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Presseerklärung: Dr. Felix Klein rät Juden ab, überall in Deutschland eine Kippa zu tragen

Wir nehmen die nachvollziehbare Aufregung einiger unserer Mitglieder bzgl. der Empfehlungen von Dr. Felix Klein ernst, als Juden nicht überall mit Kippa erkennbar aufzutreten.

Ihn für die erstmalige, quasi offizielle Formulierung dieser Wahrheit anzugreifen, halten wir für kontraproduktiv und falsch. Herr Dr. Klein hat ein Amt, welches de facto ohne Macht ausgestattet wurde. In diesem Amt geht er, wie wir mehrfach persönlich erlebt haben, an und manchmal über jede Grenze, um im Kampf gegen Antisemitismus Wirkung zu erreichen. Allein, dass er seinen Meinungswechsel zum Thema “Kippa tragen” kommuniziert, zeigt, dass er bereit ist, in die Konfrontation zu gehen. Wir können uns vorstellen, wie viel Ärger er hinter den Kulissen dafür bekommen wird: “Wie können Sie so etwas sagen?!”. Davon unbeirrt tut er es aber und legt immer wieder seine Finger in Wunden.
Wie soll ein Einzelner ein jahrhundertealtes Phänomen innerhalb von weniger als einem Jahr erledigen können? Viele Juden hätten sich von ihm einen kämpferischeren Ton gewünscht, der nicht wie ein Einknicken ankommt – wobei uns klar ist, dass ein solcher die Antisemiten auch nicht weiter beeindrucken würde.

Die hohen Erwartungen, die die meisten von uns an seine Arbeit stellen, sind der nackten Angst um unsere und die Zukunft unserer Kinder geschuldet. Das darf uns aber nicht kopflos machen.

(In Bezug genommene Meldung: https://www.welt.de/politik/article194160769/Felix-Klein-Antisemitismusbeauftragter-warnt-Juden-vor-Tragen-der-Kippa.html)

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Der ungekürzte (!) TAZ-Kommentar “Mazal Tov, Grundgesetz”

In Rot die in von der TAZ gestrichenen Textteile:


„Nichts ist selbstverständlich – erst recht nicht Freiheit, Demokratie und Sicherheit“. Niemand wusste das besser, als unsere Eltern und Großeltern. Sie haben Schreckliches erleben müssen. Mein Vater, ein KZ-Überlebender, verlor fast seine gesamte Familie während des Holocaust. Meine Mutter kann ihre eigenen Kriegserlebnisse bis heute kaum verarbeiten und trägt sie ihr ganzes Leben mit sich.

Wir, die 2. und 3. Generation, dagegen sind – zumindest im westlichen Teil Deutschlands – in Frieden und Freiheit aufgewachsen. Vor dem Hintergrund der furchtbaren Erfahrungen der Elterngeneration erleben wir sie als fragil und schützenswert, obwohl Frieden und Freiheit unsere eigene Normalität waren.

Freiheit ist nicht selbstverständlich und wenn wir sie so behandeln, als wäre sie es, werden wir sie verlieren. Wir Juden sind dafür sehr sensibel und erahnen, wie Hate-Speech in den Sozialen Medien zu einer gesamtgesellschaftlichen Pogromstimmung eskalieren kann. Schuldige werden gesucht, gefunden, angegriffen. Es kann so schnell gehen. Dabei haben wir eigentlich einen idealen Freiheitsschutz: das Grundgesetz dient allen Menschen, die in der Bundesrepublik Deutschland leben, als Garant ihrer Freiheit. Es ist ein Schutzschild und bildet das Fundament, auf dem wir freiheitlich, demokratisch und sicher miteinander leben können. Das Grundgesetz feiert in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag und es wirkt so, als brauche das Grundgesetz nun uns. Wir müssten es ehren, feiern und seine Werte durch tägliches Handeln mit Leben erfüllen.

 

Alle Strukturen unterliegen dauerhaften Erosionsprozessen; sie verwittern, verlieren an Profil, werden instabil. Brücken und Bahngleise, müssen gewartet werden und Gärten brauchen Pflege, um „in Schuss“ zu bleiben. Dies gilt nicht weniger für unsere Demokratie und die Gesellschaft. Die Wahlbeteiligung der unter 25jährigen ist immer weit unter dem Bundesdurchschnitt. Wenn Teile der jungen Generation resignieren, sollte es uns verstehen  lassen, wohin die Entwicklung geht. Zu viele Menschen haben sich vom politischen Geschehen und gesellschaftlicher Entscheidungsfindung abgekoppelt. Wir beklagen das zwar, suchen aber hilflos nach dem richtigen Umgang damit.

Diese Hilflosigkeit hat gravierende Folgen: Rechte, linke und islamistische Faschisten gewinnen an Einfluss, der Ton wird rauer und die Gesellschaft segelt in einen Sturm.

Schon jetzt setzen sich Menschen in unserem Land über das Gesetz und verachten unsere Werte. Von den Rechtsextremisten in Sachsen bis zu Islamisten in Berlin werden Freiheitsrechte für deren anti-freiheitliche Agenda missbraucht. So marschieren Nazis von der Partei “Dritter Weg” immer wieder ungehindert durch Plauen. Plakate der Partei „Die Rechte“ mit dem Aufruf “Israel ist unser Unglück” und “Wir hängen nicht nur Plakate” sind seit Wochen deutschlandweit an immer mehr Orten zu sehen. Wiederholt predigen Imame Dinge, die mit einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftskultur unvereinbar sind. Wegen schweren Raubes angeklagte, junge Rumänen beschimpfen eine Vorsitzende Richterin im Prozess als “Hure”. Mehrmals verhafteten Drogendealern werden im Görlitzer Park speziell markierte Verkaufsplätze zur Verfügung gestellt. Ein Tabubruch hier, eine kleinkriminelle Handlung da, ein staatliches Versagen dort. Wir nehmen es wahr und merken, dass diese Dinge „eigentlich“ nicht richtig sind. Vielleicht spüren wir sogar das Bedürfnis, etwas zu tun, merken aber im selben Atemzug, wie schwierig das wäre. Anstatt gegen die zu kämpfen, die die Erosion der freiheitlichen Werte vorantreiben, flüchten wir uns gerne in das vermeintlich hochmoralische Argument, all diese Dinge im Namen der „Toleranz“ hinzunehmen.

Was setzt man also dieser Erosion statt Toleranz entgegen?

Eine “funktionierende“ Gesellschaft ist das Ergebnis einer Balance: Was die Gesellschaft stabilisiert und was von der Gesellschaft Toleranz erfordert, muss im Gleichgewicht stehen.

Stabilität erreichen wir, indem wir beispielsweise Vereine und Gruppen fördern, die Zeit und Arbeit investieren, um der Gesellschaft zu dienen. Junge Menschen engagieren sich in Hilfsorganisationen, Sportvereinen, Jugendgruppen und Altersheimen. Stadtteilfeste können Menschen zusammenbringen. Die Lichterkette zum 25. Jahrestag des Mauerfalls und öffentliche Feiern zu weiteren, positiven Anlässen (z.B. Europatag, Jubiläum Grundgesetz), stabilisieren unser “Wir”- Gefühl. „Wir“ sind die Demokratie.

Im gesellschaftlichen Diskurs ist der Begriff „Demokratie“ ein “raumgebender Begriff”. Und auch “Toleranz” fordert uns auf, diesen Raum, bis an den Rand der Erträglichkeit, zu erweitern. Semantisch sind dies zwei Begriffe, die auf derselben Seite der Gleichung stehen. Beide erweitern das gesellschaftliche Spektrum und beide fördern eine durchaus positive Vielfalt der Gesellschaft. Sie erreichen dadurch jedoch keine Balance.

So ist zu Recht unsere Toleranz gefordert gegenüber sehr konservativen Rollenbildern von Mann und Frau, für wundersame sexuelle Vorlieben und absonderliche Ganzkörperpiercings. Und auch die Meinung des anderen, die uns so gar nicht gefällt, erfordert unsere Toleranz.

Die Gesellschaft bleibt jedoch erst ausbalanciert und gegen Erosion geschützt, wenn in der Gleichung die „Demokratie“ auf der anderen Seite der „Toleranz“ steht. Auf der einen Seite die wehrhafte Demokratie, welche die Interessen der Mehrheit vertritt und Minderheiten schützt und auf der anderen Seite die Toleranz, die, die Mehrheit herausfordert.

Anders ausgedrückt: Auf der einen Seite des Balance-Akts steht die Toleranz und auf der anderen Seite die “schützende Intoleranz”. Sie sollte all diejenigen treffen, die im Schutz der Toleranz die Schwachpunkte einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ausnutzen. Vor allem bedeutet „schützende Intoleranz“, dass wir nicht schweigen, wenn hart erkämpfte Grundwerte in Zweifel gestellt werden. So brauchen wir z.B. schützende Intoleranz gegenüber Arabo-Macho Gruppen, die in Metropolen ihr Unwesen treiben. Die Auto-anzündenden Linken verdienen kein Verständnis für ihre Art des „Kampfes für eine bessere Welt“, sondern ein Gerichtsverfahren und die Reichsbürger keinen Bonus, dass sie vor der Globalisierung Angst hätten, sondern einen Therapieplatz. Das zu gewährleisten ist Aufgabe der wehrhaften Demokratie mit ihrer schützenden Intoleranz. Hier ist die „Mitte der Gesellschaft“ gefordert!

In dieser Mitte der Gesellschaft sehen wir jüdischen Deutschen uns fest verankert. Dabei beobachten wir, dass die politische und mediale Aufmerksamkeit in zu großem Maß vor allem den Rändern des gesellschaftlichen Spektrums gilt. Man schaut häufig nach weit links oder ganz rechts oder dahin, wo es ganz schräg aussieht. Da die Mitte per Definition keine „Probleme macht“, wird sie wenig beachtet und als Selbstverständlichkeit behandelt, die quasi automatisch die Gesellschaft stabilisiert. Fühlen sich „Normalbürger“ nicht mehr gesehen und geschätzt, haben Populisten, gleich welcher Richtung, leichtes Spiel. Populismus und Werteverlust sind nicht nur, aber besonders, für jüdisches Leben in Deutschland eine Gefahr.

Wir Juden erwarten von der deutschen Mehrheitsgesellschaft aus der Geschichte nicht nur etwas gelernt zu haben, sondern das Gelernte auch umzusetzen. “Nie wieder” muss mehr als eine Worthülse sein – auch, für uns Juden. Daher ist es Teil des jüdischen Lebens in Deutschland, am „Nie wieder“ durch Sicherung unserer aller Werte mitzuarbeiten.

Gewiss haben wir ein historisch bedingtes, besonderes Bedürfnis für Freiheit und Sicherheit. Eine Jahrtausende alte Geschichte und die Erfahrung mit verschiedenen Kulturen haben uns ein – oft schmerzhaftes – Plus an interkultureller Erfahrung mitgegeben und ein besonderes Gespür für politische und gesellschaftliche Entwicklungen entstehen lassen. Wenn wir sehen, dass sich allein in Berlin die antisemitischen Vorfälle im letzten Jahr verdoppelt haben, dann erkennen wir eine Dimension darin, die weit über die reine Verschlechterung für die Zukunft für Juden in Deutschland hinausgeht. Wenn sich ein jüdischer Restaurantbesitzer eine minutenlange hasserfüllte, rassistische Tirade anhören muss und ein junger Kippa-Träger von einem arabischen Jugendlichen mit einem Gürtel verprügelt wird, sehen wir einen darin enthaltenen Angriff auf die gesamte Freiheitlich-Demokratische Gesellschaftskultur. Wenn wir uns also so intensiv für die Erhaltung der hart erkämpften Werte der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung einsetzen, tun wir dies mit dem klaren Blick darauf, wovor genau unser Grundgesetz uns schützt.

Wenn wir beharrlich auf antisemitische Ausfälle hinweisen, dann im Wissen darum, dass Antisemitismus ein Indikator für eine generell freiheitsfeindliche und antidemokratische Gesinnung ist. Denn in einer antisemitischen Gesellschaft sind auch die Freiheitswerte bedroht, von denen die nichtjüdischen Teile der Bevölkerung profitieren.

Als Jude ist das Gefühl für den Wert einer freiheitlichen Demokratie Teil meiner DNA.

Zum 70. Jubiläum des Grundgesetzes wünsche ich uns viel Demokratie, da wo nötig viel schützende Intoleranz und darauf basierend dann Toleranz. Mazal Tov, Grundgesetz!

Elio Adler

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Gewinner-Video „70 Jahre Grundgesetz”

Happy Birthday Grundgesetz! Am 23. Mai vor 70 Jahren wurde unser Grundgesetz geboren. Es ist der wichtigste Grundstein für ein freies, demokratisches, tolerantes Deutschland. Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Glaubens,- Gewissens,- Bekenntnisfreiheit, sind Grundrechte aus unserer Verfassung. 

Damit diese Werte in Deutschland auch in Zukunft lebendig sind, ist jeder von uns gefragt. Wir alle müssen sie leben! Lasst uns aktiv sein und 70 Grundgesetz gebührend feiern. 

Ihr wart gefragt: Ihr solltet ein Video erstellen, was ihr über das Grundgesetz denkt und was „Freiheit, Demokratie, Toleranz“ und andere demokratische Werte in eurem Leben bedeuten. Die Clips sollten max. 15 Sekunden lang sein. 

Für diesen Clip schenken wir dem Gewinner, Ahmet Refii Dener, 2 VIP-Karten für ein Spiel von Hertha BSC. 

Herzlichen Glückwunsch und allen Danke fürs mitmachen!

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Deutscher Bundestag verurteilt die antisemitische BDS-Kampagne

Wir begrüßen, dass die anti-israelische Boykottkampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions), die einen totalen Boykott des Staates Israel, sowie seiner Wissenschaft, Kultur und seines Handels fordert, heute vom Deutschen Bundestag klar als antisemitisch verurteilt wurde.

Obwohl die Kampagne versucht, sich diesen Anschein zu geben, ist sie KEINE harmlose zivilgesellschaftliche Bewegung. Vielmehr agitiert sie für die Delegitimierung und Abschaffung des einzigen jüdischen Staates auf der Welt. Zur Befriedung der Konfliktparteien hat sie nichts beigetragen.

Daher war es notwendig, dass sich der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend gegen die Aktivitäten der BDS-Kampagne stellt und sich klar gegen ihre Aktionen im öffentlichen Raum und die Förderung ihrer Akteure positioniert. Deutschland übernimmt mit diesem Antrag in Europa die Vorreiterrolle im Kampf gegen diese besonders perfide Form des Antisemitismus.

Der Vorsitzende der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen, Elio Adler, dazu: „Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie zu schützen heißt auch, sie gegen Missbrauch zu verteidigen. BDS agiert unter falscher Flagge, unter dem Schutzmantel der Meinungsfreiheit, in Richtung Vernichtung des jüdischen Staates Israel. Nun ist die Bundesregierung gefordert, diese wegweisende Willensbekundung des Bundestags in ihrer Arbeit umzusetzen.“

Eine kleine und laute Minderheit israelisch/jüdischer BDS-Versteher hat sich in den letzten Tagen gegen den Antrag stark gemacht. Warum gibt es wohl kein solches Schreiben aus der israelischen Mehrheitsgesellschaft? Weil sie von den Vernichtungsgedanken des BDS direkt betroffen sind und sie nicht auf die Idee kämen, dass deutsche Parlamentarier diesbezüglich Input benötigen.

Das parteiübergreifende Teamwork war der Bedeutung des Themas angemessen: Der Impuls zum aktuellen Beschluss kam von der FDP. Die CDU/CSU und SPD haben ihre Politik konsequent weitergeführt, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart und im Beschluss gegen Antisemitismus des Deutschen Bundestags vom Januar 2018 festgelegt worden war. Auch die Grünen haben sich der Entscheidung angeschlossen und somit gemeinsam ein starkes Zeichen gesetzt.

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Gewinne VIP-Karten für ein Hertha BSC Spiel // Aufruf „70 Jahre Grundgesetz”

Happy Birthday Grundgesetz! Am 23. Mai vor 70 Jahren wurde unser Grundgesetz geboren. Es ist der wichtigste Grundstein für ein freies, demokratisches, tolerantes Deutschland. Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Glaubens,- Gewissens,- Bekenntnisfreiheit, sind Grundrechte aus unserer Verfassung. 

Damit diese Werte in Deutschland auch in Zukunft lebendig sind, ist jeder von uns gefragt. Wir alle müssen sie leben! Lasst uns aktiv sein und 70 Grundgesetz gebührend feiern. 

Jetzt seid ihr gefragt: Erstellt ein Video, was ihr über das Grundgesetz denkt und was „Freiheit, Demokratie, Toleranz“ und andere demokratische Werte in eurem Leben bedeuten. Die Clips sollten max. 15 Sekunden lang sein. Mailt sie uns oder – wenn zu groß – sendet sie uns z.B per WeTransfer. Das beste Video wird auf unsere Webseite und Facebook gestellt. 

Für den besten Clip schenken wir dem Gewinner 2 VIP-Karten für ein Spiel von Hertha BSC. 

Wir freuen uns über eure Ideen und kreativen Input. Schickt uns die Clips bis zum 20.05.2019 an: kontakt@werteinitiative.de 

Viel Erfolg! 

Hier geht´s ab 22.5.19  zum Gewinner-Video

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Offener Brief an den Bürgermeister von Kerpen wg. Wahlplakaten

+++ UPDATE +++

Antwort des Bürgermeisters Dieter Spürck vom  30. April 2019

 

“Sehr geehrter Herr Tromm,

sehr geehrter Herr Dr. Adler,

 

zunächst möchte ich klar zum Ausdruck bringen, dass ich Ihre Auffassung teile, dass Antisemitismus nicht geduldet werden kann.

 

In der Tat wirbt die Partei die Rechte derzeit im Rahmen der Europawahl mit „Wahlslogans“, die mehrdeutig interpretiert werden können. Bereits im Frühjahr 2016 sind in Sachsen-Anhalt Plakate der Partei aufgetaucht mit der Wahlwerbung: „Wir hängen nicht nur Plakate! Wir kleben auch Aufkleber!“ Entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes auf Volksverhetzung wurden eingestellt. Inwieweit die ebenfalls auf einem Wahlplakat aufgetauchte Aussage „Zionismus stoppen: Israel ist unser Unglück! Schluss damit“ den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen, kann ebenfalls nicht zweifelsfrei festgestellt werden. In einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes für das Land Nordrhein-Westfalen vom 14.05.2018, 15 B 643/18 in dem es um die Parole „Nie wieder Israel“ im Zusammenhang mit einer Versammlung ging, hat das OVG beschlossen, dass nicht ersichtlich sei, dass diese Parole gegen den Straftatbestand der Volksverhetzung verstößt. Im gleichen Beschluss hat das OVG dargelegt, dass durch diese Parole eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ebenfalls ausscheidet.

Auch wenn es nicht einfach ist, müssen auch überspitzte und polemische Parolen hingenommen werden.

 

Insbesondere durch die Partei Die Rechte werden die Grenzen immer wieder getestet und immer weiter gedehnt. Der Rechtsstaat ist zum Schutz der Demokratie gefordert. Dabei darf er sich die Übertreibungen nicht erlauben, mit denen er selbst konfrontiert wird. Ein Vorgehen oder ein Abhängen der Plakate müsste aufgrund einer Straftat oder eines Verstoßes gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gerechtfertigt sein, da hier ein Eingriff in die Meinungsfreiheit oder das Parteienprivileg vorgenommen würde.

 

Gerade die Mehrdeutigkeit der Plakate hat mich jedoch bereits am 02.04.2019 dazu veranlasst, die Polizei und den Staatsschutz mit der Bitte um Prüfung und ggf. weitere Veranlassung zu informieren.

 

Freundliche Grüße

Dieter Spürck”

 

 

+++ Unser Brief vom 15.04.2019 +++

“Sehr geehrter Herr Bürgermeister Spürck,

die Kolpingstadt Kerpen ist mit Recht stolz darauf, die Partnerstadt von Auschwitz zu sein, jährlich der Reichspogromnacht zu erinnern und einen regen Schüleraustausch zu pflegen. Dieser dient der Aufarbeitung und der Erinnerung an das unvergleichliche, grausame Unrecht und die Menschenfeindlichkeit während der 12-jährigen faschistischen Diktatur der Nationalsozialisten in Deutschland.

Umso bedrückender ist es, dass die Partei „Die Rechte“ mit ihren Wahlplakaten und Informationsständen nicht nur den Tod von sechs Millionen Juden in Deutschland auf abscheuliche Weise verhöhnt und indirekt leugnet, sondern mit abgeänderten Phrasen, die Diktion der ehemaligen Nationalsozialisten übernimmt. Ob „Europa Erwache“, was an „Deutschland Erwache“ oder aber „Israel ist unser Unglück“, eine klare Abwandlung von „Die Juden sind unser Unglück“ sowie die Lüge, dass die Shoahleugnerin Ursula Haverbeck wegen vermeintlicher „Meinungsfreiheit“ im Gefängnis säße. All dies und auch die assoziierte Forderung nach Selbstjustiz und Todesstrafe auf ihrem Plakat mit dem Slogan „Wir hängen nicht nur Plakate“, sind nicht nur für Jüdinnen und Juden unerträglich, sondern sollten jedem normalen Bürger Grund für höchste Beunruhigung sein.

Die WerteInitiative hat sich als zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland seit 2014 etabliert. Wir setzen uns für die Stärkung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aus jüdischer Perspektive ein. Dies tun wir, indem wir den wertebasierten politischen, gesellschaftlichen und medialen Diskurs, das bürgerschaftlich-jüdische Engagement in Deutschland und das deutsch-israelische Verhältnis fördern.

Wir bitten Sie daher dringend zu prüfen, welche rechtlichen Maßnahmen ermöglichen, diese Plakate abzuhängen und somit Volksverhetzung, Antisemitismus und Shoahleugnung aus dem öffentlichen Raum zu verbannen.

Wir weisen daraufhin, dieses Anschreiben und auch eine etwaige Antwort von Ihnen zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Aviel Tromm
Mitglied

Dr. Elio Adler
Vorsitzender

WerteInitiative e.V.
jüdisch-deutsche Positionen”

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Parlamentarisches Frühstück der FDP Bundestagsfraktion

Am 11.04. nahmen der Vorstandsvorsitzende der WerteInitiative Dr. Elio Adler, sowie Vorstandsmitglied Daniel Kohn, Vorstandsreferent Aras-Nathan Keul, Jonathan Kalmanovic und Nathan Gelbart an einem parlamentarischen Frühstück der FDP Bundestagsfraktion auf Einladung von Dr. Stefan Ruppert und Pascal Kober teil. Anwesend waren des Weiteren die Abgeordneten Till Mansmann, Dr. Hermann Otto Solms, Grigorios Aggelidis, Karsten Klein und die Fraktionsreferentin Ljudmila Belkin.

In angenehmer Atomsphäre gab es einen angeregten und interessierten Austausch unter anderem darüber, wie wir gemeinsam das Wertebewusstsein in unserer Gesellschaft stärken können. Auch konkrete Themen, wie der gescheiterte “UN-Antrag” der FDP-Fraktion waren Gegenstand des Gesprächs. Ebenso, dass die FDP bald einen Antrag in den Bundestag einbringen will, welcher sich deutlich gegen BDS richtet. Zur inhaltlichen Abstimmung findet gerade die Kontaktaufnahme mit anderen Bundestagsfraktionen statt. Wir bedanken uns sehr herzlich für die Ausrichtung dieses Frühstücks und freuen uns auf weiteren Kontakt.

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Treffen Doris Barnett (SPD)

Die WerteInitiative im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Doris Barnett, die im Haushaltsausschuss als SPD-Berichterstatterin für das Auswärtige Amt zuständig ist. Wir hatten das Gespräch gesucht, da gerade beim Thema Nahost-Politik, Innen- und Außenpolitik eng zusammenhängen.

Deutschland beteiligt sich in der Region unter anderem an der Finanzierung des Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge UNRWA. Die Vergabe der Mittel stand hier im Fokus unseres Gespräches.
Einig waren wir uns vor allem darin, das die Verwendung der Mittel zielgerichtet sein muss und vor allem den Menschen vor Ort zu Gute kommt, in Hospitälern als auch in den Schulen.

Wir haben das freundliche Gespräch mit Frau Barnett genutzt, um unserer Überzeugung Ausdruck zu verleihen: Jegliche Fördergelder des Staates – im Ausland wie im Inland – sollten als aktives, politisches Gestaltungsmittel genutzt werden. Teil davon ist es, Zahlung an Bedingungen zu knüpfen, deren Einhaltung nach Möglichkeit zu überprüfen ist.
Wir danken Frau Barnett für das Treffen und freuen uns auf weiteren Kontakt.

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Treffen mit der stellv. Bundesvorsitzenden der Grünen, Jamila Schäfer

Gestern trafen sich der Vorstandsvorsitzende, Dr. Elio Adler und der Vorstandsreferent Aras-Nathan Keul mit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden und europäischen und internationalen Koordinatorin von Bündnis 90/Die Grünen, Jamila Schäfer.

Wir erklärten die Arbeit der WerteInitiative und waren uns einig in der Bedeutung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und dass diese gesamtgesellschaftlich gestärkt werden müsse. Frau Schäfer betonte wie wichtig der Kampf gegen Antisemitismus und auch israelbezogenen Antisemitismus ist, wie er sich beispielsweise in der BDS-Kampagne äußert – auf nationaler aber auch auf EU-Ebene. So wies sie auch darauf hin, dass sie sich im Rahmen ihrer europäischen Arbeit gegen die Unterstützung der BDS-Kampagne positioniert. Wir danken Frau Schäfer für das angenehme Gespräch und bleiben im Austausch.