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WerteInitiative: Drei Jahre zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland

Die „WerteInitiative“ feiert im Januar ihr dreijähriges Bestehen. Als eine zivilgesellschaftliche jüdische Stimme haben wir uns in über drei Jahren in vielen öffentlichen Debatten etabliert.

Dabei ging es stets darum, die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stärken und sich für die Sicherstellung jüdischer Belange innerhalb der Mehrheitsgesellschaft einzusetzen. Das dient dem Allgemeinwohl Deutschlands und Europas.

Aus der „Initiative“ wurde in den letzten Tagen ein „Verein“ mit Sitz in Berlin, der die Gemeinnützigkeit beantragt hat.

WerteInitiative e.V. Vorstand v.l.n.r.: Elio Adler, Lydia Bergida, Daniel Kohn

„Als WerteInitiative können wir auf das ehrenamtliche Engagement hunderter bundesweiter Unterstützer zurückgreifen. Bei uns engagieren sich politisch interessierte deutsche Juden.“ sagt ihr Vorsitzender, Elio Adler aus Berlin. Mitglied werden können auch nichtjüdische Menschen, wenn sie etwa einen jüdischen Vater oder Lebenspartner/in haben.

Adler weiter: „Wir singen das gleiche Lied wie der Zentralrat der Juden in Deutschland, aber in einer anderen Tonlage und mit anderer Betonung. Bei uns spielt die Stärkung des Rechtsstaates und seiner freiheitlich-demokratischen Werte eine bedeutende Rolle. Auf den Punkt gebracht geht es um die Frage: Gibt es eine jüdische Zukunft in Deutschland oder nicht?“

In den drei Jahren unseres Bestehens haben wir uns in viele gesellschaftliche und politische Debatten eingemischt. Damit haben wir uns als – oft unbequemer – Ansprechpartner für Politik und Öffentlichkeit einen Namen gemacht:

  • Unsere Stimme war zu hören, als eine ominöse Querfront-Onlinezeitung ihren „alternativen Karlspreis“ an den Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen vergeben wollte.
  • Wir haben vor der Bundestagswahl die Parteien mit acht unserer Positionen konfrontiert und unter großer, internationaler Medienberichterstattung die Antworten darauf veröffentlich
  • Oder haben die Deutsche Bahn AG konstruktiv beraten und dabei mitgewirkt, dass besser kein Zug namens „Anne Frank“ durch die Lande fahren soll.
  • Als sich Arte und WDR geweigert hatten, den Beitrag über Antisemitismus auszustrahlen, waren wir in den Sozialen Medien eine der entscheidenden Kräfte, die die Ausstrahlung erreicht haben.
  • u.v.a.

Unser Verein fördert den wertebasierten politischen, gesellschaftlichen und medialen Diskurs, das bürgerschaftlich-jüdische Engagement in Deutschland und das deutsch-israelische Verhältnis. Dazu nutzen wir Social Media aber auch klassische Formate wie Diskussionsveranstaltungen, Salons und Hintergrundgespräche.

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Antrag gegen Antisemitismus im Bundestag

Heute wurde im Bundestag ein geradezu historischer Antrag gegen Antisemitismus verabschiedet. Er ist in seiner Umfassendheit und Stärke der aktuellen Situation angepasst und stellt die Weichen in die richtige Richtung. Nun ist es an der Bundesregierung, den Worten Taten folgen zu lassen.

Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative, dazu: „Auch wenn der Anlass für diesen Antrag traurig ist: wir sind durch das positive Votum fast aller Parteien heute im Bundestag erleichtert, weil er zeigt, dass verstanden wurde: Antisemitismus ist eine Seuche, die nicht nur uns Juden schadet. Antisemitismus ist ein Pegelstandsmesser für den Zustand unserer Gesellschaft. Das spiegelt dieser Antrag deutlich wider, weil er unterschiedlichste „Wunden“ benennt. Dem neu geforderten Amt des Antisemitismusbeauftragten kommt eine hohe Bedeutung zu, denn wenn er oder sie sich um die Heilung dieser Wunden bemüht, heilt er damit die gesamte Gesellschaft.“

Die WerteInitiative als eine zivilgesellschaftliche, jüdisch-deutsche Stimme wird dieses Vorhaben – insbesondere die Etablierung eines Antisemitismusbeauftragten – gerne unterstützen und begleiten.

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Ahmad Mansour beim politischen Gesprächskreis jüdischer Berliner der Berliner CDU Fraktion.

Der Psychologe Ahmad Mansour gehört zu den profundesten Kennern der islamistischen Szene in Deutschland. Der gebürtige arabische Israeli arbeitet seit Jahren in der Extremismusprävention unter muslimischen Jugendlichen. In seinem Impulsvortrag vor rund 40 jüdischen Berliner Teilnehmern sprach er über Ideologie und Entwicklung des politischen Islam und dessen – leider erfolgreicher – Strategie zur Radikalisierung muslimischer Jugendlicher. Es gibt, so Mansour, inzwischen eine „Generation Allah“ aus der sich Salafisten und Terroristen rekrutieren. Der Antisemitismus gehört zu den Kernelementen ihrer Ideologie.

Dagegen vorzugehen, erklärte Mansour aus seiner eigenen Erfahrung, erfordert pädagogische Intervention in Schul-und Jugendeinrichtungen, vor allem aber auch in den virtuellen sozialen Netzwerken. Für die Millionen neu ins Land gekommenen muslimischen Flüchtlinge forderte er unter anderem eine demokratische Sozialisierung im Rahmen der Integrationskurse.

Mansour mahnte auch eine selbstbewusstere Haltung der Mehrheitsgesellschaft zu ihren Werten voraus. Kritisch äußerte er sich über falsch verstandene Toleranz von Staat und Gesellschaft gegenüber fragwürdigen Islamverbänden. Als ein Beispiel nannte er die Einladung eines islamistischen Imams als Redner bei der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Anschlags am Berliner Breitscheidplatz. Diese

Einladung sei nicht nur aus Unkenntnis erfolgt, sondern Resultat einer Politik des gezielten Wegsehens, insbesondere der verantwortlichen evangelischen Kirchenvertreter. Die von Politik und Gesellschaft hofierten Islamverbände nutzen Ignoranz und Schwäche der Mehrheitsgesellschaft für ihre Strategie. Dabei stehen sie, so Mansour, nicht für die Majorität der Muslime in Deutschland. Statt Islamisten, die die freiheitlich-demokratische Ordnung ablehnen, eine Plattform und damit Legitimierung zu geben, müsse die „unsichtbare Mehrheit“ der nicht radikalen, friedlichen und der Demokratie zugeneigten Muslime aktiviert werden.

Wie auch die WerteInitiative, sieht Ahmad Mansour Integration und Sicherheit als vorherrschende Themen, um die sich unser Land dringend kümmern muss. Wir danken ihm für seine couragierte Arbeit und seine klaren Worte. Unser Dank gilt auch Cornelia Seibeld (MdA) und der CDU-Fraktion Berlin, die diesen hoch informativen Abend ermöglicht haben.

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Ein Mahnmal ist keine Werbebühne

Die in Berlin lebende Israelin Orit Arfa hat als Werbung für ihr neues Buch ein Musikvideo gedreht. Darin kommen anzügliche Szenen vor, welche im “Denkmal für die ermordeten Juden Europas” gedreht wurden.

Wir empfinden das als einen inakzeptablen Missbrauch dieses besonderen Ortes, welcher zwar ein Ort inmitten der Stadt ist und in dessen Gängen sich daher auch ein Teil des “Lebens in der Stadt” abspielt, er jedoch nicht als Spaß-, Party- oder Film-Knutsch-Location benutzt werden soll.

Wir haben Frau Arfa daraufhin angeschrieben und gebeten, die entsprechenden Szenen im Video auszutauschen. Leider will sie das nicht und hat ihre Antwort wiederum als Werbung für ihr Buch genutzt. Die Intention ihrer filmischen Aussage mag nachvollziehbar sein; dennoch finden wir, dass das Video Gefühle verletzt und man sich dessen sehr bewusst sein muss. Da es eine Reihe Menschen gibt, die um die Bedeutung des Mahnmals nicht wissen oder sie nicht verstehen, gilt es, sorgsam und verantwortungsvoll damit umzugehen.

Ja, es gibt andere und vielleicht auch dringendere Probleme in unserem Land, aber das Eine macht das Andere nicht unwichtiger.

Screenshots aus dem YouTube-Video

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Antrag der CDU-Berlin zum Verbot Flaggenverbrennung

Zum morgigen Antrag der Berliner CDU, im Bundesrat eine Gesetzesänderung anzuregen, welche Verbrennung von Flaggen verbieten soll, sagte Elio Adler von der jüdischen WerteInitiative: „Wer Flaggen verbrennt, missbraucht das Recht auf freie Meinungsäußerung. Flaggenverbrennung steht nicht für politischen Streit, sondern die darin enthaltene Botschaft ist: Der  Andersdenkende soll vernichtet werden. Daher hoffen wir, dass der Antrag eine breite Mehrheit findet. Wir haben den Regierenden Bürgermeister, Michael Müller, und den Fraktionsvorsitzenden, Raed Saleh, letzte Woche bereits angeschrieben und dieser Hoffnung Ausdruck verliehen.“

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Die Chance: (Meinungs)Freiheit im Iran

اخیر آزاد و باز باشد. در آلمان چندی از مردم میخواهند که این آزادی را تخریب کنند. شما اکنون در ایران این را تجربه می‌کنید که چنین تخریبی‌ به کجا ختم خواهد شد: در کشوری زندگی‌ می‌کنید که مذهب آلت دستی برای ستم بر مردم شده. شا با پوست و خون در حال تجربه آن چیزی هستید که دولت از شهروندان خود آنقدر در وحشت است، که برای دفاع و پابرجایی قدرت خود بر روی آنان شلیک میکند. شما تجربه می‌کنید که آزادی خود بخود و به اسانی‌ بدست نمیاید. ما برای شما توانایی و تعقل بیش از بیش برای پیروزی در این مبارزه را داریم. قلبمان با شماست. ما هرگونه اعمال خشونت را محکوم می‌کنیم و شمارا تشویق می‌کنیم که صلح‌آمیز و قوی باشید. ما از جهان میخواهیم تا با شما همبستگی داشته و از تمامی آن ارزشهایی که ما از آن لذت می‌بریم، حمایت کند. به امید اینکه سال ۲۰۱۸ سال آزادی، صلح و دموکراسی واقعی برای شما باشد، درودهای صمیمانه خود را ابراز مییداریم. “WerteInitiative” – jüdisch-deutsche Positionen.

Liebe Bürger Irans, wir sind eine Gruppe von Juden und leben in Deutschland. Wir wollen, dass die deutsche Gesellschaft so frei und offen bleibt wie in den letzten Jahrzehnten. In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die diese Freiheit zerstören wollen. Ihr erlebt, wohin das führt. Ihr erlebt, wie es ist, in einem Land zu leben, in dem Religion dazu benutzt wird, Menschen zu unterdrücken. Ihr erlebt, wie es ist, wenn eine Regierung sich so sehr vor ihren eigenen Bürgern fürchtet, dass sie bereit ist, auf sie zu schießen. Ihrer erlebt, dass Freiheit etwas ist, das nicht von selbst existiert. Wir wünschen Euch viel Kraft und Weisheit, um Euren Kampf zu gewinnen. Wir sind in unseren Herzen mit Euch! Wir verurteilen jede Gewaltanwendung und ermutigen Euch, friedlich und stark zu bleiben. Wir bitten die Welt, mit Euch solidarisch zu sein und darin zu unterstützen, dass Ihr unter den gleichen Werten leben könnt, die auch wir genießen. Möge 2018 das Jahr Eurer Freiheit, Eures Friedens und Eurer echten Demokratie sein!

Herzliche Grüße, WerteInitiative. – jüdisch-deutsche Positionen.

Dear citizens of Iran, we are a group of Jews living in Germany. We want German society to remain as free and open as it has been in the last few decades. There is an increasing number of people in Germany who want to destroy this freedom. You know where that leads. You have experienced what it is like to live in a country where religion is used to oppress people. You have experienced what it is like when a government is so afraid of its own people that it is ready to shoot at them. You know that freedom is something that does not exist by itself. We wish you a lot of strength and wisdom to win your fight. We are with you in our hearts. We condemn every use of violence and encourage you to stay peaceful and strong. We ask the world to declare solidarity with you and to allow for you to live under the same values we enjoy. May 2018 be the year of your freedom, peace and real democracy.

Cordially, WerteInitiative. – Jewish-German positions.

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Gedenkgottesdienst anlässlich des Jahrestages des Terrorangriffs am Breitscheidplatz

Die Opfer werden verhöhnt, die Gesellschaft an der Nase herumgeführt und die moderaten, säkularen Muslime der Stadt bekommen einen Tritt ins Gesicht. Die Message ist: es gibt kein Entweichen vor den Islamisten!

Berlin (stellvertretend für die gesamte Bundesrepublik) ist unfähig mit dem politischen Islam umzugehen. Chronisch wird dessen Invasivität, Aggressivität und auf langfristigen Erfolg ausgelegte Strategie unterschätzt. Die Auswahl eines über alle Zweifel erhabenen Imams bzw. einer solchen Imamin, hätte ein positives Signal an die muslimische Community und die deutsche Mehrheitsgesellschaft sein können. Leider wurde diese Chance verpasst und einem umstrittenen Imam das Wort gegeben. Einer der Veranstalter, die Evangelische Kirche, erklärt nun, dass Mohammed Matar vom “Zentralrat der Muslime” empfohlen wurde. Damit hat die Kirche die Gelegenheit versäumt, selbst politisch zu gestalten.

Haben die verantwortliche Staatssekretärin, Frau Chebli, oder der Regierende Bürgermeister, Herr Müller, den Namen von Herrn Matar einmal gegoogelt?
Diese Gemengelage macht den Gedenkgottesdienst zu einem weiteren Tiefpunkt im Umgang mit dem Attentat.

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Jewish News Service in regard to 19.12.2017

“German politicians were careful to say the right words and honor the victims,” Adler said. “They don’t have a defiant kind of attitude that you would find in Israel. It’s more about, ‘We have this burden to carry and we’ll carry it.’”

While the government officials spoke of mistakes that were made, with Berlin Mayor Michael Müller asking for “forgiveness” for the oversights that enabled the 2016 attack, Adler would like to see these words backed by action. He is also uncertain how the government will crack down on the aggressive anti-Israel protests throughout Germany in response to President Donald Trump’s recognition of Jerusalem as the Israeli capital.

“They are not prepared for Islamist protests just like they were not prepared for Islamic terror,” Adler said, though he and other Jewish community leaders and commentators are acknowledging that they have seen some improvement in official responses to the recent protests.

http://www.jns.org/latest-articles/2017/12/21/anti-israel-protests-berlin-christmas-market-attacks-anniversary-test-german-officials#.Wj6N_ob42Um=