360° Veranstaltungen

Diskussionsreihe 360°: “Linksextremismus”:

Es diskutieren:

    • Linda Teuteberg (MdB / FDP-Bundestagsfraktion / Obfrau Ausschuss für Inneres und Heimat)
    • Dr. Wolfgang Kraushaar Kraushaar (Hamburger Institut für Sozialforschung)
    • Dr. Mathias Middelberg, (MdB / CDU / Innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
    • Stefan Redlich (Leiter des Stabes des Landeskriminalamtes Berlin)

Moderation: Gabriela Hermer (Journalistin, rbb)

Die Veranstaltung wurde am 9. Dezember 2020 aufgezeichnet. Sie fand in Kooperation mit Europäische Janusz Korczak Akademie e.V. (EJKA e.V.) statt.

Im Vorfeld haben wir auch Fragen von unseren Mitgliedern, Freunden und Followern gesammelt, die wir der Moderatorin im Vorfeld haben zukommen lassen.

Hier die gesamte Diskussion:

Die WerteInitiative veranstaltet eine Diskussionsreihe zu den Themen Rechtsextremismus, Islamismus und Linksextremismus. Im Gespräch mit hochkarätigen Gästen aus Politik, Sicherheitsbehörden und Wissenschaft diskutieren wir die aktuelle Bedrohungslage für unsere freiheitliche Demokratie.

Die extreme Linke blickt auf eine Historie voller Antisemitismus und Antizionismus zurück. Von antisemitischen Karikaturen und Agitationen bis hin zu Kooperationen mit dem palästinensischen Terrorismus, der auch in Deutschland zu zahlreichen Toten führte.

Doch auch die oftmals feindliche Haltung der radikalen Linken gegen Staat und Polizei gefährdet unser friedliches Zusammenleben. Angriffe auf PolizistInnen und Drohungen gegen JournalistInnen sind nicht zu akzeptieren. Wie kann unsere Gesellschaft darauf angemessen reagieren? Ist sie auf dem linken Auge blind?

Hier der Link zu den anderen 2 Teilen der Trilogie:

Rechtsextremismus

Islamismus 

Aktivitäten

BDS-Versteher inszenieren sich als Opfer

Da sind sie nun also – Plädoyers, Essays, Brandbriefe etc.. Pünktlich zum jüdischen Familien- und Lichterfest Chanukkah kommen sie aus verschiedenen Richtungen und haben ein gemeinsames Ziel: den Bundestagsbeschluss gegen die im Kern antisemitische und israelfeindliche Boykottkampagne BDS aus dem Mai 2019 zu diskreditieren und aus den Angeln zu heben. Während die Gesellschaft gegen die Corona-Pandemie kämpft, KünstlerInnen und Teile der Wirtschaft um ihre Existenz ringen, antisemitische Verschwörungsmythen und Anfeindungen Hochkonjunktur haben, scheint für die diversen Autorinnen und Autoren der geeignete Zeitpunkt gekommen, ihre Kräfte zum Kampf zu vereinen. Wofür eigentlich? Für ein Problem, das keines ist.

Viel durften wir nun schon in den vergangenen 19 Monaten lesen. Meist sprachlich hochtrabend und geprägt von dem alarmistischen Scheinargument, der Bundestagsbeschluss und viele ähnliche Beschlüsse auf kommunalen Ebenen würden die Meinungsfreiheit unzulässig beschränken. Das Wort der vermeintlichen Einengungen von Diskursräumen, Beschneidungen der Wissenschafts- und Kunstfreiheit und gar die „missbräuchliche Verwendung des Antisemitismusbegriffs“ macht die Runde.

Der zentrale Vorwurf dabei, dass der Anti-BDS-Beschluss die Kritik an israelischer Politik kriminalisiere und „wichtige Stimmen“ mundtot mache, indem man ihnen Antisemitismus vorwerfe, ist schlichtweg falsch. Die Medien, Diskussionsveranstaltungen und die Politik strotzen vor lauter kritischer Äußerungen gegenüber israelischer Politik. Es gibt kaum ein anderes Land, das die deutschen Gemüter so sehr „besorgt“, wie Israel. Weder das himmelschreiende Unrecht gegenüber den Uiguren, noch die staatlich verordneten Morde im Iran oder Belarus wecken ein derartiges Kritikbedürfnis, wie der Staat Israel.

In ihren Texten fordern die Boykott-VersteherInnen, dass sie nicht darin boykottiert werden möchten, den Staat Israel zu boykottieren. Hier ist schwer zu sagen, ob sie dies vorsätzlich falsch oder nur naiv formuliert haben. BDS boykottiert nicht „den Staat“ Israel. BDS ist ein Totalboykott von allem jüdisch-israelischen, wie z.B. Touristinnen, Künstlerinnen und Künstler, Sportlerinnen und Sportler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Wirtschaft und Politik. Und auch, wenn dieser Totalboykott antisemitisch und für die Sache eines friedlichen Zusammenlebens von Israelis und palästinensischen Araberinnen und Arabern falsch ist, ist so ein Totalboykott – auch nach dem Anti-BDS-Beschluss des Bundestags – nicht verboten. Ebenso ist nicht verboten, sich faktenbefreit dem für westliche Ohren geschönten Narrativ (um das Wort „Lügengeschichte“ zu vermeiden) rund um die Gründung und Absichten der BDS-Kampagne anzuschließen. Allerdings sollte das Ziel des Bundestagsbeschlusses sein, dass dies keine durch Steuermittel alimentierte geförderte Haltung ist.

Daran regt sich nun Widerstand, zumeist aus bereits zuvor einschlägig bekannten Kreisen. Verständlich ist dieser Widerstand nicht. Es ist so, als würde man für rechtsextreme Bewegungen fordern, dass sie fortan Räume der öffentlichen Hand nutzen dürfen sollten, da man sonst Diskursräume einengen würde. Denn, die antisemitische BDS-Kampagne bedroht weiterhin Israels Existenzrecht als jüdischen Staat und leistet Antisemiten weltweit Vorschub, die ihren Hass nur allzu gern als „Israelkritik“ zu tarnen versuchen. Sie ist eine für Extremisten und Terroristen offene Ideologie und hat faktisch noch nichts für eine Verbesserung der Lebenssituation von Palästinenserinnen und Palästinensern getan, sondern sich ausschließlich gegen Israel engagiert.

Es macht traurig und fassungslos zu sehen, dass große (steuerlich geförderte) Institutionen wie bspw. das Goethe-Institut, die Kulturstiftung des Bundes oder auch das Einstein Forum, jeweils in Form ihres Spitzenpersonals, gegen diesen Bundestagsbeschluss agitieren.

Als wenn dies nicht Skandal genug ist, unterzeichnet die Leiterin des “Zentrums für Antisemitismusforschung” (ZfA) ebenfalls einen dieser BDS-Versteher-Briefe. Es ist bei vielen Jüdinnen und Juden sowie Fachleuten bereits als ein “Zentrum für Antisemitismus-Relativierung” bekannt und macht diesem Ruf leider ein weiteres Mal alle Ehre. Laut einer Studie der Universität Bielefeld erleben über 80%[1] der Befragten jüdischen Bürgerinnen und Bürger BDS als antisemitisch. Aber was heißt das schon? Das ZfA weiß es besser und ignoriert die Stimmen der Betroffenen. So wie die Leiterin auch andere Offensichtlichkeiten gerne negiert, wie z.B. die Existenz antisemitischer Ausfälle auf deutschen Schulhöfen.

Besonders auffallend bei Namen, die unter einem der BDS-Versteher Texte in der nebulösen Rubrik „fachlicher Rat und Diskussionsbeiträge“ genannt sind:

Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, hat die Akteure beraten, obwohl man gerade bei dieser Institution Neutralität und Compliance mit demokratischen Entscheidungen des Bundestags voraussetzen können müsste.

Ein weiterer der “Spin-Doktoren” dabei scheint, verstörender Weise, Dr. Andreas Görgen, seines Zeichens “Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation” im Auswärtigen Amt, zu sein. Die Behörde, die 2020 den Vorsitz der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) inne hat. Und eben diese IHRA ist es, welche die international renommierteste Antisemitismus-Definition geschaffen hat. Diese Definition wurde von über 40 Regierungen – auch der deutschen – bereits angenommen. Die Motivationslage des BDS ist, gemäß den in der Definition genannten Kriterien zur Erkennung von Antisemitismus, in weiten Teilen antisemitisch. Doch anstatt, dass das Auswärtige Amt, während seiner Zeit als Vorsitzende der IHRA, deren eigene Antisemitismus-Definition stützt und verbreitet, glänzt die zuständige Abteilung durch völlige Unsichtbarkeit. Nur Herr Görgen ist aktiv und stellt sich offenbar der Beschlusslage des Bundestags und der Bundesregierung entgegen.

Wir begrüßen die Standhaftigkeit der Bundesregierung, den Anti-BDS-Beschluss des Bundestags zu respektieren und daran festzuhalten. Wir fordern die UnterzeichnerInnen daher auf, ihre Positionierung zu überdenken und sich intensiv mit der Geschichte, den Mitteln und Zielen der BDS-Kampagne auseinanderzusetzen. Wir sind uns sicher, dass danach einige, denen wir im Zweifel gute Absichten unterstellen, ihre Mitzeichnung zurückziehen werden.

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[1] https://uni-bielefeld.de/ikg/daten/JuPe_Bericht_April2017.pdf

Aktivitäten

Pressemitteilung: WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen empfiehlt Formulierung für Artikel 3

Grundgesetz-Änderung: wenn schon, dann richtig!

Nach dem Bundesrat diskutiert diese Woche das Kabinett über eine mögliche Änderung des Grundgesetzes. Unter anderem soll der Begriff „Rasse“ gestrichen werden – bei der Ersatzformulierung sollte man jedoch mit Bedacht vorgehen.

Wir begrüßen diese Initiative der Bundesländer Hamburg und Thüringen und empfehlen, deren Impuls aufzunehmen und einen Schritt weiter zu tragen. So schlagen wir vor, den von den beiden Bundesländern vorgeschlagenen Formulierungsvorschlag „rassistische Motive“, weiterzuentwickeln und zu schreiben, dass „rassistische oder antisemitische Zuschreibungen“ nicht zu Benachteiligungen führen dürfen.

Diese Formulierung würde den Schutzgrad des Artikel 3 GG erhöhen bzw. auch präzisieren. Die derzeit beabsichtigte Formulierung entspricht nicht der von Juden und Jüdinnen wahrgenommenen Situation.

Wir Jüdinnen und Juden sind in der Regel weniger dem Hass von „reinen“ Rassisten ausgesetzt. Wir werden Opfer von Antisemiten, von Judenhassern. Diese haben meist ein in sich abgeschlossenes judenfeindliches Weltbild, in dem Verschwörungsmythen, politische, historische und alle denkbaren anderen Gründe angeführt werden, um uns abzulehnen und oftmals in Folge sogar zu bekämpfen.

Dieser Gemengelage würde am besten durch die Formulierung der „rassistischen oder antisemitischen Zuschreibungen“, welche bereits ähnlich im Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz zu finden ist, entsprochen.

Elio Adler, der Vorsitzende der WerteInitiative dazu: „Antisemiten bauen ihr gesamtes Weltbild darauf auf, Jüdinnen und Juden bestimmte Eigenschaften anzudichten, die ihren Hass auf uns legitimieren. Gerade dieses Gerüchthafte und von der Realität Befreite kommt mit der Formulierung ‚Zuschreibungen‘ ideal zum Ausdruck. Sie wäre fachlich und politisch richtig und wegweisend.“

Antisemitismus ist eben kein Rassismus, und viel mehr als Hass gegen unsere Religion, unseren Glauben oder unsere Herkunft. Es ist ein über die Jahrhunderte erlerntes „Gerücht über die Juden“. Diesem gilt es entgegenzutreten. Deshalb halten wir unsere geforderte Ergänzung für mehr als ein rein politisches Symbol, wobei auch allein das seine Berechtigung hätte: es wäre eine Formulierung, die dem Stand der Antisemitismus-Forschung entspricht und unserer realen Erfahrung entspricht.

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Außerdem weisen wir auf die „Grundsatzerklärung Antisemitismus“ aus dem Jahre 2018 hin: https://werteinitiative.de/grundsatzerklaerung-antisemitismus/. Sie wurde von uns mit einer Fachorganisation zusammen herausgegeben, von vielen relevanten jüdischen Organisationen und politischen Akteuren unterzeichnet und fand, wie man weiter unten auf der Webseite sehen kann, viele Unterstützer. Punkt 4 darin unterstreicht unsere Argumentation.

Aktivitäten

Kommentar in “Die Welt” zu Islamismus

Kommentar unseres Vorsitzenden, Dr. Elio Adler, zum Politischen Islam und zum Umgang mit Islamismus in der Gesellschaft:

 

“Der Begriff „Politischer Islam“ meint jedoch etwas komplett anderes: Er zielt auf Islamisten ab, die den säkularen Staat und die freiheitlich-demokratische Gesellschaft zugunsten eines fundamental-islamischen Gesellschaftssystems abschaffen wollen. Dies kann durchaus mit legalistisch-politischen Mitteln geschehen.
Trotzdem sollte den Akteuren wachsam begegnet werden. Denn so wie ein Zusammenhang zwischen rechtsextremen Anschlägen und rechten Stimmungsmachern in der Gesamtgesellschaft besteht, verhält es sich beim Islamismus ähnlich: Wer erfolgreich gegen Islamismus vorgehen möchte, muss beim Politischen Islam beginnen.”

 

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article220543448/Elio-Adler-Deutsche-Politik-muss-sich-vom-Politischen-Islam-abgrenzen.html 

Veranstaltungen WI in der Diskussion

Werte(Initiative) in der Diskussion: Alles für Allah: Wie der Politische Islam unsere Gesellschaft verändert.

Alles für Allah: Wie der Politische Islam unsere Gesellschaft verändert.

Buchpräsentation und Gespräch mit Heiko Heinisch und Nina Scholz

 

Wann: Donnerstag, 3. Dezember 2020, 19:30 Uhr
Wo: Online-Stream via Facebook

Paris, Nizza, Lyon, Dresden und Wien. Dies sind nur die letzten Orte islamistischer Anschläge in Europa und die extremsten Ausprägungsformen des Islamismus. Doch Islamismus beginnt nicht erst bei Dschihadismus. Islamisten richten sich gegen die Errungenschaften unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und legitimieren ihre Haltung durch Bezugnahme auf den Islam. Sie lehnen grundgesetzliche Werte, wie das Prinzip der Säkularität, der Gleichberechtigung, der Religionsfreiheit und der sexuellen Selbstbestimmung ab.

Radikale islamistische Strömungen sind still und heimlich gewachsen. Dabei ist Antisemitismus ein zentrales Merkmal ihrer Ideologie.

Die beiden Wiener Islamismus-ExpertInnen Heiko Heinisch und Nina Scholz setzen sich mit den Gefahren dieser Entwicklung für unsere liberale Gesellschaft auseinander. Sie werfen einen kritischen Blick auf die Rolle der islamistischen Organisationen, problematische Haltungen in vielen muslimischen Familien, aber auch die Instrumentalisierung des Sündenbocks Muslime durch rechtspopulistische Bewegungen.

Gemeinsam mit den beiden wollen wir die Auswirkungen der terroristischen Anschläge, die Rolle des legalistischen Islamismus und mögliche Gegenhandlungsstrategien aus Politik und Zivilgesellschaft im Umgang mit IslamistInnen diskutieren.

Heiko Heinisch ist Historiker und Autor. Der Themenbereich, in dem er publiziert, erstreckt sich von Antisemitismus, nationalsozialistischer Judenverfolgung bis hin zu Menschenrechten, Integration und Islam.

Nina Scholz ist Politikwissenschaftlerin und Autorin. Sie forscht und publiziert zu den Themen Nationalsozialismus, Antisemitismus und Islam und Menschenrechte.Moderiert wird das Gespräch von Elio Adler.

Aktivitäten

Treffen mit Konstantin Kuhle, Innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der FDP

Unser Treffen mit dem innenpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, fand ganz im Zeichen des islamistischen Anschlags vom Vorabend in Wien statt. So haben wir die Gelegenheit genutzt, Herrn Kuhle, unsere Positionspapiere zu den Themen Islamismus und Rechtsextremismus zu übergeben.

Insbesondere beim Islamismus waren wir uns einig, dass es vielen schwer fällt die Grenze zu ziehen: Bis wohin reicht Toleranz und Akzeptanz politisch-religiöser Haltungen und wo beginnt eine inakzeptable Grundgesetz-Feindlichkeit. Wir sprachen außerdem darüber, dass in der Prävention und Repression von Extremismus staatliche Präsenz notwendig ist. Einerseits um Bildungs- und Deradikalisierungsangebote zu schaffen, andererseits, um dort wo nötig, Repression anzuwenden. Die richtige Balance aus diesen beiden Elementen zu finden, ist eine große Herausforderung.

Wir waren uns einig, wie wichtig es ist, die Symbolkraft von Bildern zu berücksichtigen. Welche politischen Akteure wertet man durch Sichtbarkeit auf und welche eher nicht? Das trifft auf den Umgang mit Islamisten ebenso zu wie auf andere ExtremistInnen. Das Gespräch war so angenehm, dass wir am Ende leider vergessen haben ein gemeinsames Foto zu machen. Statt zwei Gesichtern mit Maske, daher nur eines von Herrn Kuhle. Vielen Dank.

Veranstaltungen WI in der Diskussion

Werte(Initiative) in der Diskussion: Die Israel-Boykottbewegung. Alter Hass in neuem Gewand.

Die Israel-Boykottbewegung. Alter Hass in neuem Gewand.

Buchpräsentation von Alex Feuerherdt und Florian Markl

 

Wann: Mittwoch, 18. November 2020, 19:00 Uhr
Wo: Online-Stream via Facebook

Seit Jahren sorgt die BDS-Bewegung in Deutschland und international für Aufsehen. Unterstützt von prominenten Personen, fordert die Bewegung einen totalen Boykott Israels. Im Zusammenhang mit BDS kam es zu zahlreichen antisemitischen Vorfällen – Jüdinnen und Juden nehmen dies mit größter Sorge zur Kenntnis.

2019 hat der Deutsche Bundestag die Resolution „BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ verabschiedet. In diesem Beschluss wurden Boykottaufrufe gegen den jüdischen Staat als antisemitisch verurteilt.

Doch die Kampagne geht weiter. Weltweit werden Jüdinnen und Juden von der Kampagne unter Druck gesetzt. Vereinzelt erfährt die Kampagne Unterstützung aus der Zivilgesellschaft. Doch wer steckt hinter diesen Aufrufen? Und was ist der Kern dieser Kampagne?
Die aktuelle Israel-Boykottbewegung behauptet, 2005 als Reaktion auf einen Aufruf der „palästinensischen Zivilgesellschaft“ entstanden zu sein, lediglich für die Einhaltung von Menschenrechten einzutreten und nicht antisemitisch zu sein. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die Bewegung vernebelt durch die Berufung auf die Zivilgesellschaft ihre tatsächlichen Wurzeln. Es geht ihr nicht um die Rechte der Palästinenser, sondern um die Dämonisierung und Delegitimierung Israels. Sie vertritt alten Hass in neuem Gewand. In ihrer Propaganda wird Israel auf grotesk verzerrte Art und Weise diffamiert, ausgesondert und nicht nach den gleichen Maßstäben behandelt wie alle anderen Länder der Welt. Hieß es früher „Kauft nicht bei Juden!“, so lautet die Parole heute: „Boykottiert Israel!“

Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball und schreibt regelmäßig unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, die Jungle World und Konkret. Außerdem ist er der Betreiber des Blogs Lizas Welt. Gemeinsam mit Florian Markl hat Feuerherdt bereits 2018 ein Buch im Verlag Hentrich & Hentrich veröffentlicht: „Vereinte Nationen gegen Israel – Wie die Uno den jüdischen Staat delegitimiert“.

Florian Markl ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter des Nahost-Thinktanks Mena-Watch in Wien. Zuvor war er Archivar und Historiker beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Beiträge von ihm sind u.a. den Zeitungen „Die Presse“ und „Der Standard“ und der Zeitschrift „konkret“ erschienen.

Moderiert wird das Gespräch von Elio Adler.

Die Veranstaltung findet online statt und wird auf Facebook gestreamt. Hier können auch Fragen an die beiden ExpertInnen gestellt werden: https://www.facebook.com/events/694850797821068

Der Stream wird direkt auf unserer Facebook-Seite zu sehen sein: https://www.facebook.com/WerteInitiative

Die Veranstaltung wird gefördert durch die „Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus“ der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Aktivitäten

Treffen mit Dr. Even, Vizepräsident des Militärischen Abschirmdienstes (MAD)

Hoher Besuch in unserer Geschäftsstelle: Der Vizepräsident des Militärischen Abschirmdienstes (MAD), Herr Dr. Even, traf sich mit unserem Vorsitzenden. Der MAD ist einer der drei deutschen Nachrichtendienste auf Bundesebene und nimmt die Aufgaben einer Verfassungsschutzbehörde des Bundes wahr. Er ist der Geheimdienst der Bundeswehr und als solcher sowohl dafür zuständig, die Bundeswehr vor Spionage zu schützen als auch, sich innerhalb der Bundeswehr grundgesetz-feindlichen Aktivitäten entgegenzustellen. In letzter Zeit brachte die öffentliche Diskussion um eine Reihe rechtsextremer Fälle, unter anderem in einer Spezialeinheit der Bundeswehr, die Bundeswehr leider in Negativ-Schlagzeilen. Diese Fälle werden nun aufgearbeitet. Herr Even berichtete in unserem Gespräch, dass etwa 80% der Hinweise, die der MAD erhält, aus den Reihen der Bundeswehr selber stammen. Wir waren uns einig, dass dies ein gutes Zeichen für die Gesinnung des Gros der Truppe ist und dass man keinesfalls aus den rechtsextremen und vereinzelten  islamistischen Fällen einen Generalverdacht gegen die Bundeswehr ableiten könne. Für unseren Vorsitzenden war wichtig, die enge Verbindung von antisemitischen Einstellungen und Demokratiefeindlichkeit zu betonen, die Herr Even auch in einer Reihe von Fällen selbst erlebt hat.

Unser Eindruck hat sich verfestigt: Die Nachrichtendienste sind sich nicht nur ihrer hohen Bedeutung für den Schutz unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft bewusst, sie tun auch viel dafür. Und sie sind stetig bemüht, die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern. Dazu gehört es auch, über Fehler zu sprechen sowie ihre Grenzen zu kennen.  Vielen Dank für Ihren Besuch und das angenehme, interessante Gespräch.

360° Veranstaltungen

Diskussionsreihe 360°: “Islamismus”

Es diskutieren:

  • Naïla Chikhi (Kulturwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin)
  • Michael Fischer (Leiter Verfassungsschutz Berlin)
  • Heiko Heinisch (Historiker und Islamismusexperte)
  • Benjamin Strasser (MdB / FDP Fraktion Bundestag / Untersuchungsausschuss Terroranschlag Breitscheidplatz)
  • Christoph de Vries (MdB / CDU/CSU-Bundestagsfraktion / Ausschuss für Inneres und Heimat)

Im Vorfeld haben wir auch Fragen von unseren Mitgliedern, Freunden und Followern gesammelt, die wir dem Moderator im Vorfeld haben zukommen lassen.

Moderation: Björn Stritzel, Journalist

Die Veranstaltung wurde am 9. September 2020 aufgezeichnet. Sie fand in Kooperation mit der “Initiative Säkularer Islam” statt.

Hier die gesamte Diskussion:

Nicht erst seit dem versuchten Anschlag auf die Synagoge in Halle fühlen sich Jüdinnen und Juden in Deutschland zunehmend unsicher. Deutschland verändert sich. Von verschiedenen Seiten versuchen radikale Kräfte, die Gesellschaft zu spalten. Die Zahl der antisemitischen Straftaten steigt kontinuierlich.
Die WerteInitiative veranstaltet aus diesem Grund eine Diskussionsreihe zu den Themen Rechtsextremismus, Islamismus und Linksextremismus. Im Gespräch mit hochkarätigen Gästen und Spezialisten suchen wir nach konkreten Antworten. Am 9. September 2020 fand die 2. Veranstaltung der Trilogie statt. Diesmal zum Thema Islamismus.

ExpertInnen warnen schon seit Jahren vor einer Radikalisierung in einigen Moscheen in Deutschland. Über das Problem der Rekrutierung für den salafistischen Terrorismus und seine Folgen ist sich die Gesellschaft weitgehend einig. Doch wie steht es um andere große islamistische Bewegungen und legalistische Vereinigungen in Deutschland? Wir umgehen mit deren mitunter verdeckt-freiheitsfeindlichen Agenda? Und wie sieht der effektive Schutz gegen diese Gefahren aus? Daher wollen wir über Islamismus – nicht über den Islam – diskutieren.

Die Veranstaltung wurde aus Gründen der Corona-Pandemie leider vor einem sehr kleinen live-Publikum aufgezeichnet und steht nun online zur Verfügung.

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Hier der Link zu den anderen 2 Teilen der Trilogie:

Rechtsextremismus

Linksextremismus