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Gespräch mit Bettina Jarasch, Bündnis 90/Die Grünen

Die Wahlen für das Berliner Abgeordnetenhaus finden parallel zum Bundestagswahl statt. Und da Berlin als Bundeshauptstadt eine besondere Bedeutung hat, haben wir uns über das Treffen mit der Spitzenkandidatin der Grünen, Bettina Jarasch, gefreut. In unserem Gespräch ging es u.a. um die unterschiedlichen Gefährdungen, denen eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft ausgesetzt ist. Wir haben dabei den 360°-Ansatz unseres Vereins erläutert. Um der berechtigten Kritik an der „Hufeinsen-Theorie“ der Extremismusforschung gerecht zu werden, benennt der 360°-Ansatz zwar die verschiedenen Bedrohungen, macht sie in ihrer Relevanz damit aber nicht gleich. So spielt der Rechtsextremismus sicher eine besondere Rolle, weil er tief in der Gesellschaft verankert ist und auf die Erlangung von Mehrheiten zielt.

Ferner war der Umgang mit der muslimischen Community Thema. Hier ist es wichtig die Akteure zu stärken, die fest auf der Wertebasis des Grundgesetzes handeln und nicht diejenigen aufzuwerten, die eine anti-freiheitliche Agenda verfolgen. Beim Thema Antisemitismus war für Frau Jarasch wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass innerhalb der Grünen die Sensibilität für den auch in linken Kreisen teils verbreiteten, israelbezogenen Antisemitismus sehr hoch geworden ist. Das begrüßen wir sehr.

Wir danken für das Gespräch und freuen uns, auf die Fortsetzung des Kontakts.

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Vorstellung der WerteInitiative in ARD-Radiobeitrag

In mindestens zwei ARD-Hörfunkprogrammen, nämlich BR und WDR, stellte die Reporterin Rebecca Hillauer am 23. Juli 2021 die WerteInitiative vor. Unser Vorsitzender Elio Adler kam in dem Beitrag zu Wort, aber auch  Mitbegründer sowie Mitglieder der WerteInitiative. Elio Adler und die Autorin werfen darin einen kurzen Blick zurück auf die Geschichte des Vereins. Im Jahr 2014 entstand die WerteInitiative als „loser Verbund“, gegründet von Elio Adler und Lydia Bergida, der sich für die Sicherung der freiheitlichen Demokratie in Deutschland und u.a. für ein Verbot des jährlichen, antisemitischen AlQuds-Marsches einsetzte.

Heute, sieben Jahre später, ist die WerteInitiative eine NGO mit einem dreiköpfigen Vorstand und mehreren Mitarbeitenden. Sie arbeitet an vielen Projekten, darunter politischen Handlungsempfehlungen, Demonstrationen, Lesungen und Podiumsdiskussionen. Ihr Vorstand kommentiert das politische Geschehen in Interviews und kommuniziert mit Bundestagsabgeordneten. Das Ziel ist immer gleichgeblieben: eine Bekämpfung des Hasses und somit eine Stärkung der Demokratie.

Die Migrationswelle im Jahr 2015 führte auch aufgrund mitgebrachter antisemitischer Einstellungen zu Problemen. Der latente Antisemitismus in Deutschland sei stimuliert und in einigen Kreisen wieder salonfähig geworden, so Manuel Nyman. Er sagt in dem Beitrag, letztendlich hätte dies nicht nur zu einem Erstarken der Rechten geführt „sondern auch zu einem Abdriften der bürgerlichen Mitte nach rechts, was mir als Jude natürlich genauso viel Angst macht, wie der Judenhass, der von einem radikalen Islam ausgeht.“

Die WDR-Version des Beitrags kann hier angehört werden.

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Elio Adler: “Jüdisches Leben in Deutschland bleibt extrem unnormal“

Unser Vorsitzender Elio Adler wurde am 22. Juli im „The Pioneer“-Podcast von Michael Bröcker interviewt. Es ging um jüdisches Leben in Deutschland und den sich wieder verbreitenden Judenhass. Auf der einen Seite seien 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ein Grund zum Feiern. Allerdings zeigten gerade die vergangenen Monate, wie wenig Normalität nach diesen 1700 Jahren gemeinsamen Lebens vorhanden sei.

Adler erwähnte das Attentat von Halle, die „Ausschreitungen im Rahmen der Corona-Proteste, wo massiver Antisemitismus ganz viel Publikum fand“ und „aggressive Straßenbilder“ während des jüngsten Konfliktes zwischen der Terrororganisation Hamas und Israel. Palästinenser und türkische Bürger hätten in Berlin massiv randaliert und Judenhass verbreitet. „Man sieht, wie extrem unnormal jüdisches Leben nach 1700 Jahren immer noch ist“, sagte Elio Adler.

Antisemitismus, so Adler, sei eine Sache der Eigenverantwortlichkeit. „Wenn sich Menschen subjektiv unzufrieden fühlen und jemanden externes suchen, der an dieser subjektiven Unzufriedenheit schuld ist, dann bieten wir Juden uns leider sehr gut an, weil es einfach seit Jahrhunderten eingetrampelte Hasspfade gibt, antisemitische Narrative, auf die man ganz einfach setzen kann“.

Das komplette Interview mit Dr. Elio Adler in „Steingarts Morgenbriefing“ bei „The Pioneer“ kann hier nachgehört werden, ab Minute 6:00.(Auf der Seite ist ein Link zu finden, mit dem man direkt zum Interview springen kann.)

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Gespräch mit Katrin Göring-Eckardt, Bündnis 90/Die Grünen

Am 08.07. traf sich unser Vorsitzender, Elio Adler, mit der Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt. Ebenfalls anwesend war die Referentin für Religionspolitik der Fraktion, Hanna Fülling, und unser Vorstandsreferent, Johannes Sarcher.

Herr Adler präsentierte die Arbeit der WerteInitiative. Es bestand große Einigkeit, dass die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland gesichert werden muss. Bedroht wird jüdisches Leben aktuell von vielen Seiten, auch aus der Mitte der Gesellschaft. Daher müssen alle Demokratinnen und Demokraten im Kampf für eine freiheitliche Gesellschaft und gegen Hass zusammenstehen.

Einigkeit herrschte ebenso bei einem anderen Thema: Initiativen zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Solidarität und des zivilgesellschaftliche Einsatz gegen Antisemitismus müssen gestärkt und lauter werden. Es braucht mehr Einsatz, um die nicht-jüdische Mehrheitsgesellschaft bezüglich der Risiken, die vom Antisemitismus auch für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt ausgehen, zu sensibilisieren.

Foto: Katrin Göring-Eckardt (unten rechts), Elio Adler (oben rechts), Hanna Fülling and Johannes Sarcher.

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Anschreiben an Bundesverkehrsminister A. Scheuer aus dem Juni 2021

Im Juni 2021 haben wir uns erneut schriftlich an den Minister gewandt und ihn dringend dazu aufgefordert das zu tun, was er bereits 2017 angekündigt hatte: Der inakzeptablen Praxis von Kuwait Airways ein Ende zu setzen. Der Bundestag hat unabhängig von unserem Schreiben einige Tage später einen schwachen und unzureichenden Beschluss bzgl. Kuwait Airwys gefasst, in dem der Fluggesellschaft erweiterte Landerechte verwehrt bleiben sollen, so lange sie ihre israelfeidliche Haltung beibehalte.

21.06.2021 - Anschreiben BMVI

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scheuer,

angesichts der israelfeindlichen und antisemitischen Vorfälle der letzten Wochen erlauben wir uns, uns erneut an Sie zu wenden. Auf einer ganzen Reihe anti-israelischer Demonstrationen haben wir gesehen, wie die bei uns herrschende Demonstrationsfreiheit benutzt wurde, um Judenhass zu säen. Ein Freiheitsrecht wurde missbraucht.

Nun wenden wir uns in einem anderen Fall des Missbrauchs einer Freiheit erneut an Sie:

Wir bitten Sie, noch vor Ablauf der Legislaturperiode das Luftverkehrsabkommen mit Kuwait zu kündigen.

Denn weiterhin dürfen Israelis nicht mit Kuwait Airways fliegen. Diese anti-israelische und antisemitische Politik darf von der Bundesrepublik Deutschland nicht weiter hingenommen werden.

Die Diskussion um die anti-israelische Beförderungspolitik von Kuwait Airways begann bereits vor vier Jahren. Damals, 2017 und 2018, fällten das Landgericht und das Oberlandesgericht Frankfurt Urteile zu Gunsten der Fluglinie, mit der Begründung, diese befolge nur die kuwaitischen Gesetze.

Staatsminister Michael Roth erklärte damals, es sei „unverständlich“, wenn ein Passagier in Deutschland aufgrund seiner Nationalität „ein Flugzeug nicht besteigen“ könne. Die Tatsache, dass es sich ausgerechnet um die BürgerInnen des einzigen jüdischen Staates handelt, spricht Bände. Sie hatten sich bereits im Jahre 2018 klar positioniert, wofür wir Ihnen dankbar sind: „Wenn die begonnenen Gespräche mit der kuwaitischen Seite zu keinem Ergebnis führen, wird das negative Konsequenzen für den Flugbetrieb dieser Airline in Deutschland haben.“

Wir stimmen Ihnen voll und ganz zu. Denn es kann nicht angehen, dass das „Israel-Boykottgesetz“ des Emirs — und damit die antisemitische Politik Kuwaits — in Deutschland Befolgung findet. So bleibt der Schutz einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftskultur auf der Strecke. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat die Diskriminierung im Übrigen erkannt.

Der kuwaitischen Fluglinie keine zusätzlichen Landerechte zu gewähren, hat den Druck auf deren Chef, den Emir, offensichtlich nicht weit genug erhöht, denn die antisemitische Politik wurde nicht geändert.

Wir sind der Ansicht, dass nun auch im Bereich des Luftverkehrs ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und gegen den Missbrauch des Flugverkehrs in unserem Lande gesetzt werden muss. Während die Gerichte auf Praktikabilität in Zusammenhang mit dem kuwaitischen „IsraelBoykottgesetz“ geschaut haben, kann und sollte die Bundesregierung unserer Überzeugung nach primär den moralischen Aspekt berücksichtigen und in der Konsequenz zügig ein Landeverbot für Kuwait Airlines in der Bundesrepublik Deutschland verhängen. Allein die gemäß §14 des Luftverkehrsgesetzes einjährige Kündigungsfrist des Luftverkehrsabkommens mag dem Emirat genug Zeit geben, seine inakzeptable Praxis zu verändern und somit zu vermeiden, dass sich die Folgen der Kündigung praktisch auswirken.

Der guten Ordnung halber darauf hinweisen, dass wir uns vorbehalten, dieses Schreiben und etwaige Antworten darauf zu veröffentlichen. Etwaige darauf enthaltene, direkte Kontaktdaten würden unkenntlich gemacht.

Herr Bundesminister Scheuer, für Ihren Einsatz in dieser Sache möchten wir uns herzlich bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Elio Adler
– Vorstandsvorsitzender –

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Presseerklärung: zum Verbot der Hamas und PFLP Fahnen

Presseerklärung: zum Verbot der Hamas und PFLP Fahnen:

Wir begrüßen sehr, dass die CDU/CSU- und SPD-Regierungskoalition sich darauf geeinigt hat, die Symbole von der Hamas und der PFLP zu verbieten.

Derzeit besteht noch keine Kopplung zwischen der EU-Terrorliste und Konsequenzen innerhalb Deutschlands, d.h. Organisationen, die auf einstimmigen Beschluss aller EU-Staaten auf dieser Liste stehen, können innerhalb Deutschlands ungehindert aktiv sein. Die beabsichtigte Kopplung zwischen EU-Terrorliste und einem Verbot der Symbole ist ein richtiger erster Schritt. Folgen müssen ihm noch die entsprechenden Vereins- oder Betätigungsverbote. In einem Dossier zur PFLP und ihrer Vorfeldorganisationen hatte die WerteInitiative bereits vor einigen Wochen solche Verbote gefordert.

Der Vorsitzende des jüdischen Vereins WerteInitiative erklärte dazu: „Es ist nicht zu verstehen, dass Organisationen, die auf der EU-Terrorliste stehen, mit ihren Symbole in Deutschland ideologische Propaganda betreiben dürfen. Die antisemitischen Ausschreitungen auf den Demonstrationen vor wenigen Wochen haben die Spitze eines Hass-Eisbergs gezeigt. Das Verbot der Symbole von u.a. der HAMAS und der PFLP sind eine von vielen Maßnahmen, die geeignet sind, sich dem Hass entgegenzustellen.“

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“Fach-WI-ssen” – das politische Frühstück der WerteInitiative mit Dr. Lorenzo G. Vidino

„Die Muslimbruderschaft in Deutschland und Europa“ war das Thema der Diskussion mit dem international renommierten Experten Dr. Lorenzo G. Vidino (George Washington University). Bei „Fach-WI-ssen – dem politischen Frühstück der WerteInitiative“ zeichnete Vidino den ideologischen und strategischen Kern der Muslimbruderschaft nach. Wir freuen uns über das rege Interesse aus Politik und Zivilgesellschaft an der Veranstaltung.

Anschließend führten wir zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen aus Fraktionen und Behörden. Wir waren uns dabei einig, dass dem Problem mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Die Organisationsform der Muslimbruderschaft ist auf Verschleierung ihrer Aktivitäten ausgelegt. Das macht es für die Politik kompliziert, diese Anti-Demokraten zuverlässig zu erkennen.

Christoph de Vries (CDU): „Die Muslimbruderschaft versucht, wenn auch legalistisch, unsere freiheitliche Demokratie zu unterwandern und abzuschaffen. Politische Entscheidungsträger sollten sehr vorsichtig sein, Vertreter der Muslimbruderschaft durch Treffen nicht aufzuwerten.“

Benjamin Strasser (FDP): „Die Muslimbruderschaft reklamiert für sich einen Vertretungsanspruch für die gesamte muslimische Community. Dies ist inhaltlich, aber auch organisatorisch, vollkommen falsch. Wir müssen dringend liberale Musliminnen und Muslime stärken, um den Einfluss der Muslimbruderschaft zurückzudrängen.“

Staatssekretär Stephan Mayer (CDU): „Die Politik braucht klare Handlungskonzepte gegen Islamismus. Dies umfasst auch die Muslimbruderschaft. Antidemokratische, antimoderne und antisemitische Einstellungen müssen auch bei Legalisten ernst genommen werden. Es reicht dabei nicht, sich verbal von Gewalt zu distanzieren.“

Unser Vorsitzender, Elio Adler: „Islamistinnen im Business-Kostüm und Islamisten mit einer Krawatte um den Hals sind in mancherlei Hinsicht gefährlicher als die mit einem Sprengstoffgürtel. Sie arbeiten langfristiger, unauffälliger, anschlussfähiger und dadurch auch erfolgreicher.“

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Nachbericht: Kundgebung des „Solidaritätsbündnis Israel“

Namentliche Begrüßung der Rednerinnen und Redner sowie Ehrengäste,

liebe Freundinnen und Freunde Israels und Verbündete für das jüdische Leben in Deutschland!

Ich begrüße Sie im Namen des Solidaritätsbündnis Israel, zu dem eine breite Zahl jüdischer und nichtjüdischer Organisationen gehören. Vom American Jewish Committee bis zur WIZO, von der Amadeu Antonio Stiftung bis zu Deutsch Israelischen Gesellschaften.

Danke, dass Sie heute Abend mit uns gemeinsam ein klares Bekenntnis ablegen. „Wir stehen solidarisch und uneingeschränkt an der Seite Israels und seiner Menschen! Und wir stehen auch an der Seite der unschuldigen zivilen Opfer in Gaza.“

Anders als bei den schlimmen, antisemitischen Demonstrationen der letzten Tage stehen wir hier friedlich zusammen, um für das Miteinander unserer Gesellschaft zu werben. Wir stehen hier nicht gegen Palästinenser oder gar gegen den Islam, sondern stehen auf gegen radikale Kräfte, die Ihre eigenen Communities aufstacheln und Hass und Hetze auf unsere Straßen tragen.

Auch Israel kämpft nicht gegen palästinensische Araberinnen und Araber oder Musliminnen und Muslime, sondern verteidigt sich gegen den Terror der Hamas. Und die Hamas unterdrückt das eigene Volk und missbraucht die Menschen bei ihrem Terror gegen Israel.

Unsere Gedanken und unsere Herzen sind bei unseren Familien, unseren Bekannten und Freunden in Israel, die ihre Tage und Nächte in dauernder Angst vor dem nächsten Alarm und der nächsten Flucht in den Bunker verbringen müssen.

Wir stehen heute in Solidarität mit Israel – und wir zeigen Gesicht gegen die antisemitischen Vorfälle und Demonstrationen, die Deutschland in den letzten Tagen schwer erschüttert haben.

Dass wir heute hier zusammenstehen, mit prominentesten Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Politik ist etwas, das uns stärkt und gut tut.

Und trotzdem oder eher gerade weil wir hier zusammen stehen richte ich an Sie, und vor allem an die PolitikerInnen und Politiker einige Worte:

Antisemitische Vorfälle gehören für uns Jüdinnen und Juden leider zum Alltag. Wir wissen: Das was letzte Woche in mehreren deutschen Städten sichtbar wurde, ist nur die Spitze eines übergroßen Eisbergs.

Während der Corona-Proteste wurde der Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft sichtbar. Verschwörungsmythen wurden laut. Hinzu kommt der Judenhass von rechts, von links, oder wie in den letzten Tagen besonders aggressiv, von Teilen der muslimischen Community.

Die Attacken und offensichtlichen Fälle von Antisemitismus können uns vor dem Hintergrund der Allgegenwärtigkeit von Judenhass nicht überraschen. Erschrecken tun sie uns dennoch.

Für uns ist Antisemitismus und sein Bruder, der Antizionismus Alltag. Mit antisemitischen Vorfällen. Und in solchen Momenten, stehen wir dann eben nicht hier gemeinsam, sondern dann stehen wir allein..

Jüdinnen und Juden fühlen sich oftmals alleingelassen. Auch weil Betroffenheit nicht reicht. Was wir dringend brauchen, sind Konzepte, Handlungen, konkrete Politik.

Antisemitischen Vorfällen muss mit aller Härte des Rechtsstaates begegnet werden, und wo gesetzliche Lücken oder zu weite Spielräume sind, müssen diese geschlossen werden. Aber es braucht noch mehr.

Es braucht einen gesamtgesellschaftlichen Konsens. Es braucht nachhaltig finanzierte Bildungskonzepte. Es braucht Geld für diese Programme. Dauerhaft. Ohne Wenn und Aber.

Und es braucht politische Konzepte. Gerade Antisemitismus, Rechtsextremismus und Islamismus entstehen nicht im luftleeren Raum. Es gibt Strukturen, die ihn verbreiten. Und gerade diese Strukturen, werden oft nicht rechtzeitig wahrgenommen, zu lange ignoriert und nicht entschlossen genug bekämpft.

Wir müssen mitansehen wie die Politik teilweise schwer nachvollziehbar agiert, innenpolitisch und außenpolitisch – und zu oft gegen die Empfehlungen und Wünsche von Experten und Betroffenen entscheidet.

Das „Was tun“, scheint immer eine so schwere Frage. Wir möchten nicht so tun, als wenn es eine leichte Lösung gegen Antisemitismus gibt. Und wir erkennen und wertschätzen viele ehrliche Bemühungen, Judenhass zu bekämpfen, aber die Wahrheit haben wir auf den Straßen gesehen: Es reicht nicht. Lange nicht.

Es gäbe konkrete Handlungen, die Jüdinnen und Juden das Gefühl vermitteln würden, an ihrer Seite zu sein:

  • Entwickeln Sie konkrete Konzepte gegen Antisemitismus. Innenpolitisch, juristisch, bildungspolitisch. Eine Vielzahl von Organisationen, auch die, die dieses Solidaritätsbündnis für Israel unterzeichnet haben, stehen dafür als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Verbieten Sie konsequent antisemitische Organisationen in Deutschland und trocknen Sie deren Strukturen aus, egal aus welcher politischen Richtung sie kommen.
  • Beschränken Sie den Einfluss ausländischer Regierungen insbesondere durch DITIB und das IZH wie es irgendwie geht.
  • Leisten Sie keine bedingungslosen Hilfszahlungen an die UNRWA. Die Gelder werden in Raketen und Tunnelbau investiert und kommen leider nicht den Menschen zu Gute, die sie brauchen können. Oder es werden über die UNRWA mit deutschem Steuergeld in der Westbank und Gaza Schulbücher gedruckt, die vor Israelhass platzen.
  • Begegnen Sie dem antisemitischen Mullahregime des Iran mit Härte anstatt mit diplomatischer Eleganz und wirtschaftlich ausgestreckter Hand.
  • Setzen Sie keine weltweit sichtbaren, antiisraelischen Signale, in dem Sie ständig in den Gremien der Vereinten Nationen bei Show-Abstimmungen gegen Israel stimmen.
  • Fordern Sie von Menschen, die bei uns Schutz suchen oder bei uns leben wollen eine glaubhafte Integrationsanstrengung und fördern Sie Integration, die den Kampf gegen Antisemitismus als wesentliche Säule behandelt.
  • Behandeln Sie Online-Hass als ebenso gefährlich wie Offline-Straftaten.
  • Bauen Sie ein umfassendes und funktionierendes, rechtsstaatliches Schutzschild gegen alle Antisemitinnen und Antisemiten auf. Diese müssen sich mit einer glaubhaften rechtsstaatlichen Drohkulisse konfrontiert sehen.
  • Schützen Sie Jüdische Einrichtungen- gerade kleine Gemeinden brauchen da Hilfe.
  • Machen Sie die Werte des Grundgesetzes sichtbar, erlebbar und fühlbar und ermöglichen SIE der gesellschaftlichen Mitte ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.
  • Und schließlich: stellen sie sich bitte beständig – so wie heute Abend – an die Seite von uns Jüdinnen und Juden. Damit wir in Zukunft nicht alleine stehen.

Antisemitismus richtet sich zwar gegen uns Jüdinnen und Juden –  aber die Antisemiten richten sich gegen die gesamte Demokratie.

Wenn jüdisches Leben in Deutschland scheitert, scheitert die freiheitliche Demokratie! Echte, handlungsstarke Solidarität mit Israel und dem jüdischem Leben in Deutschland sollte in unser aller, heutigem, aktuellen und ureigensten Interesse sein.

Deshalb müssen wir alle zusammenstehen.

Bitte handeln Sie  – Es ist 10 nach 12.

Am Israel Chai!

Vizekanzler Olaf Scholz

Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz Christine Lambrecht

Gesandter des Staates Israel Aaron Sagui

Paul Ziemiak (CDU)

Christian Lindner (FDP)

Dietmar Bartsch (Die Linke)

Cem Özdemir (Bündnis90/Grüne)

Reiner Hoffmann (DGB)

Amadeu-Antonio-Stiftung
AMCHA Deutschland e.V.
American Jewish Committee Berlin
B’nai B’rith Berlin, Raoul Wallenberg Loge e.V.
Berlin Story Bunker
DEIN – Demokratie und Information e.V.
Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V.
DGB – Deutscher Gewerkschaftsbund
DGB – Jugend
DIG Berlin-Brandenburg e.V.
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES)
Europäische Janusz Korczak Akademie (EJKA)
Förderkreis “Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.”
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V.
Hillel Deutschland e.V.
Honestly Concerned e.V.
Ibn Rushd – Goethe Moschee
ILI – I Like Israel e.V.
Initiative 27. Januar e.V.
Jehi ‘Or – Jüdisches Bildungswerk für Demokratie – gegen Antisemitismus gUG (JBDA)
Jüdische Gemeinde zu Berlin KdöR
Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD)
Jüdischer Campus Berlin
Jüdisches Bildungzentrum Kehilat Chabad Berlin
Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.
JuFo – Junges Forum Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V.
Junge Liberale (JuLis)
Kahal Adass Jisroel e.V.
Kurdische Gemeinde Deutschland e.V.
Makkabi Deutschland e.V.
Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB)
Scholars for Peace in the Middle East (SPME-Germany)
Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum
Tikvah Institut gUG
WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V.
WIZO Deutschland e.V.

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Treffen mit Holger Krestel, FDP

Im Treffen mit dem Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses Holger Krestel (FDP) und seiner Referentin Silke Reinert ging es unter anderem um die hohe Symbolkraft, welche Dinge, die in der Hauptstadt Berlin stattfinden, für ganz Deutschland haben. So z.B. die israelfeindlichen und antisemitischen Demonstrationen der letzten Wochen.

Eine Demokratie kann schwer verhindern, dass ihre Gegner sie benutzen, um ihre Abschaffung zu betreiben. Um so wichtiger ist, dass wir da, wo es politische Gestaltungsspielräume gibt, diese nutzen, um diesen Gegnern nicht unnötig Raum zu geben.

So wies uns Herr Krestel darauf hin, dass der Verein „Islamic Relief“ im Land Berlin das muslimische Seelsorge-Telefon betreibe.

Jedoch verfügen „nach Kenntnis der Bundesregierung sowohl „Islamic Relief Worldwide“ (IRW) als auch „Relief Deutschland e.V.“ (IRD) über signifikante personelle Verbindungen zur „Muslimbruderschaft“ oder ihr nahestehende Organisationen“ (Deutscher Bundestag, Drucksache 19/24269). Bei der Bewertung dieser Organisationen durch die Bundesregierung werden auch die Vorwürfe Israels berücksichtigt, dass „Islamic Relief Worldwide“ die Hamas finanziere.

Der Verein bestreitet die Vorwürfe und weist auf interne Reformen seit den öffentlichen Vorwürfen hin. Dennoch darf bezweifelt werden, ob dieser Verein geeignet ist, eine derartige Einrichtung zu betreiben.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

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Treffen mit Thomas Hacker, FDP

Am 12.05. sprachen wir mit Thomas Hacker (FDP), dem medienpolitischer Sprecher und Obmann der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag im Ausschuss für Kultur und Medien. Neben der Präsentation der Arbeit der WerteInitiative war der Messenger-Dienst „Telegram“ im Fokus unseres Austausches.

Aus Sicht der WerteInitiative entsteht auf Telegram ein Rückzugsort für Verschwörungsmythen, Desinformationskampagnen und Radikalisierung. Die rechtliche Lücke, dass Telegram nicht unter das NetzDG fällt, muss schnellstmöglich geschlossen werden.

Auch Herr Hacker sieht dringenden Handlungsbedarf: „Gegen Hate Speech müssen wir mit aller Entschiedenheit vorgehen – der digitale Raum ist kein rechtsfreier Raum.“ Diesen Ansatz teilen wir.

Darüber hinaus danken wir Herrn Hacker für sein Engagement in der Thomas-Dehler-Stiftung. Bildungsarbeit ist eine der effektivsten Methoden gegen die Spaltung der Gesellschaft.