Aktivitäten

Preisverleihung an Karikaturisten Hanitzsch

Mit dem Ernst-Hoferichter-Preis soll am 24.01.2019 der Karikaturist Dieter Hanitzsch für sein Lebenswerk geehrt werden. Die Stadt München kuratiert den Preis, Münchens ehemaliger Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wird die Laudatio halten, der amtierende Münchner Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers ist Vorsitzender des Stiftungsbeirats, der Hanitzsch den Preis verleiht.

Dieser Umstand beunruhigt und besorgt uns in höchstem Maße. Denn Dieter Hanitzsch zeichnete eine Karikatur, welche am 15. Mai 2018 in der Süddeutschen Zeitung abgedruckt wurde, die sich unsensibel antisemitischer Stereotype bedient und zeigte bis heute keine Einsicht für die Problematik oder die Bedenken von jüdischer Seite.

Elio Adler, der Vorsitzende der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen dazu: „Dass Herr Hanitzsch nun geehrt werden soll, ist reichlich irritierend. In jedem Fall müssen die Werke, die antisemitische Stereotype aufgreifen, bei der Vergabe der Auszeichnung, deutlich zur Sprache kommen.“
Noch irritierender als die Vergabe der Auszeichnung an Hanitzsch findet Adler aber den Ton, in dem der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt München, Christian Ude, von den Kritikern der Vergabe dieser Auszeichnung spricht. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte Ude am 10.01.2019, dass „eine kleine Gruppe“ versuche mit einer „straff organisierten Protestaktion Druck auf die Politik auszuüben“. Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, sei „eine Getriebene dieser Gruppe“.

Selbst wenn die Initiative des Protestes von einer kleinen zivilgesellschaftlichen Gruppe ausging, spricht es für sich, wenn sich weitere Menschen dem anschließen, weil sie sich in der Perpetuierung ihrer Verletzung bestätigt sehen. Von einem „Empörungsritual“, welches Ude hinter dem Protest vermutet, kann keine Rede sein. Außerdem fragt Adler: „Entscheidet die Größe einer Gruppe darüber, wie valide deren Anliegen sind?“ Adler weiter: „Und über unser Ehrenmitglied, Frau Dr. Knobloch, behauptet Herr Ude: ‚Sie kann sich dem nicht entziehen, wenn sie ihre Gemeinschaft zusammenhalten will.‘  Meint Herr Ude damit, dass die ‚Gemeinschaft‘ von Frau Dr. Knobloch für kontroverse Positionen nicht stabil genug wäre? Seine Aussage wirkt so, als würde er Frau Dr. Knobloch ihre eigene Meinung und Überzeugung absprechen. Schon bei Erscheinen der Karikatur in 2018 sagte sie nämlich, sie sei ‚zutiefst entsetzt und auch verletzt‘, so wie sie dächten und fühlten ‚die meisten Juden in Deutschland‘. Also das genaue Gegenteil von einem kleinen Kreis, den sie vermeintlich zusammenhalten müsse.“

Auf die von Herrn Ude gezogene Analogie zwischen Netanjahu und Erdogan (‚der Karikaturist kann sich auch nicht jedem Rassismus-Vorwurf beugen, wenn er Erdogan kritisch zeichnet‘) betont Adler: „Auch ein ehemaliger Bürgermeister sollte sich seiner Verantwortung weiterhin bewusst sein: Antisemitismus ist keine Unterform von Rassismus und der Erdogan-Vergleich hinkt derart, dass er schlichtweg nicht taugt.“

Aktivitäten

Treffen mit MdB Prof. Dr. Heribert Hirte (CDU)

In unserem heutigen Treffen mit Prof. Heribert Hirte ging es um ein breites Themenspektrum. Wir sprachen über die Notwendigkeit  und Möglichkeiten, die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich 70 Jahre Grundgesetz mit Leben zu füllen. Ein “Bauchgefühl für den Wert der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung” ist ein idealer Schutz gegen radikales Gedankengut.

Prof. Hirte ist der Vorsitzende des Stephanuskreises. Der Stephanuskreis ist ein überkonfessionelles Gesprächsforum der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das für Toleranz und Religionsfreiheit eintritt und sich um die Situation verfolgter Christen in aller Welt kümmert. Entsprechend liegt das grundgesetzlich geregelte, besondere Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland dem Juristen besonders am Herzen: Es ist religionsoffen und unterscheidet Deutschland von anderen qua Verfassung säkularen oder laizistischen Staaten. In diesem Sinne werden wir unseren gemeinsamen Austausch fortsetzen.

Aktivitäten

Möglicher Bielefelder Islamist erhielt Integrationspreis

Wir haben uns am 21.12.2018 in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld, Herrn Pit Clausen, und die Stockmeyer-Stiftung gewandt:

21.12.2018: Unser Anschreiben an den Oberbürgermeister

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Clausen,
sehr geehrte Damen und Herren,

man kann es sich kaum ausdenken: der Vorsitzende der Bielefelder Merkez Cami-i / Zentral Moschee (DITIB), Herr Adil Önder, posierte am Denkmal für Alparslan Türkes (Belege s.u.). Dieser ist der Gründer der Grauen Wölfe, war ein Hitler-Verehrer, Antisemit und neofaschistischer Nationalist.
Und was passiert 2 Monate später? Herr Önder bekommt den Integrationspreis der Stadt Bielefeld. Vordergründig ein Grund zur Gratulation. Doch wofür steht der Preisträger eigentlich hinter der Fassade? Nach kurzer Recherche: Wir sind entsetzt!

Haben sich die Verantwortlichen von einem möglicherweise legalistischen Islamisten täuschen lassen? Diese kommen harmlos daher, verfolgen aber ihre klare, religiös-politische Agenda.

(c) Facebook-Seite Adil Önder

Belege:
Moschee & Adil Önder
Posing-Bild
Alparslan Türkes
Integrationspreis

War Ihnen das bekannt?

Wenn ja: wie konnten Sie das als offenbar von nachrangiger Bedeutung werten?
Wenn nein: Werden Sie ihm nun den Preis aberkennen?

Auch im Fall der Gedenkfeier am Breitscheidplatz 2016 hatten wir unter großem Presseecho darauf hingewiesen: der beim Gedenkgottesdienst auftretende Imam hätte (nach kurzer Hintergrundrecherche) aufgrund seiner  mit der FDGO im Widerspruch stehenden Aktivitäten oder Haltungen nicht eingeladen werden dürfen.
Es ist unseres Erachtens nach staatliche Aufgabe, die Elemente einer Gesellschaft zu stärken, welche sich nicht nur klar zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen, sondern diese auch leben. Herr Önder gehört u.E. nicht dazu.

Unser Hintergrund:
Die WerteInitiative hat sich als zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland seit 2014
etabliert. Sie ist ein gemeinnütziger Verein.
Wir setzen uns für die Stärkung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aus
jüdischer Perspektive ein. Dies tun wir, indem wir den wertebasierten politischen, gesellschaftlichen
und medialen Diskurs, das bürgerschaftlich-jüdische Engagement in Deutschland und das deutsch-israelische Verhältnis fördern. Wir sind in Social Media aktiv, führen Hintergrundgespräche und veranstalten Diskussionsrunden wie auch politische Salons.

Wir weisen darauf hin, dass wir dieses Anschreiben und Ihre Antwort – wenn Sie es uns nicht anders auferlegen – öffentlich kommunizieren werden. Persönliche Kontaktdaten und Unterschriften würden dabei unkenntlich gemacht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Elio Adler
Vorstandsvorsitzender

08.01.2019: Die 1. Antwort des Oberbürgermeisters

Hier die u.E. unbefriedigende Antwort von Bürgermeister Clausen, auf die wir reagieren werden:
__________________________________
Sehr geehrter Dr. Adler,

Ihren offenen Brief vom 21.12.2018 habe ich erhalten.

Ich bin der Schirmherr des Integrationspreises, nicht Jurymitglied.

Mit der Auszeichnung wird gewürdigt, wenn sich Menschen besonders engagiert, innovativ und vorbildlich für die Integration der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Bielefeld einsetzen. Diese Voraussetzung hat die Jury als erfüllt angesehen.

Persönlich kenne ich Herrn Önder aus mehreren Begegnungen seit einigen Jahren. Er hat immer betont, parteiübergreifend engagiert zu sein. Anhaltspunkte für eine radikale demokratiefeindliche Gesinnung habe ich nie erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Pit Clausen
(Oberbürgermeister)

10.01.2019: Unsere Reaktion auf die 1. Antwort des Oberbürgermeisters

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Clausen,

Ihre Nachricht vom 08.01.2019 haben wir erhalten.

Leider gehen Sie in Ihrer Antwort, aus unserer Sicht, nicht ausreichend auf unsere Bedenken ein, daher schreiben wir Ihnen heute noch einmal.

Als Schirmherr haben Sie eine besondere Verantwortung für den Integrationspreis Ihrer Stadt und können auf die Jury einwirken, sollten Sie es für notwendig halten. Aus Ihrer Nachricht geht hervor, dass Sie an der Verleihung des Integrationspreises an Herrn Adil Önder auch aus heutiger Sicht nichts auszusetzen haben.

Sie bemerken in Ihrem Schreiben, dass Herr Önder betont, parteiübergreifend engagiert zu sein und dass Sie keine Anhaltspunkte für radikale Ansichten des Herrn Önder erkennen können. Wir möchten dazu erneut Stellung beziehen: Jemand, der einen Nationalisten, Antisemiten und Hitler-Verehrer bewundert, darf nicht hofiert und schon gar nicht mit einem Preis bedacht werden. Unabhängig seines jeweiligen Hintergrundes.

In diesem Zusammenhang fragen wir Sie:

Wie stehen Sie dazu, dass Herr Önder sich am Denkmal des Gründers der rechtsextremen Organisation „Graue Wölfe“, Alparslan Türkeş, ablichten lässt? Inwiefern passt dies zu den Werten, für die der Integrationspreis steht? Herr Önder hat bisher öffentlich erklärt, das Posten des Fotos sei ein Fehler gewesen. Auch diese Erklärung ist unbefriedigend. Wenn, dann ist es ein Fehler gewesen, sich überhaupt am Grab des Extremisten Türkeş posierend, fotografieren zu lassen.

Wie stehen Sie dazu, dass sich Herr Önder im Interview, anlässlich der Preisverleihung, symbolträchtig zwischen zwei Flaggen der Türkei gesetzt (https://www.nrwision.de/mediathek/bielefelder-integrationspreis-2018-preisverleihung-181211/ ab Minute 10:30) und von dort aus sein Statement abgegeben hat? Für jemanden, der gerade den Integrationspreis einer deutschen Stadt erhalten hat und verbal die Trennung von Politik und Religion propagiert, eine recht fragwürdige Präsentation.

Die Moschee, die Herr Önder als Vorsitzender vertritt – die DİTİB Bielefeld Merkez Cami-i / Zentral Moschee Bielefeld – ist Teil der DİTİB. Diese hat in ihrem, erst in der letzten Woche neu gewählten, Vorstand Vertreter der Diyanet, der türkischen Religionsbehörde (https://www.tagesschau.de/inland/ditib-143.html). Dass der türkische Staat, über die türkische staatliche Religionsbehörde Diyanet, Einfluss auf diese Moschee ausübt – entspricht das Ihrem Verständnis einer Vorbildfunktion zur Integration?

Für unseren Brief gelten hinsichtlich der öffentlichen Kommunikation dieselben Angaben, wie in unserem ersten Anschreiben.

Wir sehen Ihrer zeitnahen Antwort entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Elio Adler
Vorsitzender der WerteInitaitive

11.01.2019: Herr Clausens Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Adler

Als Schirmherr des Integrationspreises hatte ich keinen Einfluss auf die Auswahl der Preisträger/innen. Ich bin Herrn Önder einige Male begegnet, politische Diskussionen habe ich mit ihm nicht geführt. Genau dies habe ich in meinem Brief an die WerteInitiative beschrieben. Ich habe mich nicht „hinter“ Herrn Önder gestellt oder ihn verteidigt – dies ist eine Interpretation der Medien, die durch den Wortlaut meiner Erklärung nicht gedeckt ist.

Ich habe zur Kenntnis genommen, dass Herr Önder sich für das Foto am Grabmal von Alparslan Türkes entschuldigt hat. Die Herkunft und politische Gesinnung von „Facebookfreunden“ ist für mich nicht augenscheinlich ein politisches Statement, ebensowenig ein „Like“ auf bestimmten Seiten.

Die Entscheidung der Jury zu dem Einsatz für die Stadtgesellschaft von Herrn Önder habe ich nicht zu bewerten. Das ist auch nicht meine Rolle als Schirmherr.

Daher bitte ich um Verständnis, dass ich mich nicht weiter öffentlich zu Herrn Önder äußern werde.

Mit freundlichen Grüßen

Pit Clausen

Aktivitäten

Pressemitteilung: Antisemitische Bücher auf Buchmesse

Wie die gestrige „Lokalzeit aus Duisburg“ (ab ca. 3:15 Min.) des WDR berichtete, wurden auf der türkischsprachigen „Astec Buch- und Kulturmesse“ antisemitische Bücher angeboten. Die Messe fand vom 27.12.2018 bis 06.01.2019 auf dem Messegelände in Rheinberg statt. Dabei fanden sich antisemitische Bücher wie „Der internationale Jude“ des bekannten Antisemiten Henry Ford und aus dem ataç-Verlag das Buch „Höhere Intelligenz – Kaltherzige Weltordnung“ des Autors Ismail Tokalak, dessen Cover in der Anlage zu finden ist.

“Der internationale Jude” von Henry Ford.
Foto:  Burak Yilmaz (c)

“Höhere Intelligenz – Kaltherzige Weltordnung von Ismail Tokalak
Foto:  Burak Yilmaz (c)

Uns macht das in höchstem Maße besorgt und fassungslos, dass solche Schriften in Deutschland völlig unbehelligt verkauft werden können. Antisemitismus ist ein brandgefährliches Weltbild, dessen Verbreitung nicht nur die Sicherheit von Juden in Deutschland gefährdet.

Elio Adler, Vorsitzender der WerteInitiative jüdisch-deutsche Positionen dazu: „Was ist Volksverhetzung, wenn nicht sowas? Antisemiten hassen nicht nur uns Jüdinnen und Juden. Gerade das Cover, welches Juden als Marionettenspieler zeigt, bedient das krude Weltbild aller Verschwörungstheoretiker. Wer ein solches Weltbild hat, ist ein Feind der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, denn mit diesem werden dem Individuum Eigenverantwortung, Entscheidungsfreiheit und Gestaltungsmöglichkeit abgesprochen.“

Wenn es Mechanismen der Veranstalter gegeben haben soll, die das Verbreiten antisemitischer Machwerke hätten verhindern sollen, dann sind sie eindeutig gescheitert. Wenn es sie nicht gab, stellt sich die Frage, weshalb der Veranstalter auf Hass-Texte keinen Fokus hatte. Entweder, weil man erahnt hat, dass solche Schriften auf der Messe angeboten würden oder weil den Veranstaltern das Thema mindestens egal ist – beides wäre deutlich zu verurteilen und zu sanktionieren.

Hier ist nun ein entschiedenes Vorgehen der Ermittlungsbehörden gefragt, um den Fall aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Appelle der Politik, der Exekutive und Judikative, Antisemitismus nicht dulden zu wollen, müssen in diesem Fall gelten und die entsprechenden Konsequenzen haben.

 

Quelle:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duisburg/video-lokalzeit-aus-duisburg-2166.html ab Minute 3:15

Aktivitäten

ZDF Jahresrückblick 2018 – “Israel: Es kann nur besser werden.” Auch beim ZDF.

24.12.2018

Sehr geehrter Herr Dr. Bellut,                                                                                              Berlin, 24.12.2018
sehr geehrter Herr Dr. Frey,

mit einigem Unverständnis haben wir, die Mitglieder der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V., den ZDF-Jahresrückblick Israel gelesen:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/jahresrueckblich-israel-es-kann-nur-besser-werden-102.html

Das Stück enthält aus unserer Sicht einige Fehlinformationen und fragwürdige Einschätzungen. Wir bitten Sie, den Text vom Internetauftritt des ZDF nehmen zu lassen und uns zu erklären, wie er offensichtlich unredigiert ins Programm genommen werden konnte.

Zu den inhaltlichen Fehlern:

  1. “Zivilgesellschaftliche Gruppen” rufen im März zu “friedlichen Demonstrationen” auf: Anders als in Deutschland oder in Israel ist zivilgesellschaftlichen Gruppen in Gaza eine Meinungsäußerung ohne ausdrückliche Förderung und Unterstützung der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad nicht möglich. Zu unterstellen, eine Art Friedensbewegung habe sich in Gaza in Richtung Grenze in Bewegung gesetzt, halten wir für naiv, wenn nicht sogar bewusst irreführend. Unerwähnt bleiben außerdem brennende Drachen und Ballons, die nach Israel geschickt wurden und dort beträchtlichen Schaden anrichteten, sowie hunderte Raketen, die auf Siedlungen in Israel abgeschossen wurden.
  2. Die Hamas als “Palästinenser-Organisation” zu bezeichnen, entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Die Hamas geht mordend gegen Widersacher in der eigenen Bevölkerung vor, missachtet jegliche Grundsätze freier Meinungsbildung und hat sich die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben.
  3. “Als sich das Jahr dem Ende neigt, erschüttern erneut Anschläge von Palästinensern auf jüdische Siedler und Soldaten die Region”: Gemeint sind vermutlich Kim Levengrond und Ziv Hagbi, die ermordet wurden. Es handelt sich bei ihnen allerdings weder um Siedler noch um Soldaten.
  4. Ihre Korrespondentin führt den Einfluss der USA auf die Politik im Mittleren Osten auf und kritisiert ihn. Verschwiegen wird allerdings der Einfluss des Iran, vor allem die Unterstützung Teherans für die Hisbollah. Mit keinem Wort werden etwa die vier  Hisbollah-Terrortunnel erwähnt, die vom Libanon in Richtung Israel gegraben wurden, mit dem Ziel, Terrorkommandos nach Israel zu schmuggeln. Warum diese Einseitigkeit?
  5. Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels steht lt. Angaben Ihrer Korrespondentin für einen “Wandel der US-Nahost-Politik”: Allerdings stellte bereits der frühere US-Präsident Barack Obama fest, “Jerusalem will remain the capital of Israel, and it must remain undivided. I have no illusions that this will be easy.” Beachten Sie bitte, dass die US-Botschaft nach Westjerusalem verlegt wurde, wo auch die Knesset ihren Sitz hat. Sollte das ZDF die Auffassung vertreten, Westjerusalem gehöre nicht zu Israel, dürfe dort mithin keine Behörden unterhalten, könnten wir die Haltung Ihres Hauses nicht anders als antiisraelisch bezeichnen.

Meinungsbeiträge wie dieser dienen aus unserer Sicht nicht zur qualifizierten Auseinandersetzung mit dem Geschehen im Mittleren Osten in Deutschland. Wir sind überzeugt, dass sich auch in elektronischen Medien gebotenen Kürze sachlicher und informativer berichten lässt.

Zur WerteInitiative:
Die WerteInitiative hat sich als zivilgesellschaftliche jüdische Stimme in Deutschland seit 2014 etabliert. Sie ist ein gemeinnütziger Verein. Wir setzen uns für die Stärkung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aus jüdischen Perspektiven ein. Dies tun wir, indem wir den wertebasierten politischen, gesellschaftlichen und medialen Diskurs, das bürgerschaftlich-jüdische Engagement in Deutschland und das deutsch-israelische Verhältnis fördern. Wir sind in Social Media aktiv, führen Hintergrundgespräche und veranstalten Diskussionsrunden wie auch politische Salons.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Elio Adler
Vorstandsvorsitzender

27.12.2018

Sehr geehrter Herr Dr. Adler,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 24. Dezember, in dem Sie den Jahresrückblick unserer Nahost-Korrespondentin Nicola Albrecht ansprechen. Ihre Nachricht wurde zuständigkeitshalber an mich weitergeleitet. Gerne möchte ich Ihnen hiermit antworten.

Lassen Sie mich vorausschicken, dass wir es als öffentlich-rechtlicher Sender als unsere vorderste journalistische Aufgabe ansehen, uns objektiv und kritisch mit Themen auseinander zu setzen. Es ist unser Anspruch, in unseren Sendungen, online und in den sozialen Medien ausgewogen und wahrheitsgetreu zu berichten.

Unsere Korrespondentin hat in dem angesprochenen Artikel einen kurzen Überblick über wichtige Ereignisse gegeben, die sich in Israel und den Palästinensischen Gebieten im Jahr 2018 zugetragen haben. Sie kritisieren „einseitige Fehlinformationen“ und „fragwürdige Einschätzungen“ in dem Text. Ich bedauere, dass Sie diesen Eindruck hatten. Zu Ihren Kritikpunkten:

Sie sprechen die Demonstrationen in Gaza an und kritisieren, dass eine Unterstützung durch die Hamas nicht ausreichend erwähnt würde. Der sogenannte „Great March of Return“ ist keine „Erfindung der Hamas“: Die Protestbewegung wurde ursprünglich von einem palästinensischen Professor initiiert, der zu einem friedlichen Marsch aufgerufen hatte, um auf das Schicksal der Palästinenser aufmerksam zu machen. Er distanzierte sich später davon, als die Hamas die Proteste übernahm. Nicola Albrecht ist während dieser Zeit vor Ort gewesen und hat mehrfach über die Proteste und ihre Folgen auf beiden Seiten des Zauns berichtet, inklusive der von Ihnen beschriebenen Brandballons und des Raketenbeschusses. Seit 2010 reist sie regelmäßig in den Gazastreifen und kennt die Machtstrukturen vor Ort.

Ihre Kritik bezüglich der Anschläge, die Sie in Ihrem Schreiben ansprechen, habe ich an unsere Korrespondentin weitergeleitet, deren Einschätzung sich folgendermaßen darstellt:

Die Anschläge fanden im Dezember im von Israel besetzten Westjordanland statt, nahe der Siedlung Ofra und Givat Assaf. Ich bezog mich nicht auf den Anschlag in Barkan im Oktober. Den Ort oder Kontext eines Attentats zu nennen impliziert keine Rechtfertigung der Gewalt, sondern hilft bei der Einordnung der Geschehnisse.

Außerdem sprechen Sie die offizielle Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die US-Regierung und die Verlegung der Botschaft an. Die Verlegung gilt als hochumstritten, auch weil in früheren Vereinbarungen festgelegt worden war, dass die Jerusalem-Frage am Ende von Friedensverhandlungen bilateral zwischen Palästinensern und Israelis geklärt werden sollen. Die Entscheidung Trumps hat 2018 für Unruhen und Blutvergießen gesorgt.

Genauso wie der Einfluss der USA auf die Politik im Mittleren Osten sind auch Israels militärische Aktivitäten gegen Iran und dessen Stellvertreter in Syrien ein interessanter Aspekt. Angesichts der begrenzten Artikellänge und der Vorgabe, sich auf den israelisch-palästinensischen Konflikt zu kaprizieren, ist das Thema allerdings nicht berührt worden.

Es ist in einem Jahresrückblick wie dem von Ihnen angesprochenen leider nicht möglich, jede Einzelheit noch einmal aufzugreifen. Deshalb hat unsere Nahost-Korrespondentin eine Auswahl getroffen und die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst.

In der Hoffnung, Ihre Bedenken mit meinen Ausführungen ausgeräumt zu haben, würde ich mich freuen, wenn Sie dem ZDF-Programm auch weiterhin als interessierter und durchaus kritischer Zuschauer erhalten blieben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Peter Frey

08.01.2019

Sehr geehrter Herr Dr. Frey,

vielen Dank für Ihr Antwortschreiben vom 27.12.2018, in dem Sie auf unsere Bedenken bezüglich des Beitrages „Israel: es kann nur besser werden“ eingehen.

Wir verstehen selbst sehr gut, dass der Konflikt zwischen Israel und den palästinensischen Arabern eine lange, komplexe Geschichte hat und man ihn aus mehreren Perspektiven betrachten kann, welche auch legitime Forderungen beinhalten.

Der Grund unseres Schreibens ist jedoch nicht, dass wir meinen, dass dem Bericht eine Perspektive fehlt. Unsere Intervention hat zwei andere Gründe: zum einen fehlen zum minimalen Verständnis notwendige Fakten und zum anderen halten wir die Auswahl dieses Themas anlässlich eines Jahresrückblicks für problematisch.

Zu den Fakten: Um das Jahr 2018 in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten verstehen zu können, ist es notwendig zu erwähnen, dass der Iran gezielt Feinde Israels unterstützt, wogegen sich Israel – wie jeder andere Staat an seiner Stelle – verteidigen muss: die Hisbollah im Norden, die Hamas in den Autonomiegebieten und den Islamischen Jihad im Süden. So spielt der Iran eben doch eine entscheidende Rolle für Israel und den Konflikt. In diesem Kontext kann man ebenfalls erwähnen, dass eben diese Organisationen möglichst viele Juden ermorden und Israel vernichten wollen. Sie werden nicht ohne Grund von der EU und den USA als Terror-Organisationen gelistet.

Sie schreiben, dass Trumps Entscheidung, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, für Unruhen und Blutvergießen gesorgt hätte. Wir möchten Sie daran erinnern, dass es nicht Trumps Entscheidung war, sondern die des US-Kongresses vom 23. Oktober 1995. Trump hat sie lediglich vollzogen. Auch unterstellen Sie damit quasi einen Automatismus, der davon ausgeht, dass palästinensischen Araber gar nicht anders könnten, als mit Gewalt zu reagieren, sie also keinen Entscheidungsfreiraum hätten. Die Folgen der Botschaftsverlegung in der Region zeigen, dass die meisten arabischen Länder längst verstanden haben, dass nicht das kleine Israel, sondern ganz andere Kräfte das Problem in der Region darstellen. Aber das hat offenbar nicht ins intendierte und kaprizierte Bild des Beitrages gepasst.

Sie erklären in Ihrer Antwort auf unser Schreiben, dass der „Marsch“ zunächst friedlich geplant war. Für die schlimmen Bilder war aber eben nicht der palästinensische Professor verantwortlich, sondern die Hamas mit dem was sie daraus gemacht hat. Auch sind Sie leider nicht auf unseren zweiten Punkt eingegangen: Die Hamas als „Palästinenser-Organisation“ zu bezeichnen, ist in dieser Undifferenziertheit irreführend. Damit werden Sie weder der Gewalt, die von dieser Organisation ausgeht gerecht, noch schaffen Sie genug Distanz zwischen der Hamas und den ebenfalls bei den palästinensischen Arabern vorhandenen Organisationen, die gewaltfrei agieren.

Gerade heutzutage ist eine Ausgewogenheit zum Verständnis kontroverser Inhalte besonders bedeutsam. In diesem Beitrag enthielten die von uns genannten Stellen nicht einmal ein Minimum an zum Verständnis notwendigem und ausgewogenem Kontext. Dadurch entsteht für uns der Eindruck, als sei dies auch gar nicht die Intention der Autorin gewesen.

In Zeiten des in unserer Gesellschaft immer offener zutage tretenden Antisemitismus sollte das ZDF als deutscher öffentlich-rechtlicher Sender besonders sensibel mit diesem Thema umgehen. Die Art und Weise wie deutsche Medien über Israel und den Nahost-Konflikt berichten, hat leider mittelbar Einfluss darauf, wie sicher sich Juden in Deutschland fühlen können. Denn die öffentliche Berichterstattung bestimmt häufig, welches Stimmungsbild über Israel und damit oft auch über uns Juden in Deutschland vorherrscht. Auch Ihr Sender und Frau Albrecht haben daher eine besondere Verantwortung, Israel im Kontext des Nahostkonfliktes nicht in der Berichtsgewichtung einseitig tendenziell negativ darzustellen und damit – wenn auch unbeabsichtigt – zu antiisraelischer Stimmung, die am Ende sehr oft zu antijüdischer Stimmung wird, beizutragen.

Aus Israel hätte es auch abseits des Konfliktes, in einem Jahresrückblick, einiges zu berichten gegeben. So verzeichnet Israel seit einiger Zeit jährlich neue Touristenrekorde und hat ein enormes Bevölkerungswachstum. Das kleine Land ist innovativ wie kaum ein anderes und rettet, vor allem mit seinen medizinischen Innovationen, Leben auf der ganzen Welt – in 2018 beispielsweise das von kriegsleidenden Menschen aus Syrien – um nur einige Beispiele zu nennen. Wir hoffen, Sie verstehen unser Anliegen und überdenken noch einmal, den Beitrag an den jeweiligen Stellen zu überarbeiten.

Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Aktivitäten

Treffen mit Dieter Burgard

Wir freuen uns, Dieter Burgard, den Beauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz, kennengelernt zu haben. Nach einer kurzen Vorstellung unseres Vereins, erlebten wir einen motivierten, kompetenten und engagierten Beauftragten. Er übt sein Amt ehrenamtlich aus und bekommt zum Januar einen Referenten und eine Sekretärin.

Unter anderem sprachen wir über Aspekte der Bildungsarbeit, die er besonders stark in den Fokus setzten möchte. Dieter Burgard betonte bei unserem Gespräch, dass es nicht ausreiche, das Thema Antisemitismus mit einem Besuch einer jüdischen Gedenkstätte zu behandeln. Es muss ein gute Vor- und Nachbereitung stattfinden und den Schülerinnen und Schülern ein entsprechendes Bewusstsein vermittelt werden. Die Lehrerinnen und Lehrer müssen noch besser für diese Thematik sensibilisiert und ausgebildet werden. Außerdem betonte er, dass der Lehrplan inkludierend wirken muss. Erst mit der Darstellung eines aktiven jüdischen Lebens, kann Judentum in Deutschland und Vielfalt in Schulen dargestellt werden. Des Weiteren freute es uns zu hören, dass in Baden-Württemberg eine Meldepflicht für Antisemitische Vorfälle an Schulen eingeführt wurde und hoffen, dass dies bundesweit geschieht. Wir danken Herrn Burgard für das interessante Gespräch und freuen uns auf ein nächstes Treffen.

Aktivitäten

Treffen mit Kerstin Griese

Bei unserem Treffen mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese, hatten wir die Möglichkeit, mit ihr über einige uns wichtige Themen ins Gespräch zu kommen:

Frau Griese ist als stellv. Vorsitzende des Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe seit langem mit israelisch/deutsch/jüdischen Themen vertraut. Die studierte Historikerin und wir waren uns bzgl. der Bedeutung von „Erinnerungskultur“ einig. Für die hier Lebenden aber auch für die Integration der nach Deutschland zuwandernden ist das Verständnis für die Geschichte Deutschlands und die Erinnerung an den Holocaust bedeutsam. Ebenso wie die daraus erwachsene, besondere Verantwortung Deutschlands für jüdisches Leben und sie Sicherheit Israels.

Frau Griese engagiert sich seit langem für den deutsch-israelischen Jugendaustausch “ConAct” und wünscht sich, dass ein neues deutsch-israelisches Jugendwerk darauf für die Zukunft aufbaut.

Ein weiteres Thema war der Umgang mit anti-israelischen Boykottbewegungen wie der BDS Bewegung. Diese lehnt Frau Griese entschieden ab und betonte, dass es keine Zusammenarbeit und Unterstützung von Akteuren geben dürfe, welche Boykott-Kampagnen gegen Israel guthießen. Diese klare Aussage hat uns sehr gefreut, gibt es doch immer wieder einen unserer Meinung zu schwammigen Umgang mit den Boykotteuren. Für uns ist klar: wer den einzigen jüdischen Staat der Welt mit seinen Bürgern als jüdisches Kollektiv boykottiert und damit durch Wort und Tat delegitimiert, handelt antisemitisch.

Wir bedanken uns für das Gespräch und haben einen Anlass bezogenen, weiteren Austausch vereinbart.

Aktivitäten

Unsere Forderung: Hizbollah in Deutschland verbieten

Die weltweit wohl mitgliederstärkste Terrororganisation erhält einen großen Teil ihrer finanziellen Mittel aus dem Iran. Darüber hinaus generiert sie den Hauptteil ihrer weiteren Finanzierung, im Bereich „Organisierte Kriminalität“ in Europa, vor allem in Deutschland und Frankreich.

Die WerteInitiative hat mitorganisiert, dass Botschafter Ron Prosor (ehem. Vertreter Israels bei der UN), welcher gerade zu Besuch in Berlin war, mit Entscheidungsträgern in der Bundespolitik und den deutschen Sicherheitsbehörden zusammenkam und mit ihnen die Hintergrundinformationen zu diesem Film teilte.

In Short: Drogenhandel in Deutschland -> Libanesische Clans -> Organisierte Kriminalität -> Geldwäsche -> Geldtransfer in den Libanon -> Finanzierung von Terror -> steigendes Kriegsrisiko im Nahen Osten -> Tote und Verletzte vor Ort und mehr Flüchtlinge Richtung Europa und Deutschland!

Unsere Forderung: Dem Zusammenhang zwischen der Kriegstreiberei des Iran, Kriegsgefahr mit der Hisbollah, der Organisierten Kriminalität in Deutschland und den Parallelwelten der libanesischen Clans muss Rechnung getragen werden. Es braucht die politische Entscheidung, dass die Ressourcen des Deutschen Sicherheitsapparates auf die Zuarbeiter der Hisbollah ausgerichtet werden, um Deutschlands Straßen sicherer zu machen und einen Krieg im Nahen Osten zu vermeiden. Die Hisbollah muss vollständig auf die Liste der terroristischen Organisationen und verboten werden.

Mehr dazu: Hier

Bei Interesse stellen gerne den Kontakt zur Janus-Initiative her.