlkampfunterstützung geleistet.*

Gerade, dass Herrn Kiesewetters Kreisverband trotz seiner Abwesenheit Spenden zugegangen sind, ist ein Beleg für die Bedingungslosigkeit der Zuwendungen. Die vorherige Zustimmung eines Kreisverbands, eine Unterstützung für die Wahlkampffinanzierung zu erhalten, ist, meiner Kenntnis nach, nicht erforderlich.

Online-Ergänzung:
Im Nachgang des Dinners waren einige der privaten Teilnehmer von den MdBs offenbar angetan und haben den jeweiligen Landes- oder Kreisverbänden der Parteien Wahlkampfspenden geleistet. Diese wurden legal, offiziell und gegen Spendenquittung getätigt. Sie waren – selbstverständlich – an keine Bedingungen oder Erwartungen o.ä. geknüpft. Es ist uns auch nicht bekannt, in welchen „Quoten“ die einzelnen Parteien die Gelder für den Partei- und Individualwahlkampf verwendet haben. Wenn dann die lokalen Parteigliederungen von drei solcher gestandenen MdBs insgesamt eine vier- oder knapp fünfstellige Spendensumme erhalten haben: Ist es nicht völlig absurd zu glauben, dass dies deren Abstimmungsverhalten und erst recht jenes der gesamten jeweiligen Fraktion beeinflusst haben könne?

Einen Zusammenhang herzustellen zwischen einem Dinner, an dem drei heutige Bundestagsabgeordnete vor zwei Jahren teilgenommen haben, und einer Bundestagsentscheidung, die von einem zwischenzeitlich neu gewählten Parlament getroffen wurde, ist deutlich abwegig. Es gab zu keiner Zeit eine, wie auch immer geartete Haltung oder Äußerung, dass die teilnehmenden Einzelpersonen für ihre Spenden eine Gegenleistung erwarteten.

Es hat auch zu keinem Zeitpunkt Spenden seitens der WerteInitiative an Abgeordnete oder Parteien gegeben.

Und ferner: Wir arbeiten natürlich völlig unabhängig von irgendwelchen israelischen Stellen und haben in keiner Weise die Funktion, für die israelische Regierung „Lobbyarbeit“ in Deutschland zu betreiben, erhalten weder Aufträge noch Bitten, oder etwa finanzielle  Unterstützung aus Israel für unsere Arbeit.


Runder Tisch zum Thema BDS

Frage:
Am 8. Mai um 7:30 Uhr lud die WerteInitiative zu einem Runden Tisch ins Paul-Löbe-Haus. Nach unseren Informationen beschwerte sich dort MdB Christian Schmidt, dass sich die WerteInitiative in die Arbeit des Bundestages einmischte. Ebenso kritisierte Schmidt die

Anwesenheit des Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, als Einmischung in Angelegenheiten des Parlaments. Mehrere anderen MdBs teilten die Kritik Schmidts. Entspricht diese Darstellung der Wahrheit? Wenn nein, in welchen Punkten nicht? Wenn ja, wie erklären Sie sich den Ärger der Abgeordneten?

Antwort:
Zu Aussagen einzelner Abgeordneter während des Runden Tischs äußern wir uns nicht. Unsere Absicht – und die haben wir sowohl im Vorfeld als auch während des Runden Tischs, vor Beginn, kommuniziert – war, a) die Relevanz des Themas „BDS“ für uns jüdische Deutsche darzustellen und b) darzulegen, dass dieses Thema zu bedeutsam ist, um es für zwischenparteiliches Taktieren zu nutzen. Den Teilnehmern (mit Ausnahme von Herrn MdB Christian Schmidt, der kurzfristig und aus eigener Initiative dazu kam) war die Zusammensetzung der Runde vorab bekannt und niemand hatte diesbezüglich Bedenken geäußert. Es fand zu keinem Zeitpunkt eine Einmischung seitens der WI in inhaltliche Angelegenheiten des Parlaments statt.


Unsere zusätzliche Erklärung in der Antwortmail an den Spiegel:

Sie haben viele Fragen gestellt, die wir genauestens beantwortet haben. Wir gehen daher davon aus, dass Sie uns mit allen Vorwürfen und Verdächtigungen, die Sie haben, konfrontiert und Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben haben. Sollte es weitere Unklarheiten geben, bitten wir um kurzfristige Rückfrage per Mail, damit wir schriftlich antworten können und Sie nicht auf Spekulationen angewiesen sind.

Wir sind von der Stoßrichtung Ihrer Recherchen und Fragestellungen stark befremdet. Diese folgen, dem Anschein nach, einer Mär der Einflussnahme jüdischen Kapitals in die Bundespolitik, um z.B. Netanjahus und/oder Trumps Politik durchzusetzen.

Wir sind stolz darauf, dass in unserem Verein Mitglieder sind, die sich auf unterschiedliche Weise politisch engagieren. Durch beispielsweise Papiere, Briefe, Demonstrationen oder eben durch Wahlkampfspenden für Parteien der Mitte. Spenden an politische Parteien stellen einen wesentlichen Bestandteil der Parteienfinanzierung dar und sind ein von der Gesellschaft „gewünschtes“ Verhalten. Wie ist es sonst erklärbar, dass solche Zuwendungen von der Steuer absetzbar sind? Dies für skandalisierungsfähig zu halten ist der eigentliche Skandal, denn es findet Resonanz in verschwörungstheoretischen Bildern und antisemitischen Vorstellungen.


*Meine Erinnerungen und die Rekonstruktion seitens Herrn Kiesewetter rund um seine Absage für das Spendendinner waren verschieden. Daher haben wir die voneinander abweichenden Teile aus dem Faktencheck entfernt. An unserer Bewertung des Sachverhaltes ändert dies jedoch nichts.

Fazit:

Die Recherchen und Fragen an uns ließen bereits die „Stoßrichtung“ des Artikels erahnen. Der veröffentlichte Artikel bestätigt diese Ahnung: an vielen Stellen unbelegte Verdachtsberichterstattung und Anscheinerweckung. Es scheint dem SPIEGEL undenkbar, dass sich jüdische Bürger authentisch, engagiert und völlig legal für Belange einsetzen, die der Allgemeinheit zu Gute kommen.

Die anfängliche aber mittlerweile geänderte Headline „Lobbyismus im Bundestag: So steuern zwei Vereine die deutsche Nahostpolitik“ beweist unseren Eindruck: Das klassische Bild der „jüdischen Weltverschwörung“ wird bemüht.

Im SPIEGEL -Artikel wird 2 Mal darauf verwiesen, dass ich während der Recherchen aus dem NAFFO-Vorstand zurückgetreten sei und ein Zusammenhang zwischen Rücktritt und Recherchen suggeriert. Das ist falsch. Dem Spiegel sind meine persönlichen Gründe für den Rücktritt bekannt und ich habe in meiner Mitteilung an den Redakteur um einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Situation gebeten. Der Spiegel tat das Gegenteil und versucht, meine persönlichen Gründe stattdessen als Teil eines „Skandals“ zu verkaufen.

Wir kritisieren nicht, dass der Spiegel unsere Vereinsarbeit hinterfragt, sondern, wie er dies tut. Durch Framing mit unbelegten Annahmen und Anschein-Suggestion, die typische antisemitische Klischees bedienen.

Die vom Spiegel ergänzten Zitate von MdB Nouripur und Graf v. Lambsdorff zeigen nicht, dass die WerteInitiative versucht habe, auf den Wortlaut der Bundestagsresolution gegen die BDS-Kampagne Einfluss zu nehmen, im Gegenteil. Wir würden diese Zitate jederzeit unterschreiben.

Zudem hat zwischen Graf v. Lambsdorff und der WerteInitiative und dem sich laut der Berichterstattung bedrängt gefühltem Herrn Alexander Nick niemals ein Treffen bzw. Gespräch stattgefunden

Aus unseren transparenten Berichten auf unserer Website und in Social media „von Treffen mit Spitzenpolitikern verschiedener Parteien“ einen „fragwürdigen“ Einfluss auf die MdB zu konstruieren, der über den Austausch zu relevanten politisch-gesellschaftlichen Themen hinausgeht, ist schlichtweg falsch.

Die WerteInitiative und ich werden uns weiter dafür einsetzen, dass sich Politik und Gesellschaft bewusst sind, wie zerbrechlich der Boden unseres demokratischen Zusammenlebens ist. Wir werden diejenigen unterstützen, die diesen Boden stabilisieren und diejenigen kritisieren, die ihn erodieren. Das ist unsere Mission als Verein und das ist meine Überzeugung als Bürger dieses Landes.

 

Elio Adler und der Vorstand d. WerteInitiative e.V.

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Erklärung Jüdisches Museum Berlin

In der Vergangenheit hat das Jüdische Museum Berlin immer wieder negative Schlagzeilen gemacht: Wir erinnern uns an die Kommunikation rund um ein Treffen des Direktors mit Vertretern des antisemitischen Iranischen Regimes, Einladungen von Unterstützern der anti-Israelischen BDS-Kampagne, eine Jerusalem Ausstellung, die die jüdische und zionistische Sichtweise vernachlässigte, eine Veranstaltung über Islamophobie mit Speakern, die Verbindungen zur Muslimbruderschaft haben, und jüngst per Tweet, den Eingriff in die politische Debatte zum Nachteil von in Deutschland lebenden Juden.

Wir begrüßen daher die Entscheidung von Prof. Schäfer, zurückzutreten, befürchten jedoch zugleich, dass die merkwürdige Agenda des Jüdischen Museums Berlin der vergangenen Jahre nicht allein durch seinen Rücktritt gestoppt und in eine positive umgewandelt werden kann. Herr Prof. Schäfer ist zwar ein anerkannter Judaist, war aber dennoch seiner Rolle als Museumsleiter nicht gewachsen. Er trug die Verantwortung für alle Missstände jedoch nicht allein. Seine Verdienste in der Forschung sind unumstritten.

Es braucht jetzt von oberster Stelle den politischen Willen, personelle Konsequenzen beim Stiftungsrat, Programmdirektion und Leitung der Akademie zu ziehen. Die neue Leitung des Jüdischen Museums muss die Rolle des Zionismus für das Judentum begreifen und vermitteln, dass Zionismus zentral für das Denken der Juden ist. Das Jüdische Museum Berlin muss seine Ausrichtung dahingehend ändern, dass mit dem Judentum und dem Zionismus, statt über sie geredet wird.

Frau Prof. Dr. Monika Grütters hat hier als Vorsitzende des Stiftungsrats eine Verantwortung, die aktuelle Chance für die Neuausrichtung des Jüdischen Museum zu nutzen.

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Offener Brief an Claus Kleber

UPDATE: wir haben am 11. Juli 2019 Antwort vom Chefredakteur des ZDF, Dr. Peter Frey, bekommen:

“Sehr geehrter Herr Dr.Adler, Frau Zehden, Herr Tanriverdi, Herr Delberg, Herr Spaney, Frau Becker, Herr Feilcke, Herr Dr. Moussavi, Frau Süsskind,

haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift vom 04. Juni 2019 an Herrn Claus Kleber, in der Sie die „heute journal“-Sendung vom 01. Juni 2019 ansprechen. Ihre Nachricht wurde zuständigkeitshalber an mich weitergeleitet. Gerne möchte ich Ihnen hiermit antworten.

Im Vordergrund der Berichterstattung stand für das „heute journal“ die Begleitung der Gegendemonstration zum Al-Kuds-Marsch, hier insbesondere auch mit Frau Maya Zehden. Aufgrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland – insbesondere auch in Berlin – war es der „heute journal“-Redaktion und Moderator Claus Kleber wichtig zu zeigen, dass ein breites Bündnis aus vielfältigen Vereinen und Institutionen entschlossen seinen Protest zum Ausdruck bringt. Auch die Forderung, den Marsch zu verbieten, wurde aufgegriffen: mit einer Stellungnahme des Berliner Innensenators Andreas Geisel zu den juristischen Schwierigkeiten. Darauf bezog sich dann auch die Anmoderation von Claus Kleber. Denn dabei spielt die Meinungsfreiheit und ein möglicher Missbrauch derselben natürlich eine nicht unwichtige Rolle.

Immer wieder widmet sich das „heute journal“ dem Kampf gegen Antisemitismus, die Redaktion sieht das als einen ihrer journalistischen Kernpunkte. So zum Beispiel am 08.09.2018 mit einem Bericht über einen antisemitischen Angriff auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz und am 27.01. zum Holocaust-Gedenktag mit einem Beitrag, der diskutierte, wie Strategien gegen das Vergessen entwickelt werden könnten. Am 31.01. führte das „heute journal“ ein Schaltgespräch mit dem Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, dem Historiker Volkhard Knigge, über die Frage, ob Antisemitismus zugenommen habe und wie dem begegnet werden könne. Am 17.02. berichtete das „heute journal“ über die Anfälligkeit von extremistischem Gedankengut, auch Antisemitismus, bei Gelbwesten-Protesten.

Dies sind nur einige Beispiele aus dem letzten Jahr. Redaktion und Moderatoren des „heute journals“ werden auch weiterhin diese Tendenzen genau beobachten und thematisieren.

Sehr geehrte Damen und Herren, nichts lag Moderator Claus Kleber also ferner als Fakten unter den Tisch fallen zu lassen oder Verharmlosung zu betreiben. Vielmehr war es – gerade an diesem Tag – ein aufrichtiges Anliegen, Dinge zu benennen und die Besorgnis der teilnehmenden Gegendemonstranten zu unterstützen.

Ich hoffe, sehr geehrte Damen und Herren, ich konnte mit meinen Ausführungen Ihre Bedenken ausräumen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Peter Frey”

Hier unser Brief an Herrn Kleber:

 

Mit u.a. folgenden Worten hat der Journalist Claus Kleber am 1. Juni in der „Heute“ Sendung des ZDF den Beitrag zur Al-Quds Demonstration in Berlin anmoderiert. Eine verzerrte Darstellung der Inhalte dieser Veranstaltung, die wir so nicht stehen lassen konnten. Wir haben uns daher in einem offenen Brief an Claus Kleber gewandt. Eine Antwort haben wir bislang leider nicht erhalten.

„Es war heute ein harter Tag für die Meinungsfreiheit, vor allem in Berlin. Wie immer, wenn man Angst haben muss, dass Meinungsfreiheit missbraucht wird. In einem freien Land darf man dagegen protestieren, dass Israel die Herrschaft über ganz Jerusalem ausübt, gegen das Völkerrecht. Es ist sogar zulässig, einen eigenen Anspruch auf ganz Jerusalem zu erheben. Islamische Staaten und Gruppen tun das in der Nachfolge des Ayatollah Khomeini, jedes Jahr am Ende des Ramadan. Es ist nicht vom Völkerrecht gedeckt, aber dafür demonstrieren darf man. Kriminell wird es, wenn solche Demonstrationen zu Hass und Kampf aufrufen. So eine Abgrenzung ist schwierig für Behörden und Gerichte vorab, und für die Polizei im Einsatz. Schwierig, aber wichtig. Besonders in Berlin, wo man Sorge haben muss, weil offener Antisemitismus wieder häufiger erscheint.“

Der Initiativkreis gegen den Quds Marsch, dem wir angehören, hat Claus Kleber einen Offenen Brief geschrieben:

Darin heißt es unter anderem:

“Zum einen geht es beim anti-Israelischen AlQuds-Marsch und unseren Gegen-Protesten nicht um die Einschränkung der Meinungsfreiheit von protestierenden Berliner Bürgern. Es geht darum, dass der AlQuds-Marsch, eine Machtdemonstration des iranischen Regimes auf unseren Straßen darstellt. Dabei ist bekannt, dass Vertreter des iranischen Regimes den AlQuds-Marsch in der Vergangenheit organisiert haben und dass das iranische Regime somit über seine Stellvertreter in Deutschland zum eliminatorischen Kampf gegen Israel und für eine Implementierung einer Gesellschaft nach dem Vorbild der Mullahs aufruft. Gerade letzterer Punkt zeigt die Relevanz des Themas für die deutsche Mehrheitsgesellschaft.

Ferner ist der AlQuds-Marsch keine Demonstration gegen die israelische Souveränität über Jerusalem, wie der Name des Marsches nahelegen möchte, sondern ein Kampftag zur Zerstörung Israels. Das Ziel der Vernichtung Israels wird im Übrigen vom obersten Führer des iranischen Regimes, Ali Chamenei, sowie von Vertretern des Regimes immer wieder betont. Unten angehängt finden Sie einige Beispiele und Hintergründe.

Wir bedauern sehr, dass bei einem so wichtigen Thema wie Antisemitismus augenscheinlich Fakten unter den Tisch fallen oder Verharmlosung betrieben wird. Wir möchten Sie daher um mehr Sorgfalt und Genauigkeit bei zukünftigen Äußerungen zu diesen und verwandten Themen bitten.”

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Pressemitteilung: Kippa tragen

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, steht vor einer schwer lösbaren Aufgabe: Antisemitismus ist ein Phänomen, das sich durch viele Bereiche der gesamten Gesellschaft zieht: unter Rechtsextremen, Linksextremen, Islamisten und auch im kulturellen Gedächtnis der Mehrheitsgesellschaft ist er zu finden. So breit das Spektrum seines Vorkommens, so zielgruppenspezifisch müssen Problemanalysen und Lösungsansätze sein. Dazu kommt, dass Herr Dr. Klein hinsichtlich Handlungsmöglichkeiten stark beschränkt und seine Ausstattung schwach aufgestellt ist.

Daniel Kohn aus dem Vorstand der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen: „Mit seiner Aussage, dass sich Juden in Deutschland nicht überall gefahrlos durch religiöse Symbole als Juden zu erkennen geben können, hat er den Finger in die Wunde gelegt und eine wichtige Debatte über die Sicherheit der Juden in Deutschland angestoßen. Und jeder, der einmal in einer Synagoge in unserem Land war und dort von Polizei, Sicherheitspersonal, Mauern und Panzerglas umgeben war, wird kaum etwas anderes behaupten können.“

Seine Aufforderung an die Mehrheitsgesellschaft, sich dem Quds-Marsch am Samstag symbolisch entgegenzustellen ist begrüßenswert. Auch, wenn die wenigsten dieser Forderung folgen werden, werden sich viele fragen, warum diese es nicht tun: Um keinen Anfeindungen ausgesetzt zu sein.

Die Aufforderung von Bundesaußenminister Maas, die Kippa im öffentlichen Raum nicht zu verstecken und damit offensiv Gesicht zu zeigen, unterstützen wir. Dazu gehört jedoch auch, dass sich quer durch alle politischen Bereiche eine stringente Haltung sowie resolutes Handeln gegen jeglichen Antisemitismus zieht.

Eine konkrete Gelegenheit, aktiv gegen Antisemitismus und für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft einzutreten gibt es am Samstag in Berlin. Wir freuen uns über jede(n) Demokraten/in, der/die mit uns gegen den anti-freiheitlichen und antisemitischen Quds-Marsch demonstriert. 1. Juni, 15:00 Uhr, Georg-Grosz-Platz. Mit oder ohne Kippa auf dem Kopf.

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Pressemitteilung: Quds-Marsch

Beim Quds-Marsch wird nicht nur gegen Israel demonstriert, sondern auch gegen Kernbestandteile unserer Werte: Israel ist wie Deutschland ein Rechtsstaat mit lebendiger Demokratie, der uns nicht nur durch die Geschichte, sondern auch durch gemeinsame Werte und ähnliche Herausforderungen eng verbunden ist.

Doch diese Hass-Veranstaltung ist offenbar von der Meinungsfreiheit gedeckt: Die Extremisten sind laut und dehnen jede rechtliche Möglichkeit soweit es geht zu ihren Gunsten. Daher müssen wir als bürgerliche Mitte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt schützt, zeigen, dass die Mehrheit gegen Hass und Extremismus auf die Straße geht. Wenn im Namen der Meinungsfreiheit also so etwas geduldet werden muss, dann aber mit vielen und lauten Gegenmeinungen.